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Sie spähte aufmerksam das Grün hinunter und nahm dann eine ganz kleine Änderung an ihrer Haltung vor, die dafür sorgen würde, dass der Ball in einem Sandbunker landete.

»Da, sehen Sie, wie weit ich geschlagen habe! Wow!« Sie hüpfte erregt auf und ab und bot damit den beiden Männern einen wirklich aufregenden Anblick. Aus dem Augenwinkel sah sie, wie Pryce kräftig schluckte und unterdrückte ihr Grinsen.

»War das gut?« Sie legte den Kopf etwas zur Seite und strahlte den unseligen General an.

Basis Titan

Samstag, 15. Juni, Nachmittag

»Ein abgefangenes Signal ist hereingekommen, das den Kriterien entspricht, die Ihre Kenntnisnahme erfordern, Euer Tir.« Die Stimme des AID war so melodisch, wie das alle Darhel-Stimmen waren, aber sie hatte auch eine gewisse undefinierbare Intensität an sich. Die Nackenhaare des Tir sträubten sich leicht, als seine Ohren sich in einer unbewussten Reaktion ein wenig nach außen entspannten.

»Abspielen«, sagte er und lehnte sich dem Indowy-Leibdiener ein wenig entgegen, der ihn gerade an einer Stelle hinter dem rechten Ohr kratzte, wo er einen lästigen Juckreiz verspürte, aber nicht weit genug, um sich von dem anderen Diener zu lösen, der im Augenblick an einer Verspannung seiner Schultermuskeln arbeitete. Natürlich gab es in diesen Räumlichkeiten keine echten Fenster, obwohl sie recht geräumig waren und über simulierte Fenster verfügten, die Bilder von ein paar Dutzend Welten wiedergaben. Schwerkraft und Beleuchtung waren ohnehin künstlich und auf angenehme Weise auf die Werte der Heimatwelt eingestellt. Er drückte die Ballen seiner nackten Füße wohlig in den dicken Teppich. Als provisorische Unterkunft war die Suite, die ihm im menschenfreien Sektor der Titan-Basis zur Verfügung stand, durchaus angemessen.

»Memo an Lieutenant General Peter Vanderberg, OFSI, Chicago, von First Lieutenant Joshua Pryce, als Adjutant zugeteilt Brigadier General Bernard Beed, 3rd MP Brigade, kommandierend. Betreff: Hartford. Nachricht: Habe Gelegenheit, Beschaffung wesentlicher Projektbestandteile zu beschleunigen. Lieferquelle wird von Lieferdepot als Codename Hector angegeben. Kontaktinformation folgt. Da die betreffenden Gegenstände sich in Ihrem Operationsbereich befinden, schlage ich vor, dass Ihre Leute sich um die lokale Beschaffung bemühen. Habe mir erlaubt, Mr. Jones eine Anzahlung zu leisten, Restzahlung erfolgt nach Übergabe. Ausgehandelter Preis liegt im Rahmen des freigegebenen Projektbudgets. Memo endet. Eine Datei ist beigefügt, bei der es sich anscheinend um eine Liste von vier Namen, diversen Decknamen, DNA-Codeproben und diversen Orts- und Zeitangaben pro Namen handelt.«

Der Tir saß jetzt kerzengerade da, und seine Schnurrbarthaare zitterten. Er nahm sich einen Augenblick Zeit, bis sein Atem wieder normal ging, ehe er etwas sagte.

»Leite die Information an Mr. Stewart weiter. Sage ihm, wir würden es vorziehen, möglichst viele Informationen hinsichtlich dieser … Gegenstände … zu erhalten, aber Fleet Strike soll sie auf keinen Fall bekommen. Wenn die Gegenstände in unkontrollierter Umgebung Informationen preisgeben würden, wäre das … gegen unsere Interessen«, sagte er.

»Ja, Euer Tir. Ist erledigt«, antwortete das AID.

Die Indowy setzten ihre Bemühungen ohne Unterbrechung fort. Einer verschwand kurz in der Küche und kehrte gleich darauf mit einem pompös wirkenden Tablett mit frischem Gemüse von drei verschiedenen Welten zurück. Der persönliche Dienst ließ, wie das stets der Fall war, die Lebensmittel eine Spur weniger widerwärtig erscheinen.

Indiana

Samstag, 15. Juni, Nachmittag

Nathan O’Reilly blickte auf, als seine Bürotür sich aufschob, ohne dass man ihm jemanden gemeldet hatte, und stellte überrascht fest, dass der Indowy Aelool in der Tür stand. Die Muskeln um seine Augen waren verkniffen und seine Ohren leicht nach innen gerichtet, ein Ausdruck, der entweder Besorgnis oder großen Ernst, möglicherweise auch beides bedeutete.

»Meine Güte, was ist denn passiert?« Er holte eine Flasche Wasser aus einem kleinen Kühler, füllte ein frisches Glas, stellte es auf den Couchtisch und trat einen Schritt zurück. Sein Freund gab sich gewöhnlich in Gegenwart von Menschen aus Höflichkeit unbesorgt, aber der Priester hatte das Gefühl, dass das in seinem augenblicklich sichtlich beunruhigten Zustand zu viel erwartet wäre.

»Team Hector ist kompromittiert. Unser Leck, wie Sie es nennen, hat sich erneut geöffnet.« Der Indowy saß wie entrückt auf dem für Menschen gebauten Stuhl, wippte nervös mit den Beinen und zupfte abwesend an den grünen Fäden seines linken Beins.

»Wann und was können wir unternehmen?« O’Reilly rief mit einem kurzen Befehl an sein AID den Zeitplan des Teams auf.

»Identitäten und Zeitpläne für die nächsten paar Tage befinden sich in den Händen von Fleet Strike und der Darhel. Namen, Decknamen, DNA-Muster. Das gesamte Team«, brummte er dann. »Unglücklicherweise, und so groß der Verlust eines ganzen Teams auch sein wird, verblasst das im Vergleich mit dem Wert unserer Informationsquellen in der unmittelbaren Umgebung des Tir. Wir können wenig unternehmen. Gar nichts, sofern wir keine plausible Erklärung für unser Wissen haben.«

»Wir können ein Extraktionsteam bereitstellen. Es aktivieren, falls uns eine brauchbare Tarnung einfällt, und sie andernfalls einfach dort lassen. Wer weiß, vielleicht unterläuft der Gegenseite ein Flüchtigkeitsfehler.« Sehr zuversichtlich klang der Priester nicht.

»Gibt es etwas Neues von Team Isaac?«, fragte der Indowy.

»Seit unserem letzten Gespräch? Nein, bedauerlicherweise nicht. Harris in der Verkehrsanalyse ist ein kluger Kopf. Ich habe sie darauf angesetzt, nach irgendetwas zu suchen, das wir als plausible Erklärung für unser Wissen an die Gegenseite durchsickern lassen könnten. Ich glaube, recht viel mehr bleibt uns nicht übrig.« Er ging zu seinem virtuellen Fenster.

»Solange Sie absolut sicher sind, dass das Extraktionsteam, solange es keine direkte Anweisung erhält inaktiv bleibt. Ich brauche Sie nicht daran zu erinnern, dass wir hier um sehr hohe Einsätze spielen.« Aelools Stimme klang beinahe schrill.

»Also — riskieren wir eine Nachricht an Papa O’Neal, dass jetzt ein guter Zeitpunkt für Ergebnisse wäre?« Er tippte mit den Fingerspitzen aufs Glas.

»Davon würde ich abraten. Die kennen die Risiken und wissen um die Wichtigkeit ihrer Mission. Ich gehe doch wohl nicht fehl in der Annahme, dass sie bereits höchst motiviert sind, oder? Dann hätten wir nichts zu gewinnen, bloß viel zu riskieren. Nein, ich bin dagegen.« Er trat neben seinen Freund und blickte zu dem falschen Fenster auf. Wie alle Indowy konnte er vermutlich nur mit großer Mühe begreifen, weshalb Menschen immer das Bedürfnis hatten so zu tun, als wären sie der Außenseite nahe, der Außenseite und den freien Räumen, selbst wenn sie so behaglich auf engem Raum mit ihren eigenen Clans und ihren besten Freunden zusammengepfercht waren.