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«Er ist Bundesgenosse deines Vaters.«

«Manche Männer nehmen ihren Eid ernster als andere, Robb. Und Lord Walder stand Casterly Rock stets freundlicher gegenüber, als es meinem Vater lieb war. Einer seiner Söhne ist mit Tywin Lannisters Schwester verheiratet. Das an sich bedeutet nicht viel, das mag wohl sein. Lord Walder hat im Laufe der Jahre reichlich Kinder gezeugt, und die wollen verheiratet werden. Dennoch… «

«Glaubt Ihr, er will uns an die Lannisters verraten, Mylady?«fragte Robett Glover ernst.

Catelyn seufzte.»Wenn ich die Wahrheit sagen soll, so möchte ich bezweifeln, daß Lord Frey selbst weiß, was Lord

Frey vorhat.

Er ist vorsichtig wie ein alter Mann und ehrgeizig wie ein junger, und nie hat es ihm an List gemangelt.«

«Wir müssen die Twins einnehmen, Mutter«, sagte Robb erhitzt.»Es gibt keine andere Möglichkeit, den Fluß zu überqueren. Das weißt du.«

«Ja. Genau wie Walder Frey, dessen kannst du sicher sein.«

An diesem Abend schlugen sie ihr Lager am südlichen Rand der Sümpfe auf, halbwegs zwischen der Kingsroad und dem Fluß. Dort brachte Theon Greyjoy weitere Nachricht von ihrem Onkel.»Ser Brynden läßt Euch sagen, er habe mit den Lannisters die Schwerter gekreuzt. Es gibt da ein Dutzend Späher, die in naher Zukunft an Lord Tywin keine Meldung mehr machen werden. Wenn überhaupt je wieder. «Er grinste.»Ser Addam Marbrand kommandiert ihre Vorhut, und der zieht sich nach Süden zurück, wobei er alles niederbrennt. Er weiß, wo wir sind, mehr oder weniger, aber Blackfish schwört, sie werden nicht erfahren, wann wir uns teilen.«

«Es sei denn, Lord Frey würde es ihm verraten«, wandte Catelyn scharf ein.»Theon, wenn du zu meinem Onkel reitest, sag ihm, er soll seine besten Bogenschützen bei Tag und Nacht um die Twins herum postieren, mit dem Befehl, jeden Raben zu schießen, der von den Zinnen fliegt. Ich will nicht, daß irgendein Vogel Nachricht von den Bewegungen meines Sohnes an Lord Tywin übermittelt.«

«Dafür hat Ser Brynden bereits gesorgt, Mylady«, erwiderte Theon mit schiefem Lächeln.»Noch ein paar schwarze Vögel mehr, und wir können aus ihnen einen Auflauf backen. Ich bewahre Euch die Federn für einen Hut.«

Sie hätte wissen müssen, daß ihr Brynden Blackfish um einiges voraus war.»Was haben die Freys getan, als die Lannisters ihre Felder verbrannt und ihre Festungen geplündert haben?«

«Es gab einige Kämpfe zwischen Ser Addams und Lord Walders Männern«, antwortete Theon.»Keinen Tagesritt von hier haben wir zwei Späher der Lannisters gefunden, die nur noch Krähenfutter waren, weil die Freys sie aufgehängt hatten. Der Großteil von Lord Walders Heer steht allerdings nach wie vor bei den Twins.«

Das trug ohne Zweifel Walder Freys Siegel, dachte Catelyn verbittert, zurückhalten, warten, zusehen, kein Risiko eingehen, sofern man nicht dazu gezwungen wird.

«Wenn er gegen die Lannisters gekämpft hat, will er seinem Eid vielleicht entsprechen«, sagte Robb.

Catelyn war weniger bestärkt.»Sein eigenes Land zu verteidigen ist eine Sache, die Schlacht gegen einen Lord zu eröffnen eine andere.«

Robb wandte sich wieder Theon Greyjoy zu.»Hat der Blackfish einen anderen Weg über den Grünen Arm gefunden?«

Theon schüttelte den Kopf.»Der Fluß geht hoch und schnell. Ser Brynden sagt, er ließe sich nicht durchqueren, nicht so weit im Norden.«

«Ich brauche diese Überquerung!«erklärte Robb schäumend.»Oh, unsere Pferde könnten wohl durch den Fluß schwimmen, denke ich, nur nicht mit Männern in Rüstungen auf dem Rücken. Wir müßten Flöße bauen, um unseren Stahl zu transportieren, dazu die Helme und Kettenhemden und Lanzen, aber dafür fehlen uns die Bäume. Und die Zeit. Lord Tywin marschiert gen Norden…«Er ballte seine Hand zur Faust.

«Lord Frey wäre ein Narr, wenn er sich uns in den Weg stellte«, sagte Theon Greyjoy mit seinem üblichen Selbstvertrauen.»Zahlenmäßig sind wir ihm fünfmal überlegen. Du könntest die Twins einnehmen, wenn du wolltest, Robb.«

«Nicht so leicht«, warnte Catelyn,»und nicht mehr rechtzeitig. Während du deine Belagerung einrichtest, würde Tywin Lannister sein Heer heranführen und dich von hinten angreifen.«

Robb blickte von ihr zu Greyjoy, suchte nach einer Antwort und fand dort keine. Einen Moment lang sah er jünger als seine fünfzehn Jahre aus, trotz des Kettenhemds und des Stoppelbartes auf seinen Wangen.»Was würde mein Hoher Vater tun?«fragte er sie.

«Einen Weg hinüber suchen«, erklärte sie.»Egal wie.«

Am nächsten Morgen kam Ser Brynden Tully höchstpersönlich zu ihnen geritten. Er hatte den schweren Brustpanzer und seinen Helm abgelegt, die er als Ritter des Tores getragen hatte, und gegen das leichtere, lederbesetzte Kettenhemd eines Vorreiters getauscht, doch hielt der Fisch aus Obsidian noch immer seinen Umhang zusammen.

Die Miene ihres Onkels war ernst, während er sich von seinem Pferd schwang.»Es gab eine Schlacht unter den Mauern von Riverrun«, sagte er mit grimmigem Mund.»Wir wissen dies von einem Späher der Lannisters, den wir gefangengenommen haben. Der Königsmörder hat Edmures Heer aufgerieben und die Lords vom Trident in die Flucht geschlagen.«

Eine kalte Hand packte Catelyns Herz.»Und mein Bruder?«»Verwundet und gefangen«, sagte Ser Brynden.»Lord Blackwood und die anderen Überlebenden sitzen in Riverrun, belagert von Jaimes Armee.«

Robb wirkte gereizt.»Wir müssen diesen vermaledeiten Fluß überqueren, wenn wir auch nur die geringste Hoffnung hegen wollen, sie rechtzeitig zu befreien.«

«Das wird nicht so leicht möglich sein«, warnte ihr Onkel.»Lord Frey hat seine gesamte Streitmacht in den Burgen versammelt, und deren Tore sind verriegelt und verrammelt.«

«Verdammt sei dieser Mann«, fluchte Robb.»Wenn der alte Narr nicht nachgibt und mich passieren läßt, bleibt mir nur, seine Mauern zu erstürmen. Ich ziehe ihm seine Twins über die Ohren, wenn es sein muß, dann werden wir sehen, wie ihm das gefällt!«

«So redet nur ein schmollendes Kind, Robb«, sagte Catelyn scharf.»Ein Kind sieht ein Hindernis, und sein erster Gedanke ist, ihm auszuweichen oder es umzustoßen. Ein Lord muß lernen, daß Worte manchmal erreichen, was Schwertern nicht gelingt.«

Robbs Hals rötete sich bei diesem Tadel.»Sag mir, was du meinst, Mutter«, sagte er lammfromm.

«Seit sechshundert Jahren halten die Freys den Kreuzweg, und seit sechshundert Jahren haben sie es nie versäumt, ihre Maut einzutreiben.«

«Welche Maut? Was will er?«

Sie lächelte.»Das müssen wir in Erfahrung bringen.«

«Und was ist, wenn ich mich entschließe, diese Maut nicht zu entrichten?«

«Dann ziehst du dich besser nach Moat Cailin zurück, machst dich für die Schlacht gegen Lord Tywin bereit… oder läßt dir Flügel wachsen. Andere Möglichkeiten sehe ich nicht. «Catelyn gab ihrem Pferd die Sporen, ritt davon und ließ ihren Sohn zurück, damit er über ihre Worte nachdachte. Es würde nichts nützen, wenn sie ihm das Gefühl gäbe, als Mutter seinen Platz einnehmen zu wollen. Hast du ihn außer Tapferkeit auch Weisheit gelehrt, Ned? fragte sie sich. Hast du ihn den Kniefall gelehrt? Die Friedhöfe der Sieben Königslande waren voll tapferer Männer, die diese Lektion nie gelernt hatten.

Es war fast Mittag, als ihre ersten Reihen in Sichtweite der Twins kamen, wo die Lords vom Kreuzweg ihren Sitz hatten.

Hier war der Grüne Arm tief und schnell, doch hatten die

Freys ihn vor Jahrhunderten schon überbrückt und waren von der Münze reich geworden, die man ihnen zahlen mußte, wenn man hinüber wollte. Ihre Brücke war ein massiver Bogen aus glattem, grauem Stein, breit genug, daß zwei Wagen einander passieren konnten. Der Wasserturm ragte mitten auf der Brücke auf, beherrschte sowohl Straße als auch Fluß mit seinen Schießscharten, Mordlöchern und Falltoren. Drei Generationen lang hatten die Freys an ihrer Brücke gebaut. Nachdem sie fertig waren, standen zu beiden Seiten stabile Holzfestungen, damit niemand ohne ihre Erlaubnis hinüber konnte.