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«Nach Riverrun?«Er kicherte.»Oh, kein Grund, es mir zu sagen, kein Grund. Noch bin ich nicht blind. Noch kann der alte Mann die Karte lesen.«

«Nach Riverrun«, bestätigte Catelyn. Sie sah keinen Grund, es abzustreiten.»Wo ich Euch zu finden erwartet hätte, Mylord. Noch seid Ihr Bundesgenosse meines Vaters, oder nicht?«

«He«, sagte Lord Walder, ein Geräusch wie eine Mischung aus Lachen und Grunzen.»Ich habe meine Recken zusammengerufen, das habe ich getan, hier sind sie, Ihr habt sie auf den Zinnen stehen sehen. Ich hatte die Absicht, zu marschieren, sobald alle versammelt wären. Nun, eigentlich wollte ich nur meine Söhne schicken. Ich selbst bin längst schon nicht mehr in der Lage zu marschieren, Lady Catelyn. «Er sah sich nach glaubhafter Bestätigung um und deutete auf einen hoch aufgeschossenen, krummen Mann von fünfzig Jahren.»Sag es ihr, Jared. Sag ihr, daß es meine Absicht war.«

«Oh, das war es, Mylady«, half ihm Ser Jared Frey, einer der Söhne von der zweiten Frau.»Bei meiner Ehre.«

«Ist es meine Schuld, daß Euer Narr von einem Bruder seine Schlacht verloren hat, bevor wir dort eintreffen konnten?«Er lehnte sich in seine Kissen und sah sie finster an, als forderte er sie heraus, seine Version der Vorkommnisse anzuzweifeln.»Wie man hört, ist der Königsmörder durch ihn hindurchgegangen wie eine Axt durch reifen Käse. Weshalb sollten meine Jungen gen Süden eilen, um dort zu sterben? All jene, die in den Süden zogen, kommen nun wieder gen Norden gelaufen.«

Nur allzu gern hätte Catelyn den jammernden alten Mann auf einen Spieß gesteckt und ihn über Feuer langsam geröstet, doch bis zum Einbruch der Dunkelheit mußte die Brücke offen sein. Ruhig sagte sie:»Um so dringender müssen wir nach Riverrun, und das bald. Wo können wir ungestört reden, Mylord?«

«Wir reden schon jetzt«, klagte Lord Frey. Der fleckige, rosafarbene Kopf fuhr herum.»Was gafft ihr alle so?«schrie er seine Sippe an.»Verschwindet! Lady Stark möchte mit mir allein sprechen. Vielleicht plant sie einen Anschlag auf meine Unschuld, he. Geht, ihr alle, sucht euch eine sinnvolle Beschäftigung. Ja, du auch, Frau. Hinaus, hinaus, hinaus. «Während seine Söhne und Enkel und Töchter und Bastarde und Nichten und Neffen aus der Halle strömten, beugte er sich nah zu Catelyn heran und sagte:»Sie alle warten nur auf meinen

Tod, Stevron schon seit vierzig Jahren, aber ich enttäusche ihn immer wieder. He! Wieso soll ich sterben, nur damit er Lord sein kann? Das frage ich Euch. Den Gefallen werde ich ihm nicht tun.«

«Ich bin voll der Hoffnung, daß Ihr die hundert Jahre noch erreicht.«

«Das würde sie zum Kochen bringen, ganz sicher. Oh, da bin ich ganz sicher. Nun, was habt Ihr mir zu sagen?«

«Wir wollen den Fluß überqueren«, erklärte Catelyn.

«Ach, wollt Ihr? Das ist ungehobelt. Warum sollte ich es zulassen?«

Einen Moment lang flammte ihr Zorn auf.»Wenn Ihr genug bei Kräften wäret, könntet Ihr auf Eure eigenen Zinnen klettern, Lord Frey, und Ihr würdet sehen, daß mein Sohn zwanzigtausend Mann vor Euren Mauern stehen hat.«

«Es werden zwanzigtausend frische Leichen sein, wenn Lord Tywin erst hier eintrifft«, gab der alte Mann zurück.»Versucht nicht, mir angst zu machen, Mylady. Euer Gatte sitzt in irgendeiner Hochverräterzelle unter dem Red Keep, Euer Vater ist krank, könnte bald sterben, und Jaime Lannister hat Euren Bruder in Ketten gelegt. Was habt Ihr, das ich fürchten müßte? Euren Sohn? Stellen wir Sohn gegen Sohn, und dann habe ich noch achtzehn weitere, wenn Eure alle tot sind.«

«Ihr habt meinem Vater einen Eid geleistet«, rief Catelyn ihm in Erinnerung.

Er nickte mit dem Kopf von einer Seite zur anderen und lächelte.»O ja, ich habe ein paar Worte gesagt, aber auch der Krone habe ich den Eid geschworen, wie mir scheint. Joffrey ist nun König, und somit seid Ihr und Euer Junge und all die Narren dort draußen kaum mehr noch als Rebellen. Wenn ich die Vernunft besäße, welche die Götter einem Fisch gegeben haben, würde ich den Lannisters helfen, Euch alle zum Kochen zu bringen.«

«Warum tut Ihr es nicht?«forderte sie ihn heraus.

Lord Walder schnaubte vor Verachtung.»Lord Tywin, der Stolze und Prächtige, Hüter des Westens, Rechte Hand des Königs, oh, welch großartiger Mann er ist, er und sein Gold hier und sein Gold da und Löwen hier und Löwen da. Ich wette mit Euch, wenn er zu viele Bohnen ißt, läßt er wie ich den Darmwind fliegen, nur würde er es niemals zugeben, o nein! Was plustert er sich eigentlich so auf? Nur zwei Söhne, und einer von denen ist ein verwachsenes, kleines Ungeheuer. Ihm stelle ich mich Sohn für Sohn und habe noch immer neunzehn und einen halben übrig, wenn seine alle tot sind!«Er gackerte.»Wenn Lord Tywin meine Hilfe will, so kann er mich verdammt noch mal darum bitten.«

Mehr mußte Catelyn nicht hören.»Ich bitte um Eure Hilfe, Mylord«, sagte sie bescheiden.»Und mein Vater und mein Bruder und mein Hoher Gatte und meine Söhne bitten Euch durch meine Stimme.«

Lord Walder zeigte mit knochigem Finger auf ihr Gesicht.»Spart Euch die süßen Worte, Mylady. Süße Worte höre ich von meiner Frau. Habt Ehr sie gesehen? Sechzehn ist sie, eine kleine Blume, und ihr Honig gilt mir allein. Ich wette, nächstes Jahr um diese Zeit schenkt sie mir einen Sohn. Vielleicht mache ich ihn zum Erben. Ob das den Rest der Bande zum Kochen bringen würde?«»Ich bin mir sicher, daß sie Euch viele Söhne schenken wird. «Sein Kopf wippte auf und ab.»Euer Hoher Vater ist zur Hochzeit nicht gekommen. Eine Kränkung, so wie ich es sehe. Selbst wenn er im Sterben liegt. Zu meiner letzten Hochzeit ist er auch nicht mehr gekommen. Er nennt mich den Späten Lord Frey, wißt Ihr. Hält er mich für tot? Ich bin nicht tot, das kann ich Euch versprechen, ich werde ihn überleben, wie ich auch seinen Vater überlebt habe. Eure Familie hat stets auf mich geschissen, streitet es nicht ab, lügt nicht, Ihr wißt, daß es stimmt. Vor Jahren bin ich zu Eurem Vater gegangen und habe eine Bindung zwischen seinem Sohn und meiner Tochter vorgeschlagen. Wieso nicht? Ich hatte eine Tochter im Sinn, süßes Mädchen, nur wenige Jahre älter als Edmure, und wenn sich Euer Bruder für sie nicht hätte erwärmen können, so hätte ich noch andere für ihn gehabt, junge, alte, Jungfrauen, Witwen, was er wollte. Nein, Lord Hoster wollte davon nichts hören. Süße Worte hat er mir mitgegeben, Ausreden, aber eigentlich wollte ich eine Tochter loswerden.

Und Eure Schwester, die eine, die ist genauso schlimm. Es war, oh, vor einem Jahr, nicht mehr, Jon Arryn war noch Rechte Hand des Königs, und ich war in der Stadt, um zu sehen, wie meine Söhne im Turnier sich schlagen. Stevron und Jared sind inzwischen zu alt dafür, aber Danwell und Hosteen sind geritten, Perwyn auch, und ein paar meiner Bastarde haben sich beim Buhurt versucht. Hätte ich gewußt, welche Schande sie mir machen, hätte ich mir selbst die Mühe gemacht, am Turnier teilzunehmen. Was mußte ich den ganzen Weg reiten, um mir anzusehen, wie Hosteen sich von diesem kleinen Hund von einem Tyrell vom Pferd stoßen läßt? Das frage ich Euch. Der Junge ist halb so alt wie er, Ser Daisy nennt man ihn, irgend so was. Und Danwell wurde von einem kleinen Ritter aus dem Sattel gehoben! An manchen Tagen frage ich mich, ob die beiden wirklich meine Söhne sind. Meine dritte Frau war eine Crakehall, und alle Frauen bei den Crakehalls sind Luder. Na ja, wie dem auch sei, sie starb, bevor Ihr geboren wart, was interessiert es Euch?

Ich sprach von Eurer Schwester. Ich schlug vor, daß Lord und Lady Arryn zwei meiner Enkelsöhne als Mündel bei Hofe zu sich nähmen und bot an, ihren eigenen Sohn hier in den Twins aufzunehmen. Sind meine Enkel nicht wert genug, am Königshofe gesehen zu werden? Es sind nette Jungs, still und manierlich. Walder ist Merretts Sohn, nach mir benannt, und der andere… he, ich erinnere mich nicht… es könnte sein, daß er noch ein Walder ist, dauernd nennen sie sie Walder, damit ich sie begünstige, aber sein Vater… welcher war jetzt gleich sein Vater?«Er verknitterte sein Gesicht.»Nun, wer immer es auch gewesen sein mag, Lord Arryn wollte ihn nicht haben, und den anderen auch nicht, und das laste ich Eurer Schwester an. Sie wurde eisig, als hätte ich vorgeschlagen, ihren Jungen an eine Komödiantentruppe zu verkaufen oder einen Eunuchen aus ihm zu machen, und als Lord Arryn sagte, der Junge ginge nach Dragonstone, um bei Stannis Baratheon aufzuwachsen, stürmte sie ohne ein Wort des Bedauerns davon, und die Rechte Hand konnte sich nur noch bei mir entschuldigen. Was nützen mir Entschuldigungen? Das frage ich Euch.«