Выбрать главу

«Der rote Hengst war in Riverrun stets willkommen«, wandte sie sich dem Trio am Kamin zu.»Mein Vater zählt Jonos Bracken zu seinen ältesten und treuesten Vasallen.«

Die drei Soldaten wechselten unsichere Blicke.»Er macht unserm Herrn mit seinem Vertrauen Ehre«, sagte einer von ihnen zögerlich.

«Ich beneide Euren Vater um diese feinen Freunde«, spöttelte Lannister,»doch kann ich den Sinn in alledem nicht

sehen, Lady Stark.«

Sie ignorierte ihn, wandte sich der großen Gruppe in Blau und Grau zu. Sie waren der Kern der Gesellschaft und mehr als zwanzig Mann.»Auch Euer Wappen kenne ich gut: die Zwillingstürme von Frey. Wie ist das Befinden Eures guten Lords, edle Herren?«

Ehr Hauptmann stand auf.»Lord Walder geht es gut, Mylady. Er beabsichtigt, an seinem neunzigsten Namenstag eine neue Frau zu ehelichen, und hat Euren Hohen Vater gebeten, der Hochzeit die Ehre seines Besuches zu gewähren.«

Tyrion Lannister kicherte. Da wußte Catelyn, daß er ihr gehörte.»Dieser Mann kam als Gast in mein Haus und schmiedete dort ein Komplott, meinen Sohn zu ermorden, einen Jungen von sieben Jahren«, erklärte sie dem ganzen Raum und deutete auf ihn. Ser Rodrik trat an ihre Seite, das Schwert in der Hand.»Im Namen König Roberts und der guten Lords, denen Ihr dient, fordere ich Euch auf, ihn zu ergreifen und mir zu helfen, daß er nach Winterfell gebracht wird, wo er auf das Recht des Königs warten soll.«

Sie wußte nicht, was für sie befriedigender war: das Klirren von einem Dutzend Schwerter, als diese gezogen wurden, oder der Ausdruck von Tyrion Lannisters Gesicht.

Sansa

Sansa machte sich mit Septa Mordane und Jeyne Poole zum Turnier der Hand auf, in einer Sänfte mit Vorhängen von gelber Seide, die so fein war, daß man durch sie hindurchsehen konnte. Die ganze Welt war wie in Gold verwandelt. Jenseits der Stadtmauern waren einhundert Zelte am Ufer des Flusses errichtet worden, und das einfache Volk kam zu Tausenden, um sich die Spiele anzusehen. Der ganze Prunk raubte Sansa förmlich den Atem, die schimmernden Rüstungen, die mächtigen Schlachtrosse, herausgeputzt in Gold und Silber, der Jubel der Menge, die flatternden Banner im Wind… und die Ritter selbst, vor allem anderen die Ritter.

«Es ist besser als in den Liedern«, flüsterte sie, als sie die Plätze fanden, die ihr Vater ihr versprochen hatte, zwischen den hohen Herren und Damen. Sansa war an diesem Tag ganz wunderschön gekleidet, mit einem grünen Kleid, welches das Kastanienbraun ihres Haars hervorhob, und sie spürte, wie man sie ansah und lächelte.

Sie sahen die Helden aus Hunderten von Liedern herbeireiten, jeder noch glorreicher als der Vorangegangene. Die sieben Ritter der Königsgarde kamen auf den Platz, bis auf Jaime Lannister allesamt in Rüstungen von milchiger Farbe, die Umhänge weiß wie frisch gefallener Schnee. Auch Ser Jaime trug den weißen Umhang, doch darunter war er von Kopf bis Fuß aus glänzendem Gold, mit einem Löwenkopf als Helm und einem goldenen Schwert. Ser Gregor Clegane, der Reitende Berg, donnerte wie eine Lawine an ihnen vorüber. Sansa erinnerte sich an Lord Yohn Royce, der vor zwei Jahren zu Gast auf Winterfell gewesen war.»Seine Rüstung ist aus Bronze, Tausende und Abertausende von Jahren alt, mit eingravierten Zauberrunen, die ihn schützen«, flüsterte sie Jeyne zu. Septa Mordane deutete auf Lord Jason Mallister,

Indigo mit Silber durchwirkt, die Schwingen eines Adlers auf dem Helm. Drei von Rhaegars Vasallen hatte er am Trident niedergemacht. Die Mädchen kicherten über den Kriegerpriester Thoros von Myr, mit seinen flatternden, roten Roben und dem rasierten Schädel, bis die Septa ihnen erzählte, daß er einst die Mauern von Pyke mit flammendem Schwert in der Hand erklommen hatte.

Andere Reiter kannte Sansa nicht. Unbedeutende Ritter von den Vier Fingern, aus Highgarden und den Bergen von Dorne, unbesungene Reiter und frisch ernannte Knappen, die jüngeren Söhne von hohen Herren und die Erben geringerer Familien. Junge Männer, die meisten hatten bisher noch nichts Größeres vollbracht, doch Sansa und Jeyne waren sich darin einig, daß sie eines Tages in aller Munde sein würden, überall in den Sieben Königslanden. Der Erbe des Bronzenen Yohn, Ser Andar Royce, und sein jüngerer Bruder Ser Robar, deren versilberte Rüstungen in Bronze mit denselben alten Runen filigran verziert waren, die ihren Vater schützten. Die Zwillinge Ser Horas und Ser Hobber, auf deren Schilden das Traubensiegel der Redwynes zu sehen war, Burgunderrot auf Blau. Patrek Mallister, Lord Jasons Sohn. Sechs Freys vom Kreuzweg: Ser Jared, Ser Hosteen, Ser Danwell, Ser Emmon, Ser Theo, Ser Perwyn, Söhne und Enkel von Lord Walder Frey, und außerdem sein Bastardsohn Martyn Rivers.

Jeyne Poole gestand, daß Jalabhar Xho ihr angst machte, ein verbannter Prinz von den Summer Isles, der seinen grünen Umhang und rote Federn auf einer Haut trug, die dunkel wie die Nacht war, doch als sie den jungen Lord Beric Dondarrion erblickte, mit seinem Haar wie rotes Gold und seinem schwarzen Schild, von einem Blitz durchzogen, erklärte sie sich auf der Stelle bereit, diesen zu heiraten.

Auch der Bluthund ritt auf den Kampfplatz, ebenso wie der Bruder des Königs, der gutaussehende Lord Renly von Storm's End. Jory, Alyn und Harwin ritten für Winterfell und den

Norden.»Zwischen den anderen sieht Jory wie ein Bettler aus«, sagte Septa Mordane naserümpfend, als er erschien. Sansa konnte ihr nur zustimmen. Jorys Rüstung war blaugrau, ohne Sinnbild oder Verzierung, und ein dünner, grauer Umhang hing wie ein schmutziger Lumpen von seinen Schultern. Doch machte er seine Sache gut, hob Horas Redwyne beim ersten Durchgang aus dem Sattel, und einen der Freys beim zweiten. Im dritten Kampf ritt er drei Attacken gegen einen freien Ritter namens Lothor Brune, dessen Rüstung so trist wie die seine war. Keiner der beiden Männer verlor den Halt, doch Brunes Lanze blieb ruhiger, und seine Stöße waren besser plaziert, und daher sprach der König ihm den Sieg zu. Alyn und Harwin erging es weniger gut. Harwin wurde bei seinem ersten Durchgang gegen Ser Meryn von der Königsgarde aus dem Sattel gehoben, während Alyn Ser Balon Swann zum Opfer fiel.

Die Kämpfe dauerten den ganzen Tag bis in die Dämmerung, und die Hufe der großen Streitrösser stampften die Bahnen entlang, bis der Platz eine zerklüftete Ödnis von aufgerissener Erde war. Ein dutzendmal hatten Jeyne und Sansa gemeinsam aufgeschrien, als Reiter zusammenprallten, die Lanzen splitterten, während das gemeine Volk seinen Favoriten bejubelte. Jeyne hielt sich stets die Augen zu, wenn ein Mann stürzte, wie ein ängstliches, kleines Mädchen, doch Sansa war aus anderem Holz geschnitzt. Eine große Dame wußte, wie man sich bei Turnieren verhielt. Selbst Septa Mordane bemerkte ihre Haltung und nickte zufrieden.

Der Königsmörder ritt hervorragend. Er besiegte Ser Andar Royce und den Marschländer Lord Bryce Caron derart mühelos, als wäre er beim Ringreiten, und dann entschied er einen schweren Kampf gegen den weißhaarigen Barristan Selmy für sich, der seine ersten beiden Durchgänge gegen Männer gewonnen hatte, die dreißig und vierzig Jahre jünger waren als er.

Auch Sandor Clegane und sein Riese von einem Bruder, Ser Gregor, der Berg, schienen unaufhaltsam und ritten einen Gegner nach dem anderen auf grimmige Weise nieder. Der grausigste Anblick des Tages ergab sich während Ser Gregors zweitem Kampf, als dessen Lanze abrutschte und einen jungen Ritter aus dem Grünen Tal mit solcher Wucht unter der Halsbeuge traf, daß sie seinen Hals durchbohrte und ihn auf der Stelle tötete. Der Jüngling stürzte keine zehn Fuß von dort, wo Sansa saß. Die Spitze von Ser Gregors Lanze war in seinem Hals gebrochen, und langsam pulste das Blut aus ihm hervor, schwächer und immer schwächer. Seine Rüstung war poliert und neu, und wie Feuer blitzte es an seinem ausgestreckten Arm auf, als die Sonne sich im Stahl brach. Dann verschwand die Sonne hinter einer Wolke, und das Feuer war erloschen. Sein Umhang war blau, von der Farbe des Himmels an einem klaren Sommertag, besetzt mit einer Borte von Halbmonden, doch als sein Blut einsickerte, verdunkelte sich der Stoff, und die Monde wurden rot, einer nach dem anderen.