Besonders zu Behandlungsbeginn kann es zu quälender Unruhe und Rastlosigkeit von Körpergliedmaßen (Akathisie) kommen. Bei Diabetikern kann es nach Einnahme des Medikaments zu Unterzuckerungen kommen. Das kann dazu führen, dass Diabetiker von ihrem Arzt neu eingestellt werden müssen.
Nach Absetzen des Wirkstoffs kann es zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Benommenheit, Empfindungsstörungen und Angstzuständen kommen. Diese Beschwerden klingen meist innerhalb von zwei Wochen ab, können aber auch zwei bis drei Monate und länger anhalten. Eine Beendigung der Behandlung sollte daher nur mit langsamer Dosisverminderung über Wochen oder Monate hin erfolgen. Neuere Studien haben nachgewiesen, dass die Arbeit der knochenauf- und — abbauenden Zellen durch Fluoxetin besonders bei Langzeitanwendung nachteilig beeinflusst wird. So kann es vermehrt zu Knochenbrüchen, beziehungsweise der Entwicklung einer Osteoporose kommen.
Eingetretene Nebenwirkungen: krampfhaftes Gähnen, Müdigkeit, Mundtrockenheit, Appetitlosigkeit, weitere Gewichtsabnahme.
Jetzt bin ich also Patientin.
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…Psycho-Path — Ja, so heißen sie wirklich — und außerdem halb Ungarin. Wir haben uns in der Ukraine kennengelernt. Wir sind beide Mitglieder in einer Reisecommunity. Sofas überall auf der Welt. Du übernachtest bei Leuten und lässt Leute bei dir übernachten. Wir sind gleichzeitig bei jemandem in Odessa gelandet. Jutka war da schon auf dem Rückweg nach Slowenien und ich noch unterwegs zur Krim. Auf dem Festival war ich nur am letzten Tag, soviel Leute, das ist nicht mein Ding, ich bin lieber ein bisschen rumgefahren und habe mir die Zeugnisse der römischen und der osmanischen Herrschaft angesehen in — sie zeigt die Anordnung auf einer Landkarte in der Luft — Estergon, Visegrad, Buda, Alba Regia und Sophiane. That's Pees today.
Sie spricht es Pex aus, keine Chance zu verstehen, um welche Stadt es sich handeln könnte, die antiken Namen helfen Kopp sowieso nicht weiter, also sagt er einfach so aufs Geratewohclass="underline"
Oh, dann… hätten wir uns ja… begegnen können… Beinahe.
Du hast dir auch die Zeugnisse der römischen und osmanischen Herrschaft in Esztergom, Buda und Pecs angesehen?
Nein, ich. bin nur so herumgestreunt. Und jetzt streunst du weiter nach Slowenien? (Slowenien, begriff Kopp. SLO! Nicht: LOS!) Nein… actually…
Oh, das macht ihr gar nichts aus. Sie muss ohnehin bis nach Tirana. Lacht. Und Kroatien, ja, Kroatien ist wunderschön. Kennst du es?
Als ich ein Kind war, war ich… (wie sagt man» auf Kur«?) auf Losinj… Ich wollte immer schon… nicht früher geschafft. Verstehe, sagt sie, schaut und kichert.
(Das ist jetzt nicht gut. Dass sie immer kichern müssen. Mädchen. Du hast nie gekichert. Kein einziges Mal.)
Darius Kopp mag es nicht, provokant mit Frauen zu reden. Auch mit Männern nicht. Aber es geht jetzt nicht anders.
You do? Sie verstehen das? Wirklich?
Zwanzig Jahre sind schnell vorbei, sagt sie und macht dabei ein Gesicht wie eine altkluge 10-jährige. Kopp muss lachen. Verzeihen Sie. Aber wie alt sind Sie?
Vierundzwanzig. Aber ich bin bei meiner Großmutter aufgewachsen. Und außerdem studiere ich Geschichte.
Sie sind bei Ihrer Großmutter aufgewachsen und außerdem studieren Sie Geschichte? (Hör auf mit diesen blöden Wiederholungen und dem dämlichen Grinsen. — Gleich.)
Indeed, sagt sie lächelnd. Geduldig verzeihend. (So seid ihr. Verzeih mir gefälligst nicht!) Von den großen Reichen der Antike bis zur Moderne, das heißt bis zur Gründung des Albanischen Nationalstaates 1912.
Kleine Pause, damit sich das setzen kann, dann weiter, langsamer, geduldiger, sie hat gemerkt, dass etwas nicht gut läuft — (Auch so seid ihr) —, sie erzählt jetzt, um zu besänftigen:
Bis zum frühen 20. Jahrhundert, also quasi bis gestern, war das, was wir heute Albanien nennen, immer Teil eines oder mehrerer der großen Reiche: des Illyrischen, des Griechischen, des Römischen, des Byzantinischen, im Mittelalter teilweise des Bulgarischen und des Serbischen und danach für 400 Jahre des Osmanischen. (Zeichnet mit beiden Zeigefingern Umrisse in die Luft. Blindkarten untergegangener Reiche.) Das fand ich schon immer faszinierend. Wie sich die Großen ausbreiten und die Kleinen dabei überleben. Die Römer, zum Beispiel, interessierten sich fast ausschließlich für die Küsten und das Flachland. Sie machten sich keine Mühe mit den schwer zugänglichen Bergregionen. Anders als die Osmanen. Die haben sich die Täler und die Pässe gesichert. Wenn ein Land, wie zum Beispiel das heutige Albanien, aus Küste (Schlangenlinie) und Gebirge (ein umgedrehtes W) besteht, halten sich häufig zwei Lebensweisen und zwei Religionen. An den Küsten und im Flachland Christentum, im Gebirge der Islam bzw. Lebensformen, die noch ältere Wurzeln haben.
(Die Blutrache, denkt Kopp.)
The blood feud, yes. (Blood. Feud. Dass er ein Wort von ihr lernen durfte, besänftigte ihn noch ein wenig mehr. (Gleichzeitig ein kleiner Schrecken: Habe ich es laut gesagt?))
Die Blutrache, die Bunker und der Pyramidenskandal. Das ist, was jeder weiß. Und der Kosovo. You see: der ist immer noch Teil des Serbischen Reichs. That's the way, it goes. Tito hat uns auch nicht wegen unserer schönen blauen Augen unterstützt, sondern weil er Albanien über kurz oder lang in Jugoslawien inkorporieren wollte.
Well, sagt Darius Kopp, um zu zeigen, dass er auch… Jugoslawien war ja lange Zeit… (Sag nicht fröhliche Baracke, sag nicht fröhliche Baracke!).
Ja?
Well. Es ist am Ende doch schiefgegangen. Yes, it is. Sie lachen.
We lough, sagt Darius Kopp. Ja, sagt Oda. Weil es traurig ist.
…
f
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[Datei: vulnus]
Die Vulnerabilität für eine Depression ist durch eine Störung der Stressverarbeitung gekennzeichnet. Vulnerabilität-Stress-Modell
lat. Vulnus = Wunde = Anfälligkeit, Verletzlichkeit genetische bzw. biologische Faktoren psychosoziale und biografische Krisen Hirnareale werden stark beeinflusst und verändert Verminderung des Stoffwechsels im orbitofrontalen Cortex (Emotionen, Entscheidungen), im dorsolateralen präfrontalen Cortex (Erinnerung, Denken, Aktion) und im Thalamus (sensorische Informationen)
Überaktivität der Hypothalamus- Hypophysen- Nebennierenrinden- Achse
Abnorm reaktive Amygdala asthenisches Insuffizienzsyndrom griech. Astheneia: Schwäche, Kraftlosigkeit
Die hochsensible Person (highly sensitive person) reagiert empfindlicher als der Durchschnitt auf äußere Reize. Dies wird mit einer Abweichung in der Funktion der die Sinnesreize verarbeitenden Nervenzentren erklärt. Laut Theorie ist nicht die Reizschwelle niedriger, die Informationen werden aber weniger gefiltert. Das hat manche Vorteile, führt allerdings auch zu früherer Erschöpfung und scheinbar geringerer Belastbarkeit.
(Scheinbar geringerer Belastbarkeit? Was bin ich? Ein Scheinzwerg?)
Kreisförmiges Modelclass="underline"
Traumen führen zu Depressionen, und Depressive haben eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, wieder Traumen zu erleben (oder zu konstellieren).
Das Persönlichkeitsmerkmal» vegetative Labilität «in Verbindung mit dem Merkmal» Rigidität «im Persönlichkeitsprofil erhöht das Risiko zu erkranken. lat.
Rigiditas:»Starre, Härte«
Resilienz (v. lat. resilire ›zurückspringen‹ ›abprallen‹, deutsch etwa Widerstandsfähigkeit) ist die reaktive Fähigkeit eines Systems, kraftvolle, wiederkehrende oder schockartige Einwirkungen von außen erfolgreich zu adaptieren. In der Psychologie bezeichnet es jene Eigenschaft, oder, richtiger, Fähigkeit, nach körperlichen oder seelischen Leiden oder dem Durchleben schwerer Lebenskrisen seinen ursprünglichen guten Zustand wiederzuerlangen. (Meinen» ursprünglichen guten Zustand«? Wie reizend Sie sind.)