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Mehrere Männer kamen aus dem Mannschaftsbus zurück. Vier von ihnen stemmten sich gegen die Einstiegtreppe neben dem Flugzeug und schoben sie fort. Zwei andere folgten dem von Ingram gegen den Wind geschrieenen Befehclass="underline" »Motoren klar zum Anlassen machen!«

Der eine baute sich dicht bei dem Kompressorwagen vor dem Flugzeug auf. Er trug einen Kopfhörer, der mit dem Flugzeugrumpf verbunden war. Der zweite mit leuchtenden Signaltafeln ging bis zu einer Stelle vor, wo er von den Piloten oben in der Kanzel gesehen werden konnte.

Joe Patroni, mit einem geliehenen Kopfschutz, stellte sich neben den Mann mit den Kopfhörern. Die übrigen Leute verließen jetzt den Schutz der Busse, um gespannt zu verfolgen, was sich jetzt ereignen würde.

Die Piloten im Cockpit beendeten ihre Kontrollen vor dem Start.

Unter ihnen auf dem Boden begann der Mann mit dem Kopfhörer das Ritual für das Anlassen von Düsenmotoren. »Klar zum Motoranlassen.« Eine Pause. Dann die Stimme des Kapitäns. »Bereit zum Anlassen und Druckgeben.«

Von dem Kompressorwagen preßte ein Strom Druckluft in den Luftturbinenanlasser des Motors Nummer drei. Kompressorflügel setzten sich in drehende Bewegung, beschleunigten, heulten auf. Bei fünfzehn Prozent Geschwindigkeit führte der Erste Offizier dem Motor Flugtreibstoff zu. Als der Treibstoff zündete, spuckte der Motor eine schwarze Rauchwolke aus, und der Motor sprang mit einem tiefen, rauhen Bellen an.

»Nummer vier klar zum Anlassen.«

Motor Nummer vier folgte Nummer drei. Die Generatoren beider Motoren gaben Strom.

Die Stimme des Kapitäns: »Schalte um auf Generatoren. Kraftzufuhr vom Boden lösen.«

Von oberhalb des Kompressorwagens fielen elektrische Kabel herab. »Verbindung gelöst. Klar zum Anlassen Nummer zwei.«

Motor Nummer zwei sprang an. Jetzt liefen drei Motoren. Ein überwältigendes Dröhnen. Schnee wurde nach hinten gewirbelt.

Nummer eins wurde angeworfen und lief.

»Luftverbindung lösen.«

»Gelöst.«

Die Nabelschnur des Luftschlauchs glitt herunter. Der Fahrer des Kompressorwagens steuerte das Fahrzeug fort.

Die Scheinwerfer vor dem Flugzeug waren auf einer Seite aufgestellt worden.

Patroni übernahm von dem Mann des Bodenpersonals vor dem Flugzeugrumpf den Kopfhörer. Jetzt stand er in telefonischer Verbindung mit dem Piloten.

»Hier Patroni. Wenn Sie da oben soweit sind, dann lassen Sie die Maschine jetzt herausrollen.«

Der Mann vor dem Flugzeug hob jetzt die leuchtenden Signaltafeln, bereit, die Maschine auf ihrem kurvenförmigen Weg durch die Gräben zu dirigieren, und sah zu Joe Patroni herüber. Der Mann war darauf gefaßt, rasch zur Seite zu rennen, wenn die 707 schneller als erwartet aus dem Schlamm herauskommen sollte.

Patroni kauerte dicht neben dem Vorderrad. Wenn sich das Flugzeug schnell bewegte, war auch er gefährdet. Er hatte die Hand an dem Stecker des Telefonkabels und war bereit, ihn sofort herauszuziehen. Er beobachtete den Hauptteil des Fahrgestells angespannt auf das geringste Anzeichen einer Bewegung nach vorn.

Die Stimme des Kapitäns: »Ich gebe Treibstoff.«

Die Umdrehungsgeschwindigkeit der Düsenmotoren steigerte sich. Unter einem Brüllen wie gedämpfter Donner begann das Flugzeug zu zittern; der Boden unter der schweren Maschine bebte. Aber die Räder blieben unbeweglich.

Patroni schützte mit der Hand die Sprechmuschel des Telefons. »Mehr Kraft! Die Drosselklappen ganz auf!«

Das Motorengeräusch steigerte sich, aber nur geringfügig. Die Räder hoben sich wahrnehmbar, drehten sich aber immer noch nicht vorwärts.

»Verflucht noch mal, volle Kraft!«

Ein paar Sekunden lang blieb die Geschwindigkeit der Motoren unverändert, ließ dann plötzlich nach. Die Stimme des Kapitäns krächzte in den Hörmuscheln. Sie hatte einen sarkastischen Ton. »Patroni, per favor, wenn ich die Motoren mit voller Kraft laufen lasse, stellt sich die Maschine auf den Kopf. Dann haben wir statt einer festgefahrenen eine zerstörte 707.«

Der Chef des Wartungsdienstes der TWA hatte die Räder des Fahrgestells scharf beobachtet, die jetzt wieder in den sie umgebenden Schlamm zurückgesunken waren. »Sie kommt heraus, ich sage es Ihnen! Sie brauchen nur den Mumm zu haben, ihr volle Kraft zu geben.«

»Kümmern Sie sich um Ihren eigenen Mumm«, erwiderte der Kapitän schroff. »Ich stelle die Motoren wieder ab.«

Patroni schrie in das Telefon. »Lassen Sie die Motoren im Leerlauf weiterlaufen. Ich komme in das Cockpit hinauf!« Er lief unter dem Rumpf nach vorn und winkte heftig, die Einstiegtreppe wieder an die Maschine heranzuschaffen. Doch gerade, als sie an ihren Platz geschoben wurde, verstummten alle vier Motoren und blieben stehen. Als er das Cockpit erreichte, lösten die beiden Piloten gerade ihre Sicherheitsgurte. »Sie haben gekniffen!« beschuldigte Patroni die beiden. .

Die Reaktion des Kapitäns war überraschend sanft. »Es posible. Vielleicht ist es das einzige Vernünftige, was ich heute abend getan habe.« Er fragte förmlich: »Ist Ihre Wartungsabteilung bereit, die Maschine zu übernehmen?«

»Also gut.« Patroni nickte. »Wir übernehmen die Maschine.«

Der erste Offizier blickte auf seine Uhr und machte dann eine Eintragung in sein Logbuch.

»Wenn Sie diese Maschine freibekommen haben, auf welche Weise auch immer«, erklärte der Kapitän der Aereo Mexican, »wird Ihre Gesellschaft zweifellos mit meiner Gesellschaft Kontakt aufnehmen. Inzwischen buenas noches.«

Nachdem die beiden Piloten gegangen waren, ihre dicken Mäntel am Hals fest zugeknöpft, führte Patroni eine schnelle Routineüberprüfung der Einstellung der Instrumente und der Steuerung durch. Etwa eine Minute später folgte er den Piloten draußen die Einstiegtreppe herunter.

Ingram, der Leiter des Wartungsdienstes der Aereo Mexican, wartete unten schon auf ihn. Er nickte hinter den beiden Piloten her, die jetzt eilig auf einen der beiden Mannschaftsbusse zustrebten. »Genau das gleiche haben sie mit mir gemacht: nicht genug Kraft gegeben.« Er deutete finster auf das Hauptfahrgestell der Maschine. »Darum ist sie vorhin so tief eingesunken. Sie hat sich sogar noch tiefer hineingewühlt.«

Gerade das hatte Joe Patroni befürchtet.

Ingram leuchtete ihm mit einer elektrischen Lampe, während er sich unter den Rumpf der Maschine duckte, um das Fahrwerk zu inspizieren. Die Räder staken wieder tief in Schlamm und Schneematsch, fast einen Fuß tiefer als vorher. Patroni griff nach der Lampe und leuchtete die Tragflächen von unten ab. Alle vier Motoren waren jetzt dem Boden beunruhigend nahe.

»Jetzt kann sie nur noch ein Hubschrauber da herausholen«, sagte Ingram.

Patroni überprüfte noch einmal die Situation und schüttelte dann den Kopf. »Wir haben noch eine Chance. Wir machen die Gräben noch tiefer, führen sie so tief, wie die Räder jetzt sind, und lassen die Motoren wieder an. Nur werde diesmal ich am Steuer sitzen.«

Nach wie vor heulte der Wind und peitschte den Schnee um sie herum.

Schaudernd stimmte Ingram voller Zweifel zu. »Na schön, Sie haben das Kommando, aber besser Sie als ich.«

Joe Patroni grinste. »Wenn ich sie nicht herausreiße, dann reiße ich sie vielleicht in Stücke.«

Ingram ging zu dem gebliebenen Mannschaftsbus hinüber, um die Männer wieder herauszurufen. Der andere Bus war mit den beiden Piloten zum Flughafengebäude gefahren.

Patroni rechnete nach. Es lag eine weitere Stunde Arbeit vor ihnen, ehe sie das nächstemal versuchen konnten, das Flugzeug von der Stelle zu bewegen. Deshalb würde Startbahn Drei-Null mindestens noch solange außer Betrieb bleiben müssen.

Er wandte sich seinem mit Sprechfunk ausgerüsteten Wagen zu, um der Flugsicherung zu berichten.