Выбрать главу

»Denken Sie an d'Anjou«, sagte Jason ausdruckslos.

»Der wollte sterben, um Himmels willen! Was, zum Teufel, hätte ich da machen sollen?«

»Nichts. Weil Sie nichts sind.«

»Nun, dann wäre ich ja so etwas Ähnliches wie Sie, nicht wahr, Freundchen? Er hat mich ja nach Ihnen geformt!«

»Dazu haben Sie nicht das Talent«, sagte Jason Borowski. »Da fehlt viel. Sie können nicht logisch denken.«

»Was soll das jetzt wieder bedeuten?«

»Denken Sie darüber nach.« Delta richtete sich auf. »Aufstehen«, befahl er.

»Sagen Sie«, meinte der Brite, stieß sich vom Boden ab und starrte die Waffe an, die auf seinen Kopf gerichtet war. »Warum ich? Warum sind Sie je aus dem Geschäft ausgestiegen?«

»Weil es nie mein Geschäft war.«

Plötzlich schweiften Scheinwerferbalken - einer nach dem anderen - über das Feld, dann flammten gelbe Markierungslichter entlang der Rollbahn auf. Männer rannten aus der Baracke, ein paar auf den Hangar zu, andere hinter den Bau, wo plötzlich die Motoren unsichtbarer Fahrzeuge aufheulten. Die Lichter des Terminals flammten auf; überall herrschte jetzt rege Aktivität.

»Nehmen Sie ihm das Jackett und die Mütze ab«, befahl Borowski und deutete mit der Pistole auf den bewußtlosen Posten. »Ziehen Sie sie an.«

»Die werden mir nicht passen!«

»Sie können sie ja in Savile Row ändern lassen. Los jetzt!«

Der Killer tat, wie ihm befohlen war, wobei sein rechter Arm ihn so behinderte, daß Jason ihm den Ärmel halten mußte. Dann rannten beide Männer zu der Hangarwand hinüber, wobei Borowski den anderen mit seiner Waffe immer wieder anstieß.

»Sind wir uns einig?« fragte Borowski im Flüsterton und sah das Gesicht an, das dem seinen, so wie es vor ein paar Jahren gewesen war, so sehr glich »Wir kommen hier raus, oder wir sterben!«

»Verstanden«, antwortete der Killer. »Dieser beschissene Schreihals mit seinem blutigen Angeberschwert ist wahnsinnig. Ich will da raus!«

»Das war aber nicht die Reaktion, die ich auf Ihrem Gesicht gesehen habe.«

»Wenn man mir das angesehen hätte, dann wäre dieser Verrückte auf mich losgegangen!«

»Wer ist es?«

»Ich habe nie einen Namen zu hören bekommen. Nur ein paar Verbindungen, über die man ihn erreichen konnte. Die erste war ein Mann in der Garnison von Guangdong namens Soo Jiang -«

»Den Namen habe ich gehört. Man nennt ihn das Schwein.«

»Wahrscheinlich zu Recht, aber ich weiß es nicht.«

»Und was dann?«

»Man hinterläßt am Tisch fünf im Casino in Macao eine Nummer -« »Das Kam Pek in Macao«, unterbrach Jason. »Was kommt dann?«

»Ich rufe die Nummer an und spreche französisch. Dieser Soo Jiang ist einer der wenigen Schlitzaugen, die die Sprache verstehen. Er setzt den Zeitpunkt für das Zusammentreffen fest; immer an demselben Ort. Ich gehe über die Grenze zu einem Feld in den Bergen, und dann kommt ein Hubschrauber und jemand nennt mir den Namen des Ziels. Und ich bekomme die Hälfte des Geldes für den Auftrag ... Da! Jetzt kommt er! Er biegt zum Anflug ein.«

»Ich habe meine Pistole an Ihrem Kopf.«

»Verstanden.«

»Hat man Ihnen in Ihrer Ausbildung auch beigebracht, eines dieser Dinger zu fliegen?«

»Nein. Nur wie man aus ihnen herausspringt.«

»Das wird uns nichts nützen.«

Das Flugzeug schwebte mit roten Positionslichtern an den Flügelspitzen aus dem heller werdenden Himmel herein und auf die Landepiste zu. Jetzt setzte es glatt auf, rollte an das Ende der Asphaltbahn, bog nach rechts ab, auf den Terminal zu.

»Kai guan gi you!« schrie eine Stimme aus dem Hangar, und dann deutete der Mann auf die drei Treibstoffwagen, die seitlich aufgereiht waren, und erklärte, welcher eingesetzt werden sollte.

»Die tanken auf«, sagte Jason. »Die Maschine startet wieder. Sehen wir zu, daß wir an Bord kommen.«

Der Killer drehte sich um, und sein Gesicht - jenes Gesicht -flehte. »Um Himmels willen, geben Sie mir ein Messer, irgend etwas!«

»Nichts.«

»Ich kann helfen!«

»Das ist jetzt meine Veranstaltung, Major, nicht die Ihre. Wenn Sie ein Messer hätten, würden Sie mir den Bauch aufschlitzen. Kommt nicht in Frage, alter Junge.«

»Da lang xia!« rief dieselbe Stimme vom Hangar herüber und stellte damit einen wenig schmeichelhaften Vergleich zwischen gewissen Regierungsbeamten und großen Krebsen an. »Fang song«, fuhr er fort und erklärte dann allen, daß sie sich ruhig Zeit lassen könnten, daß die Maschine vom Terminal wegrollen würde und daß der erste der drei Tankwagen zu ihm hinausfahren sollte. Die Beamten stiegen aus, das Flugzeug machte kehrt und rollte wieder über die Piste zurück, während der Tower dem Piloten Anweisung gab, wo er auftanken sollte. Jetzt setzte sich der Tankwagen in Bewegung; Männer sprangen herunter und begannen, Schläuche herauszuziehen.

»Das wird etwa zehn Minuten dauern«, sagte der Killer. »Das ist die chinesische Version einer etwas modernisierten DC 3.«

Das Flugzeug kam zum Stillstand, und die Motoren verstummten, als Rolleitern an die Tragflächen geschoben wurden und Männer über die Leitern hinaufkletterten. Die Treibstofftanks wurden geöffnet und die Schläuche unter dauerndem Geschnatter der Wartungsmannschaft eingeschoben. Plötzlich öffnete sich die Tür in der Mitte des Rumpfs wieder, und eine Stahltreppe klappte heraus. Zwei Männer in Uniform kamen herunter.

»Der Pilot und der Copilot«, sagte Borowski, »und die wollen sich nicht nur die Beine vertreten. Die überprüfen jede Kleinigkeit, die diese Leute machen. Wir werden sehr sorgfältig auf den Zeitpunkt achten, Major, und wenn ich sage los, dann bewegen Sie sich.«

»Genau auf die Luke zu«, nickte der Killer. »Wenn der zweite Typ die erste Stufe betritt.«

»Ja, ungefähr so.«

»Ablenkungsmanöver? «

»Wie denn?«

»Ihres gestern nacht war recht nett. Sie haben da ein Feuerwerk veranstaltet wie an Ihrem Nationalfeiertag.«

»Geht nicht. Außerdem habe ich alles verbraucht. Warten Sie mal. Der Tankwagen.«

»Wenn Sie den hochjagen, geht das Flugzeug mit in die Luft. Außerdem könnten Sie den Zeitpunkt nicht so genau festlegen, daß diese Typen gerade an Bord gehen.«

»Nicht den Tankwagen«, sagte Jason und schüttelte den Kopf und blickte an dem Killer vorbei. »Der dort drüben.« Borowski deutete auf den vorderen der zwei roten Wagen, der etwa dreißig Meter entfernt war. »Wenn der in die Luft fliegen würde, dann wäre Punkt eins auf der Tagesordnung, diese Maschine hier rauszuholen.«

»Und wir wären viel näher dran als jetzt. Machen wir's.«

»Nein«, korrigierte Jason. »Sie machen das. Und zwar genau, wie ich es Ihnen sage, mit meiner Pistole am Schädel. Los!«

Sie rannten auf den Tankwagen zu, wobei das schwache Licht und der Betrieb, der rings um das Flugzeug herrschte, ihnen Deckung boten. Der Pilot und der Copilot leuchteten die Motoren mit ihren Taschenlampen an und hielten die Wartungscrew mit ungeduldigen Befehlen auf Trab. Borowski befahl dem Killer, sich vor ihm niederzukauern, während er über dem offenen Tragebeutel kniete und die Rolle Gazestoff herausholte. Er holte das Jagdmesser aus dem Gürtel, zog ein Stück Schlauch aus der Halterung, ließ es auf den Boden fallen und griff mit der rechten Hand an die Stelle, wo der Schlauch in den Tank einmündete.

»Beobachten Sie sie«, befahl er dem Killer. »Wie lange noch? Und ganz langsam, Major. Ich lasse Sie nicht aus den Augen.«