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Coping = Bewältigungsstrategie

Erlernte Hilflosigkeit

Der Hund, die Stromstöße.

Das kann sein oder auch nicht. Wiederholte Erfahrung von Hilflosigkeit kann zu emotionalen, kognitiven und motivationalen Zuständen führen, deren Merkmale die der Depression ähnlich sind.

Siehe auch: Armutsdepression, Altersdepression. Ich bin zwar arm, aber nicht im Geiste, mein Körper ist in einem relativ guten Zustand, dass ich keinen schädlichen Leidenschaften fröne, zeigt bereits seine positiven Auswirkungen. Und dennoch ist es da.

Stress = erhöhter Kortisol-Spiegel = Schädigung des Lernvermögens.

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Depressionsmodell nach Beck

«Negative kognitive Triade«:

1. Negatives Selbstkonzept;

2. Negative Interpretation der eigenen Erfahrungen mit der Umwelt;

3. Negative Zukunftsperspektive;

Beck geht davon aus, dass einer Depression eine kognitive Störung zugrunde liegt. Die dysfunktionalen Kognitionen Depressiver sind gekennzeichnet durch

willkürliche (negative) Schlussfolgerungen

Generalisierungen

moralisch-absolutistisches Denken, überhöhte Ansprüche an die

eigene Person Formal laufen diese Kognitionen:

unfreiwillig, automatisch und wiederholt ab und scheinen dem

Depressiven plausibel Die Schemata sind:

überdauernde, stabile Muster der selektiven Wahrnehmung,

Kodierung und

Bewertung von Reizen; Die Schemata entstehen durch:

belastende oder traumatische Erfahrungen Zirkuläres Feedbackmodell. Alle negativen Erfahrungen werden so eingebaut, dass das negative Welt- und Selbstbild erhalten bleibt Hauptproblem mit diesem Modelclass="underline"

Das Ende einer Depression wird nicht erklärt (!), die soziale Umwelt wird nicht berücksichtigt.

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Wenn depressiven Patienten glückliche Gesichter angeboten werden, werden limbische, subkortikale und extrastriatale Rindengebiete weniger aktiv als bei Kontrollpersonen, nach erfolgreicher Behandlung gleicht sich dies wieder an. (Am J Psychiatry 2007; 164: 599–607)

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Rumination bzw. Worry

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In Affenexperimenten konnte gezeigt werden, dass bei untergeordneten Affen der Serotoninspiegel eher absinkt, bei dominanten Affen steigt er erheblich an. Macht man solche Affen kokainabhängig, so greift der dominante auch weniger zur Glücksdroge als der untergeordnete.

(Affen kokainabhängig zu machen ist eine böse Sache. Aber ich bin ein Mensch und ziehe einen Tod im glücklichen Rausch einem Leben in nüchternen Schmerzen vor. Aber das verrate ich niemandem. Ich habe Angst, sie schmeißen mich raus. - Da siehst du, was du für ein Dummkopf bist.)

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Depressionen führen im Verlauf der ersten Jahre zu einer Hippocampusatrophie. Vermutlich ist diese Schwäche im Hippocampus verantwortlich für die neurokognitiven Defizite wie Nachlassen des Kurzzeitgedächtnisses und der Konzentrationsfähigkeit.

Ehrenberg spricht von einem» erschöpften Selbst«. Freie Gesellschaften unterstützen eher die Herausbildung von Depressionen, repressive eher die von Neurosen. (Aha. Und jetzt? Was schlägst du vor, Schlaumeier? Stell du dich doch nicht so an.)

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Kurt Schneider: psychische Krankheiten sind nichts anderes als Übersteigerungsformen von sinnvollen, evolutionär bedingten psychischen Anlagen in uns. Pflicht — Zwangsneurose Furcht — Angstneurose Übermut — Manie

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Dass Depressionen irgendeine positive Funktion haben müssen, sonst hätte sie die Evolution längst ausgerottet? So wie zahlreiche andere nutzlose Krankheiten, nicht wahr?

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1. neurobiologische Störung: endogene Depression

2. psychodynamische Störung: neurotische Depression

3. Existentielle Depressivität (Gratuliere. Für Sie gelten alle drei.)

d

Eine Weile fuhren sie nun stumm. Kopp mit dem Echo der letzten Sätze in seinem Kopf: Wir lachen — Ja, weil es traurig ist — We lough — Yes, beeause it's sad — Yes, beeause it's sad, mit ihrer Stimme gesprochen, während sie in der Wirklichkeit nun schwieg. Sie kann also auch schweigen. Sie waren noch nicht einmal am Balaton, als die anfängliche Beschwerlichkeit, die Kopp (beinahe) wütend ma-

chende Irritation sich in ihr Gegenteil gekehrt hatte. Ja, sie ist jung, (zu) schnell, direkt und etwas altklug — aber ist es nicht das, was dir in Wahrheit immer gefallen hat an einer Frau? Du denkst bloß, du selbst wärst nicht mehr… Diese Einsamkeit, seitdem sie nicht mehr. Ich komme da so schwer wieder raus.

Hkhrm. Er räusperte sich. Und noch einmal. Kkrm. Verzeihung.

Yes? fragt sie und schaut nun so — es gibt kein besseres Wort — unschuldig, dass Kopp beschließt, so zu tun, als hätte er wirklich eine Frage einleiten wollen.

Verzeih, wenn ich vielleicht eine dumme Frage. Ja?

Aber es fällt ihm nichts ein, nichts Vernünftiges, also spricht er den Namen aus, der ihm als erster einschießt:

Hoxha. Hast du noch Erinnerungen an Hoxha?

Nun ja. Ich war 2, als er starb.

(Natürlich. Wie dumm. Jetzt kann sie wieder verzeihend lächeln.) Aber sie lächelte gar nicht verzeihend, sie redete weiter, ernst und ruhig diesmal, nur ihre Hände flogen noch gelegentlich umher. Meine Oma ist genau 46 geboren. Sie hat den ganzen Hoxha mitgemacht. Aber sie hat nie ein Wort über Politik geredet. Ich glaube nicht, dass sie Angst hatte. Ich glaube, sie hat vor nichts und niemandem Angst. Aber ich denke, sie war sich auch zu bewusst, wofür sie trotz allem dankbar sein konnte. Ihre Eltern waren noch Analphabeten, wie alle Bauern vor dem Kommunismus. Sie selbst war die Erste von ihren Geschwistern, die mehr als 2 Schulklassen besucht hat. Der Vater meiner Großmutter sagte noch: lernen hat für ein Mädchen keinen Wert. Was interessant ist, denn er hatte nur Töchter. Fünf, um genau zu sein, aber nur drei davon erreichten das Erwachsenenalter. Zwischen meiner Großmutter und ihren älteren Schwestern verläuft im Grunde die Grenze zwischen zwei Zeitaltern. Meine Großtanten gehen auch heute noch jeden Tag auf den Markt und verkaufen, was sie an dem Tag gerade dahaben. Davon leben sie. Während meine Großmutter Grundschullehrerin in Tirana geworden ist und, was für meine Großtanten noch weniger vorstellbar ist: Feministin. Sie war früh verwitwet und hat dann bewusst nicht mehr geheiratet. Das war bis vor Kurzem in Albanien eine fast unvorstellbare Sache. Zu sagen: ich habe es mir angesehen, es hat mir nicht gefallen, ich sehe keinen Grund, es zu wiederholen. (Sie lacht.) Ach, ich liebe sie! She's cool. Really. Und deine Eltern?

… Sie leben in Italien… Sie sind 91 nach Bari geflohen.

Und du?

Ich nicht.

Sie haben mich 9 Jahre später nachgeholt. Oh. Wie ist es. in Bari?

Das weiß ich nicht. Sie lebten da schon in Neapel.

Oh, Neapel!

Kennst du es?

Nein.

It's a shit hole.

Ein Dreckloch? Warum? Wegen des Mülls?

Auch… Ich will's mal so sagen: Bis ich dorthin kam, wusste ich nicht, dass Albanerin zu sein ein» Problem «sein kann. (Sie malt Anführungsstriche. Ein» Problem«.) Als Frau hat man's noch einfacher. Zumindest solange man sexuell attraktiv ist.