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»Er wird in einer Stunde tot sein, wenn er kein Antiserum bekommt«, sagte Pancho.

Der Blonde starrte seinen Partner hilflos an.

»Bring ihn besser sofort ins Krankenhaus!«, riet ihm Pancho.

Dann nahm sie die Reisetasche, die neben der Waffe des Blonden auf dem Bett lag. Mit Elly in der Hand kramte sie in der Tasche, bis sie die Ampulle mit dem Antiserum fand und warf sie dem Blonden zu.

»Bring ihn sofort ins Krankenhaus! Sag ihnen, was passiert ist und gib ihnen das. Es ist das Antiserum.«

Dann schnappte sie sich die offene Reisetasche und lief zur Tür. Amanda folgte ihr auf dem Fuß und machte dann noch einmal kehrt, um ihr Gepäck zu holen. Während sie zusammen den Gang entlangliefen, schaute Pancho über die Schulter und sah, dass der Blonde seinen Partner in die andere Richtung zum Krankenhaus schleppte.

»Braves Mädchen, Elly«, sagte sie. Der Krait hatte sich wohlig um Panchos Handgelenk geschlungen.

Schließlich erreichten sie den Tunnel zum Raumhafen, wo Dan Randolph zornig auf- und abstiefelte.

»Wo, zum Teufel, habt ihr bloß gesteckt? Wir haben keine Zeit mehr.«

»Ich werde es Ihnen erzählen, Boss«, sagte Pancho, als sie den Wagen bestiegen.

»Es ist Martin«, sagte Amanda mit leiser Stimme.

»Humphries?«, fragte Dan.

»Er will Mandy, und ich glaube, er weiß, dass wir sie hier wegbringen wollen.«

»Was, zum Teufel, ist passiert?«, fragte Dan.

Pancho erzählte es ihm, während der automatisierte Wagen durch den Tunnel zum Raumhafen rollte.

Martin Humphries saß am Schreibtisch und schaute kalt auf das ängstliche Gesicht des blonden Sicherheitsagenten. Der Mann schwitzte und fuhr sich mit der Fingerspitze nervös durch den Bart.

»Dann habt ihr sie also entkommen lassen«, sagte Humphries, nachdem der Mann ihm den Hergang zum dritten Mal geschildert hatte.

»Mein Partner war in Lebensgefahr«, sagte der Blonde mit brüchiger Stimme. »Diese gottverdammte Schlange hatte ihn gebissen.«

»Und Sie haben Ms. Cunningham entkommen lassen«, wiederholte Humphries eisig.

»Sie haben weder mir noch dem Sicherheitsdienst oder sonst jemandem Bescheid gesagt, der sie an der Flucht zu hindern vermocht hätte.«

»Dafür sage ich Ihnen jetzt Bescheid«, sagte der Blonde ungehalten. »Sie werden gleich zur Starpower fliegen. Sie können das Kontrollzentrum anrufen und veranlassen, dass die Mission abgebrochen wird.«

»Kann ich das?«

»Zeit genug hätten Sie noch.«

Humphries unterbrach die Verbindung. Hirnloser Trottel, sagte er sich. Da erteile ich ihm einen leichten Auftrag, und er vermasselt ihn.

»Die Mission abbrechen«, sagte er laut. Dann schüttelte er den Kopf. Ich sollte beim Kontrollzentrum anrufen und ihnen sagen, dass Dan Randolph mein Raumschiff und die Frau, die ich liebe, entführt. Das wäre ein gefundenes Fressen für die Skandal-Provider. Ich würde zum Gespött der ganzen Welt.

Er lehnte sich auf dem Schalensitz zurück, doch diesmal wollte der beruhigende Effekt der weichen Massagepolster sich nicht einstellen. Amanda brennt mit Randolph durch. Er ist wahrscheinlich schon die ganze Zeit scharf auf sie gewesen und hat nur darauf gewartet, sie mir wegzunehmen. Gut, dann sind sie nun zusammen. Sie zieht ihn mir vor. Dann soll sie auch mit ihm sterben.

Er hatte Zahnschmerzen. Erstaunt merkte Humphries, dass er die Zähne so fest zusammengebissen hatte, dass er davon Schmerzen bekam. Nacken und Schultern hatten sich vor lauter Anspannung schmerzhaft versteift. Die Fäuste waren so fest geballt, dass er spürte, wie die Fingernägel sich in die Handflächen gruben.

Amanda ist mit ihm abgehauen. Ich werde Astro übernehmen, aber sie habe ich für immer verloren. Sie werden zusammen sterben. Das ist aber nicht meine Schuld. Ich habe niemanden umbringen wollen. Sie haben es selbst zu verantworten. Sie bringt sich selbst um.

Er hätte weinen mögen. Stattdessen warf er einen Blick auf die Liste der Astro-Großaktionäre, die auf dem Computer-Bildschirm abgebildet wurde. Dann stieß er die rechte Faust in den Monitor, sodass er in einem Schauer aus Funken und Plastiksplittern explodierte.

Starpower 1

Fuchs traf sich mit ihnen am Raumhafen. Er fragte sich, weshalb die vier schon eine volle Stunde vor dem Zeitpunkt zum Schiff flogen, an dem es aus dem Orbit ausscheren und die Reise zum Gürtel antreten sollte.

»Es hat sich eine Änderung des Plans ergeben, Lars«, sagte Dan zu ihm. »Wir werden mitfliegen.«

Der junge Mann zog die Augenbrauen bis zum Haaransatz hoch. »Die IAA hat das genehmigt?«

»Darauf kommt es jetzt nicht an«, sagte Dan, als Amanda und Pancho in das Fahrzeug stiegen, das sie zur Startrampe mit dem Shuttle bringen sollte. »Wir fliegen einfach.«

Fuchs stand unschlüssig in der offenen Luftschleusen-Luke der Zugmaschine.

»Wir fliegen auf jeden Fall«, bekräftigte Dan. »Mit oder ohne Sie.«

Ein Lächeln stahl sich auf Fuchs' Gesicht. »Mit mir«, sagte er und sprang mit einem Satz die sechs Stufen in die Zugmaschine hinauf.

Dan grinste und widerstand der Versuchung, die athletische Übung des jungen Manns zu imitieren. Amanda und Pancho hatten die beiden hinteren Sitze belegt, Fuchs den Platz neben der Luke. Dan nahm hinter dem Fahrersitz Platz, während die Fahrerin die luftdichte Luke schloss und die Kabine mit Druck beaufschlagte. Dann setzte sie sich ans Steuer und streifte die Sprechgarnitur über den Kopf.

Dan wusste, dass sie auf die Starterlaubnis vom Controller wartete. Wenn sie uns aufhalten wollen, wäre der Zeitpunkt nun gekommen.

Nachdem sie eine Weile gewartet hatte, legte die Fahrerin aber den Gang ein und ließ die Zugmaschine zur Luftschleuse der Garage rollen. Ein paar Minuten später hatten sie das Shuttle erreicht und koppelten die Luke der Zugmaschine über den flexiblen Zugangstunnel mit der Luftschleusen-Luke im Besatzungsmodul der Raumfähre. In den Fliegerkombis gingen die vier vorsichtig durch den engen Plastikschlauch. Sie stützten sich mit den Händen ab und zogen den Kopf ein, um nicht an der Wand entlangzustreifen.

So klein es auch war, das Hab-Modul der Raumfähre war allemal besser als der enge Schlauch. Es bestand aus einem Metalldeck mit ein paar Quadratmetern Fläche, das von einer Glasstahl-Kuppel überwölbt wurde. Eine Schalttafel ragte aus einem hüfthohen Podest. Pancho ging zur Steuerung und streifte sich eine der dort hängenden Kopfbügelgarnituren über. Amanda nahm den Platz rechts von Pancho ein.

»Benutzen Sie lieber die Fußschlaufen«, sagte Dan zu Fuchs. »Wir werden für ein paar Minuten schwerelos sein.«

Fuchs nickte. Er wirkte angespannt und erwartungsvoll und hatte die Lippen zusammengepresst.

Sie können uns jederzeit aufhalten, sagte Dan sich.

Doch mit jeder verstreichenden Sekunde wuchs seine Zuversicht.

»Fünf Sekunden und abwärts«, meldete Pancho. Sie hatte darauf verzichtet, die Lautsprechfunktion der Konsole zu aktivieren.

Genau in dem Moment, als Dan sich an einem der Handgriffe festhalten wollte, die an der Kuppeldecke hingen, wurde das Shuttle mit einer heftigen Zündung der Aufstiegsrakete vom Boden katapultiert. Dan federte den Stoß in den Knien ab, aber Fuchs wäre beinahe umgefallen. Dan fasste ihn am Arm, um ihn zu stützen.

»Es… es tut mir Leid«, entschuldigte Fuchs sich. »Damit hatte ich nicht gerechnet.«

»Schon in Ordnung«, sagte Dan. Er war von den harten Muskeln beeindruckt, die er spürte. »Das ist auch erst Ihr zweiter Start, richtig?«

Fuchs wirkte blass. »Der zweite von der Mondoberfläche. Mit dem Shuttle-Flug vom Raumhafen Zürich ist es insgesamt der dritte.«

Dan sah, dass Fuchs Probleme mit der Schwerelosigkeit hatte. »Sind Sie auch wirklich in Ordnung?«, fragte er. Es gab nämlich nichts Schlimmeres, als wenn der Sitznachbar während eines Raumflugs die ganze Zeit reiherte.