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«Wie dem auch sei«, sagte Lord Tywin.»Frey zieht nur ins Feld, wenn ein Sieg in der Luft liegt, und im Augenblick wittert er seinen Untergang. Und Jason Mallister fehlt die Kraft, allein zu kämpfen. Hat Jaime erst Riverrun gestürmt, werden die beiden eilig auf die Knie fallen. Wenn die Starks und die Arryns nicht vortreten, um sich uns entgegenzustellen, ist dieser Krieg so gut wie gewonnen.«

«Ich würde mir nicht allzu viele Gedanken um die Arryns machen, wenn ich an Eurer Stelle wäre«, sagte Tyrion.»Die

Starks sind eine andere Sache. Lord Eddard…«

«… ist unsere Geisel«, sagte sein Vater.»Er wird keine Armeen führen, solange er in einem Kerker unter dem Red Keep schimmelt.«

«Nein«, gab Ser Kevan ihm recht,»aber sein Sohn hat zu den Fahnen gerufen und sitzt auf Moat Cailin, von einem starken Heer umgeben.«

«Kein Schwert ist scharf, solange es nicht geschliffen ist«, erklärte Lord Tywin.»Der junge Stark ist noch ein Kind. Zweifellos findet er Gefallen am Klang der Kriegshörner und dem Anblick seiner flatternden Banner im Wind, aber am Ende ist es doch Schlachterwerk. Ich frage mich, ob er den Mumm dazu hat.«

Die Lage war interessant geworden während seiner Abwesenheit, dachte Tyrion.»Und was tut unser furchtloser Monarch, während dieses >Schlachterwerk< vollbracht wird?«fragte er.»Wie hat meine liebreizende Schwester es mit ihrer Überredungskraft geschafft, Robert die Zustimmung zu entlocken, daß sein liebster Freund Ned eingekerkert werden soll?«

«Robert Baratheon ist tot«, erklärte ihm sein Vater.»Dein Neffe regiert in King's Landing.«

Das erstaunte Tyrion nun doch.»Meine Schwester, meint Ihr.«

Er nahm noch einen Schluck vom Bier. Das Reich würde sich verändern, wenn Cersei anstelle ihres Mannes regierte.

«Falls du dich mit dem Gedanken tragen solltest, dich nützlich zu machen, gebe ich dir ein Kommando«, sagte sein Vater.»Marq Piper und Karyl Vance sitzen uns im Nacken, plündern unsere Ländereien jenseits des Roten Armes.«

Tyrion schnalzte mit der Zunge.»Eine Frechheit, sich zu wehren. Für gewöhnlich würde ich gern solche Dreistigkeit strafen, Vater, die Wahrheit allerdings ist: Ich habe andernorts dringende Geschäfte zu erledigen.«

«Tatsächlich?«Lord Tywin wirkte nicht erstaunt.»Außerdem machen sich einige von Ned Starks Leuten zum Ärgernis, indem sie meine Nachschublinien überfallen. Beric Dondarrion, ein kleiner, junger Lord im Wahn des Heldenmuts. Er hat diesen fetten Witz von einem Priester bei sich, der gern sein Schwert in Brand setzt. Glaubst du, du wärest in der Lage, mit denen fertig zu werden, wenn du dich auf den Weg machst? Ohne allzu viel Aufhebens?«

Tyrion wischte seinen Mund mit dem Handrücken und lächelte.»Vater, es wärmt mein Herz, wenn ich daran denke, daß du mir… so viele Soldaten anvertrauen willst. Zwanzig? Fünfzig? Bist du sicher, daß du so viele entbehren kannst? Nun, gleichgültig. Falls ich auf Thoros und Lord Beric stoßen sollte, werde ich ihnen beiden den Hosenboden versohlen. «Er kletterte von seinem Stuhl und watschelte zur Anrichte, wo ein runder, geäderter Käse von Obst umgeben lag.»Vorher allerdings gibt es da noch das eine oder andere Versprechen, das ich selbst einlösen muß«, sagte er, während er einen Keil herausschnitt.»Ich brauche dreitausend Helme und ebenso viele Kettenhemden, dazu Schwerter, Spieße, stählerne Speerspitzen, Keulen, Streitäxte, Panzerhandschuhe, Halsbergen, Beinschienen, Brustpanzer, Wagen, um das alles zu transportieren… «

Die Tür in seinem Rücken brach mit lautem Krachen auf, so heftig, daß Tyrion fast den Käse fallen ließ. Fluchend sprang Ser Kevan auf, als der Hauptmann der Garde durch den Raum flog und gegen den Kamin prallte. Als er in die Asche sank, sein Löwenhelm schief auf dem Kopf, brach Shagga das Schwert des Mannes auf einem Knie, das dick wie ein Baumstamm war, entzwei, warf die Teile zu Boden und schlurfte in den Schankraum. Sein Gestank ging ihm voraus, reifer als der Käse und im geschlossenen Raum schlicht überwältigend.»Kleiner Rotrock«, knurrte er,»wenn du noch mal deine Klinge gegen Shagga, Sohn des Dolf, ziehst, schneid ich dir deine Männlichkeit ab und röste sie im Feuer.«

«Wie, keine Ziegen?«fragte Tyrion und nahm ein Stück Käse. Die anderen Stammesbrüder folgten Shagga in den Schankraum, unter ihnen Bronn. Der Söldner zuckte reuig mit den Schultern.

«Wer mögt ihr wohl sein?«fragte Lord Tywin kalt wie Schnee.»Die sind mir nach Hause gefolgt, Vater«, erklärte Tyrion.»Darf ich sie behalten? Sie fressen nicht viel.«

Niemand lächelte auch nur.»Mit welchem Recht dringt ihr Wilden in unsere Beratungen ein?«verlangte Ser Kevan zu wissen.

«Wilde, Flachländer?«Conn mochte vielleicht hübsch sein, wenn man ihn wusch.»Wir sind freie Männer, und freie Männer nehmen an jedem Kriegsrat teil.«

«Wer von euch ist der Löwenlord?«fragte Chella.»Sie sind beide alte Männer«, verkündete Timett, Sohn des Timett, der sein zwanzigstes Jahr erst noch erleben mußte.

Ser Kevans Hand ging zum Heft seines Schwertes, doch sein Bruder legte zwei Finger an sein Handgelenk und hielt ihn zurück. Lord Tywin gab sich gelassen.»Tyrion, hast du denn keine Kinderstube mehr? Sei so freundlich und stell uns unsere… Ehrengäste vor.«

Tyrion leckte sich die Finger.»Mit Vergnügen«, sagte er.»Die blonde Jungfer ist Chella, Tochter des Cheyck von den Black Ears.«

«Ich bin keine Jungfer«, protestierte Chella.»Meine Söhne haben schon fünfzig Ohren erbeutet.«

«Mögen sie noch fünfzig weitere erbeuten. «Tyrion watschelte fort von ihr.»Das hier ist Conn, Sohn des Coratt. Shagga, Sohn des Dolf, ist der Mann, der wie Casterly Rock mit Haaren aussieht. Sie sind Stone Crows. Hier ist Ulf, Sohn des Umar, von den Moon Brothers, und hier Timett, Sohn des Timett, eine rote Hand der Burned Men. Und das ist Bronn, ein Söldner ohne nennenswerten Treueeid. In der kurzen Zeit, die ich ihn kenne, hat er die Seiten bereits zweimal gewechselt. Ihr beiden solltet Euch glänzend miteinander verstehen, Vater. «Zu Bronn und den Stammesbrüdern sagte er:»Darf ich Euch meinen Hohen Vater vorstellen? Tywin, Sohn des Tytos, vom Hause Lannister, Lord über Casterly Rock, Hüter des Westens, Schild von Lannisport und einst und zukünftig Hand des Königs.«

Lord Tywin erhob sich, würdevoll und korrekt.»Selbst im Westen wissen wir um die Tapferkeit der Kriegerclans in den Bergen des Mondes. Was bringt Euch von Euren Festungen zu uns herab, Mylords?«

«Pferde«, sagte Shagga.

«Das Versprechen von Seide und Stahl«, sagte Timett, Sohn des Timett.

Eben wollte Tyrion seinem Vater erzählen, daß er die Absicht hatte, das Grüne Tal von Arryn in eine qualmende Einöde zu verwandeln, nur kam er dazu nicht mehr. Erneut wurde die Tür aufgeworfen. Der Bote warf Tyrions Stammesbrüdern einen kurzen, schrägen Blick zu, als er vor Lord Tywin auf die Knie fiel.»Mylord«, sagte er.»Ser Addam hat mir aufgetragen, Euch mitzuteilen, daß das Heer der Starks den Damm herunterkommt.«

Lord Tywin Lannister lächelte nicht. Lord Tywin lächelte nie, doch hatte Tyrion gelernt, Lord Tywins Freude dennoch zu erkennen, und sie war auf seinem Gesicht abzulesen.»Also kommt der kleine Wolf aus seinem Bau, um mit den Löwen zu spielen«, sagte er mit leiser, zufriedener Stimme.»Glänzend. Geht zu Ser Addam und sagt ihm, er soll ihm weichen. Er soll sich mit den Nordländern erst einlassen, wenn wir da sind, aber ich möchte, daß er sie an den Flanken stört und weiter nach Süden lockt.«

«Es wird geschehen, wie Ihr sagt. «Der Reiter ging hinaus.

«Wir sind hier in guter Position«, erklärte Ser Kevan.»Nah an der Furt und von Gräben und Spießen umgeben. Wenn sie nach Süden wollen, sag ich, sollen sie an uns zerbrechen.«

«Der Junge könnte sich zurückfallen lassen oder den Mut verlieren, wenn er unsere Massen sieht«, erwiderte Lord Tywin.»Je eher die Starks besiegt sind, desto schneller bin ich frei, mich mit Stannis Baratheon zu beschäftigen. Sagt den Trommlern, sie sollen zum Sammeln trommeln, und schickt Jaime Nachricht, daß ich gegen Robb Stark marschiere.«