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Sally Fowlers Split sagte: »Sie haben keine Kaste, die für die Aufgabe der Vermittlung zwischen potentiellen Feinden geboren wird wie wir. Sie sind in allem nur Amateure, Pfuscher. Sie haben keine Spezialisten. Ihre Vermittler sind Amateure. Wenn sie versagen, wird gekämpft.«

»Sie sind auch in der Rolle von Meistern Amateure«, sagte ein Split und rieb sich nervös die Mitte des Gesichts. »Sie wechseln sich in dieser Aufgabe ab. In ihren Kriegsschiffen sind die Soldaten zwischen Besatzung und Vorgesetzten untergebracht, um die Leute zu trennen, die Meister spielen dürfen, und jene, die es nicht dürfen. Und doch — wenn Lenin spricht, gehorcht Kapitän Blaine wie ein Brauner, obwohl er Meister seines Schiffs ist. Es ist«, sagte das Split, »sehr schwer, Fjunch(klick) für einen nur temporären Meister zu sein.«

»Stimmt«, sagte Whitbreads Split. »Mein Mensch ist kein Meister, aber er wird es einmal werden.«

Ein anderes Split stellte fest: »Unsere Technikerin fand an ihren Werkzeugen eine Menge zu verbessern. Und dieser Dr. Hardy ist überhaupt keiner Kaste zuzuordnen …«

»Schluss damit«, sagte der Meister, und die Gespräche verstummten. »Wir haben ein dringenderes Problem. Was habt ihr über ihre Paarungsgewohnheiten erfahren können?«

»Darüber sprechen sie nicht mit uns. Es wird schwierig werden, auf diesem Gebiet etwas zu erfahren. Es scheint nur eine Frau an Bord zu sein.«

»Eine Frau?«

»Soweit wir feststellen konnten, ja.«

»Und die anderen sind geschlechtslos?«

»Es scheint nicht so zu sein. Trotzdem ist die Frau nicht schwanger und war es auch nie, seit wir Kontakt aufgenommen haben.«

»Wir müssen lernen«, sagte der Meister. »Auch lernen, Dinge zu verschweigen. Stellt eine beiläufig klingende Frage. Ihr müsst dabei sehr geschickt vorgehen, um möglichst wenig über uns preiszugeben. Wenn unsere Vermutung zutrifft — ist das überhaupt möglich?«

Ein Split meinte: »Alle Gesetze der Evolution würden dagegen sprechen. Wenn ein Individuum bis zur Fortpflanzungsfähigkeit überlebt, muss es seine Gene an die nächste Generation weitergeben. Wie sollte es da möglich sein, dass sie …«

»Sie sind uns fremd. Denkt daran, sie sind ganz anders als wir«, sagte Whitbreads Split.

»Wir müssen es herausfinden. Bestimmt eines von euch, formuliert die Frage und wählt den Menschen aus, dem ihr sie stellen wollt. Alle anderen müssen das Thema vermeiden, solange die Fremden nicht selbst darauf zu sprechen kommen.«

»Ich finde, wir sollten nichts verschweigen.« Das Split rieb sich beharrlich eine Stelle mitten im Gesicht, als fände es das irgendwie beruhigend. »Sie sind fremd und anders als wir und darum vielleicht unsere einzige Hoffnung. Mit ihrer Hilfe könnten wir vielleicht den uralten Verlauf der Zyklen durchbrechen.«

Der Meister zeigte sich überrascht. »Ihr werdet den grundlegenden Unterschied zwischen den Menschen und uns verschweigen. Sie dürfen nicht davon erfahren.«

»Und ich sage, das sollten wir nicht!« rief das Split. »Hört auf mich! Sie haben ihre Methoden — sie lösen ihre Probleme, immer finden sie einen Weg …« Die anderen begannen es einzukreisen. »Nein! Hört doch! Ihr müsst auf mich hören!«

»Ein großer Narr«, sagte der Meister verwundert. Sperrt sie ein, aber lasst ihr alle Annehmlichkeiten. Wir werden ihr Wissen brauchen. Und niemand darf ihrem Fjunch(klick) zugeteilt werden, die Belastung war zu viel für sie.«

Blaine ließ den Kutter mit 0,780 Ge der Mac Arthur voranfliegen. Er war sich peinlich bewusst, dass die Mac Arthur unverkennbar ein Kriegsschiff war, das den halben Split-Planeten in eine Wüste verwandeln konnte, und versuchte nicht daran zu denken, welche Waffen nervöse Splits wohl auf sie gerichtet haben mochten. Er wollte, dass ein relativ harmloses Boot zuerst in der Umlaufbahn ankam. Es war nur eine Geste, aber er hoffte, dass sie richtig verstanden würde.

Der Kutter war jetzt nur mehr mit den nötigen Leuten besetzt. Die Wissenschaftler lebten wieder auf der Mac Arthur, fütterten endlose Datenreihen in den Computerspeicher, verglichen, rechneten und stellten die Berichte für den Kapitän zusammen, die dieser an die Lenin weiterleitete. Natürlich hätten sie direkt berichten können, aber es war das sozusagen ein Privileg seines Ranges. Bridgerunden und Dinnergesellschaften wurden jedenfalls in letzter Zeit zu angeregten Diskussionen benutzt.

Alle machten sich Sorgen um das braune Split. Der Prospektorin ging es zusehends schlechter. Von der Nahrung, die die Splits besorgt hatten, nahm sie genauso wenig zu sich wie von der, die ihr die Biologen der Mac Arthur zusammengestellt hatten. Es war sehr enttäuschend, und auch die endlosen Testreihen von Dr. Blevins führten zu nichts.

Die Minis waren prächtig gediehen, während sie sich in der Mac Arthur frei herumgetrieben hatten, und Blevins fragte sich, ob sie vielleicht an irgend etwas Ausgefallenem Geschmack gefunden hatten, an Raketentreibstoff oder Kabelisolationen. Er setzte dem Split eine Vielzahl der unwahrscheinlichsten Stoffe vor, aber das Sehvermögen des Braunen wurde zusehends schlechter, die Haare gingen ihm in Büscheln aus, und es wimmerte herzzerreißend vor sich hin. Eines Tages hörte es überhaupt zu essen auf. Am nächsten Tag war es tot.

Horvath war außer sich vor Zorn und Enttäuschung.

Blaine übernahm es, das Split-Schiff zu verständigen. Das sanft grinsende braunweiße Split, das sich meldete, konnte nur Horvaths Fjunch(klick) sein, obwohl es Blaine schwergefallen wäre zu sagen, woher er das wusste. »Ist mein Fjunch(klick) erreichbar?« fragte Rod. Mit Horvaths Split fühlte er sich nicht so recht wohl. »Leider nein, Kapitän.«

»Also gut. Ich rufe an, weil ich euch sagen muss, dass das Braune, das wir in unserem Schiff hatten, gestorben ist. Ich weiß nicht, was das für euch bedeutet, aber wir haben ganz bestimmt unser Bestes gegeben. Sämtliche Wissenschaftler der Mac Arthur haben versucht, ihm zu helfen.«

»Davon bin ich überzeugt, Kapitän. Es macht nichts. Können wir die Leiche haben?«

Rod überlegte kurz. »Das geht leider nicht.« Er hatte keine Ahnung, was die Splits möglicherweise von der Leiche eines Wesens erfahren konnten, das selbst in lebendigem Zustand keinerlei Verständigungsfähigkeiten gezeigt hatte — aber vielleicht begann er von Kutuzov zu lernen. Konnten unter dem Fell etwa mikroelektronische Tätowierungen sein …? Und warum bedeutete der Tod des Braunen den Splits so wenig? Das war natürlich etwas, wonach er gewiss nicht fragen konnte. Man musste froh sein, dass sie nicht verärgert oder zornig waren. »Bitte richte meinem Fjunch(klick) Grüße von mir aus.«

»Ich habe auch eine schlechte Nachricht«, sagte Horvaths Split. »Kapitän, Sie haben kein Fjunch(klick) mehr. Sie hat den Verstand verloren.«

»Was?« Rod war mehr erschüttert, als er sich vorgestellt hätte. »Den Verstand verloren? Warum? Weshalb? Wie?«

»Kapitän, ich glaube, Sie können sich nicht vorstellen, welcher Belastung sie ausgesetzt war. Es gibt Splits, die Befehle erteilen, und Splits, die Werkzeuge herstellen und richten. Wir gehören zu keiner Art. Wir sind Vermittler. Wir können uns mit einem Befehlsgeber identifizieren, das ist keine Belastung für uns, aber mit einem fremdartigen Befehlsgeber? Es war zu viel für sie. Als Ihr Fjunch(klick) hat sie — wie soll ich es ausdrücken? Es war Meuterei. Euer Wort ist ›Meuterei‹. Wir haben kein solches Wort.