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»Wir brauchen Zeit, um darüber zu diskutieren«, sagte sie. »Es sind eine Menge Monarchen zu kontaktieren.«

Savara nickte. »Ihr habt Zeit bis morgen Nacht. Ich würde Euch länger geben, aber meine Leute sind verletzbar, wenn sie außerhalb des Sanktuariums sind. Ich weiß, ich benehme mich, als könnten wir nicht verlieren, aber es hat keinen Sinn, eine zukünftige Beziehung aufgrund der gegenwärtigen Situation zu erörtern.«

»Besteht irgendeine Chance auf eine künftige Beziehung, wenn Ihr verliert?«

Die Miene der Königin wurde grimmig. »Vielleicht eine kleine. Wenn wir verlieren, finden die Ashaki wahrscheinlich heraus, wo sich das Sanktuarium befindet. Ohne das Sanktuarium haben wir keine Grundlage für unsere Ernährung, kein Dach über dem Kopf und vorübergehend keine Höhlen, in denen wir Edelsteine züchten können. Wir werden mehr mit unserem Leben und unserer Erholung beschäftigt sein als mit einer Allianz mit den Verbündeten Ländern.«

Sonea runzelte die Stirn. »Damit würden die Höhlen in die Hände der Ashaki fallen. Könnten sie beginnen, ihre eigenen Steine zu züchten?«

»Sie könnten es mit der Zeit allein herausfinden. Es ist wahrscheinlicher, dass sie eine gefangene Verräterin zwingen würden, sie zu unterrichten, obwohl sie von einer einzigen oder selbst von einer Handvoll Verräterinnen nicht all unser Wissen bekommen könnten. Wir haben es vermieden, einzelnen Steinmacherinnen beizubringen, wie man jede Art von Stein herstellt, und stattdessen das Wissen auf viele Personen verteilt. Wie gefährlich die Ashaki werden würden, hängt davon ab, welche Verräterinnen sie einfangen.«

Als die beiden Frauen in nachdenkliches Schweigen verfielen, räusperte sich Lorkin.

»Ganz gleich, ob die Verräterinnen gewinnen oder verlieren, ein Austausch von Wissen zwischen ihnen und der Gilde wäre auf jeden Fall von Vorteil.«

Savara wandte sich mit entschuldigender Miene zu ihm um. »Aber dieser Austausch wurde bereits vorgenommen.«

»Ja und nein.« Lorkin zuckte die Achseln. »Wie bei der Herstellung von Steinen ist die Kenntnis der magischen Heilkunst zu umfassend, um bei einer kurzen Gedankenlesung übermittelt zu werden. Obwohl Ihr mit der Zeit mehr herausfinden werdet, werdet Ihr auf dem Weg Fehler begehen. Wie beim Steinemachen können Fehler gefährlich sein. Es wäre besser, von jenen ausgebildet zu werden, die bereits in der Kunst bewandert sind.«

Seine Mutter runzelte die Stirn. »Sie kennen bereits die Heilkunst?«, fragte sie ihn.

Savara seufzte. »Ja. Eine von uns hat unser Gesetz missachtet und das Wissen aus Lorkins Geist gestohlen. Sie ist bestraft worden, und um Lorkin zu entschädigen, hat Königin Zarala verfügt, dass man ihn die Herstellung von Steinen lehrt.«

Lorkin beobachtete seine Mutter genau. Eine Reihe von Gefühlen glitt über ihre Züge: Schock, Wut und Dankbarkeit. Sie warf ihm einen nachdenklichen Blick zu. Er konzentrierte sich auf ihre Gegenwart und fragte sich, ob er wieder spontane Gedanken auffangen konnte. Ein schwaches, fernes Gefühl von Stolz berührte seine Sinne, aber es konnte Einbildung sein. Zumindest war es nicht Missbilligung oder Enttäuschung. Noch nicht. Sie weiß nicht, was zur Herstellung von Steinen notwendig ist.

»Also …«, sagte Sonea. »Eine von Eurem Volk kennt bereits die Grundlagen der magischen Heilkunst, und einer von meinem hat ungefähr im gleichen Maße Kenntnis von der Herstellung von Steinen. Aber wie Lorkin sagt, kommt das keiner vollen Ausbildung durch einen Lehrer mit vielen Jahren Erfahrung gleich. Wir haben immer noch etwas, das sich zu tauschen lohnt.«

»Nun ja …«, unterbrach Lorkin sie zögernd. Sie drehte sich zu ihm um, und ihre Gesichtszüge waren ruhig. »Sie sind nicht von gleichem Wert.«

Savara zog leicht die Augenbrauen hoch. »Welche Kenntnis ist von größerem Wert?«

»Die der Heilkunst«, erwiderte Lorkin.

»Warum?«

»Ihr braucht nicht mehr als Kenntnisse und Magie, um ein Heiler zu sein«, entgegnete Lorkin. »Magier, die Steine herstellen, brauchen entsprechende Höhlen.«

»Was genau sind sie?«, fragte seine Mutter.

»Höhlen, in denen sich auf natürliche Weise kristalline Steine bilden. Magische Edelsteine werden ausgebildet, während sie wachsen. Ich habe noch nie von solchen Höhlen in den Verbündeten Ländern gehört.« Er breitete die Hände aus. »Nicht dass ich nach ihnen gesucht hätte. Es könnte sein, dass wir sie finden werden, wenn wir suchen. Aber bevor wir nicht unsere eigenen Höhlen haben, können wir das Wissen um die Herstellung von Steinen nicht anwenden.«

»Alchemisten würden vielleicht eine andere Möglichkeit finden, sie herzustellen«, warf Regin ein. »Sie machen bereits einige Arten von Kristallen. Vielleicht kann die Magie zur Steinherstellung auf diese Kristalle angewandt werden.«

In Savaras Augen leuchtete Interesse auf. »Ach wirklich?« Dann verzog sie die Lippen zu einem schiefen Lächeln. »Ah, aber es gibt noch einen Haken. Ihr werdet Eure Regeln bezüglich der Höheren Magie lockern müssen, da sie für die Herstellung von Steinen benötigt wird. Eure gegenwärtigen Schwarzmagier werden vielleicht auch nicht für die Aufgabe geeignet sein. Sie verlangt ein Maß an Konzentration und Geduld, zu dem nicht jeder fähig ist. Und auf jeden Fall würde es Eure Verteidigung ernsthaft schwächen, wenn Ihr Euch daneben noch dem Steinemachen widmen würdet. Ihr würdet auch nur in der Lage sein, eine Handvoll Steine im Jahr zu machen.«

Lorkin hielt den Atem an, als seine Mutter ihn anstarrte. Schuldgefühle und Furcht stiegen in ihm auf, aber er zwang sich, ihr in die Augen zu sehen. Ihr Blick flackerte zurück zu Savara, dann wurde ihr Gesicht reglos, und sie verbarg ihre Gefühle hinter einer falschen Gelassenheit.

»Ich verstehe«, sagte sie. »Das macht den Austausch für uns ein wenig … teurer als für Euch.«

Lord Regin hatte sich ebenfalls Lorkin zugewendet und blickte ihn unverwandt an. Seine Augen wurden schmal, doch seine Miene war eher nachdenklich als missbilligend.

»Dann könnten wir vielleicht Kenntnisse der Heilkunst gegen Steine tauschen«, schlug Savara vor. »Eure Heiler könnten für uns arbeiten, und die Gilde würde als Bezahlung Steine erhalten.«

Lorkin streckte seine Sinne aus und versuchte einmal mehr, die Gedanken seiner Mutter aufzufangen. Was er hörte, schien jedoch untypisch zu sein. Er musste es sich einbilden. Obwohl … es war auch seltsam, dass er sich einbilden sollte, dass seine Mutter eine solche Aneinanderreihung von Flüchen erdachte.

»Sie werden sicher sein«, antwortete Savara auf eine Frage, die er nicht mitbekommen hatte, während er abgelenkt gewesen war. »Die Person, die Lorkin angegriffen hat, hat das aus dem Begehren heraus getan, meinem Volk Heilkunst zu geben – ein Begehren, das viele von uns teilen. Aber nur wenige würden illegale Methoden benutzen, um es zu erwerben. Die Einstellung von Heilern, um mit uns zusammenzuarbeiten, ist eine weitere Möglichkeit, das zu tun. Hat Lorkin Euch von dem Versprechen erzählt, das Lord Akkarin gegeben hat?«

»Ja. Akkarin selbst hat mir nie davon erzählt.«

»Von der damaligen Übereinkunft ist nie viel ans Licht gekommen. Königin Zarala hat auch ein Versprechen gegeben, das sie nicht erfüllen konnte, obwohl sie ihr Leben lang darauf hingearbeitet hat, es zu versuchen.«

Lorkin sah Savara an; er erinnerte sich daran, dass die ehemalige Königin ein solches Versprechen angedeutet hatte.

»Was hat sie versprochen?«, fragte seine Mutter.

Savaras Gesichtsausdruck war ernst, als sie antwortete: »Zu tun, was die Gilde sieben Jahrhunderte zuvor nicht vermochte: die Ashaki zu vernichten und die Sklaverei in Sachaka zu beenden.«

Als Tayend das Herrenzimmer betrat, runzelte Dannyl die Stirn. »Achati wird vielleicht mit mir allein sprechen wollen.«

»Sein Pech. Ob es dir gefällt oder nicht, die Taten des Königs haben eine Wirkung auf die Beziehungen Sachakas zu allen Verbündeten Ländern«, sagte der Elyner. »Botschafter«, fügte er hinzu, um klarzumachen, dass er dies für etwas hielt, das zu tun er das Recht hatte.