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Er starrte ihr Gesicht an. Er konnte sich die Gefühle, die er für sie empfunden hatte und an die er sich nur schwach erinnerte, nicht mehr vorstellen. Sie war nur eine gewöhnliche Frau. Aber sie war in Magie gehüllt gewesen. In einen Bann, der seine Vernunft überwältigt hatte. Er war keinen Augenblick zu früh wieder zur Besinnung gekommen. Seine Gabe hatte den Bann gebrochen.

Die obere Hälfte ihres zerfetzten Nachthemdes hatte sich um ihren Hals gewickelt. Eine kalte Ahnung, die ihm eine Gänsehaut machte, ließ ihn sein Augenmerk auf ihre Brüste richten. Richard kniff die Augen zusammen. Er beugte sich näher. Er streckte die Hand aus und berührte ihre rechte Brustwarze. Dann die linke. Sie waren nicht gleich.

Er trug eine Lampe zum Feuer und entzündete sie mit einem Fidibus. Damit kehrte er zur Leiche zurück und hielt sie ganz dicht an ihre linke Brust. Richard befeuchtete seinen Daumen und rieb über die glatte Brustwarze. Sie löste sich. Mit ihrem Nachthemd wischte er ihr die Schminke von der Brust, und zurück blieb eine Erhebung glatter Haut. Cathryn hatte keine linke Brustwarze.

Aus dem ruhigen Zentrum in seinem Innern stieg eine erste Ahnung auf. Dies stand in Verbindung mit dem Bann, den sie über ihn geworfen hatte. Er wußte nicht wie, aber so war es.

Plötzlich setzte Richard sich auf seine Fersen. Einen Augenblick lang blieb er mit großen Augen so sitzen, dann sprang er auf und rannte zur Tür. Er blieb stehen. Wie kam er auf diesen Gedanken? Er mußte sich täuschen.

Und wenn nicht?

Er öffnete die Tür gerade weit genug, um hinausschlüpfen zu können, dann schloß er sie wieder hinter sich. Egan sah kurz in seine Richtung, die Arme immer noch verschränkt. Richard blickte den Gang entlang zu Berdine in ihrem roten Leder, die an der Wand lehnte. Sie beobachtete ihn.

Richard winkte sie zu sich. Sie richtete sich auf und kam dann den Gang entlang geschlendert.

Als sie vor ihm stehenblieb, warf sie einen kurzen Blick auf die Tür. Sie sah ihm stirnrunzelnd in die Augen.

»Die Herzogin wünscht Eure Gesellschaft. Geht wieder zu ihr hinein.«

»Geht und holt Cara und Raina, und dann kommt ihr drei wieder hierher zurück.« Seine Stimme wurde ebenso hitzig wie sein Blick. »Sofort.«

»Ist etwas —«

»Sofort!«

Sie sah erneut zur Tür, dann schritt sie ohne ein weiteres Wort davon. Als sie um die Ecke am Ende des Ganges verschwunden war, drehte Richard sich zu Egan um, der ihn beobachtete.

»Warum hast du sie in mein Zimmer gelassen?«

Egan legte verwirrt die Stirn in Falten. Er deutete auf die Tür. »Also … so wie sie … angezogen war. Sie sagte, Ihr wolltet sie heute nacht und Ihr hättet ihr aufgetragen, sie solle das anziehen und zu Euch kommen.« Egan räusperte sich. »Es war unverkennbar, warum Ihr sie wolltet. Ich dachte, Ihr würdet zornig werden, wenn ich sie daran hindere, zu Euch zu gehen, obwohl Ihr befohlen hattet, sie solle Euch heute nacht aufsuchen.«

Richard drehte den Türgriff und stieß die Tür auf. Er forderte ihn auf einzutreten. Egan zögerte einen Augenblick, dann ging er hinein.

Er erstarrte, als er über ihren Überresten stand. »Das tut mir leid, Lord Rahl. Ich habe keinen Mriswith gesehen. Wenn, dann hätte ich ihn aufgehalten oder wenigstens versucht, Euch zu warnen — das schwöre ich.« Er stöhnte. »Bei den Seelen, was für ein Tod. Lord Rahl — ich habe Euch enttäuscht.«

»Sieh in ihre Hand, Egan.«

Sein Blick wanderte an ihrem Arm entlang und entdeckte das Messer, das sie noch immer fest mit ihrer Faust umklammert hielt. »Was zum …?«

»Ich habe sie nicht gebeten, zu mir zu kommen. Sie wollte mich umbringen.«

Egan wandte die Augen ab. Er war sich darüber im klaren, was das zu bedeuten hatte. Jeder frühere Lord Rahl hätte einen Posten für diesen Fehler hingerichtet.

»Mich hat sie auch getäuscht, Egan. Es ist nicht deine Schuld. Aber lasse niemals mehr eine Frau außer meiner zukünftigen Gemahlin in mein Zimmer. Verstanden? Wenn eine Frau in mein Zimmer will, holst du dir von mir die Erlaubnis, sie hereinzulassen, was auch passiert.«

Er schlug sich die Faust auf sein Herz. »Ja, Lord Rahl.«

»Wickle sie bitte in einen Teppich, Egan, und schaffe sie raus. Geh wieder auf deinen Posten im Gang, und wenn die drei Mord-Sith zurückkommen, schicke sie herein.«

Egan machte sich an die Arbeit, ohne die Anweisungen in Frage zu stellen. Bei seiner Kraft und Größe war dies keine große Aufgabe.

Nachdem er den gebrochenen Türriegel untersucht hatte, zog Richard einen Stuhl vom Tisch heran, drehte ihn neben dem Kamin um und setzte sich mit dem Gesicht zur Tür. Er hoffte, daß er sich irrte. Und wenn nicht, was sollte er dann tun? Er saß in der Stille, lauschte dem Knistern des Feuers und wartete auf die drei Frauen.

»Kommt herein«, rief er, als es klopfte. Cara trat ins Zimmer, gefolgt von Raina. Beide trugen ihr braunes Leder. Berdine bildete den Schluß. Die beiden ersten sahen sich zwanglos um, als sie durch das Zimmer gingen. Berdines Blick wanderte zielstrebiger durch das Zimmer. Alle drei blieben vor ihm stehen.

»Ja, Lord Rahl?« fragte Cara ohne jede Regung. »Habt Ihr einen Wunsch?«

Richard verschränkte die Arme. »Zeigt mir Eure Brüste. Alle drei.«

Cara öffnete den Mund und wollte etwas sagen. Doch dann schloß sie ihn, biß entschlossen die Zähne zusammen und begann die seitlichen Knöpfe zu öffnen. Raina warf Cara einen Blick zu und sah, daß sie tat, wie ihr befohlen war. Anfangs widerstrebend, machte sie sich ebenfalls daran, die Knöpfe aufzumachen. Berdine beobachtete die beiden anderen. Langsam begann sie, die Knöpfe ihres roten Lederanzugs aufzumachen.

Als sie fertig war, packte Cara den oberen Rand des Leders an der Seite, öffnete es aber nicht. Glühender Unmut stand ihr ins Gesicht geschrieben. Richard legte das blanke Schwert in seinem Schoß zurecht und schlug die Beine übereinander.

»Ich warte«, meinte er.

Cara atmete ein letztes Mal resignierend durch und zog die Vorderseite ihres Anzugs auseinander. Im flackernden Schein des eben erst geschürten Feuers betrachtete Richard jede einzelne Brustwarze und den schwankenden Schatten, den die Erhebung in ihrer Mitte warf. Beide hatten das rechte Profil und bestanden nicht nur aus Schminke, die man dort aufgetragen hatte, um sie vorzutäuschen.

Sein Blick ging mit stummem Befehl hinüber zu Raina. Er sagte nichts und wartete. Er sah, daß es ihr schwerfiel, stillzubleiben, und daß sie gleichzeitig Mühe hatte, zu entscheiden, was sie tun sollte. Sie preßte die Lippen empört aufeinander, aber schließlich hob sie die Hand und riß das Leder fort. Richard unterzog ihre Brüste der gleichen sorgfältigen Untersuchung. Auch ihre beiden Brustwarzen waren echt.

Sein Blick wanderte weiter zu Berdine. Sie war es, die ihn bedroht hatte. Sie war es, die ihren Strafer gegen ihn erhoben hatte.

Nicht Erniedrigung, Zorn war es, der ihr Gesicht so rot wie ihre Kleidung färbte. »Ihr habt gesagt, wir brauchen das nicht zu tun! Ihr habt es uns versprochen! Ihr habt gesagt, Ihr würdet nie —«

»Zeigt sie mir.«

Cara und Raina traten verlegen von einem Fuß auf den anderen. Die Sache gefiel ihnen ganz und gar nicht. Es war, als erwarteten sie, daß er sich eine von ihnen für die Nacht aussuchte, gleichzeitig jedoch war keine von ihnen bereit, sich den Wünschen des Lord Rahl zu widersetzen. Berdine rührte sich noch immer nicht.

Sein Blick wurde härter. »Das ist ein Befehl. Ihr habt geschworen, mir zu gehorchen. Tut, was ich sage.«

Tränen der Wut rannen ihr aus den Augen. Sie hob die Hand und riß das Leder zur Seite.

Sie hatte nur eine Brustwarze. Ihre linke Brust war glatt und durchgehend. Ihr Brustkorb hob und senkte sich vor Wut.

Die anderen beiden starrten erstaunt ihre glatte linke Brust an. Nach dem Ausdruck auf ihren Gesichtern zu urteilen, wußte Richard, daß sie ihre Brüste bereits gesehen hatten. Als ihre Strafer plötzlich herumwirbelten und in ihren Händen landeten, wußte er, daß sie dies nicht erwartet hatten.