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»Nein, Dram. Nicht jetzt. Wir müssen uns unterhalten, und sonst nichts.«

Dram drückte sie ein wenig fester an sich und vergrub sein Gesicht in ihrem Nacken. »Bist du sicher?«

»Das reicht jetzt, Dram!« sagte die Imperatorin. »Laß mich los. Auf der Stelle!«

Er grinste hinter ihrem Rücken und drückte sie noch fester an sich. Dram genoß die Stärke seiner Arme und die scheinbare Zerbrechlichkeit ihres Körpers. Die Imperatorin spannte sich.

»Dram! SCHLUSS! «

Das Kontrollwort raste wie ein langer Donnerhall durch seinen Kopf, und seine Arme fielen schlaff herab. Er stand vollkommen hilflos an Ort und Stelle und konnte nichts anderes mehr tun, als darauf zu warten, daß sie ihm die Kontrolle über seinen Körper zurückgab. Löwenstein schob sich von ihm weg, wandte sich um und verabreichte ihm zwei schallende Ohrfeigen. Sie hatte wirklich Kraft in ihre Schläge gelegt, und Blut rann von einer aufgeplatzten Lippe über sein Kinn. Er nahm es einfach hin, weil er keine andere Wahl hatte. Bewußtseinstechniker hatten bestimmte Sicherheitsmechanismen in sein Gehirn eingebaut. Löwenstein überließ nichts dem Zufall.

»Wenn ich dir das nächste Mal etwas sage, dann wirst du gefälligst gehorchen«, zischte sie. »Oder ich werde ein Kontrollwort benutzen, von dem du nicht einmal weißt, daß es existiert, und sie werden deine Schreie noch an der Oberfläche hören. Dram, FREI. «

Sein Körper gehorchte ihm wieder, und er wäre um ein Haar hingefallen. Seine Arme und Beine zitterten, trotzdem zwang er sich zu einer höflichen Verbeugung vor der Herrscherin.

Sie nickte leicht.

»So ist’s schon besser.« Dann setzte die Imperatorin sich auf die Bettkante und lächelte ihn an. »Weißt du, du bist der einzige Mensch, in dessen Nähe ich mich wirklich entspannen kann. Du solltest dich geschmeichelt fühlen.«

»Ich fühle eine Menge Dinge«, erwiderte Dram. »Aber geschmeichelt fühle ich mich ganz bestimmt nicht.« Und wenn du auch nur eine Ahnung hättest, was ich alles denke, dann würdest du dich in meiner Nähe nie wieder entspannen…

Man hat mich zwar programmiert, daß ich dir nichts tun kann, aber es gibt kein hundertprozentig sicheres Programm.

Man muß sich nur genug Mühe geben, um es zu knacken.

Dram lächelte Löwenstein an, um zu zeigen, daß er ein guter Verlierer war und ihr nichts übelnahm, und sie lächelte zurück. Er achtete sorgfältig darauf, keine Gefühlsregung auf seinem Gesicht erkennen zu lassen, und blieb äußerlich ruhig und gelassen. Zumindest seine Gedanken waren vor ihr sicher. Er konnte die Gegenwart des ESP-Blockers spüren, der irgendwo im Raum verborgen war, nur so als Vorsichtsmaßnahme. Sie hatte keine Ahnung von seinen ESP-Fähigkeiten.

Wenn sie davon gewußt hätte, würde sie nicht eher Ruhe geben, bis sie die Formel der Droge aus ihm herausgepreßt hatte. Mit allen Mitteln, die dazu erforderlich waren…

Außer natürlich, sie wußte bereits alles…

Dram schob den Gedanken beiseite. Es gab eine ganze Menge Dinge, an die man in Löwensteins Gegenwart besser nicht dachte, ob jetzt ein Esper in der Nähe war oder nicht. Es sagte mindestens genausoviel über sie aus wie über ihn selbst.

Er bemerkte unvermittelt, daß sie ihn schon wieder so nachdenklich musterte, und riß sich zusammen. Als Löwenstein zu sprechen begann, klang ihre Stimme so leidenschaftslos, wie ihr Gesicht aussah, doch in ihren Augen funkelte ein beinahe gehetzter Ausdruck.

»Die Fremden kommen, Dram. Zwei Spezies, von denen wir nicht das geringste wissen, mit Ausnahme der Tatsache, daß ihre Technologie der unseren mit großer Sicherheit überlegen ist. Das gesamte Imperium schwebt in Gefahr. Und ich will verdammt sein, wenn sich irgendwelche Leute oder Interessengruppen einmischen und mich daran hindern wollen, alles Nötige zu tun, um mein Imperium zu schützen. Wir können uns den Luxus abweichender Meinungen nicht mehr länger erlauben. Also habe ich beschlossen, im gesamten Reich den Notstand auszurufen und alle Kräfte zu sammeln. Sowohl das Parlament als auch die Versammlung der Lords werden mir eher den Rücken stärken, als daß sie in Anbetracht der herannahenden Bedrohung durch die Fremdrassigen einen Bürgerkrieg riskieren. Sie haben mehr Angst vor der Bedrohung durch die Fremden als vor mir. Jedenfalls werden sie das spätestens dann, wenn meine Propagandaabteilung damit beginnt, sorgfältig zensierte Informationen über die Extraterrestrier zu verbreiten.« Die Imperatorin grinste verschlagen.

»Wenn ich eine Ahnung gehabt hätte, wie nützlich so eine Bedrohung durch fremde Wesen sein kann, dann hätte ich schon längst welche erfunden.«

»Und welche Rolle soll ich bei deinen Plänen spielen?«

fragte Dram. »Du hast mich doch nicht um diese Zeit herbeigerufen, um mir das zu erzählen?«

»Mein lieber Dram! Du bist so direkt und kraftvoll, genau wie ich. Du wirst in deiner Rolle als Huth in den Untergrund gehen und sie davon überzeugen, daß jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, eine Rebellion gegen mich zu beginnen.

Dann wirst du mir rechtzeitig alle nötigen Einzelheiten verraten, damit meine Streitkräfte sie in Empfang nehmen können.

Selbstverständlich mit weit überlegener Zahl und Feuerkraft.

Wir werden sie in eine Falle locken und abschlachten, und die überlebenden Esper und Klone werden entweder hingerichtet oder unserer Kontrolle unterworfen. Am liebsten würde ich die Plage ein für allemal ausrotten, aber mit Rücksicht auf den bevorstehenden Krieg können wir uns nicht erlauben, Ressourcen zu verschwenden. Andererseits ist die Untergrundbewegung bereits zu wichtig und zu gefährlich geworden, und ich darf sie nicht länger einfach übergehen. Ich darf ihnen nicht die Gelegenheit geben, mir von hinten in den Rücken zu fallen, während ich abgelenkt bin. So werde ich es machen.

Ja, dich als Doppelagenten in den Untergrund einzuschleusen war eine meiner besten Ideen überhaupt.«

Sie hat keine Ahnung von der Droge, dachte Dram erleichtert. Sie weiß eben doch nicht alles.

»Und außerdem«, fuhr die Imperatorin fort, »außerdem wird mir ein fehlgeschlagener Aufstand jede Rechtfertigung der Welt bieten, hart gegen die Familien durchzugreifen, die mich nicht so unterstützt haben, wie sie es hätten tun sollen. Ich werde die Häuser auf Vordermann bringen, und wenn ich dafür knietief durch ihr Blut waten muß. Oder das der Esper, um wieder zu diesem Thema zu kommen. Glaub ja nicht, ich hätte den Anschlag an meinem Hof vergessen. Ich bin noch immer wütend, daß du mich nicht rechtzeitig gewarnt hast. Zu deinem Glück kann ich mich jetzt an den Elfen abreagieren.

Wo war ich stehengeblieben? Nein, sag nichts. Ja, da fällt mir’s wieder ein: Ich möchte, daß du in der Öffentlichkeit als Anführer der Kräfte gesehen wirst, die die Rebellion des Untergrunds niederschlagen. Das wird deinen Wert in den Augen des Volkes beweisen, und ich kann dich ganz offiziell als meinen zukünftigen Prinzgemahl vorstellen. Das ging bisher nicht, weil du nicht wichtig genug warst. Ja, ich weiß, du bist der Oberste Krieger; aber das hat kein Eis zwischen dir und der Versammlung der Lords zum Schmelzen gebracht. Einen Aufstand niederzuschlagen ist allerdings etwas, das sie anerkennen werden. Dem gewöhnlichen Volk wird es gefallen: Die Imperatorin heiratet ihren Obersten Krieger. Und ich werde endlich frei sein von der Drohung einer aus politischen Gründen erzwungenen Heirat. Was ist, Dram? Freust du dich nicht?«