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»Wollen Sie das Honorar zurückhaben?« erkundigte sich Tompkins.

»Nein. Ich bin zufrieden.«

»Das sind die Leute immer«, sagte Tompkins und blinzelte dem Papagei zu. »Nun, wo sind Sie denn gewesen?«

»In einer Welt der nahen Vergangenheit«, erwiderte Mr. Wayne.

»Dorthin gehen viele Leute. Haben Sie Ihre geheimen Wünsche entdeckt? War es nun ein Mord oder ging es zur Südseeinsel?«

»Ich möchte lieber nicht darüber sprechen«, sagte Mr. Wayne.

»Viele Leute wollen sich mit mir nicht darüber unterhalten«, brummte Tompkins gekränkt. »Wenn ich nur wüßte, warum.«

»Weil - nun, ich glaube, die Welt der geheimsten Wünsche eines Menschen ist ihm heilig, sozusagen. Das hat nichts mit Ihnen zu tun. Glauben Sie, daß es Ihnen jemals gelingen wird, diese Welten dauerhaft zu machen?«

Der alte Mann zuckte die Achseln. »Ich bemühe mich. Wenn ich Erfolg habe, hören Sie schon davon. Alle werden es erfahren.«

»Ja, das kann ich mir denken.« Mr. Wayne öffnete sein Paket und legte den Inhalt auf den Tisch. Das Paket enthielt ein paar Marschstiefel, ein Messer, zwei Rollen Kupferdraht und drei kleine Büchsen Cornedbeef.

Tompkins Augen glitzerten. »Völlig in Ordnung«, sagte er. »Vielen Dank.«

»Auf Wiedersehen«, sagte Mr. Wayne. »Ich danke Ihnen.«

Mr. Wayne verließ das Schiff und eilte die Schuttstraße entlang. So weit sein Auge reichte, Schuttfelder, braun, grau, schwarz. Diese Felder bestanden aus den zerrissenen Großstädten, den Skeletten der Bäume und aus der weißlichen Asche menschlicher Körper.

»Immerhin haben wir genauso zurückgeschlagen«, sagte Mr. Wayne vor sich hin.

Dieses Jahr in der Vergangenheit hatte ihn alles gekostet, was er besaß, und zehn Jahre seines Lebens dazu. War es ein Traum gewesen? Es hatte sich gelohnt. Aber jetzt durfte er nicht mehr an Janet und die Kinder denken. Das war erledigt, bis Tompkins sein Verfahren verfeinerte. Jetzt mußte er sehen, wie er selbst durchkam.

Mit Hilfe eines Geigerzählers fand er einen ungefährlichen Weg durch den radioaktiven Schutt; er mußte sehen, daß er vor der Dunkelheit in den Schutzbunker zurückkam, bevor die Ratten auftauchten. Wenn er sich nicht beeilte, entging ihm die tägliche Kartoffelration.

DIE PERFEKTE WAFFE

Hatte ein Zweig geknackt? Dixon schaute sich um und glaubte etwas Dunkles im Unterholz verschwinden zu sehen. Er stand regungslos und starrte zu den Bäumen mit ihren grünen Stämmen hinüber. Vollkommene erwartungsvolle Stille breitete sich aus. Hoch oben am Himmel schwebte ein Aasvogel, überblickte die von der Sonne versengte Landschaft, lauernd, hoffend.

Dann hörte Dixon aus dem Unterholz ein leises, ungeduldiges Keuchen.

Jetzt wußte er, daß er verfolgt wurde. Vorher war es nur eine Vermutung gewesen. Aber diese verschwommenen, kaum sichtbaren Schatten waren wirklich. Sie hatten ihn auf seinem Marsch zur Signalstation unbehelligt gelassen, abwartend, überlegend. Jetzt würden sie zupacken.

Er nahm die Waffe aus dem Halfter, prüfte die Sicherungen, steckte sie zurück und marschierte weiter.

Er hörte wieder ein Husten. Irgend etwas folgte seiner Spur, wartete anscheinend nur darauf, daß er den Busch verließ und den Wald betrat. Dixon grinste.

Ihm konnte niemand etwas anhaben. Er hatte ja die Waffe.

Ohne sie hätte er sich nie so weit von seinem Raumschiff entfernt. Man wanderte auf einem fremden Planeten nicht einfach in der Gegend herum. Aber Dixon konnte sich das leisten. An seiner Hüfte steckte die Waffe aller Waffen; sie bot absolute Sicherheit gegen alles, was da lief oder kroch oder flog oder schwamm.

Sie war das Non plus ultra der Handfeuerwaffen.

Sie war, schlicht und einfach, >die Waffe<.

Er schaute wieder um. Da waren drei Bestien kaum fünfzig Meter hinter ihm. Aus dieser Entfernung wirkten sie wie Hunde oder Hyänen. Sie bellten ihn an und näherten sich langsam.

Er berührte die Waffe mit der Hand, entschied sich aber gegen einen sofortigen Einsatz. Es blieb ihm Zeit genug, wenn sie näher herangerückt waren.

Alfred Dixon war ein kleiner Mann, breit in den Schultern mit gewaltigem Brustkasten. Er hatte schütteres, blondes Haar und einen blonden Schnurrbart, dessen Enden nach oben gezwirbelt waren. Dieser Schnurrbart verlieh seinem gebräunten Gesicht einen wilden Ausdruck.

Zu Hause war er in den Bars und Tavernen Terras. Dort konnte er, in fleckiges Khaki gekleidet, mit lauter, herausfordernder Stimme Drinks bestellen und die anderen Gäste mit grimmigen Blicken aus verengten, stahlblauen Augen durchbohren. Es machte ihm Spaß, diesen Leuten in ein wenig verächtlichem Ton den Unterschied zwischen einem Sykes Nadelgewehr und einem Colt Dreipunkt-Revolver, zwischen dem gehörnten Adleper des Mars und dem Scom der Venus zu erklären, auseinanderzusetzen, was man tun mußte, wenn ein Horntank auf Rannares im dichten Unterholz angriff, und zu verdeutlichen, wie man eine Attacke geflügelter Glitzerflits abwehrte.

Manche Leute hielten Dixon für einen Angeber, aber in seinem Beisein hätten sie das nie zu sagen gewagt. Andere hielten ihn für einen tüchtigen Burschen, trotz der übertrieben guten Meinung, die er von sich selbst hatte. Er sei einfach zu selbstbewußt, meinten sie. Aber eines Tages würde ihn das den Kopf oder zumindest ein Bein kosten.

Dixon hatte sehr viel übrig für Waffen. Seiner Meinung nach war die Eroberung des amerikanischen Westens nichts anderes als eine Auseinandersetzung zwischen Pfeil und Bogen einerseits, und dem Vierundvierzigercolt andererseits. Afrika? Speer gegen Karabiner. Mars? Colt Dreipunkt gegen Rotiermesser. Wasserstoffbomben vernichteten Städte, aber Männer mit kleinen Waffen besetzten die Länder. Warum nach verschwommenen wirtschaftlichen, philosophischen oder politischen Gründen suchen, wenn sich doch alles auf einen so einfachen Nenner bringen ließ?

Er hatte natürlich unerschütterliches Zutrauen zur >Waffe<.

Als er sich wieder herumdrehte, sah er, daß sich ein halbes Dutzend hundeähnlicher Tiere den anderen drei zugesellt hatte. Sie liefen mit offenen Mäulern und heraushängenden Zungen dahin, langsam aufholend.

Dixon beschloß, noch nicht zu feuern. Die Schockwirkung würde nachher um so größer sein.

Er hatte viele Berufe gehabt - Forscher, Jäger, Prospektor, Asteroidfahrer. Das Glück schien ihn nicht zu mögen. Es waren immer andere, die versunkene Städte fanden, seltsame Tiere schossen, Metallvorkommen entdeckten. Er nahm sein Schicksal fröhlich auf sich. Pech, gewiß, aber was konnte man schon dagegen tun? Jetzt war er Funker und überprüfte die automatischen Signalstationen auf einem Dutzend unbewohnter Welten.

Was jedoch viel wichtiger war: er führte die ersten Gebrauchstests mit der modernsten, unübertrefflichsten Handfeuerwaffe durch, die es je gegeben hatte. Die Erfinder hofften, die Waffe als Standardausrüstung durchsetzen zu können. Dixon seinerseits hoffte, damit ebenso bekannt zu werden wie die Waffe selbst.

Er hatte den Rand des Regenwaldes erreicht. Sein Raumschiff stand etwa drei Kilometer entfernt in einer kleinen Lichtung. Als er den düsteren Wald betrat, hörte er das aufgeregte Quietschen der Baumhüpfer. Sie waren von orangeblauer Färbung und beobachteten ihn von den Wipfeln herab.

Diese Gegend hier erinnerte wirklich sehr an Afrika, dachte Dixon. Hoffentlich stieß er auf Großwild, damit er wenigstens ein paar Trophäen mitbringen konnte. Die wilden Hunde hinter ihm waren nur noch zwanzig Meter entfernt. Sie hatten ein graubraunes Fell, die Größe von Terriern und die Schädel von Hyänen. Ein paar von den Raubtieren waren in das Unterholz eingedrungen, um ihm den Weg abzuschneiden.

Es war an der Zeit, die Waffe zu zeigen.

Dixon nahm sie aus dem Halfter. Die Waffe hatte die Form einer großen Pistole; sie war ungewöhnlich schwer und schlecht ausbalanciert. Die Erfinder hatten versprochen, bei künftigen Modellen das Gewicht zu verringern und den Schwerpunkt zu verlagern. Aber Dixon war mit der Waffe völlig zufrieden. Er bewunderte sie einen Augenblick, legte die Sicherungshebel um und stellte einen Einzelschuß ein.