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»Nur das Übliche. Wie geht’s bei euch drüben?«

»Rod, Sie schauen so betreten drein. Es ist schon eine seltsame Erfahrung, nicht?

Keine Sorge, es kann uns jetzt nicht hören.«

»Gut. Ich bin mir nicht sicher, ob ich ein solches Zerpflücken meiner Persönlichkeit angenehm finde. Es ist, als ob sie Gedanken lesen könnten. — Können sie das?«

»Sie sagen nein. Und manchmal irren sie sich auch.« Sie strich mit einer Hand ihr Haar zurecht, das ziemlich zerzaust war, offenbar von dem eben abgelegten Helm des Druckanzugs. »Und zwar gewaltig. Commander Sinclairs Fjunch(klick) wollte anfangs gar nicht mit ihm sprechen. Sie dachten, er sei ein Brauner; Sie wissen ja, einer von der einfältigen Technikerrasse. Übrigens, wie steht die Sache mit den entwischten Minis?«

Dieses Thema hatten sie beide vermeiden gelernt. Rod wunderte sich, dass sie jetzt davon anfing. »Die sind immer noch frei. Keine Spur von ihnen. Sie könnten sogar irgendwo eingegangen sein, wo wir sie nicht finden. Das eine, das nicht entkommen ist, haben wir noch, aber ich glaube, Sie sollten es sich ansehen, Sally, wenn Sie wieder herüberkommen. Es scheint krank zu sein.«

Sally nickte. »Ich werde morgen kommen. Rod, haben Sie sich das Arbeiterteam der Splits angeschaut?«

»Nein, warum? Die Luftschleusenverbindung scheint ja bald fertig zu sein.«

»Ja … Rod, sie setzten abgerichtete Minis für einen Teil der Arbeiten ein.«

Rod starrte betroffen vom Bildschirm.

Sallys Blick wich aus. »Abgerichtete Mini-Exemplare. In Druckanzügen. Wir wussten gar nicht, dass sie welche an Bord hatten. Ich vermute, dass sie recht scheu sind und sich verstecken, wenn Menschen im Schiff sind. Aber es sind schließlich nur Tiere. Wir haben uns erkundigt.«

»Tiere?« Oh Gott. Was würde Kutuzov sagen? »Sally, das ist sehr wichtig. Können Sie heute Abend herüberkommen und mich genauer informieren? Sie und jeder andere, der irgend etwas über diese Angelegenheit weiß.«

»In Ordnung. Commander Sinclair beobachtet sie zur Zeit. Rod, es ist wirklich fantastisch, wie gut diese kleinen Geschöpfe abgerichtet sind. Und sie können an Stellen heran, wo wir Gelenkwerkzeuge und optische Sonden benutzen müssten.«

»Kann ich mir vorstellen.« Und wenn sich irgendwo in der Mac Arthur noch zwei lebendige herumtrieben, dann hatten sie mittlerweile das Schiff vom Bug bis zum Heck erforscht. »Sally, besteht auch nur die geringste Möglichkeit, dass uns jetzt eins der Splits hören kann?« »Nein. Ich benutze den Kopfhörer, und wir haben ihnen nicht erlaubt, unsere Geräte zu verändern.«

»Soweit ihr davon wisst. Bitte hören Sie jetzt ganz genau zu: Ich möchte mit allen im Kutter der Reihe nach unter vier Augen sprechen. Hat jemand etwas — irgend etwas — davon erwähnt, dass auf der Mac Arthur Minis frei herumlaufen?«

»N-nein. Sie haben doch gesagt, das dürften wir nicht. Rod, was ist denn passiert?«

Was ist passiert … »Um Gottes willen, sagen Sie nicht ein Wort über die entkommenen Minis. Ich werde die anderen informieren, wenn ich mit ihnen spreche. Und ich wünsche, dass alle außer der normalen Kutterbesatzung heute Abend herüberkommen. Es ist an der Zeit, dass wir unser Wissen über die Splits vergleichen, denn morgen früh werde ich dem Admiral berichten müssen.« Sally fand, dass er ungewöhnlich blass ausschaute.

»Ich hoffe, ich kann solange damit warten.«

»Aber natürlich«, sagte sie mit einem bezaubernden Lächeln, das ihr jedoch nicht recht gelang. Sie hatte Rod noch nie so besorgt gesehen, und es beunruhigte sie. »Wir werden in etwa einer Stunde drüben sein. So, und jetzt gebe ich Ihnen Mr. Whitbread, und bitte, Rod, hören Sie auf, sich Sorgen zu machen.«

24

Heinzelmännchen

Der große Messeraum der Mac Arthur war voller Menschen. Sämtliche Sitze um den Haupttisch waren mit Wissenschaftlern und Offizieren besetzt, und auch im übrigen Raum herrschte reger Betrieb. An dem einen Schott hatten die Kommunikationstechniker einen riesigen Schirm installiert. Die Messestewards kamen ihnen beim Kaffeeservieren immer wieder in die Quere. Alle Versammelten unterhielten sich unbefangen, außer Sally, der Rods besorgte Miene nicht aus dem Sinn ging. Sie hatte wenig Lust, an den heiteren Gesprächen der anderen teilzunehmen.

Die Offiziere und sonstigen Besatzungsmitglieder erhoben sich, als Rod eintrat. Auch einige der Zivilisten standen auf; andere taten, als bemerkten sie den Kapitän nicht, und einige schauten ihn an und blickten dann im Bewusstsein ihres zivilen Status gleichgültig weg. Rod trat zu seinem Platz am Kopf des Tisches, murmelte »Rührt euch«, und setzte sich langsam. Sally fand, dass er noch besorgter als zuvor ausschaute.

»Kelley.«

»Sir!«

»Ist dieser Raum abgesichert?«

»Soweit es uns möglich ist, Sir. Vier Posten draußen, und ich habe alle Ventilationsleitungen und Rohre selbst überprüft.«

»Was soll das?« wollte Horvath wissen. »Wogegen glauben Sie sich eigentlich absichern zu müssen?«

»Gegen jeden, der jetzt hier nicht anwesend ist, Doktor. Und ich meine damit jede Art von Lebewesen.« Rod blickte den Wissenschaftsminister mit einem Ausdruck an, der Bitte und Befehl zugleich war. »Ich muss Sie informieren, dass alles, was in diesem Raum besprochen wird, als ›Streng geheim‹ klassifiziert wird. Ist jeder einzelne von Ihnen einverstanden, auf die Verlesung der Kaiserlichen Statuten bezüglich der Preisgabe geheimer Informationen zu verzichten?«

Ein Gemurmel der Zustimmung erhob sich. Von der allgemeinen Hochstimmung war nichts mehr zu verspüren. »Irgendwelche Gegenstimmen? Für das Protokoll wird festgehalten, dass keine Gegenstimmen erhoben wurden. Dr. Horvath, mir wurde vor drei Stunden zu verstehen gegeben, dass Sie festgestellt haben, dass die Miniatursplits sehr wirkungsvoll abgerichtete Tiere sind, die unter Aufsicht zu technischen Arbeiten fähig sind. Stimmt das?«

»Ja, gewiss. Es war eine ziemliche Überraschung für uns, sage ich Ihnen! Die Konsequenzen sind fantastisch — wenn wir lernen können, mit ihnen umzugehen, wären sie eine riesige Hilfe für uns.«

Rod ging nicht darauf ein. »Besteht die Möglichkeit, dass wir diese Tatsache hätten früher erkennen können? Wusste jemand etwas darüber? Irgend jemand?«

Erstauntes Stimmengewirr — aber niemand meldete sich. Rod sagte langsam und deutlich: »Für das Protokoll wird festgehalten, dass niemand davon wusste.«

»Von was für einem Protokoll reden Sie da ständig?« wollte Horvath wissen. »Und warum machen Sie sich darüber Gedanken?«

»Dr. Horvath, diese Besprechung wird aufgezeichnet und die Aufzeichnung ordnungsgemäß von Zeugen bestätigt, weil sie vielleicht bei einer Verhandlung vor dem Kriegsgericht als Beweismaterial dienen muss. Höchstwahrscheinlich bei einer Verhandlung gegen mich. Habe ich mich klar genug ausgedrückt?«

»Was — du lieber Himmel!« keuchte Sally. »Ein Kriegsgericht? Gegen Sie? Warum?«

»Die Anklage würde auf Hochverrat lauten«, sagte Rod. »Wie ich sehe, überrascht das die meisten meiner Offiziere nicht. Mylady, meine Herren, wir haben strikten Befehl vom Vizekönig selbst, in keiner Weise technologische Informationen preiszugeben, und insbesondere das Langston-Feld und den Alderson-Antrieb vor den Splits geheim zu halten, das heißt, ihnen keine Gelegenheit zu geben, die entsprechenden Anlagen zu erkunden. In den letzten Wochen sind jedoch Tiere, die technische Lernfähigkeit besitzen und sich mit den Splits verständigen können, frei durch mein Schiff gestreift. Verstehen Sie jetzt?«

»Ja.« Horvath zeigte sich nicht beunruhigt, aber seine Miene wurde doch nachdenklich.

»Also deshalb ließen Sie diesen Raum absichern — glauben Sie denn wirklich, dass die Minis verstehen können, was wir sprechen?«