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«Was ist, wenn sich die Schlacht nicht gegen sie wendet?«fragte Robb.»Was ist, wenn sie sich gegen uns wendet?«

Catelyn nahm seine Hand.»Robb, ich will die Wahrheit nicht schönen. Wenn du verlierst, gibt es für uns alle keine Hoffnung.

Man sagt, es gäbe nichts als Stein im Herzen von Casterly Rock. Denk an das Schicksal von Rhaegars Kindern.«

Sie sah die Angst in seinen jungen Augen, doch lag auch Kraft in seinem Blick.»Dann werde ich nicht verlieren«, schwor er.

«Sag mir, was du vom Kampf im Flußland weißt«, sagte sie. Sie mußte wissen, ob er wirklich bereit war.

«Vor kaum vierzehn Tagen haben sie in den Hügeln unterhalb vom Golden Tooth eine Schlacht ausgetragen«, sagte Robb.»Onkel Edmure hatte Lord Vance und Lord Piper ausgesandt, den Paß zu halten, doch fiel der Königsmörder über sie her und trieb sie in die Flucht. Lord Vance wurde erschlagen. Die letzte Nachricht, die uns erreichte, lautete, Lord Piper fiele zurück, um sich deinem Bruder und seinen anderen Verbündeten in Riverrun anzuschließen, und Jaime Lannister sei ihm auf den Fersen. Doch ist das noch nicht das Schlimmste. Während sie um den Paß kämpften, brachte Lord Tywin eine zweite Armee der Lannisters von Süden heran. Man sagt, sie sei noch größer als Jaimes.

Vater muß es gewußt haben, denn er schickte ihnen einige Männer entgegen, unter dem Banner des Königs. Er gab das Kommando irgendeinem kleinen, südländischen Lord, Lord Erik oder Derik oder irgend etwas in der Art, aber Ser Raymun Darry ist mit ihm geritten, und in dem Brief stand, dort seien noch andere Ritter gewesen, ein Trupp von Vaters eigenen Gardisten. Nur war es eine Falle. Kaum hatte Lord Derik den Roten Arm überschritten, da fielen die Lannisters schon über ihn her, ungeachtet des Königsbanners, und Gregor Clegane nahm sie von hinten, als sie versuchten, den Fluß am Mummer's Ford zu überqueren. Dieser Lord Derik und einige andere könnten entkommen sein, niemand ist da sicher, aber Ser Raymun fand den Tod und auch die meisten unserer Männer von Winterfell. Lord Tywin hat die Kingsroad geschlossen, so heißt es, und jetzt marschiert er brandschatzend

nördlich gen Harrenhal.«

Bitter und immer bitterer, dachte Catelyn. Es war schlimmer, als sie es sich vorgestellt hatte.»Dort willst du dich ihm stellen?«

«Falls er so weit kommt, doch keiner glaubt, daß er es schafft«,

sagte Robb.»Ich habe Howland Reed, Vaters altem Freund in Greywater Watch, Nachricht gesandt. Falls die Lannisters über den Neck kommen, werden die Pfahlbaumänner sie auf Schritt und Tritt bluten lassen, aber Galbart Glover sagt, Lord Tywin ist dafür zu klug, und Roose Bolton gibt ihm recht. Er wird sich nah am Trident halten, glauben sie, und die Burgen der Flußlords eine nach der anderen einnehmen, bis Riverrun allein dasteht. Wir müssen gen Süden marschieren, um ihn zu empfangen.«

Bei der bloßen Vorstellung fror Catelyn bis auf die Knochen. Welche Chance hatte ein fünfzehnjähriger Junge gegen erfahrene Heerführer wie Jaime und Tywin Lannister?» Ist das klug? Hier stehst du sicher. Es heißt, die alten Könige des Nordens konnten Moat Cailin halten und Armeen zurückwerfen, die zehnmal größer waren als die eigenen.«

«Ja, aber unsere Vorräte gehen zur Neige, und von diesem Land läßt sich nicht leicht leben. Wir haben auf Lord Manderly gewartet, nun da sich seine Söhne uns angeschlossen haben, müssen wir marschieren.«

Sie hörte die Lords aus der Stimme ihres Sohnes sprechen, das wurde ihr bewußt. Über die Jahre hatte sie manchen von ihnen auf Winterfell bewirtet und war mit Ned an ihren eigenen Kaminen und Tischen willkommen gewesen. Sie wußte, wie sie waren, kannte jeden einzelnen. Sie fragte sich, ob es Robb ebenso ginge. Und doch lag Sinn in dem, was sie sagten. Dieses Kriegsheer, das ihr Sohn versammelt hatte, war keine stehende Armee, wie die Freien Städte sie sich hielten, und auch kein Gardistenheer, das in barer Münze bezahlt wurde. Die meisten waren kleine Leute: Bauern, Knechte, Fischer, Schäfer, die Söhne von Wirten und Händlern und Gerbern, aufgelockert von einigen wenigen Söldnern und freien Rittern, die aufs Plündern aus waren. Wenn ihre Lords sie riefen, kamen sie… aber nicht für ewig.»Marschieren ist gut und schön«, sagte sie zu ihrem Sohn,»nur wohin und zu welchem Zweck? Was willst du tun?«

Robb zögerte.»Greatjon glaubt, wir sollten Lord Tywin die Schlacht aufzwingen und ihn überraschen«, sagte er,»die Glovers und die Karstarks hingegen denken, es wäre klüger, seine Armee zu umgehen und sich mit Onkel Ser Edmure gegen den Königsmörder zu verbinden. «Er fuhr mit den Fingern durch seine zottige Mähne von kastanienbraunem Haar und sah unglücklich aus.»Nur bis wir Riverrun erreichen… ich bin nicht sicher… «

«Sei sicher«, erklärte Catelyn ihrem Sohn,»oder geh heim und nimm dein Holzschwert wieder auf. Du kannst es dir nicht leisten, vor Männern wie Roose Bolton und Rickard Karstark Unentschlossenheit zu zeigen. Täusch dich nicht, Robb — sie sind deine Gefolgsleute, nicht deine Freunde. Du hast dich zum Befehlshaber gemacht. Befehle.«

Ihr Sohn sah sie an, verblüfft, als könnte er nicht glauben, was er hörte.»Wie du meinst, Mutter.«

«Ich frage dich noch einmaclass="underline" Was gedenkst du zu tun?«

Robb zog eine Karte über den Tisch, ein ausgefranstes Stück alten Leders, das von Strichen verblaßter Farbe überzogen war. Ein Ende wellte sich vom Einrollen. Er legte seinen Dolch als Gewicht darauf.»Beide Pläne bergen Vorteile, aber… sieh her, versuchen wir, um Lord Tywins Heer herumzukommen, riskieren wir, zwischen ihn und den Königsmörder zu geraten, und wenn wir angreifen… allen Berichten zufolge hat er mehr Männer als ich, und weit mehr gepanzerte Pferde. Greatjon sagt, das sei egal, wir müßten ihn nur mit den Hosen in den Kniekehlen erwischen, doch scheint mir, daß ein Mann, der so viele Schlachten geschlagen hat wie Tywin Lannister, wohl nicht so leicht zu überraschen ist.«

«Gut«, sagte sie. Sie hörte Neds Echo in seiner Stimme, als sie dort über die Karte gebeugt saß.»Und weiter?«

«Ich würde einen Trupp hier lassen, der Moat Cailin hält, Bogenschützen meist, und mit dem Rest über den Damm marschieren«, sagte er,»aber wenn wir erst unterhalb vom Neck sind, würde ich das Heer aufspalten. Das Fußvolk kann weiter über die Kingsroad marschieren, während unsere Reiter den Grünen Arm bei den Twins überqueren. «Er deutete darauf.»Wenn Lord Tywin Nachricht erhält, daß wir gen Süden marschieren, wird er nach Norden kommen, um sich unserem Hauptheer zu stellen, was unseren Reitern die Möglichkeit gibt, eilig am Westufer nach Riverrun zu gelangen. «Robb lehnte sich zurück, traute sich nicht recht zu lächeln, war jedoch zufrieden mit sich und hoffte auf ihr Lob.

Stirnrunzelnd betrachtete Catelyn die Karte.»Du würdest einen Fluß zwischen die beiden Teile deines Heeres bringen.«

« Und zwischen Jaime und Lord Tywin«, sagte er eifrig. Schließlich war das Lächeln doch noch gekommen.»Es gibt keine Möglichkeit, den Grünen Arm zu überqueren, nicht nördlich der roten Furt, wo Robert die Krone für sich erstritten hat. Erst wieder bei den Twins, ganz hier oben, und über diese Brücke wacht Lord Frey. Er ist Gefolgsmann deines Vaters, oder nicht?«

Der Späte Lord Frey, dachte Catelyn.»Das ist er«, räumte sie ein,»aber mein Vater hat ihm nie vertraut. Und das solltest auch du nicht hin.«

«Werde ich nicht«, versprach Robb.»Was glaubst du?«Trotz allem war sie beeindruckt. Er sieht aus wie ein Tully, dachte sie, dennoch ist er seines Vaters Sohn, und Ned war ihm ein guter Lehrer.»Welchen Teil willst du befehligen?«