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«Wir müssen etwas tun, um dieses Jahr in Erinnerung zu behalten. Etwas Unerhörtes. Etwas, das auf dem William and Mary College zur Legende wird«, sagte Vic.

«An was hast du da gedacht?«Chris kaute an einem Pommes frites.

«Wenn ich Tambourmajor wäre, das letzte Mal bei einem Heimspiel, das Verklingen des Trommelschlags beim letzten Song, würde ich veranlassen, daß die ganze Kapelle der gegnerischen Seite den Rücken zudreht und die Hosen runterläßt. Diese Art Legende.«

«Wäre es nicht aufregender, wenn sie auch ihre Vorderseite zeigen würden?«Chris kicherte.

«Ich könnte den Ball fangen, natürlich ein Touchdown erzielen, aber dann statt anzuhalten laufen, laufen, einfach weiterlaufen«, erbot sich Charly.

Chris lächelte.»Poetisch.«

«Hört mal, irgendwas müssen wir machen«, beharrte Vic.»Die Leute sollen wissen, daß wir hier waren. Wir müssen sie provozieren, uns zu übertreffen.«

«Wir könnten alle Türen der Verwaltungsbüros versperren. Die Schlösser mit einem Lötkolben versiegeln«, schlug Charly vor.

«Gut«, sagte Chris anerkennend.

«Oder wir könnten was auf den Rasen im Innenhof malen«, meinte Charly.

«Und was?«, fragte Chris.

«Eine nackte Frau«, antwortete Charly.

«Das erregt nur die Hälfte der Studierenden. Wir müßten auch einen nackten Mann malen«, meinte Chris.

«Ich weiß nicht«, sagte Vic.»Eine nackte Frau gefällt doch allen. «Sie achtete nicht auf ihre Worte, sie fühlte sich so frei.

«Was ist mit den vielen Teenie-Würstchen, die von Mommy und Daddy über den Campus geschleppt werden?«Chris stellte sich die Entrüstung vor. Zumal die Verwaltung immer noch bemüht war, die Erinnerung an den Alpha-Tau-Vorfall zu tilgen.

«Also gut, laßt uns was machen. «Chris verputzte ihre letzten Pommes. Es wäre ihr gegen den Strich gegangen, welche übrig zu lassen.

«Mir nach. «Vic stand auf.

23

Der alte Seelsorger von der Pfarrei St. Bede bewohnte ein schmuckes Haus gleich gegenüber der Kirche. Als gläubiger Arbeiter im Zeichen des Kreuzes war er von gehorsamem Wesen. Pastor Geoffrey Whitby glaubte an die Sakramente, behielt seine Zweifel an der Unfehlbarkeit des Papstes für sich und bewies wenig bis keinen Sinn für Humor. Am Christentum konnte er nichts Komisches finden. Ein Kellner, der beim letzten Abendmahl» Fettucine für Jesus «rief, war für ihn unvorstellbar. Oder Maria Magdalena mit einem Push-up-BH. Nein, das Christentum hatte feierlich, ernst, ja streng zu sein. Wenn der Gott des Alten Testaments nur zweimal gelacht hat, dann sollte es bei Pastor Whitby nicht anders sein. Als er daher an diesem samtigen Abend am Fenster im oberen Stockwerk stand, fand er es überhaupt nicht lustig, die Verwandlung der heiligen Jungfrau Maria zu beobachten.

Die heilige Jungfrau Maria sah scharf aus mit einer Schürze, einer Kochmütze auf dem Kopf, einem Tischgrill vor sich. In ihre erhobene Hand, diejenige, die den Segen erteilte, hatte Vic eine lange Gabel mit blauem Griff geklebt. Auf dem Tischgrill lagen Gummihühner. Eine Tafel verkündete mit bunter Kreide MARIAS BARBECUE.

Während Vic und Charly die Mutter Jesu in eine zeitgenössischere Mutter verwandelten, hielt Chris, nachdem sie die Tafel beschriftet hatte, nach Störern Ausschau.

Als Pastor Whitby, noch in Pantoffeln, aus der Haustür schoß, war Chris verblüfft, daß ein alter Mann so schnell laufen konnte.

«Blasphemisten!«Er drohte mit der Faust.

«Ich hab noch nie ein so purpurrotes Gesicht gesehn«, keuchte Vic, als Chris kehrtmachte und Fersengeld gab.

Charly erwiderte:»Ich glaube, das ist die normale Farbe seiner Nase. Bist du fertig, können wir abrücken?«

Sie liefen schleunigst zurück und hatten Chris bald eingeholt. Sie rannten die Richmond Road entlang. Chris, die nicht so sportlich war wie die beiden, bat um Gnade.

Vic und Charly blieben abrupt stehen und drehten um. Sie packten je einen Arm von Chris und hoben sie hoch. Sie schlurften ein paar Schritte mit ihr und mußten dabei so lachen, daß sie sie beinahe fallen ließen.

«O Gott, der Pastor«, keuchte Chris,»er stirbt bestimmt an Herzversagen.«

Charly summte ein paar Takte von» Näher mein Gott zu dir«, worauf sie wieder in Lachen ausbrachen.

«Maria sah klasse aus. Sie sah glücklich aus. Sie sah jung aus. Würde der Pastor sie lieben, würde er ihr eine vollständige Garderobe kaufen. Das macht jede Frau glücklich. «Vic wischte sich die Augen.

In der Ferne hörten sie eine Sirene. Anfangs achteten sie nicht auf das Heulen, aber es kam näher und brach dann in der Nähe der Kirche ab.

Charly runzelte die Stirn.»Ich schätze, der Pastor hat die Bullen gerufen.«

«WegenUnserer lieben Frau vom Bratrost<? Wir haben keinen Schaden angerichtet. «Chris hatte plötzlich eine Vision von sich, wie sie auf der Polizeiwache ihren Vater anrief. Das war keine jener trostreichen Visionen, in denen die heilige Muttergottes erschien, um ihre Huld zuteil werden zu lassen. Chris konnte sich vorstellen, daß ihr Vater sie schnurstracks vom College nahm. Er klagte so schon genug, weil er ihr eine Ausbildung in einem anderen Staat bezahlte.

Vic sah auf die Uhr.»Charly, du schaffst es nie, rechtzeitig zurück zu sein.«

«Eins nach dem anderen. Wir trennen uns jetzt. Ich glaube, ich komm noch ins Wohnheim rein. Außerdem ist das mein Problem. Mit dem Pastor will ich's lieber nicht zu tun kriegen.«

«Gute Idee«, stimmte Vic zu.»Chris, ich nehm den längsten Weg nach Hause über die Ostseite des Campus.«

«Okay.«

Charly sprintete zur Ecke, winkte und überquerte die Straße. Die zwei Frauen gingen rasch in entgegengesetzte Richtungen.

Der Streifenwagen fuhr langsam vorbei. Geistesgegenwärtig verdrückte Vic sich in einen Verbrauchermarkt, wo sie eine Illustrierte kaufte. Von drinnen beobachtete sie den Polizisten. Der Pastor mochte zwar alt sein, aber er war nicht blind, und sie hoffte nur, daß er sie und die anderen beiden nicht deutlich gesehen hatte. Sie wäre leicht zu beschreiben. Wie viele einen Meter fünfundachtzig große Frauen mit pechschwarzen Haaren gab es hier? Allerdings würde er ihre Größe sicher nicht ganz genau angeben können.

Sobald die Luft rein war, ging Vic auf Umwegen nach Hause. In Chris' Fenster brannte Licht. Sie warf einen kleinen Stein. Volltreffer!

Chris machte das Schlafzimmerfenster auf, die kalte Novemberluft strömte herein.»Komm rauf.«

Vic öffnete die Tür zur Hintertreppe, stürmte die Stufen hinauf, nahm zwei, sogar drei auf einmal. Die Tür zum Apartment war offen.

«Bin im Schlafzimmer.«

Vic schloß die Tür hinter sich und sauste ins Schlafzimmer. Chris, die nur ihre Jeans anhatte, lächelte. Vic schlang die Arme um Chris' schmale Taille. Sie küßte sie auf den Mund und fuhr dann mit der Zunge von ihren Brüsten hinunter zum Bund ihrer Jeans. Chris legte ihre Hand in Vics Nacken und beugte sich zurück.

«Ich will dich. «Sie hob Chris auf und legte sie sanft aufs Bett. Sie warf sich auf sie, küßte sie, biß sie. Ihr Herz hämmerte.

«Zieh dich aus«, keuchte Chris.

Vic rollte sich herunter, zog sich das Hemd über den Kopf, knöpfte ihre Levis mit einer einzigen flinken Handbewegung auf und band ihre Turnschuhe auf, während Chris ebenfalls ihre Jeans auszog.

Im Haus war es kühl, ein Kontrast zur Hitze ihrer Körper. Chris zog die Bettdecke zurück, als Vic sie von hinten faßte und über die Bettkante bog.

«Ich liebe deinen Hintern. «Vics Brüste berührten Chris' Rücken, als sie ihre Finger in sie hineinschob.

Durch Chris tobte der schärfste Orgasmus, den sie je hatte, sie war erstaunt, was Vic mit ihr anstellen konnte, erstaunt über ihren eigenen Körper.

Chris drehte sich zu ihr, den Bauch flach an Vics gedrückt, und lehnte die Stirn an Vics Schulter.»Wir wissen gar nicht, was wir alles können.«