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»Und es machen sich keine Heinzelmännchen mehr bemerkbar? Oder Mäuse?«

»Nein, Sir. Ratten, Mäuse oder Splits — alles ausgerottet. Das andere Mini-Exemplar, das wir im Käfig hatten, ist ebenfalls tot, Sir. Der Tierarzt meint, es sei an Altersschwäche gestorben.«

Kutuzov nickte. »Dann ist dieses Problem also gelöst. Was ist mit dem großen Split, das Sie an Bord haben?«

»Es ist krank«, sagte Blaine. »Dieselben Symptome wie bei dem Mini.« »Ja, das ist ein weiteres Problem«, warf Horvath rasch ein. »Ich möchte die Splits fragen, was wir für den kranken Prospektor tun können, aber Blaine wollte erst Ihre Erlaubnis haben.«

Der Admiral griff nach etwas außerhalb des Bildschirms. Als er sich wieder der Kamera zuwandte, hielt er ein Glas Tee in beiden Händen und blies geräuschvoll darüber. »Die anderen wissen, dass Sie diesen Prospektor an Bord haben?«

»Ja«, sagte Horvath. Als Kutuzov ihn anfunkelte, fuhr der Wissenschaftsminister fort:

»Sie scheinen es die ganze Zeit gewusst zuhaben. Ich bin sicher, dass es ihnen keiner von uns gesagt hat.«

»Sie wissen es also. Haben sie nach dem Prospektor gefragt? Wollten sie ihn sehen?«

»Nein.« Horvath runzelte die Stirn. Seine Stimme verriet Erstaunen. »Nein, das haben sie nicht. In der Tat haben sie sich nicht im geringsten um das Prospektor-Split gekümmert, ebenso wenig wie um irgendwelche Mini-Exemplare. Sie haben ja vermutlich gesehen, wie die Splits ihr Schiff ebenfalls evakuierten, um das kleine Viehzeug loszuwerden? Sie müssen das offenbar regelmäßig tun. Diese Minis hecken und vermehren sich anscheinend wie die Karnickel.« Horvath überlegte einen Augenblick, und die Falte auf seiner Stirn vertiefte sich noch. Unvermittelt sagte er: »Wie dem auch sei, ich möchte die anderen fragen, was wir für den kranken Prospektor tun können. Wir dürfen ihn nicht einfach sterben lassen.«

»Das wäre vielleicht für alle am besten«, überlegte Kutuzov. »Schon gut, Doktor. Fragen Sie. Wir verraten wohl kaum etwas Wichtiges über das Imperium, wenn wir zugeben, dass wir nichts über die richtige Ernährung von Splits wissen. Wenn Sie jedoch fragen, und sie bestehen darauf, diesen Prospektor zu sehen, dann werden Sie, Blaine, das verhindern. Wenn erforderlich, muss dieses Split sterben — einen bedauerlichen, plötzlichen Unfall erleiden etwa. Ist das klar? Es darf auf keinen Fall mit anderen Splits sprechen, jetzt nicht und nie.«

»Aye, aye, Sir.« Rod saß gleichmütig in seinem Kommandosessel. Billige ich das vielleicht? dachte er. Ich müsste eigentlich entsetzt sein, aber …

»Wollen Sie unter diesen Umständen immer noch fragen, Doktor?« erkundigte sich Kutuzov.

»Ja. Ich habe von Ihnen schließlich nichts anderes erwartet.« Horvath schürzte erbittert die Lippen. »Wir haben immer noch die Hauptfrage zu klären: Die Splits haben uns eingeladen, in eine Bahn um ihren Planeteneinzuschwenken. Warum sie uns dazu auffordern, ist Ansichtssache. Ich glaube, der Grund ist, dass sie die ehrliche Absicht haben, diplomatische Beziehungen und Handel mit uns anzubahnen. Es gibt keinerlei Hinweise, dass sie andere Absichten haben könnten. Sie, Admiral, haben darüber natürlich ihre eigenen Theorien …«

Kutuzov lachte. Es war ein tiefes, herzliches Lachen. »Ach, Doktor, vielleicht glaube ich sogar dasselbe wie Sie. Aber was hat das mit meinen Entscheidungen zu tun? Ich bin für die Sicherheit des Imperiums verantwortlich. Was ich glaube, ist unwichtig.« Der Admiral blickte die Gruppe über das Vidifon kalt an. »Also gut. Kapitän, ich überlasse Ihnen die Entscheidung in diesem Fall. Sie werden jedoch zuerst die Selbstzerstörungssysteme Ihres Schiffes aktivieren. Sie verstehen, dass die Mac Arthur unter keinen Umständen in die Hände der Splits fallen darf?«

»Ja, Sir.«;

»Gut. Dann können Sie Ihr Schiff in einen Orbit um diesen Planeten bringen. Wir werden Ihnen mit der Lenin folgen. Sie werden jede Stunde alle neuen Informationen an uns weitergeben — und es ist Ihnen ja wohl klar, dass ich, wenn Ihr Schiff bedroht wird, keinerlei Rettungsaktionen unternehme, wenn dabei die Lenin in irgendeiner Weise gefährdet wird? Sie wissen, es ist’ meine erste Pflicht, Informationen zurückzubringen, einschließlich der Information, wie Sie umgekommen; sind, wenn dieser Fall eintreten sollte?« Der Admiral richtete seinen Blick auf Horvath. »Nun, Doktor, möchten Sie immer noch näher an Splitter Alpha heran?«

»Natürlich.«

Kutuzov zuckte die Achseln. »Dann alles Gute, Kapitän Blaine.«

Die Schleppboote der Mac Arthur hatten einen fassähnlichen Zylinder eingeholt, der etwa halb so groß war wie das Schiff der Splits. Der Tank war sehr einfach gebaut: eine harte, dicke Wandung aus irgendeinem Schaumstoff, gefüllt mit flüssigem Wasserstoff.

Das Abzapfventil lag an der Hauptachse. Jetzt war der Behälter hinter den Toroidkabinen am Rumpf des Splitschiffs befestigt. Der schlanke Stachel, der den Plasmastrom des Antriebs leitete, war nach außen gebogen worden, damit der Schub in Richtung des neuen Schwerpunkts wirkte. Das Schiff lehnte sich sozusagen mit seiner Antriebsachse zurück, ähnlich wie eine hochschwangere Frau, die zu gehen versucht.

Eine Anzahl Splits — Braunweiße, die von einem der Braunen angeleitet wurden — waren dabei, die Luftschleusenverbindung zu zerlegen, das Metall einzuschmelzen und daraus ringförmige Stützplattformen für die empfindlichen Toroide zu bauen. Andere arbeiteten im Schiff, und drei kleine braunweiße Wesen spielten bei ihnen. Wieder veränderte sich das Innere von einem Augenblick zum anderen. Decks wurden anders geneigt, so dass sie senkrecht auf die neue Schubachse standen. Die Null-Grav-Einrichtung wurde für Beschleunigung umgebaut.

Im Moment waren keine Splits mehr im Kutter; sie hatten alle mit ihrem eigenen Schiff zu tun, doch der Kontakt blieb aufrecht. Einige der Kadetten übernahmen abwechselnd einfache Arbeiten an Bord des Split-Schiffs.

Whitbread und Potter arbeiteten in der Beschleunigungskammer, wo sie die Andruckliegen so zusammenrückten, dass drei kleinere Liegen Platz hatten. Es war eine einfache, aber ziemlich anstrengende Arbeit. Schweißtropfen sammelten sich an ihren Helmscheiben und sickerten ihnen den Hals hinunter.

»Ich frage mich, wie eigentlich ein Mensch für ein Split riecht«, sagte Potter. »Du brauchst nicht zu antworten, wenn du die Frage kränkend findest«, fügte er hinzu.

»’s is schwer zu sagen«, antwortete Potters Split. »Ich soll ja mein Fjunch (klick) verstehn wie mich selber, aber’s könnt’ schon sein, dass ich mich manchmal zu gut in die Rolle hineinfühl’. Der Geruch von ehrlichem Schweiß hätt’ mich deshalb auf kein’ Fall gestört, selbst wenn ihr nich’ für uns arbeiten tätet. Was finden Se denn so komisch, Mr.

Whitbread?«

»Tut mir leid. Es ist der Akzent.«

»Welcher Akzent?« fragte Potter verwundert.

Whitbread und Whitbreads Split platzten los. »Es ist wirklich komisch«, lachte Whitbreads Split. »Ihr hattet einmal Schwierigkeiten, uns auseinander zuhalten.«

»Jetzt ist es andersrum«, sagte Jonathon Whitbread kichernd. »Ich muss immer Arme zählen anfangen, damit ich weiß, ob ich mit Renner oder mit Renners Split rede. Hilf mir mal hier, Gavin … Und dann erst Kapitän Blaines Split. Huaahahaha … Ich muss mich immer zusammennehmen, dass ich nicht automatisch strammstehe, und dann sagt es irgend was, und schon nehme ich wieder Haltung an. Sein Split erteilt Befehle, als war’s der Kommandant des Kutters, und wenn wir gehorchen, sagt es, ›Moment mal, Mister‹, und wir können ihm den Unfug nicht mal übel nehmen. Höchst verwirrend. Und reibt sich den Zinken wie der Alte.«