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Der Name neben der Tür war David M. Underwood. Gray klopfte nicht an. Er wollte schnell zuschlagen und vielleicht schnell wieder verschwinden. Mr. Underwood hängte sein Jackett auf einen Bügel.

«Hi. Ich bin Gray Grantham von der Washington Post. Ich suche einen Mann namens Garcia.«

Underwood runzelte die Stirn und schien verblüfft.»Wie sind Sie hier hereingekommen?«fragte er.

Die Stimme klang plötzlich vertraut.»Zu Fuß. Sie sind Garcia, nicht wahr?«

Er zeigte auf eine Schreibtischplakette mit seinem Namen in Goldbuchstaben.»David M. Underwood. In diesem Stockwerk gibt es niemanden, der Garcia heißt. Ich kenne keinen Garcia in dieser Firma.«

Gray lächelte, als spielte er mit. Underwood war ängstlich. Oder verärgert.

«Wie geht es Ihrer Tochter?«fragte Gray.

Underwood kam um den Schreibtisch herum, jetzt ziemlich verwirrt.»Welcher?«

Das passte nicht. Garcia war sehr besorgt gewesen um seine Tochter, ein Kleinkind, und wenn er mehr als eine gehabt hätte, dann hätte er es bestimmt erwähnt.

«Der jüngsten. Und Ihrer Frau?«

Underwood war jetzt auf Schlagnähe herangekommen und schob sich noch näher heran. Offensichtlich war er ein Mann, der vor körperlichem Kontakt keine Angst hatte.

«Ich habe keine Frau. Ich bin geschieden. «Er hob die linke Faust, und einen kurzen Moment lang dachte Gray, er wollte zuschlagen. Dann sah er die vier ringlosen Finger. Keine Frau. Kein Ring. Garcia betete seine Frau an, und er würde einen Ring tragen. Es war Zeit zum Gehen.

«Was wollen Sie?«fragte Underwood.

«Ich dachte, Garcia säße in diesem Stockwerk«, sagte er, sich zurückziehend.

«Ist Ihr Freund Garcia Anwalt?«

«Ja.«

Underwood entspannte sich ein wenig.»Nicht in dieser Firma. Wir haben einen Perez und einen Hernandez und vielleicht noch einen weiteren. Aber einen Garcia kenne ich nicht.«

«Nun ja, es ist eine große Firma«, sagte Gray, jetzt an der Tür.

Underwood folgte ihm.»Hören Sie, Mr. Grantham, wir sind es nicht gewohnt, dass Reporter hier auftauchen. Ich werde den Sicherheitsdienst anrufen, vielleicht kann er Ihnen weiterhelfen.«

«Das ist nicht nötig. Vielen Dank. «Grantham war auf dem Korridor und verschwunden. Underwood informierte den Sicherheitsdienst.

Im Fahrstuhl verfluchte Grantham sich selbst. Außer ihm war niemand darin, deshalb fluchte er laut. Dann dachte er an Croft und verfluchte ihn, und als der Fahrstuhl hielt und die Tür aufging, stand Croft im Foyer neben den Münzfernsprechern. Ruhig bleiben, befahl er sich.

Sie verließen das Gebäude gemeinsam.»War nichts«, sagte Gray.

«Haben Sie mit ihm gesprochen.«

«Ja. Der falsche Mann.«

«Verdammt. Ich war ganz sicher, dass er es war. Es war der Mann auf den Fotos, oder etwa nicht?«

«Nein. Er sieht ihm nur ziemlich ähnlich. Versuchen Sie es weiter.«

«Ich habe diese Sache ziemlich satt, Grantham. Ich…«

«Sie werden dafür bezahlt. Machen Sie noch eine Woche weiter, okay? Ich kann mir schwerere Arbeit vorstellen.«

Croft blieb auf dem Gehsteig stehen, und Gray ging weiter.»Noch eine Woche, dann ist endgültig Schluss«, rief Croft hinter ihm her. Grantham schwenkte die Hand.

Er schloss den vorschriftsmäßig geparkten Volvo auf und fuhr zurück zur Post. Das war kein kluger Schachzug gewesen. Es war eine ziemliche Dummheit. Ein solcher Fehler hätte ihm nicht unterlaufen dürfen. Er würde den Vorfall bei seinem täglichen Gespräch mit Jackson Feldman und Smith Keen nicht erwähnen.

Feldman wollte ihn sprechen, sagte ein anderer Reporter, und er eilte in sein Büro. Er lächelte die Sekretärin, die im Begriff war, ihn anzufahren, zuckersüß an. Keen und Howard

Krauthammer, der Chef vom Dienst, warteten bei Feldman auf ihn. Keen machte die Tür zu und reichte Gray eine Zeitung.»Haben Sie das gesehen?«

Es war die Times-Picayune, die Zeitung von New Orleans, und die Story auf der Titelseite berichtete über den Tod von Verheek und Callahan, mit großen Fotos. Er las sie schnell, während sie ihn beobachteten. Es war von ihrer Freundschaft die Rede und ihrem gewaltsamen Tod in nur sechs Tagen Abstand. Und auch Darby Shaw wurde erwähnt, die verschwunden war. Aber keinerlei Hinweis auf das Dossier.

«Allem Anschein nach ist die Katze aus dem Sack«, sagte Feldman.

«Das sind nur die grundlegenden Tatsachen«, sagte Gray.»Die hätten wir schon vor drei Tagen bringen können.«

«Warum haben wir es nicht getan?«fragte Krauthammer.

«Da steckt nichts dahinter. Es sind zwei Tote, der Name der jungen Frau und tausend Fragen, von denen keine beantwortet wird. Sie haben einen Polizisten gefunden, der bereit war zu reden, aber er weiß nichts außer den blutigen Details.«

«Aber sie recherchieren, Gray «sagte Keen.

«Wollen Sie, dass ich sie daran hindere?«

«Die Times hat die Sache aufgegriffen«, sagte Feldman.»Sie werden mehr bringen, morgen oder Sonntag. Wieviel können sie wissen?«

«Weshalb fragen Sie mich das? Möglich, dass sie eine Kopie des Dossiers haben. Möglich, aber äußerst unwahrscheinlich. Aber sie haben nicht mit der Frau gesprochen. Wir haben die Frau. Sie gehört uns.«

«Das hoffen wir«, sagte Krauthammer.

Feldman rieb sich die Augen und starrte die Decke an.»Nehmen wir an, sie haben eine Kopie des Dossiers und wissen, wer es geschrieben hat, und jetzt ist sie verschwunden. Deshalb können sie es im Moment nicht verifizieren, aber sie scheuen nicht davor zurück, das Dossier zu erwähnen, allerdings ohne Nennung von Mattiece. Sagen wir, sie wissen, dass Callahan ihr Professor war, unter anderem, und dass er das Dossier hierher gebracht und seinem guten Freund Verheek gegeben hat. Und nun sind sie tot, und sie ist auf der Flucht. Das ist eine verdammt gute Story, finden Sie nicht, Gray?«

«Es ist eine tolle Story«, sagte Krauthammer.

«Sie ist nicht der Rede wert im Vergleich zu dem, was noch kommt«, sagte Gray.»Ich will nicht, dass sie erscheint, weil sie nur die Spitze des Eisbergs ist. Außerdem wird sich jede Zeitung im Lande darauf stürzen. Wir können keine tausend Reporter brauchen, die sich gegenseitig auf die Füße treten.«

«Ich bin dafür, dass wir sie bringen«, sagte Krauthammer.»Sonst haut die Times sie uns um die Ohren.«

«Wir können die Story nicht bringen«, sagte Gray.

«Und weshalb nicht?«

«Weil ich sie nicht schreiben werde, und wenn jemand anders hier sie schreibt, verlieren wir die Frau. So einfach ist das. Sie überlegt sich schon jetzt, ob sie nicht ins nächste Flugzeug steigen und das Land verlassen soll. Ein Fehler von uns, und sie ist verschwunden.«

«Aber sie hat doch schon erzählt, was sie weiß«, sagte Keen.

«Ich habe ihr mein Wort darauf gegeben, dass ich die Story erst dann schreiben werde, wenn wir alles beisammen haben und Mattiece beim Namen nennen können. Es ist ganz einfach.«

«Sie benutzen sie, stimmt’s?«

«Sie ist eine Informantin. Aber sie ist nicht hier in der Stadt.«

«Wenn die Times das Dossier hat, dann wissen sie auch über Mattiece Bescheid«, sagte Feldman.»Und wenn sie über Mattiece Bescheid wissen, dann recherchieren sie wie die Wilden, um die Story zu verifizieren. Was ist, wenn sie uns zuvorkommen?«

Krauthammer grunzte entrüstet.»Wir sitzen hier herum und lassen uns die größte Story seit zwanzig Jahren entgehen. Ich sage, wir sollten bringen, was wir haben. Es ist nur die Oberfläche, aber schon jetzt eine tolle Sache.«

«Nein«, sagte Gray.»Ich schreibe sie nicht, bis ich alles zusammen habe.«

«Und wie lange wird das dauern?«fragte Feldman.

«Vielleicht eine Woche.«