Выбрать главу

Pläne fortgeschrittener Technologien zur Verfügung gestellt, damit wir den Kontrakt für die Massenfertigung des neuen Antriebs gewinnen können. Als Gegenleistung müssen wir sie ebenfalls mit dem Antrieb ausrüsten. Sie sind verzweifelt darum bemüht, dem Imperium ebenbürtig zu bleiben, und wir brauchen den Kontrakt. Unsere Finanzen sind im Augenblick ziemlich erschöpft.«

»Um genau zu sein«, fuhr Adrienne dazwischen, »wir stecken bis zum Hals in der Scheiße. Wenn wir den Kontrakt nicht kriegen, sind wir ruiniert. Bankrott

William zuckte zusammen, aber er nickte. »Wir müssen den Kontrakt unter allen Umständen gewinnen, wenn unser Clan überleben soll. Alles hängt davon ab.«

»Jedenfalls«, sprach Finlay weiter, »hat anscheinend jemand herausgefunden, daß wir mit Shub zusammenarbeiten.

Bis jetzt haben sie wohl keinerlei Beweise, oder wir würden schon in Ketten vor der Imperatorin liegen. Uns stünde eine rasche Verhandlung und ein langsamer Tod bevor.«

»Und wer will Ihr einen Vorwurf daraus machen?« empörte sich Robert. »Wir arbeiten mit den KIs auf Shub zusammen!

Sie haben sich geschworen, die gesamte Menschheit auszulöschen, und wir geben ihnen den neuen Antrieb? Bin ich verrückt, oder hat diese gesamte verdammte Familie den Verstand verloren?! «

»Bitte schrei nicht so!« sagte Finlay ruhig. »All das wurde ausgiebig diskutiert und von den obersten Mitgliedern des Clans beschlossen. Wir haben ganz bestimmt nicht die Absicht, die KIs mit dem neuen Antrieb auszurüsten, ganz egal, was geschieht. Wir sind ehrgeizig und stecken in einer verzweifelten Situation, aber wir haben keinesfalls – um es mit deinen Worten auszudrücken – den Verstand verloren.«

»Es ist lebenswichtig, daß wir herausfinden, wer unser Geheimnis kennt«, sagte Adrienne. »Genau aus diesem Grund bist du hier, Robert. Wir haben bereits einige heimliche Operationen gestartet, um unseren Feind zu entdecken, aber du bist in der einzigartigen Position, die Shrecks auszuhorchen.

Du darfst unter keinen Umständen mit deiner Frau darüber sprechen. Sie mag vielleicht in die Feldglöcks einheiraten, doch im Augenblick ist sie noch eine Shreck. Benutze sie, aber vertrau ihr nicht. Und sieh mich nicht so schockiert an, mein Lieber. Das ist eine Familienangelegenheit, und die Familie kommt immer an erster Stelle.«

»Es ist wichtig, daß wir herausfinden, wieviel unsere Gegner bereits erfahren haben«, sagte William. »Jeder, der zuviel weiß, muß sterben. Die Sicherheit des Clans steht auf dem Spiel.«

»Was macht der Feldglöck?« fragte Gerald neugierig.

»Warum ist er nicht hier? Er sollte diese Entscheidungen treffen, nicht wir.«

»Er verhandelt über eine Esper-Verbindung mit den KIs. Er versucht sie zu beruhigen«, sagte Finlay. »Wir wollen nicht, daß sie etwas Unüberlegtes oder… Überhastetes unternehmen. Wir sind für sie nur so lange von Wert, wie unsere Verbindung unentdeckt bleibt. Der Feldglöck hat ein höllisches Risiko auf sich genommen, um einen Boten hierherzuschleusen, aber es war wichtig, daß er uns sofort in Kenntnis setzte.

Von diesem Augenblick an geht niemand von uns mehr ohne Leibwächter aus dem Haus, und niemand unternimmt etwas auf eigene Faust. Unser unbekannter Feind plant vielleicht, den einen oder anderen von uns zu entfuhren, um ihn nach Informationen auszuquetschen oder als Druckmittel gegen den Rest von uns einzusetzen. Du bist ganz besonders gefährdet, Robert; du kennst dich in diesem Spiel noch nicht so gut aus wie wir. Wir können dich nicht unmittelbar nach der Hochzeit unter Verschluß nehmen, das würde nur den unnötigen Verdacht wecken, wir hätten etwas zu verbergen. Von jetzt an werden du und deine Frau mit doppelten Wachen unterwegs sein. Wenn sie fragt, warum, dann erzähl ihr, wie einfach der Zelot die Feier stören konnte. Und jetzt wollen wir zur Zeremonie zurückkehren, bevor unsere Abwesenheit zum Gesprächsthema wird. Alles lächelt und grinst; es macht keinen Sinn, wenn wir unseren Feinden auch noch die Munition in die Hand geben, mit der sie auf uns schießen. Schließlich wissen sie nicht, daß wir bereits Bescheid wissen. Sieh mich nicht so verwirrt an, Gerald. Zerbrich dir nicht unnötig den Kopf, Vetter. Bleib einfach in unserer Nähe, und wenn du meinst, etwas sagen zu müssen, kneif den Mund zusammen.

William, du behältst ihn im Auge. Wenn er den Mund aufmacht, tritt ihm auf den Fuß.«

Adrienne blickte ihren Gatten nachdenklich an. »Seit wann bist du ein so ausgekochter Konspirateur?«

Finlay grinste sie strahlend an. »Es liegt anscheinend im Blut, meine Liebe. Schließlich bin ich ein Feldglöck, oder hast du das vergessen?«

Er nahm Robert am Arm und führte ihn in den vollen Ballsaal zurück. Überall lächelten ihnen Gesichter zu, und Köpfe verneigten sich höflich. Robert erwiderte mechanisch ihre Grüße. Er fühlte sich wie betäubt. Einige der Gestalten waren nur Hologramme; persönliche Anwesenheit war ein Privileg und eine Ehre, und die weniger Einflußreichen hatten sich üblicherweise damit zu begnügen, ihr Hologramm zu entsenden. Das half wenigstens, die leidigen Duelle zu verringern.

Es ging doch nichts über eine Hochzeit, um alte Familienstreitigkeiten Wiederaufleben zu lassen. Robert dachte darüber nach, um sich von den schockierenden Neuigkeiten abzulenken, aber irgendwie wollte es nicht gelingen. Er entwand seinen Arm Finlays Griff und blickte ihn böse an.

»Jetzt sag schon, wie groß ist die Gefahr für mich? Wie groß ist das Risiko, dem ich Letitia durch unsere Ehe aussetze?«

»Nicht größer als das, dem sie auch jetzt schon ausgesetzt ist. Vergiß nicht, sie ist immerhin eine Shreck, und die Shrecks haben eine Geschichte, neben der die unsere sich ausnimmt wie ein Gesangsbuch. Jetzt beruhige dich endlich und denk an deine Hochzeit, Junge!«

Schließlich rief James Kassar, der Vikar der Kirche von Christus dem Krieger, die Versammlung in der netten Tonlage eines Feldwebels auf dem Exerzierplatz dazu auf, ihm Gehör zu schenken, und die Familien teilten sich in zwei Gruppen auf, die sich gegenseitig argwöhnisch beobachteten. Zwischen den beiden Parteien bildete sich ein schmaler Gang, und bevor er es richtig bemerkte, stand Robert bereits in der Lücke, umgeben von Finlay und William und Gerold, die alle sehr ernst und vornehm dreinblickten. Dann wurde die Braut, umgeben von Frauen aus dem Shreck-Clan, nach vorn gebracht und neben Robert geführt. Letitias Ankunft wurde begleitet von geflüsterten Scherzen und Kommentaren und unterdrücktem Lachen, doch Roberts Begleiter blieben steif und förmlich, wie der Brauch es gebot. Robert war ihnen dankbar, zumindest dafür. Er hatte das starke Gefühl, daß schon der kleinste üble Witz ausreichen würde, ihn – zumindest im Augenblick – in hysterisches Geheul ausbrechen zu lassen. Dann fand er sich neben Letitia durch den Gang nach vorn schreitend, beide allein, beide streng nach vorn blickend und beide verzweifelt darum bemüht, sich auf die Worte und Bewegungen zu konzentrieren, die das Ritual von ihnen erforderte und die man ihnen bei der Probe beigebracht hatte.

Vor dem Vikar, der inzwischen einen prächtigen purpurnen Talar übergeworfen hatte, blieben sie stehen. Kassar verneigte sich kurz vor den Brautleuten und begann in ruhigem, geschäftsmäßigem Ton mit der Zeremonie. Robert war es lieber so. Es ließ den Vikar und die Zeremonie an sich weniger furchterregend erscheinen. Die Worte klangen vertraut von den vielen Hochzeiten, die Robert und Letitia seit ihrer Kindheit besucht hatten, und ihre Antworten kamen in ruhigem, würdevollem Ton. Alles lief sehr glatt, und Robert erinnerte sich sogar rechtzeitig daran, den Schleier zu heben, bevor er die Braut küßte. Nur der rituelle Knoten mußte noch gebunden werden, und dann war es geschafft. Kassar bedeutete dem Meßdiener, die zeremonielle goldene Kordel auf einem Tablett nach vorn zu bringen, nahm die Schnur entgegen und schlang sie lose um die Handgelenke der Brautleute. Dann winkte er den Kirchenesper herbei. Bevor die Kirche der Ehe ihren Segen erteilen und die Hochzeit somit für gültig erklären konnte, war es erforderlich, daß die Identität beider Partner überprüft und bestätigt wurde. Niemand erwähnte je das Wort Klon, aber jeder dachte bei der nun folgenden Prozedur unwillkürlich daran.