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»Fortschrittsbericht?« Er holte einen Dämpfer heraus und stellte ihn auf den Tisch, schnippte ihn an. »Ich habe den Raum bereits nach Wanzen abgesucht.«

»Ich habe gar nichts gefunden. Ich konnte lediglich bestätigen, dass vom Büro aus ein Geheimeinsatz läuft. Vermutlich der Geheimeinsatz, aber mehr habe ich nicht. Den General ins Bett zu bekommen war kein Problem. Wahrscheinlich wäre es eher ein Problem gewesen, es nicht zu tun. Er ist halt der Typ dazu. Ich habe alles durchsucht, wo ich mir Zugang verschaffen konnte, und arbeite jetzt an dem Adjutanten, der Zugang zu weiteren Räumen hat, an die ich bislang nicht rankomme«, sagte sie.

Bildete er sich das bloß ein, dass ihre Stimme am Ende rauchig geworden war? Ach was, Blödsinn. Was nun?

»So, dann sag mir mehr über diesen Adjutanten.« Er spuckte in den Becher und überlegte. »Du hast vor, dir Zugang zu den restlichen Räumen zu verschaffen, wie willst du das anstellen?«

»Oh, das ist einfach.« Sie rutschte auf ihrem Hocker herum und sah ihn verschmitzt an. »Wenn das die einzigen Orte im Büro sind, wo wir es noch nicht getan haben, denke ich, wird er … sich nicht abgeneigt erweisen, wenn ich ihm weitere Vorschläge mache.« Die Art und Weise, wie sie sich dabei mit der Zunge über die Lippen fuhr, ließ ihn an die Katze denken, die den Kanarienvogel gefressen hatte.

»Du solltest das Geschäft nicht mit dem Vergnügen mischen.« Oh, Scheiße.

»Du hast doch selbst gesagt, dass ich mir einen Boyfriend besorgen soll.« Sie zuckte die Achseln und musterte dann eindringlich die Nägel ihrer rechten Hand.

»Ich zögere etwas, das zu sagen, Enkeltochter, aber du solltest nicht so tief einsteigen.« Scheiße. Sie wird nicht auf mich hören. Zu spät.

»Oh, das werde ich nicht. Das überlasse ich Pryce. Wirklich, Grandpa, ich bin nicht mehr zwölf. Könntest du jetzt meinen Drink bestellen? Ich wollte doch wirklich etwas Gutes. Wo ich doch bereits hier bin.« Sie wechselte das Thema, drehte den Barhocker herum und machte es sich darauf etwas bequemer.

Er gab einen nichts sagenden Laut von sich, schaltete den Dämpfer ab und ging zu der Konsole an der Tür, um die Drinks einzutippen. Als er sich wieder setzte und sie ihren Stuhl heranzog und sich an ihn kuschelte, worauf er den Arm über ihre Schulter legte, damit die Bedienung, die ihnen die Drinks brachte, das auch ja zur Kenntnis nahm, musste er sich einen Augenblick lang ins Gedächtnis rufen, dass diese ausnehmend gut gebaute begehrenswerte junge Frau nicht etwa nur wie seine Enkeltochter aussah, sondern dies auch tatsächlich war. Wenn sie diesen jungen Mann, diesen Pryce, nicht ausgerechnet bei einem Einsatz kennen gelernt hätte, würde er ihn ja mit offenen Armen empfangen. Na schön, meinetwegen, vielleicht war er ja ganz in Ordnung. Trotzdem, sie waren für Extraktionseinsätze ausgebildet, und es war ja nicht so, dass Fleet Strike all die Lieutenants auch brauchte. Andererseits, nein, letzte Überlegung bitte streichen. Eigentlich konnte man darauf zählen, dass jeder Mann, der einen Schuss Pulver wert war, negativ darauf reagieren würde, wenn man ihn kidnappte. Nun ja, vielleicht. Der Köder war immerhin beachtlich.

14

Basis Titan

Samstag, 15. Juni, 10:00

Fleet Strike unterschied sich in vieler Hinsicht von den Streitkräften der alten Vereinigten Staaten. Die Begeisterung, die die höheren Offiziere freilich dem Golfspiel entgegenbrachten, war unverändert. Während der Konstruktionsphase des Stützpunkts hatte ein intelligenter und ehrgeiziger junger Spezialist für Lebenserhaltungssysteme eine Möglichkeit entdeckt, wie man die im Pflichtenheft enthaltene Forderung nach widerstandsfähigen, nicht der Ernährung dienenden, winterfesten Pflanzen erfüllen und sich zugleich bei den Vorgesetzten lieb Kind machen konnte. Demzufolge hatte die gesamte untere Etage der Quadranten von Fleet Strike ausnehmend hohe Decken und war mit üppigem Rasen einer Spezialzüchtung bedeckt. Die Indowy dazu zu bringen, die absolute Notwendigkeit der Deckenkonfiguration zu genehmigen, hatte es erforderlich gemacht, eine kleine Herde von Miniaturpferden aus Kentucky zu importieren. Aus irgendwelchen Gründen war es erstaunlich leicht gewesen, die Unterschriften für den Transport der Tiere zu bekommen. Etwas schwieriger war das bei den Ventilatoren für die computergenerierten Zufallsmuster für die Windbewegungen gewesen, aber auch das hatte man letztlich geschafft. Welchen Sinn hatte es schließlich, so viel Sauerstoff zu erzeugen, wenn man nicht auch über die Fähigkeit verfügte, ihn mit dem Rest der Stationsluft zu mischen?

Cally ließ sich an diesem Morgen nichts von ihrem Amüsement anmerken, als Beed, während er sich dem dritten Loch näherte, den Gegenwind verwünschte. Für sie war Golf ein Spiel der Herausforderungen, insbesondere in dieser Umgebung. Ihre gesteigerte Muskeldichte, die auch unter der Oberfläche Sindas verblieben war, und ihre hoch entwickelte Körperbeherrschung in Verbindung mit gesteigertem räumlichem Orientierungsvermögen führten dazu, dass sie mit Leichtigkeit eine der drei besten Golfspieler des Stützpunkts war.

Die Unterlagen von Sinda Makepeace enthielten keinerlei Hinweise darauf, dass sie jemals auch nur besuchsweise einen Golfplatz betreten hatte, geschweige denn das Spiel gespielt hatte.

Beed brauchte Schmeicheleinheiten, es galt ihn davon zu überzeugen, dass er ihr das Golf spiel beibrachte.

Die Folge davon war, dass ihre schauspielerischen Fähigkeiten auf dem Golfplatz mehr denn je gefordert waren, da sie ja ständig exakt beweisen musste, wie lausig ihr Spiel sein musste.

Das Seltsame war, dass sie an diesem Vormittag einige Male das verrückte Gefühl gehabt hatte, dass Pryce sich ebenfalls zurückhielt, um den General gewinnen zu lassen. Sie lächelte. Da hat mir dieser Kerl jetzt ein- oder zweimal im Bett gezeigt, dass er wirklich eine große Nummer ist, und plötzlich bilde ich mir für ihn alle möglichen neuen Fähigkeiten ein.

Aus dem Augenwinkel sah sie, wie er über den Trageriemen des Golfsacks stolperte und es kaum schaffte, sich am Golfwagen festzuhalten, um nicht zu stürzen. Als Nächstes würde sie ihn sich wahrscheinlich auch noch als den größten Redner aller Zeiten vorstellen. Mann!

»Also gut, Sinda, meine Liebe, jetzt sind Sie dran.« Beeds lüsterner Blick zog ihr die Kleider vom Leibe, und sie lächelte strahlend zurück und fragte sich, wie sie es selbst in ihrer Tarnung je geschafft hatte, in ihm auch nur auf kurze Zeit etwas anderes zu sehen als das schmierige Ekel, das er offensichtlich war. »Haben Sie bemerkt, wie ich mich nach meinem Schlag einen Augenblick lang völlig ruhig verhalten habe? Das nennt man ›dem Ball folgen‹, und das ist bei diesem Spiel sehr wichtig.«

Sie nickte, die Hände vor sich verschränkt, hörte aufmerksam zu, die Augen strahlend vergnügt, ernst und leer. Sie sah, wie Beed nachsichtig lächelte und ließ sich nichts anmerken, als er ihr den Putter wegnahm und ihr einen anderen Schläger in die Hand drückte.

»Gut aufpassen, meine Liebe. Die Auswahl des richtigen Schlägers ist sehr wichtig«, sagte er.

Mit ihrem gesteigerten Hörvermögen konnte sie hören, wie Pryce mit den Zähnen knirschte, als Beed von hinten die Arme um sie schlang, um sie beim Schlag zu führen. Sie hoffte, dass Beed das nicht hören konnte, obwohl es ihr vor dem Hintergrund des an diesem Morgen ungewöhnlich leeren Golfplatzes, auf dem mit Ausnahme des fernen Ventilatorensummens kein Laut zu vernehmen war, laut vorkam.

Der würzige Duft des frisch geschnittenen Grases stieg ihr in die Nase, und als Beed ihr die Hand am Schläger zurechtschob, konnte sie an ihrem Oberschenkel seine Erektion spüren. Zum Teufel, damit ist mein Nachmittag im Eimer. Nicht, dass ich es nicht erwartet hätte. Unglücklicherweise hat der General die typische Libido des Runderneuerten. Ständig spitz wie Nachbars Lumpi. Wirklich schade, dass die Bane Sidhe mächtig sauer wäre, wenn ich den Dreckskerl umbringen würde. Okay, er ist immerhin ein Mensch, und ich würde ihn nicht ohne weiteres und ohne Grund umbringen, aber ich schwör’s, wenn der mir weiter so auf den Geist geht, könnte ich wirklich der Versuchung nachgeben, ihm … ehe ich hier abgehe, ein paar Schrammen zu versetzen. Dieser widerwärtige Dreckskerl von einem Papierkrieger. Es gibt einfach ein paar persönliche Eigenschaften, die auch noch so gutes Aussehen nicht ausgleichen können. Ach was, zum Teufel, schließlich habe ich ja gewusst, dass das mit zu meinem Job gehört, als ich ihn übernommen habe. Aber ich muss zugeben, dass ich schon Schlimmeres mitgemacht habe. Das arme Schwein kann ja nichts dafür, dass er im Vergleich damit schlecht wegkommt.