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Um die Sieben Türme zu verteidigen …

Er hatte die Sieben Türme nie zu Gesicht bekommen, das Bollwerk gegen die Fäule. Er kannte sie nur aus Geschichten.

Um die Dunkelheit zurückzudrängen …

Der Hufschlag wurde zu einem Donnern. So laut, lauter, als er für möglich gehalten hätte. Er hielt sich gerade, das Schwert nach vorn gestreckt.

Ich werde stehen, wenn alle anderen fallen.

Die herankommenden Trollocs senkten die Speere, als die Distanz zwischen den beiden gegnerischen Streitmächten abnahm.

Al Chalidholara Malkier. Für meine süße Heimat Malkier.

Das war ein Eid, den ein Malkieri-Soldat bei seiner ersten Stationierung an der Grenze leistete. Lan hatte ihn nie gesprochen.

Jetzt tat er es im Herzen.

»Al Chalidholara Malkier!«, schrie Lan. »Lanzen senken!« Beim Licht, was waren diese Hufe laut! Konnten sechstausend so viel Lärm machen? Er warf einen Blick nach hinten.

Hier ritten mindestens zehntausend.

Was?

Trotz seiner Überraschung trieb er Mandarb weiter an.

»Der Goldene Kranich nach vorn!«

Stimmen, Rufe, Schreie der Freude und der Macht.

Links voraus schnitt unvermittelt ein vertikaler Strich die Luft entzwei. Ein drei Dutzend Schritt breites Wegetor – diese Größe hatte Lan noch nie gesehen – öffnete sich, als käme es direkt aus der Sonne. Helligkeit strömte heraus, explodierte förmlich. Männer in voller Rüstung brachen aus der Öffnung hervor und setzten sich an Lans Flanke. Die Flagge von Arafel flatterte an ihrer Spitze.

Mehr Wegetore. Drei, dann vier, dann ein Dutzend. Ein jedes war genau koordiniert und teilte das Feld auf, Reiter galoppierten mit angelegten Lanzen heraus, führten die Flaggen von Saldaea, Arafel. Kandor. In wenigen Sekunden verwandelte sich sein Angriff der Sechstausend in einen Angriff der Hunderttausend.

Die Trollocs in der Frontlinie schrien auf, einige blieben stehen. Viele blieben fest, die Speere schräg gehalten, um die heranstürmenden Pferde aufzuspießen. Hinter ihnen stauten sich andere erzürnte Horden und drängten weiter – ihnen fehlte die Sicht auf das, was an der Front gerade geschah –, schwenkten gewaltige Schwerter mit sensenartigen Klingen und Doppeläxten.

Die Trollocs in der ersten Reihe explodierten plötzlich einfach.

Irgendwo hinter Lan webten Asha’man Gewebe, um den Erdboden aufzureißen; sie vernichteten die ersten Reihen der Tiermenschen. Als die Kadaver zusammenbrachen, standen die mittleren Reihen völlig entblößt da und sahen einen Sturm aus Hufen, Schwertern und Lanzen auf sich zukommen.

Lan galoppierte mit Mandarb in die knurrenden Bestien hinein, schlug mit dem Schwert zu. Andere lachte.

»Zurück, Ihr Narr!«, brüllte Lan ihn an, während er auf einen Trolloc einschlug. »Führt die Asha’man zu unseren Verwundeten; sie sollen das Lager beschützen!«

»Ich will Euch lächeln sehen, Lan!«, gab Andere zurück und klammerte sich am Sattel fest. »Zeigt wenigstens ein Mal mehr Gefühle als ein Stein! Dieser Anblick hat das gewiss verdient!«

Lan betrachtete die Schlacht, die er nie geglaubt hatte zu gewinnen, sah ein letztes Gefecht, das sich auf einmal zu einem vielversprechenden Kampf entwickelte, und er konnte einfach nicht anders. Er lächelte nicht nur, er lachte.

Andere gehorchte seinem Befehl und ritt los, um sich Heilen zu lassen und die hinteren Linien zu organisieren.

»Jophil!«, rief Lan. »Hebt mein Banner in die Höhe! Heute lebt Malkier weiter!«

7

Auf in die Schlacht

Elayne verließ den Pavillon nach der Zusammenkunft – und betrat einen Hain aus vielleicht einem Dutzend Bäumen. Und es waren nicht irgendwelche Bäume: Es waren riesige gesunde, wunderschöne Bäume mit gewaltigem Astwerk, Hunderte Fuß hoch mit dicken Stämmen. Unwillkürlich blieb sie stehen und starrte sie auf eine Weise an, die wirklich peinlich gewesen wäre, hätte nicht jeder andere das Gleiche getan. Sie schaute zur Seite, wo Egwene mit offenem Mund stand und ebenfalls nach oben in die riesigen Baumkronen starrte. Darüber schien noch immer die Sonne, aber die grünen Blätter hüllten das ganze Gebiet in Schatten, was erklärte, warum es im Zelt so düster geworden war.

»Diese Bäume«, sagte Perrin, trat vor und legte eine Hand auf die dicke, knorrige Rinde. »Diese großen Bäume habe ich schon einmal gesehen. In einem Stedding

Elayne umarmte die Quelle. Das Glühen Saidars war da und wärmte neben der Sonne. Sie atmete die Macht ein und bemerkte amüsiert, dass die meisten der Frauen, die die Macht lenken konnten, ihrem Beispiel in dem Moment gefolgt waren, als das Wort Stedding fiel.

»Nun, was auch immer Rand nun darstellt«, sagte Egwene mit verschränkten Armen, »er kann nicht einfach ein Stedding erscheinen lassen.« Der Gedanke schien sie zu trösten.

»Wo ist er hin?«, fragte Elayne.

Perrin zeigte zu den Bäumen. »Er ist in diese Richtung gegangen. Und dann einfach verschwunden.«

Zwischen den gewaltigen Baumstämmen bewegten sich Soldaten der verschiedenen Lager und starrten in die Höhe. Elayne hörte, wie ein Shienarer in der Nähe zu Lord Agelmar sprach. »Wir konnten zusehen, wie sie wuchsen, mein Lord. Sie brachen aus dem Boden hervor; es dauerte keine fünf Minuten, bis sie so waren. Das schwöre ich, mein Lord, oder ich ziehe nie wieder meine Klinge.«

»Also gut«, verkündete Elayne und ließ die Quelle los. »Fangen wir an. Nationen stehen in Flammen. Karten! Wir brauchen Karten!«

Die anderen Herrscher wandten sich ihr zu. Bei der Zusammenkunft hatten nur wenige von ihnen Einwände gehabt, dass man sie zu ihrer Anführerin bestimmte. Aber da hatte Rand auch danebengestanden. So war das manchmal in seiner Nähe; man landete einfach im Gezeitensog seines Willens. Wenn er etwas sagte, erschienen die Dinge so logisch.

Aber jetzt schienen viele nicht unbedingt begeistert, dass sie über ihnen stand. Am besten ließ sie ihnen keine Zeit, darüber nachzugrübeln. »Wo ist Meister Norry?«, fragte sie Dyelin. »Könnte er …«

»Ich habe die Karten, Euer Majestät«, sagte Gareth Bryne, als er den Pavillon mit Siuan an seiner Seite verließ.

Er erschien grauer, als sie ihn in Erinnerung hatte; er trug einen steifen weißen Mantel und Hosen, auf der Brust die Flamme von Tar Valon. Er verneigte sich respektvoll, kam aber nicht zu nahe. Seine Uniform zeigte, wem seine Loyalität gehörte, genau wie Siuans besitzergreifende Hand auf seinem Arm.

Elayne erinnerte sich daran, wie er mit dieser gleichen ruhigen Miene hinter ihrer Mutter gestanden hatte. Niemals anmaßend, immer die Königin beschützend. Aber diese Königin hatte ihn verstoßen. Das war nicht Elaynes Schuld gewesen, aber sie konnte an Brynes Gesicht ablesen, dass er diesen Vertrauensbruch nie vergessen hatte.

Sie konnte nicht ändern, was geschehen war. Sie konnte nur nach vorn schauen. »Falls Ihr Karten dieses Gebiets und der möglichen Schlachtfelder habt, Lord Bryne, würden wir sie gerne sehen. Ich möchte Karten für das Gebiet zwischen hier und Caemlyn, eine detaillierte Karte von Kandor und Eure besten Karten der anderen Grenzländer.« Sie wandte sich an die Herrscher. »Holt Eure Generäle und Berater zusammen! Wir müssen uns sofort mit den anderen Großen Hauptmännern zusammensetzen, um unsere nächsten Züge zu besprechen.«

Es dauerte nicht lange, obwohl sich Verwirrung breitmachte, als sich zwei Dutzend verschiedene Fraktionen ans Werk begaben. Diener zogen die Seiten des Pavillons hoch, und Elayne befahl Sumeko, die Kusinen zusammenzuholen, und Wächtern, durch ein Wegetor Tische und Stühle aus ihrem Lager zu besorgen. Außerdem verlangte sie genaue Berichte, was dort im Tarwin-Pass geschah. Rand hatte darum gebeten, dass der größte Teil der Grenzländerheere dorthin aufbrach und Lan rettete. Die Herrscher und die Großen Hauptmänner waren für die Besprechung zurückgeblieben.