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Nachher zuckte er zusammen, als er sich von ihr löste, damit sie von dem Schreibtisch herunterkonnte.

»Alles in Ordnung?« Dem Himmel sei Dank, dass da eine Schachtel mit Papiertüchern auf dem Tisch war, na ja, jetzt eben auf dem Boden. Sie schlüpfte wieder in ihren BH und zog sich die Seidenkombination zurecht. Dem Himmel sei Dank für Material, das nicht knitterte, unter keinen Umständen knitterte.

»Wo du mich da gebissen hast, tut es weh.« Er rieb sich an rotes Mal an der Schulter.

»Tut mir Leid.«

»Hey, nicht, dass ich es nicht bemerkt hätte. Ich meine, natürlich habe ich es bemerkt, aber es war nicht … es hat nicht … war schon in Ordnung. Herrgott, was rede ich da? Sinda, danke, du hast mich … richtig fertig gemacht. Wow.«

»Mhm. Du auch. Wow ist genau richtig. Einverstanden, wenn ich jetzt gar nicht versuche nachzudenken oder so? Herrgott, hat das gut getan.« Sie musste die Hand loslassen, an die sie sich geklammert hatte, damit auch er seine Uniform in Ordnung bringen konnte, aber er gab sie ihr gleich wieder zurück.

Dann musste sie ihn ein paar Minuten loslassen, als sie den Stapel Papier und anderen Bürokram, der auf dem Boden gelandet war, aufheben mussten, aber als er sich bückte, um einen Klammernentferner aufzuheben, nutzte sie die Gelegenheit, ihn in den Hintern zu kneifen. Das war … nett. Gewöhnlich war ihr nach dem Sex gar nicht so nach Kuscheln zumute. Irgendwie war das cool. Als sie dann beide wieder standen, schlang sie von hinten die Arme um ihn und rieb sich an ihm wie eine Katze. Herrgott, er riecht so gut. So … männlich … o Gott, ich muss weg von ihm. Sonst bin ich bloß enttäuscht. Das wird schon eine Weile dauern, bis er wieder kann.

»Wie ist’s, möchtest du etwas essen?« Sie löste sich von ihm, obwohl es sie Mühe kostete.

»Ich habe heute Nachmittag ein paar Fertiggerichte reingeschmuggelt, solche zum Aufheizen. Draußen darf man uns ja wirklich nicht sehen«, sagte er, Nachsicht heischend, und sah sie an, als wüsste er, wie aufgeputscht sie immer noch war. »Aber das hat auch seine Vorteile. Sobald wir ein wenig gegessen haben und wieder zu Kräften gekommen sind, sind wir immer noch allein.«

Seine Augen waren so tief, dass sie das Gefühl hatte, sie müsse gleich dort, wo sie gerade stand, zu einer Pfütze schmelzen.

»Komm, ich habe die Sachen in meinem Büro«, sagte er.

Sie zog ihren Stuhl heran, während er die Schachteln aus seinem Schreibtisch holte und an den Tabs zog.

»Weißt du, wir müssen die Schachteln dann wieder hinausschmuggeln. Beed ist argwöhnisch und eifersüchtig und tut so, als wäre ich sein Eigentum …« Sie verstummte, als er ihr den Finger auf die Lippen legte.

»Wir werden uns den Abend nicht von dem Ekel verpatzen lassen. Also, möchtest du süß-saure Shrimps oder Cashew-Hühnchen?«

»Mmm, ich liebe Seafood. Kann ich die Shrimps haben?« Sie leckte sich über die Lippen.

»Aber sicher.« Er reichte ihr eine der Packungen. Es dauerte noch ein paar Minuten, bis sie sie öffnen konnte. »Das muss aber hart für dich gewesen sein, als Kind. Ich meine, ein Mädchen von einer Farm in Wisconsin, das gern Meeresfrüchte isst.«

»Eigentlich nicht. Wenn man etwas nicht kriegt, kriegt man es eben nicht. Wir hatten mehr als die meisten Leute. Immer noch besser, als in irgendeiner Urb ohne Sonne aufzuwachsen.« Sie fuhr sich mit der Hand an den Mund. »Oh, du meine Güte, du bist in einer SubUrb aufgewachsen, oder nicht, Pryce?«

»Yeah. Wir hatten nicht viel, aber ich hab’s überstanden.« Sein Mund spannte sich unwillkürlich.

»Ich? Nicht wir?«, fragte sie.

»Na ja, meine Mom war meistens nicht da. Sagen wir mal, ich bin mithilfe meiner Freunde durchgekommen.« Das klang nach schmerzlichen Erinnerungen.

»Oh, warst du lange in einer Krippe?« Klingt gar nicht nach einer angenehmen Kindheit.

»So was Ähnliches. Sagen wir einfach, dass wir meistens selbst auf uns aufpassen mussten«, meinte er.

»Das klingt so, als hättest du schon früh auf eigenen Beinen gestanden.« Da haben wir etwas gemeinsam.

»Ja, irgendwie schon. Ich habe früh gelernt, mir die richtigen Freunde auszusuchen und ihnen zu vertrauen. Und auch wie man mit Leuten umgeht, denen ich überhaupt nicht vertrauen konnte. Und du? Konntest du mit anderen Kindern spielen oder warst du viel allein oder was?« Er nahm ihre Hand.

»Da waren nicht viele andere Kinder. Ich bin hauptsächlich mit meinem Daddy aufgewachsen. Er war mein bester Freund.« Na ja, eben Grandpa. Nach der ersten Landung hätte er ebenso gut mein Dad sein können.

»Frische Luft. Sonne. Das klingt … gesund. Ich bin nicht sehr gesund aufgewachsen«, sagte er.

»Nicht so viel, wie du vielleicht denkst. Daddy war ein ehemaliger Soldat. Wie die meisten Leute, denke ich. Aber ich würde das nicht gesund nennen, eher … ich weiß auch nicht … praktisch?« Wie erklärt man das, ohne etwas zu sagen. Das ist die Frage.

»Darum beneide ich dich. Ich meine, dass du einen Erwachsenen hattest, an den du dich halten konntest. Ich musste mir das meiste selbst zurechtreimen oder es einfach ausprobieren.« Er klappte seine Schachtel auf, und der würzig süße Duft der Cashewnüsse zog durch den Raum.

»Ich beneide dich, dass du gleichaltrige Freunde gehabt hast. Die Farm war da etwas einsam. In mancher Hinsicht konnte ich gar nicht richtig Kind sein.« Jedenfalls nicht über mein achtes Lebensjahr hinaus.

»Da haben wir etwas gemeinsam. Wir waren Kinder, aber doch nicht richtig, weißt du?« Er sah wieder mit diesem ganz speziellen Blick in ihre Seele.

»Ja, ich weiß. Mann, das ist aber ein ernstes Gespräch.« Sie klappte den Deckel von ihren Shrimps auf und atmete den Dampf ein, der der Packung entwich. »Das riecht lecker.«

»Willst du Reis? Ich habe nur gedünsteten Reis mitgebracht. Ich mag gebratenen Reis in solchen Wärmepackungen nicht. Was da an den Eiern dran ist, schmeckt immer wie Gummi.« Er hielt ihr eine Schachtel hin.

»Das ist eine gute Wahl. Gedämpft schmeckt er viel besser. Danke. Das riecht auch gut.« Sie wies auf die Schachtel, die er gerade geöffnet hatte.

»Willst du einen Happen? Tauschen wir?« Er spießte ein Stück Hühnchen auf die Gabel und hielt es ihr hin, hielt die offene Hand darunter, für den Fall, dass Sauce heruntertropfte. Seine Hand fühlte sich warm an ihrem Kinn an, als sie kostete.

Während sie dann zusah, wie er ein Stück Shrimp von ihrer Gabel nahm, musste sie natürlich wieder auf seinen Mund sehen. Sie hatte keine Ahnung, wie lange sie ihn angestarrt hatte, bis er ihr schließlich die Gabel zurückreichte. Sie wusste bloß, dass der zweite Bissen wesentlich kühler als der erste war. Aber eigentlich war sie gar nicht so hungrig. Sie hatte höchstens die Hälfte von ihrer Portion gegessen, als sie die Schachtel wegschob. Irgendwann während des Essens hatte sie ihren Sessel näher an den seinen gerollt, aber sie konnte die Wärme spüren, die von seinem Schenkel ausstrahlte, ganz nahe, und doch nicht nahe genug.

Offenbar dachte er dasselbe, denn kaum dass er mit seinem Essen fertig war, ebenfalls nur der Hälfte, spürte sie, wie er sie plötzlich auf seinen Schoß zog, eine Hand um ihre Brust gelegt. Viel zu weit unten, wie sie fand. Sie drehte sich etwas zur Seite und spürte, wie seine Finger über ihre Brustwarzen strichen. Dabei verlagerten sich auch ihre Hüften, und das veranlasste ihn dazu, seine Sitzposition zu verändern, und sie spürte seine Erektion am Bein und hielt es plötzlich nicht mehr aus. Wie kann er nur auf den Beinen so tollpatschig sein und so … ach, zum Teufel, wen interessiert das eigentlich!