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»Aye, aye, Sir.« Cargill drehte sich wieder zu dem Lufterneuerungsgerät um. Sinclair hatte den Deckel abgenommen und knurrte gälische Flüche hinein, während er den freigelegten Mechanismus untersuchte.

Die inneren Teile waren verändert. Das Gehäuse war umgeformt worden. Der zweite Filter, den Sinclair eingesetzt hatte, war verschwunden, und der andere so verändert, dass er ihn kaum wiedererkannte. Von der einen Filterwand troff eine Art öliger Brühe in einen Plastiksack, der prall mit irgendeinem Gas gefüllt war — offenbar hatte die Brühe leicht verdunstende Bestandteile.

»Hmja«, nickte Sinclair. »Alle typischen Anzeichen sind da, Commander Cargill, Schraubverbindungen verschweißt. Fehlende Teile und so weiter.«

»Also Heinzelmännchen.«

»Klar«, knurrte Sinclair. »Und wir dachten, wir hätten die Bande vor Monaten ausgerottet! Nach meinem Log wurde dieses Gerät erst vorige Woche überprüft. Da war’s noch unverändert.«

»Aber wo können sie sich nur verkrochen haben?« wollte Cargill erbittert wissen. Der Erste Maschinist schwieg. »Was nun, Sandy?«

Sinclair zuckte die Achseln. »Ich würde vorschlagen, dass wir uns das Hangardeck ansehen, Sir. Das ist die Region des Schiffs, die am wenigsten benutzt wird.«

»Stimmt.« Cargill aktivierte nochmals das Vidi. »Käptn, wir werden das Hangardeck überprüfen — aber ich fürchte, es besteht gar kein Zweifel mehr. Wir haben sehr lebendige Heinzelmännchen an Bord.«

»In Ordnung, Jack. Ich muss jetzt an die Lenin Meldung machen.« Rod holte tief Luft und umklammerte die Armstützen seines Kommandositzes, als müsse er sich für eine Schlacht wappnen. »Verbinden Sie mich mit dem Admiral.«

Kutuzovs grobe Gesichtszüge tauchten auf dem Schirm auf. Rod berichtete hastig. »Ich weiß nicht, wie viele es sind, Sir«, schloss er. »Meine Offiziere suchen noch nach weiteren Spuren.«

Kutuzov nickte. Ein langes Schweigen trat ein, während der Admiral auf einen Punkt über Blaines linker Schulter starrte. »Kapitän, haben Sie meine Befehle hinsichtlich der Kommunikationssperre befolgt?« »Jawohl, Sir. Ununterbrochene Kontrolle jeglicher ein- und ausgehender Signale. Da war nichts.«

»Nichts, soweit wir wissen«, korrigierte der Admiral. »Wir können annehmen, dass nichts durchging, aber es wäre möglich, dass diese Kreaturen mit anderen Splits Verbindung bekommen haben. Wenn ihnen das gelungen ist, gibt es auf der Mac Arthur keine Geheimnisse mehr. Wenn nicht — Kapitän, Sie werden der Expedition sofort Order geben, unverzüglich auf die Mac Arthur zurückzukehren, und Sie werden alles vorbereiten für den Aufbruch nach Neukaledonien in dem Augenblick, da alle an Bord sind. Haben Sie verstanden?«

»Aye, aye, Sir«, sagte Blaine kühl.

»Sie sind nicht einverstanden?«

Rod überlegte einen Augenblick lang. Er hatte zuerst nur an das empörte Geschrei gedacht, das Horvath und die anderen erheben würden. Jetzt musste er feststellen, dass er ausnahmsweise mit dem Admiral einer Meinung war. »Doch, Sir. Ich wüsste keine bessere Vorgangsweise. Aber angenommen, ich kann das Ungeziefer ausrotten, Sir?«

»Können Sie dessen je sicher sein, Kapitän?« wollte Kutuzov wissen. »Ich könnte es jedenfalls nicht. Sind wir erst aus diesem System draußen, können wir die Mac Arthur Stück für Stück auseinandernehmen und brauchen nicht zu befürchten, dass das Viehzeug Kontakt mit anderen Splits erlangt. Solange wir hier sind, besteht diese Gefahr immer, und das ist ein Risiko, das ich nicht eingehen will.«

»Was soll ich den Splits erzählen, Sir?« fragte Rod.

»Sie werden erklären, dass an Bord Ihres Schiffes plötzlich eine Krankheit ausgebrochen ist. Und dass wir uns gezwungen sehen, ins Imperium zurückzukehren. Sie können ihnen sagen, dass Ihr Kommandant das befohlen hat und Sie keine andere Erklärung wüssten.

Wenn sich später bessere Erklärungen für notwendig erweisen, hat das Außenministerium genügend Zeit, sie vorzubereiten. Für den Augenblick muss das genügen.«

»Jawohl, Sir.« Das Bild des Admirals erlosch. Rod wandte sich an den wachhabenden Offizier. »Mr. Crawford, dieses Schiff geht in wenigen Stunden auf Heimatkurs.

Verständigen Sie alle Abteilungen, und dann verbinden Sie mich mit Mr. Renner auf Splitter Alpha.« Ein gedämpftes Alarmsignal hallte durch das Schloss. Renner schaute schlaftrunken auf und bemerkte sein Split beim Bildfunkschirm, der in einer Ornamentalmalerei an der Wand sichtbar geworden war.

»Der Kapitän will dich sprechen«, sagte das Split.

Renner warf einen Blick auf seinen Taschencomputer. Auf der Mac Arthur war es beinahe Mittag, herunten in der Schloss-Stadt dagegen eher Mitternacht. Schläfrig kam er auf die Füße und tappte zum Bildschirm hinüber. Blaines Gesichtsausdruck ließ ihn augenblicklich wach werden.

»Wir haben einen kleinen Notstand an Bord, Mr. Renner. Sie müssen die Splits ersuchen, alle unsere Leute heraufzuschicken. Sie eingeschlossen.«

»Dr. Horvath wird nicht mitkommen wollen, Sir«, sagte Renner, dessen Denken auf Hochtouren arbeitete. Irgend etwas stimmte hier ganz und gar nicht, und wenn er das merkt, würden die Splits es genauso erkennen.

Blaine nickte. »Er wird müssen. Sorgen Sie dafür, Renner.«

»Jawohl, Sir. Was ist mit unseren Fjunch(klick)s?« »Oh, die können mit Ihnen bis zum Kutter heraufkommen«, sagte Blaine. »So arg ist es nicht. Nur eine A-Eins-Angelegenheit.«

Erst nach ein oder zwei Sekunden hatte Renner begriffen, was das bedeutete, und dann hatte er sich wieder so weit im Griff, dass er sich nichts anmerken ließ. Zumindest hoffte er das. »Aye, aye, Käptn. Wir kommen.«

Er kehrte zur Schlafcouch zurück und setzte sich auf die Kante. Während er seine Stiefel anzog, versuchte er, seine Gedanken zu ordnen. Die Splits wussten wohl kaum die Codebezeichnungen der Flotte zu deuten, aber A-Eins bedeutete höchste militärische Priorität … und Blaine hatte das allzu leichthin gesagt.

Na schön, dachte er. Die Splits wissen, dass ich ihnen etwas vormache. Sie müssen es merken. Irgendwo dort draußen hat’s Alarm gegeben, und ich soll die potentiellen Geiseln von diesem Planeten wegholen, ohne dass die Splits das kapieren. Was wiederum heißt, dass die Splits nichts von dem Grund für den Alarm wissen, und das gibt eigentlich keinen Sinn.

»Fjunch(klick)«, erinnerte ihn sein Split. »Was ist los?«

»Ich weiß nicht«, sagte Renner durchaus wahrheitsgemäß.

»Und du willst es auch nicht wissen«, sagte das Split. »Habt ihr irgendwelche Schwierigkeiten?« »Weiß ich auch nicht«, antwortete Renner. »Du hast ja gehört, was der Kapitän gesagt hat. Also, wie stelle ich das jetzt an, die ganze Expedition mitten in der Nacht hinauszubringen?«

»Das kannst du mir überlassen«, erklärte Renners Split.

Das Hangardeck stand normalerweise unter Vakuum. Die Schleusentore waren so gewaltig, dass ein gewisser Luftverlust sonst unvermeidlich gewesen wäre. Später würde Cargill eine genaue Durchsuchung des Hangardecks unter Druck veranlassen; vorläufig jedoch schauten er und Sinclair sich erst einmal bei Vakuum um.

Alles schien in Ordnung zu sein, nichts war verändert. »Also«, sagte Cargill. »Was würden Sie unternehmen, wenn Sie ein Mini-Split wären?«

»Ich würde die Boote außen am Rumpf parken und den Hangarraum als Treibstofftank benutzen.« »Solche Schiffe gibt’s. Wäre allerdings ein recht umfangreiches Unternehmen für einen Trupp Heinzelmännchen.« Cargill wanderte auf das Hangartor hinaus. Er wusste nicht, wonach er eigentlich suchte, und hätte später auch nicht sagen können, warum er zu Boden blickte. Er begriff erst nach einigen Atemzügen, dass etwas nicht stimmte.