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«Völlig unsichtbar. Sie dürfen nicht vergessen, in der Öffentlichkeit ist nicht bekannt, dass er die eigentliche Zentralfigur des Prozesses ist. Als die Verhandlung begann, gab es achtunddreißig beklagte Firmen. Es wurden keine Personen genannt, sondern nur Firmen. Von den achtunddreißig werden sieben öffentlich gehandelt, und an jeder ist er mit nicht mehr als zwanzig Prozent beteiligt. Das sind einfach kleine Firmen, die über den Tresen gehandelt werden. Die anderen einunddreißig sind in Privatbesitz, und über sie konnte ich nicht viel erfahren. Aber ich habe herausbekommen, dass viele dieser Privatfirmen sich gegenseitig gehören, und ein paar von ihnen gehören sogar den öffentlichen Firmen. Es ist fast undurchschaubar.«

«Aber er hat die Kontrolle?«

«Ja. Ich vermute, dass er achtzig Prozent des Projektes besitzt oder kontrolliert. Ich habe vier der Privatfirmen überprüft. Drei von ihnen sind im Ausland eingetragen. Zwei auf den Bahamas und eine auf den Caymans. Auch Del Greco hat gehört, dass Mattiece unter dem Deckmantel ausländischer Banken und Firmen operiert.«

«Erinnern Sie sich noch an die sieben öffentlichen Firmen?«

«An die meisten. Sie waren natürlich in einer Fußnote in dem Dossier aufgeführt, von dem ich keine Kopie mehr habe. Aber ich habe den größten Teil davon aus dem Gedächtnis neu geschrieben.«

«Darf ich es sehen?«

«Sie können es haben. Aber es ist tödlich.«

«Ich werde es später lesen. Erzählen Sie mir von dem Foto.«

«Mattiece stammt aus einem kleinen Ort in der Nähe von Lafayette, und schon in jüngeren Jahren war er für Politiker im Süden von Louisiana ein Mann mit dicker Brieftasche. Er war schon damals ein undurchsichtiger Typ, der sich beim Geldausteilen immer im Hintergrund hielt. Er machte große Geschenke an Demokraten im Lande und Republikaner in Washington, und im Lauf der Jahre machte er sich bei den Großen in der Regierung beliebt. Er hat sich nie um Publicity bemüht, aber seine Art von Geld ist schwer geheimzuhalten, zumal wenn es Politikern ausgehändigt wird. Vor sieben Jahren, als der Präsident noch Vizepräsident war, kam er nach New Orleans, um für die Republikaner Geld zu beschaffen. Alle großen Tiere waren da, einschließlich Mattiece. Es war ein Essen, bei dem das Gedeck zehntausend Dollar kostete; also versuchte die Presse, hineinzukommen. Irgendwie ist es einem Reporter gelungen, ein Foto von Mattiece zu machen, wie er gerade dem Vizepräsidenten die Hand schüttelt. Es erschien am nächsten Tag in der Zeitung von New Orleans. Es ist ein wundervolles Bild. Sie grinsen einander an, als wären sie die allerbesten Freunde.«

«Das dürfte leicht zu beschaffen sein.«

«Ich hatte es an die letzte Seite meines Dossiers geheftet, nur so zum Spaß. Es ist doch ein Spaß, nicht wahr?«

«Ein Mordsspaß.«

«Vor ein paar Jahren verschwand Mattiece von der Bildfläche, und man nimmt an, dass er jetzt an verschiedenen Orten lebt. Er ist sehr exzentrisch. Del Greco hat gesagt, die meisten Leute glaubten, er wäre verrückt.«

Das Bandgerät piepte, und Gray legte ein neues Band ein. Darby stand auf und streckte ihre langen Beine. Er beobachtete sie, während er sich mit dem Gerät beschäftigte. Zwei weitere Bänder waren bereits voll und gekennzeichnet.

«Sind Sie müde?«fragte er.

«Ich habe in letzter Zeit nicht gut geschlafen. Wie viele Fragen wollen Sie mir noch stellen?«

«Wieviel wissen Sie noch?«

«Über die wichtigsten Dinge haben wir gesprochen. Da sind noch ein paar Lücken, die wir morgen früh ausfüllen können.«

Gray schaltete das Gerät aus und stand gleichfalls auf. Sie war am Fenster, streckte sich und gähnte. Er entspannte sich auf der

Couch.

«Was ist mit Ihrem Haar passiert?«fragte er.

Darby setzte sich in einen Sessel und zog die Beine unter sich. Rote Zehennägel. Ihr Kinn lag auf den Knien.»Ich habe es in einem Hotel in New Orleans gelassen. Woher wissen Sie davon?«

«Ich habe ein Foto gesehen.«

«Von wo?«

«Sogar drei, um genau zu sein. Zwei aus dem Tulane-Jahrbuch und eines von der Arizona State.«

«Wer hat sie Ihnen geschickt?«

«Ich habe Verbindungen. Sie wurden gefaxt, waren also nicht besonders gut. Aber da war dieses prachtvolle Haar.«

«Ich wollte, Sie hätten das nicht getan.«

«Weshalb?«

«Jedes Telefongespräch hinterlässt eine Spur.«

«Ich bin kein Anfänger, Darby.«

«Sie haben hinter mir hergeschnüffelt.«

«Nur ein bisschen Hintergrund. Das ist alles.«

«Damit ist jetzt Schluss, okay? Wenn Sie etwas über mich wissen wollen, fragen Sie mich. Wenn ich nein sage, ist der Fall erledigt.«

Grantham zuckte die Achseln und erklärte sich einverstanden. Vergessen wir das Haar. Machen wir mit weniger heiklen Themen weiter.»Also wer hat sich für Rosenberg und Jensen entschieden? Mattiece ist kein Anwalt.«

«Rosenberg ist einfach. Jensen hat nur wenig über Umweltthemen geschrieben, hat aber immer beharrlich gegen alle Arten von Entwicklungsprojekten votiert. Wenn die beiden überhaupt irgendein gemeinsames Anliegen hatten, dann war es der Schutz der Umwelt.«»Und Sie meinen, darauf wäre Mattiece von ganz allein gekommen?«

«Natürlich nicht. Ein ziemlich bösartiger Juristenverstand hat ihm die beiden Namen präsentiert. Er hat an die tausend Anwälte.«

«Und keinen in Washington?«

«Das habe ich nicht gesagt.«

«Sie haben doch gesagt, die beteiligten Anwaltsfirmen wären in erster Linie in New Orleans und Houston und ein paar anderen Städten ansässig gewesen. Washington haben Sie nicht erwähnt.«

Darby schüttelte den Kopf.»Sie stellen zu viele Vermutungen an. Mir fallen mindestens zwei Washingtoner Firmen ein, auf die ich gestoßen bin. Die eine davon ist White and Blazevich, eine sehr alte, mächtige, reiche republikanische Kanzlei mit an die vierhundert Anwälten.«

Gray rutschte auf die Kante der Couch.

«Was ist?«fragte sie. Er war plötzlich angespannt, stand auf, wanderte zur Tür und dann zurück zur Couch.

«Das könnte passen. Das könnte es sein, Darby.«

«Ich höre.«

«Hören Sie wirklich zu?«

«Ich schwöre es.«

Er war am Fenster.»Okay, vorige Woche erhielt ich drei Anrufe von einem Washingtoner Anwalt, der sich Garcia nannte; aber das ist nicht sein richtiger Name. Er sagte, er wüsste etwas und hätte etwas über Rosenberg und Jensen gesehen, und ihm lag sehr viel daran, mir zu sagen, was er wusste. Aber dann bekam er es mit der Angst zu tun und verschwand.«

«In Washington gibt es eine Million Anwälte.«»Zwei Millionen. Aber ich weiß, dass er in einer Privatfirma arbeitet. Er hat es halbwegs zugegeben. Er war aufrichtig und sehr verängstigt; er glaubte, dass sie ihn verfolgten. Ich fragte, wer sie wären, aber das wollte er mir natürlich nicht sagen.«

«Was ist aus ihm geworden?«

«Wir hatten für den frühen Samstagmorgen ein Treffen vereinbart, und dann rief er ganz zeitig an und sagte, ich sollte es vergessen. Sagte, er wäre verheiratet und hätte einen guten Job, und weshalb ihn aufs Spiel setzen. Er hat es nie zugegeben, aber ich glaube, er hat eine Kopie von irgend etwas, die er mir eigentlich zeigen wollte.«

«Das könnte die Bestätigung für Ihre Theorie sein.«

«Was ist, wenn er für White and Blazevich arbeitet? Wir hätten das Feld plötzlich auf vierhundert Anwälte eingeengt.«

«Ein Heuhaufen wäre wesentlich kleiner.«

Grantham griff nach seiner Tasche, blätterte einige Papiere durch und förderte ein zwölf mal achtzehn Zentimeter großes Schwarzweißfoto zutage. Er ließ es in ihren Schoß fallen.»Das ist Mr. Garcia.«

Darby betrachtete das Foto. Es war ein Mann auf einem belebten Gehsteig.»Ich vermute, er hat dafür nicht posiert.«

«Genaugenommen nicht. «Grantham wanderte wieder herum.

«Wie haben Sie es dann bekommen?«