Выбрать главу

Hall ließ sich auf die Knie fallen und zerrte an dem Teppich. „Schnell!" brüllte er. „Ziehen Sie ihn weg!"

Die drei Männer zogen zusammen. Der Teppich leistete Widerstand.

„Hilfe", krächzte Taylor kaum hörbar.

„Wir versuchen es ja!" Sie zerrten angestrengt an dem Läufer. Schließlich hatten Sie Erfolg. Der Teppich flatterte hastig auf die geöffnete Tür zu. Eine der Wachen zerstrahlte ihn.

Hall rannte zum Bildsprecher und wählte mit zittrigen Fingern die Nummer von Kommandant Morrison.

Ihr Gesicht erschien auf dem Monitor.

„Schauen Sie!" keuchte er.

Sie blickte an ihm vorbei und starrte Taylor an, der auf dem Boden lag, die beiden Wachen, die neben ihm knieten und ihre Strahler noch immer schußbereit hielten.

„Was... was ist geschehen?"

„Ein Teppich hat ihn angegriffen." Hall lächelte humorlos. „Nun, wer ist hier verrückt?"

„Ich werde noch einige Wachen nach unten schicken." Sie blinzelte verwirrt. „Sofort. Aber wie..."

„Sagen Sie ihnen, sie sollen ihre Strahler bereithalten. Und geben Sie besser noch Großalarm für alle."

Hall legte vier Gegenstände auf Kommandant Morrisons

Schreibtisch: Ein Mikroskop, ein Handtuch, einen Metallgürtel und einen kleinen rot und weiß gestreiften Teppichläufer.

Nervös wich sie zurück. „Major, sind Sie sicher...?"

Jetzt sind sie nicht mehr gefährlich. Das ist das seltsame an der ganzen Angelegenheit. Dieses Handtuch. Vor ein paar Stunden hat es versucht, mich umzubringen. Ich habe mich nur dadurch retten können, indem ich es zerstrahlt habe. Aber hier liegt es vor uns, als ob nichts geschehen wäre. Sieht aus wie immer. Harmlos."

Captain Taylor befingerte den rot-weiß gestreiften Läufer. „Es ist mein Teppich. Ich habe ihn von der Erde mitgebracht. Meine Frau hat ihn mir geschenkt. Ich... ich hätte niemals angenommen, daß er mich angreifen würde."

Sie blickten einander an.

„Wir haben auch den Teppich zerstrahlt", bemerkte Hall.

Stille trat ein.

„Aber was hat mich dann überfallen?" fragte Captain Taylor. „Wenn es nicht der Teppich war?"

„Es sah aus wie dieser Läufer", sagte Hall langsam. „Und was mich angegriffen hat, das sah aus wie dieses Handtuch."

Kommandant Morrison hielt das Handtuch ins Licht. „Es ist nur ein gewöhnliches Handtuch! Es kann Sie unmöglich bedroht haben."

„Natürlich nicht", stimmte Hall zu. „Wir haben diese Gegenstände allen Tests unterzogen, die nur vorstellbar sind. Sie sind genau das, was sie zu sein scheinen; alles ist unverändert. Völlig harmlose anorganische Gegenstände. Es ist unmöglich, daß eines dieser Objekte zum Leben erwacht ist und uns zu töten versuchte."

„Aber etwas hat es versucht", beharrte Taylor. „Etwas hat mich angegriffen. Und wenn es nicht der Teppich war, was war es dann?"

Leutnant Dodds wühlte in der Schublade und suchte seine Handschuhe. Er war in Eile. Die ganze Einheit war zu einer außerplanmäßigen Besprechung befohlen worden.

„Wo habe ich sie nur...?" murmelte er. „Zum Teufel, was ist das?"

Vor ihm auf dem Bett lagen zwei Paar völlig identischer Handschuhe nebeneinander.

Dodds runzelte die Stirn und kratzte sich am Kopf. Wie war das möglich? Er besaß nur ein Paar. Das andere mußte jemand anders gehören. Gestern abend war Bob Wesley bei ihm gewesen, und sie hatten Karten gespielt. Vielleicht hatte er seine Handschuhe vergessen.

Erneut blitzte der Bildsprecher auf. „An alle Einheiten. An alle Einheiten. Kommen Sie bitte in den Versammlungsraum."

„Schon gut!" brummte Dodds mürrisch. Er griff nach einem Paar Handschuhe und zog sie an.

Kaum hatte er sie übergestreift, zwangen die Handschuhe seine Hände hinunter zu seiner Hüfte. Gegen seinen Willen schlossen sich seine Finger um den Griff des Strahlers und zogen ihn aus dem Halfter.

„Ich will verdammt sein!" entfuhr es Dodds. Die Handschuhe richteten den Strahler auf seine Brust.

Die Finger krümmten sich. Ein Fauchen ertönte. Dodds halbe Brust löste sich auf. Was von ihm übrigblieb, sackte langsam zu Boden, und noch immer stand sein Mund weit offen vor Erstaunen.

Korporal Tenner eilte über das Gelände auf das Hauptgebäude zu, sobald er das Heulen der Alarmsirenen vernommen hatte.

Am Eingang des Gebäudes hielt er an, um seine metallverstärkten Stiefel auszuziehen. Dann runzelte er die Stirn.

Vor der Tür befanden sich zwei Sicherheitsmatten und nicht nur eine, wie es üblich war.

Nun, es spielte keine Rolle. Es waren schließlich genau die gleichen. Er trat auf eine der Matten und wartete. Die Mattenoberfläche schickte einen Hochfrequenzstrom durch seine Füße und Beine, der alle Sporen oder Samen abtöten würde, die sich vielleicht im Gelände an ihn geheftet haben mochten.

Dann betrat er das Haus.

Einen Moment später erreichte Leutnant Fulton atemlos die Tür. Er legte hastig seine Stiefel ab und stellte sich auf eine der Matten.

Die Matte faltete sich über seinen Füßen zusammen.

„He", schrie Fulton. „Laß mich los!"

Er versuchte seine Füße zu befreien, aber die Matte ließ ihn nicht los. Fulton bekam Angst. Er zog seine Waffe, wagte aber nicht, auf seine eigenen Füße zu schießen.

„Hilfe!" brüllte er.

Zwei Soldaten stürzten hinzu. „Was ist los, Leutnant?"

„Reißen Sie dieses verdammte Ding weg."

Die Soldaten begannen zu lachen.

„Das ist kein Scherz", stieß Fulton hervor, und plötzlich wurde er kalkweiß im Gesicht. „Es bricht mir die Füße! Es..."

Er begann zu schreien. Die Soldaten zerrten wie wild an der Matte. Fulton stürzte, rollte und wand sich, und er schrie noch immer. Schließlich gelang es den Soldaten, einen Zipfel der Matte loszubekommen.

Foltons Füße waren verschwunden. Nur ein paar Knochenstümpfe waren übriggeblieben, und auch sie waren bereits halb aufgelöst.

„Jetzt wissen wir also", sagte Hall grimmig, „daß es sich um eine organische Lebensform handelt."

Kommandant Morrison wandte sich an Korporal Tenner.

„Sie haben zwei Matten gesehen, als Sie ins Haus kamen?"

„Ja, Kommandant. Zwei Matten. Ich stellte mich auf... auf eine davon. Und trat dann ein."

„Sie haben Glück gehabt, Korporal Tenner. Sie haben die richtige benutzt."

„Wir müssen von nun an sehr vorsichtig sein", erklärte Hall. „Und wir müssen nach Duplikaten Ausschau halten. Offenbar imitiert es, was es auch sein mag, alle Gegenstände, die es findet. Wie ein Chamäleon. Eine Art Tarnung."

„Zwei", murmelte Stella Morrison und betrachtete die beiden Blumenvasen, die vor ihr auf dem Tisch standen. „Es wird schwierig werden. Zwei Handtücher, zwei Vasen, zwei Stühle. Es gibt viele Dinge, die völlig gleich aussehen und doch ganz harmlos sein können. Alle außer einem."

„Das ist das Problem. Ich habe nichts Ungewöhnliches im Labor festgestellt. Schließlich ist ein zweites Mikroskop nicht verdächtig. Es paßt dazu."

Kommandant Morrison löste sich von den identischen Blumenvasen. „Was ist damit? Vielleicht ist eine von ihnen -nun, was auch immer es ist."

„Viele Dinge sind doppelt vorhanden. Es gibt sie nur paarweise. Zwei Stiefel zum Beispiel. Oder Kleidungsstücke wie Strümpfe. Oder Einrichtungsgegenstände. Ich habe in meinem Zimmer den zusätzlichen Sessel nicht einmal bemerkt. Er paßte zur Möblierung. Wir können niemals völlig sicher sein. Und irgendwann..."

Der Bildsprecher leuchtete auf. Das Gesicht des Stellvertretenden Kommandanten wurde sichtbar. „Stella", sagte Wood, „ein neuer Unglücksfall."

„Wer ist es diesmal?"

„Ein Offizier. Völlig aufgelöst. Nur noch ein paar Knöpfe und sein Strahler sind übriggeblieben. Es handelt sich dabei um Leutnant Dodds."