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Ein Burned Man ritt an ihm vorbei, auf seinem Pferd in sich zusammengesunken. Ein Speer war ihm in den Bauch gedrungen und ragte aus dem Rücken heraus. Ihm war nicht mehr zu helfen, doch als Tyrion sah, daß einer der Nordmänner heranlief und nach seinen Zügeln langte, griff er an.

Sein Opfer trat ihm mit dem Schwert in der Hand entgegen. Der Mann war groß und mager, trug ein langes Kettenhemd und stählerne Panzerhandschuhe, hatte jedoch seinen Helm verloren, und Blut lief ihm von einem Schnitt an der Stirn in die Augen. Tyrion drosch ihm einen Hieb ins Gesicht, aber den schlug der große Mann zur Seite.»Zwerg«, schrie er.»Stirb. «Er drehte sich um sich selbst, als Tyrion um ihn herumritt und auf seinen Kopf und seine Schultern einhackte. Stahl traf auf Stahl, und bald schon merkte Tyrion, daß der große Mann schneller und stärker war als er. Wo bei allen sieben Höllen steckte Bronn?» Stirb«, knurrte der Mann, während er wütend auf ihn einhieb. Kaum brachte Tyrion seinen Schild rechtzeitig hoch, und das Holz schien innerlich unter der Wucht des

Hiebes zu explodieren. Die Bruchstücke fielen von seinem Arm.»Stirb!«bellte der Schwertkämpfer, kam nah heran und traf Tyrion so hart an der Schläfe, daß es in seinem Kopf klingelte. Die Klinge gab ein gräßliches Schaben von sich, als er sie wieder über den Stahl zog. Der große Mann grinste… bis Tyrions Streitroß zubiß, schnell wie eine Schlange, und seine Wange bis auf den Knochen bloßlegte. Dann schrie er. Tyrion grub ihm die Axt in seinen Kopf.»Du stirbst«, erklärte er ihm, und das tat er dann.

Indem er die Klinge wieder herausriß, hörte er einen Schrei.»Eddard!«rief eine Stimme.»Für Eddard und Winterfell!«Der Ritter donnerte ihm entgegen, schwang die Dornenkugel eines Morgensterns um seinen Kopf. Ihre Rösser stießen zusammen, bevor Tyrion auch nur den Mund aufmachen und Bronn rufen konnte. Sein rechter Ellenbogen explodierte vor Schmerz, als die Stacheln das dünne Metall am Gelenk durchbohrten. Seine Axt war fort, so schnell ging das. Er griff nach seinem Schwert, nur wieder kreiste der Morgenstern, flog seinem Gesicht entgegen. Ein ekelhaftes Knirschen, und er fiel. Er konnte sich erinnern, wie er am Boden aufschlug, doch als er aufblickte, war über ihm nur Himmel. Er wälzte sich zur Seite und versuchte, auf die Beine zu kommen, dabei durchfuhr ihn der Schmerz, und die ganze Welt pulsierte. Der Ritter, der ihn niedergestreckt hatte, kam über ihm zum Stehen.»Tyrion, der Gnom«, brüllte er herab.»Ihr seid mein. Gebt Ihr Euch geschlagen, Lannister?«

]a, dachte Tyrion, die Worte indes steckten in seiner Kehle fest. Er gab ein Krächzen von sich und kam wieder auf die Beine, tastete nach einer Waffe. Sein Schwert, sein Dolch, irgendwas…

«Gebt Ihr Euch geschlagen?«Der Ritter ragte auf seinem gepanzerten Streitroß über ihm auf. Mann und Pferd wirkten gleichermaßen gigantisch. Die Dornenkugel schwang in einem trägen Kreis. Tyrions Hände waren taub, sein Blick verschwommen, seine Scheide leer.»Ergebt Euch oder sterbt«, erklärte der Ritter, und sein Morgenstern kreiste schneller.

Tyrion sprang auf, bohrte seinen Kopf dem Pferd in den Bauch. Das Tier stieß einen grauenvollen Schrei aus und scheute zurück. Es versuchte, dem Schmerz auszuweichen, während ein Schauer von Blut und Gedärm über Tyrions Gesicht spritzte und das Pferd stürzte wie eine Lawine. Dann spürte er nur noch, wie sein Visier voll Lehm war und irgend etwas seinen Fuß zerquetschte. Er machte sich los, die Kehle so verschnürt, daß er kaum sprechen konnte.»… ergebt Euch…«, krächzte er schwach.»Ja«, stöhnte eine Stimme, heiser vor Schmerz. Tyrion kratzte den Dreck von seinem Helm, damit er wieder sehen konnte. Das Pferd war von ihm gefallen, auf seinen Reiter. Das Bein des Ritters war eingeklemmt, der Arm, mit dem er seinen Sturz hatte abfangen wollen, in groteskem Winkel abgespreizt.»Ergebt Euch«, wiederholte er. Er tastete mit seiner gesunden Hand am Gürtel herum, zog ein Schwert und warf es Tyrion zu Füßen.»Ich ergebe mich, Mylord.«

Benommen fiel der Zwerg auf die Knie und hob die Klinge an. Schmerz hämmerte in seinem Ellenbogen, wenn er den Arm bewegte. Die Schlacht schien weitergewandert zu sein. Auf diesem Teil des Schlachtfeldes war niemand mehr, nur noch unzählige Leichen. Schon kreisten Raben und landeten, um sich an ihnen zu weiden. Er sah, daß Ser Kevan seine Mitte herangeführt hatte, um die vorderen Reihen zu stützen. Seine unübersehbare Menge von Pikenieren hatte die Nordmänner an die Hügel gedrängt. Sie kämpften an den Hängen, Spieße schlugen gegen die nächste Mauer aus Schilden, diese nun oval und mit eisernen Bolzen beschlagen. Während er zusah, war die Luft wieder von Pfeilen erfüllt, und die Männer hinter der Eichenmauer sanken unter dem mörderischen Feuer zusammen.»Ich glaube, Ihr verliert, Ser«, erklärte er dem Ritter unter dem Pferd. Der Mann gab keine Antwort.

Hufschlag hinter ihnen ließ ihn herumfahren, auch wenn er vor quälendem Schmerz in seinem Ellenbogen kaum das Schwert anheben konnte. Bronn hielt neben ihm und sah auf ihn herab.

«Du warst nicht eben eine große Hilfe«, sagte Tyrion.

«Es hat den Anschein, als wäret Ihr gut allein zurechtgekommen«, antwortete Bronn.»Nur habt Ihr den Spieß auf Eurem Helm verloren.«

Tyrion griff an seinen Großhelm. Der Spieß war sauber abgebrochen.»Ich habe ihn nicht verloren. Ich weiß genau, wo er ist. Hast du mein Pferd gesehen?«

Nachdem sie es gefunden hatten, gellten wieder die Trompeten, und Lord Tywins Reserve kam am Fluß entlang. Tyrion sah, wie sein Vater vorüberflog, das rotgoldene Banner der Larmisters flatternd über seinem Kopf, als er übers Schlachtfeld donnerte. Fünfhundert Ritter umgaben ihn, und Sonnenlicht blitzte an den Spitzen ihrer Lanzen. Die verbliebenen Reihen der Starks zerbrachen unter dem Druck ihres Angriffs wie Glas.

Mit seinem Ellbogen, der unter der Rüstung geschwollen war und schmerzte, unternahm Tyrion keinen Versuch, sich dem Gemetzel anzuschließen. Er machte sich mit Bronn daran, seine Leute zu suchen. Viele fand er unter den Toten. Ulf, Sohn des Umar, lag in einem Tümpel von gerinnendem Blut, sein Arm am Ellenbogen abgetrennt, ein Dutzend seiner Moon Brothers um ihn am Boden. Shagga saß in sich zusammengesunken an einem Baum, von Pfeilen übersät, Conns Kopf auf seinem Schoß. Tyrion dachte, sie wären beide tot, doch als er abstieg, schlug Shagga die Augen auf und sagte:»Sie haben Conn, Sohn des Coratt, getötet. «Der hübsche Conn hatte nur einen roten Fleck an seiner Brust, wo der Speer ihn getroffen hatte. Als Bronn Shagga auf die Beine zog, schien der große Mann die Pfeile zum ersten Mal zu bemerken. Einen nach dem anderen zog er heraus, verfluchte die Löcher, die sie in seinen Schichten von Ketten und Leder hinterließen, und heulte wie ein kleines Kind über die wenigen, die sich ihm ins Fleisch gebohrt hatten. Chella, Tochter des Cheyk, ritt heran, während sie die Pfeile aus Shagga zogen, und zeigte ihnen vier

Ohren, die sie erobert hatte. Timett fanden sie damit beschäftigt, mit seinen Burned Men die Leichen der Erschlagenen zu fleddern. Von den dreihundert Stammesbrüdern, die mit Tyrion Lannister in die Schlacht geritten waren, hatte vielleicht die Hälfte überlebt. Er ließ die Lebenden zurück, damit sie sich der Toten annahmen, schickte Bronn los, sich um seinen gefangenen Ritter zu kümmern, und machte sich allein auf die Suche nach seinem Vater. Lord Tywin saß am Fluß, trank Wein aus einem edelsteinbesetzten Becher, während ein Knappe die Befestigungen seines Brustpanzers löste.»Ein schöner Sieg«, sagte Ser Kevan, als er Tyrion sah.»Deine wilden Männer haben gut gekämpft.«