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»Ich habe Ihnen gesagt, daß ich hier raus will. Ich baue bestimmt keinen Mist!«

»Sicher wollen Sie raus, aber ich hab so das Gefühl, daß Sie das lieber alleine angehen würden.«

»Der Gedanke ist mir nie in den Sinn gekommen.«

»Dann sind Sie nicht der richtige Mann für mich.«

»Vielen Dank.«

»Nein, das war mir ernst. Mir wäre das in den Sinn gekommen ... Wie lange noch?«

»Zwischen zwei und drei Minuten, schätze ich.«

»Und wie gut ist Ihre Schätzung?«

»Runde zwanzig Einsätze in Oman, Yemen und umliegende Ortschaften. Flugzeuge, die dem hier von der Konstruktion und von den Motoren her ähnlich waren. Ich weiß Bescheid, Kollege. Das ist ein alter Hut. Zwei bis drei Minuten, ganz bestimmt nicht mehr.«

»Gut. Dann kommen Sie her.« Jason stach den Schlauch mit dem Messer an und schnitt eine Kerbe, die tief genug war, um einen gleichmäßigen Kerosinstrom austreten zu lassen, aber doch so wenig, daß die Pumpe kaum arbeiten mußte. Er richtete sich auf und hielt den Killer mit seiner Pistole in Schach, während er ihm mit der anderen Hand die Rolle Gazestoff reichte. »Reißen Sie etwa zwei Meter ab und tränken Sie das mit dem Treibstoff.« Der Killer kniete nieder und führte Borowskis Anweisung aus. »jetzt«, fuhr Jason fort, »stopfen Sie das Ende in den Schlitz, wo ich den Schlauch angeschnitten habe. Weiter

- weiter. Nehmen Sie den Daumen!«

»Mein Arm ist nicht mehr das, was er einmal war!«

»Aber Ihre linke Hand. Drücken Sie kräftiger!« Borowski sah schnell zu dem Flugzeug hinüber, das aufgetankt wurde - das jetzt aufgetankt war. Der Brite hatte richtig geschätzt. Die Männer kletterten jetzt von den Tragflächen und rollten die Schläuche zurück in den Tankwagen. Und dann nahmen der Pilot und der Copilot die letzte Prüfung vor. In weniger als einer

Minute würden sie zur Luke gehen! Jason griff in die Tasche, holte Streichhölzer heraus und warf sie dem Killer hin, wobei er die Waffe auf seinen Kopf richtete. »Anzünden. Jetzt!«

»Das geht hoch wie eine Stange Nitro! Und wir fliegen beide mit in die Luft, vor allem ich!«

»Nicht, wenn Sie es richtig machen! Legen Sie die Gaze auf das Gras, das ist feucht -«

»Und hemmt das Feuer -?«

»Schnell! Tun Sie's!«

»Gemacht!« Die Flamme züngelte vom Ende des Gazestreifens hoch, fiel aber gleich wieder zurück und fraß sich langsam an dem Stoffstreifen entlang. »Scheißperfektionist«, sagte der Killer halblaut, während er sich aufrichtete.

»Und jetzt vor mich«, befahl Borowski, während er sich den Beutel an den Gürtel hängte. »Gehen Sie geradeaus. Machen Sie sich kleiner und ziehen Sie die Schultern ein, so wie Sie es in Lo Wu getan haben.«

»Herr und Heiland! Sie waren -?«

»Los!«

Der Tankwagen entfernte sich langsam im Rückwärtsgang von dem Flugzeug, bog dann nach vorne um die Rolleitern herum, fuhr nach links an der Stelle vorbei, wo der erste rote Tankwagen parkte ... und kreiste erneut, jetzt nach rechts, hinter die beiden stehenden Wagen, um schließlich neben dem anzuhalten, an dem die Lunte brannte. Jason blickte wie gebannt auf den brennenden Streifen. Jetzt war dort eine kräftige Flamme hochgesprungen! Ein einziger Funke, der durch das Ventil übersprang, und der Tank würde explodieren und die beiden anderen Tankwagen mit weißglühenden Splittern ihrerseits in Brand setzen. Jeden Augenblick war es soweit!

Der Pilot winkte dem Copiloten zu. Gemeinsam gingen sie zur Einstiegluke.

»Schneller!« schrie Borowski. »Richten Sie sich darauf ein, loszurennen!«

»Wann?«

»Das werden Sie dann schon wissen. Ziehen Sie die Schultern ein! Bücken sollen Sie sich, verdammt noch mal!« Sie bogen nach rechts auf das Flugzeug zu, quer durch eine Gruppe Wartungstechniker, die jetzt zum Hangar zurückgingen.

»Gongju ne?« rief Jason und tadelte damit einen Kollegen, daß er einen wertvollen Werkzeugkasten beim Flugzeug hatte stehenlassen.

»Gongju?« rief der Mann, packte Borowski am Arm und hob seinen Werkzeugkasten auf. Ihre Blicke begegneten sich, und der Mechaniker erschrak, sein Gesicht verzerrte sich. »Tian a!« schrie er.

Und dann passierte es. Der Tankwagen explodierte, zerplatzte förmlich, stieß nach allen Seiten Feuersäulen aus, und heiße Metallstücke spritzten herum. Die Mechaniker schrien auf und rannten nach allen Richtungen davon, die meisten auf den Schutz bietenden Hangar zu.

»Jetzt los!« schrie Jason. Doch der Brite brauchte diese Aufforderung nicht; beide Männer rasten auf das Flugzeug und die Lukentür zu, wo der Pilot, der bereits hineingeklettert war, erstaunt heraussah, während der Copilot wie erstarrt auf der Leiter stand. »Kuai!« brüllte Borowski, der sein Gesicht im Schatten hielt und den Kopf des Killers auf der Metalltreppe nach unten drückte. »Jiitfeiji...!« fügte er schreiend hinzu, dem Piloten ratend, um der Sicherheit des Flugzeugs willen die Feuerzone zu verlassen - daß er ein Wartungstechniker sei und die Luke abdichten werde.

Jetzt ging ein zweiter Tankwagen hoch, und die gegeneinander gerichteten Explosionskräfte erzeugten eine vulkanartige Eruption aus Feuer und heißem Metall.

»Sie haben recht!« schrie der Pilot auf chinesisch, packte seinen Copiloten am Hemd und zerrte ihn hinein; beide rannten den schmalen Lauf gang zum Flugdeck nach vorne.

Das war der Augenblick, dachte Jason. Aber war er das? »Hinein!« befahl er dem Killer, während der dritte Tankwagen hochging.

»Geht klar!« schrie der Brite, hob den Kopf und richtete sich auf, um auf die Treppe zu springen. Dann, als eine weitere ohrenbetäubende Explosion über das Flugfeld hallte und die Motoren des Flugzeugs zu brausen begannen, fuhr er auf der Leiter herum, und sein rechter Fuß schoß auf Borowskis Unterleib zu, während seine Hand vorzuckte, um die Waffe abzulenken.

Jason war vorbereitet. Er schmetterte dem Killer den Pistolenlauf über den Knöchel und riß die Waffe dann hoch, hieb sie ihm gegen die Schläfe; ein Blutstrom schoß aus der Wunde, während der Killer zurücktaumelte. Borowski sprang die Stufen hinauf und stieß den Bewußtlosen mit den Füßen über den Stahlboden nach hinten. Er riß die Luke zu, hieb auf die Verriegelung und sicherte die Tür. Das Flugzeug begann jetzt zu rollen, bog nach links ab, um dem Flammeninferno auszuweichen. Jason riß sich den Beutel vom Gürtel, holte ein Stück Nylonschnur heraus und fesselte den Killer mit den Handgelenken an zwei weit auseinanderliegende Sitzlehnen. Er konnte sich unmöglich selbst befreien - wenigstens hätte Borowski nicht gewußt, wie -, aber trotzdem und für den Fall, daß er sich irrte, schnitt Jason die Schnur, die an den Fußknöcheln des Killers hing, ab, schob ihm die Beine auseinander und band seine Füße ebenfalls an zwei durch den Mittelgang getrennten Sitzen fest.

Dann richtete er sich auf und ging nach vorne zum Flugdeck. Die Maschine war jetzt auf der Startbahn angelangt und raste über das schwarze Asphaltband; plötzlich wurden die Motoren gedrosselt. Die Maschine hielt vor dem Terminal an, wo sich die

Gruppe von Beamten gesammelt hatte und zu dem Flammenmeer hinüberblickte, das vielleicht einen halben Kilometer entfernt loderte.

»Kai ba!« sagte Borowski und drückte dem Piloten den Lauf seiner Pistole gegen den Hinterkopf. Der Copilot fuhr in seinem Sitz herum. Jason verlagerte sein Gewicht etwas, um bequemer stehen zu können, und sagte in deutlichem Mandarin: »Achten Sie auf Ihre Anzeigen und bereiten Sie den Start vor, dann geben Sie mir Ihre Karten.«