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Er nickte stumm.

Sie ging zurück zum Bett und setzte sich graziös auf die Kante. »Wenn das dann alles ist …«

»Für den Moment ist es das, meine Königin.«

»Dann habt Ihr jetzt doch sicher noch einiges zu erledigen.«

Lord Xavius akzeptierte den Rauswurf mit einer tiefen Verbeugung und verließ das Gemach der Königin. Ihre Haltung und königliche Überheblichkeit verdrossen ihn nicht und dass sie ihn gängelte, störte ihn nur ein bisschen.

Die Quelle von den Störungen trennen …

Es war machbar. Selbst wenn es die Hochgeborenen allein nicht vermochten, unter Hakkars Führung musste es möglich sein. Er war überzeugt, dass der Herr der Hunde wusste, wie man am besten vorging. Wenn nur noch der Palast die Quelle nutzten konnte, würde sich ihre Kraft leichter von den Hochgeborenen manipulieren und transformieren lassen.

Wen interessierte es da schon, dass beim übrigen Volk das nackte Chaos ausbrechen würde, sobald man es von dem magischen Born isolierte.

»Er ist ganz gewiss einer von uns … aus irgendeinem Grund erkenne ich das so sicher, wie mich selbst …«

Das waren vielleicht die ironischsten Worte, die jemals gesprochen wurden, zumindest erschien es Krasus in diesem Moment so. Schließlich hatte der Drache Korialstrasz, der Neueste von Alexstraszas Gefährten, sie ausgesprochen.

Gleichzeitig war er Krasus’ jüngeres Ich.

Korialstrasz erkannte sich selbst nicht, zumindest nicht bewusst. Dass Alexstrasza ihn auch nicht über die Zusammenhänge aufgeklärt hatte, warf einige Fragen auf.

Eine davon, die möglicherweise mit den anderen zusammenhing, betraf den Zustand des Drachen. Obwohl Krasus’ Erinnerung voller Lücken war, bezweifelte er, dass er eine solche Krankheit, wie sie seine frühere Inkarnation in diesem Moment durchlitt, vergessen hatte. Korialstrasz wirkte zu alt und zu schwach für sein Lebensalter. Er wirkte sogar verbrauchter als Tyran, der einige Jahrhunderte mehr als Korialstrasz gesehen hatte.

»Was kannst du sonst noch über ihn sagen?«, fragte Alexstrasza ihren Gefährten.

Der andere Drache sah Krasus durch zusammengekniffene Augen an. »Er ist alt, sehr alt.« Korialstrasz legte den Kopf schief. »Etwas in seinen Augen … seinen Augen …«

»Was ist mit ihnen?«

Der gewaltige Drache wich zurück. »Vergib mir! Mein Geist ist verwirrt. Ich bin im Moment deiner Gegenwart nicht würdig. Ich sollte mich zurückziehen …«

Doch sie ließ ihn nicht gehen. »Sieh ihn an, mein Gefährte. Ich bitte dich nur noch um eine Antwort: Trotz der geringen Kenntnis, die du über ihn hast, würdest du seinem Wort vertrauen?«

»Ich … ja, meine Alexstrasza … das würde ich.«

Plötzlich geschah etwas Seltsames mit Krasus. Während die Drachen sich über ihn unterhielten, begann er sich stärker zu fühlen, kräftiger als er sich seit seiner Ankunft in der Vergangenheit gefühlt hatte. Nicht so stark, wie er hätte sein sollen, aber wesentlich vitaler als zuvor.

Und das schien nicht nur ihm so zu ergehen. Ihm fiel auf, dass sein jüngeres Ich trotz gegenteiliger Aussage, besser aussah. Ein wenig Farbe war in seine Schuppen zurückgekehrt und Korialstrasz bewegte sich weniger schwerfällig. Seine Worte kamen auch nicht mehr stoßweise.

Alexstrasza nickte auf die Antwort ihres Gefährten hin. Dann sagte sie: »Das wollte ich hören. Es bedeutet einiges, dass du so denkst.«

»Wünschst du sonst noch etwas von mir? Meine Stärke kehrt zurück. In deiner Gegenwart zu weilen und dich zu unterstützen, scheint mir wohl zu tun.«

Ein Lächeln, das Krasus nur zu gut kannte, strich über das Gesicht der Drachenkönigin. »Stets ein Poet, mein geliebter Korialstrasz. Ja, ich wünsche viel mehr von dir. Ich weiß, es wird dir schwer fallen, aber ich muss dich um deine Begleitung bitten, wenn ich diesen hier zu den anderen Aspekten bringe.«

Es gelang ihr, beide Versionen von Krasus zu überrumpeln. Die junge Inkarnation sprach zuerst. In ihren Worten spiegelte sich die Überraschung der älteren. »Du willst zu einem Treffen der Fünf aufrufen? Wegen ihm? Warum?«

»Weil er eine Geschichte erzählt hat, die sie hören müssen, eine Geschichte, die ich dir jetzt erzähle … danach darfst du ein weiteres Mal entscheiden, ob du ihm vertraust oder nicht.«

Also würde der andere doch noch die Wahrheit erfahren. Krasus bereitete sich auf seinen Schock vor.

Doch so wie er Rhonin überrascht hatte, als er eine Geschichte erzählte, die nicht nur einen Teil der Wahrheit, sondern seine eigene Identität ausließ, so überraschte die Drachenkönigin jetzt ihn. Sie sprach über die Störungen und all die anderen Dinge, die Krasus dem Wächter berichtet hatte, ließ jedoch die wahre Identität des Magiers aus. Für ihren Gefährten war Krasus nur ein Angehöriger des roten Schwarms, einer, dessen Geist beim Angriff übermächtiger Kräfte zerrüttet worden war.

Krasus selbst versuchte nicht, sich zu erkennen zu geben. Sie war Alexstrasza, seine Liebe, sein Leben. Er war vielleicht ihr Berater, aber sie verfügte über die Weisheit eines Aspekts. Wenn sie der Meinung war, sein jüngeres Ich solle unwissend bleiben, hatte er dem nicht zu widersprechen.

»Eine bemerkenswerte Geschichte«, murmelte Korialstrasz. »Käme sie aus einem anderen Mund als dem deinen, meine Königin, würde ich sie nicht glauben.«

»Dann vertraust du ihm nicht mehr?«

Die Blicke des Jüngeren trafen die des Älteren. Auch wenn Korialstrasz sich selbst nicht erkannte, so spürte er doch die Seelenverwandtschaft. »Nein, ich vertraue ihm immer noch. Wenn du glaubst, es wäre richtig, ihn zu den anderen zu bringen, dann stimme ich dir zu.«

»Wirst du mit mir fliegen?«

»Aber ich bin keiner der Fünf … ich bin nur ich.«

Die Königin des Lebens lachte hell auf, ein melodisches Geräusch aus der Tiefe des Drachenkörpers. »Und daher bist du so viel wert wie ein jeder von uns.«

Korialstrasz fühlte sich sichtlich geschmeichelt. »Wenn ich so stark sein sollte wie heute, dann werde ich gerne an deiner Seite fliegen und mich vor die anderen Aspekte stellen.«

»Danke … das ist alles, worum ich bitte.« Sie lehnte sich vor und berührte seinen Kopf mit ihrem.

Krasus spürte eine seltsame Eifersucht. Da stand er und beobachtete die Zärtlichkeit zwischen sich selbst und seiner Gefährtin, ohne wirklich er selbst zu sein. Er wünschte sich, er könne für einen Moment den Platz mit Korialstrasz tauschen und für diesen einen wundervollen Moment wieder sein wahres Ich annehmen.

Mit einem letzten sehnsüchtigen Blick wandte sich der Drache ab und verließ die Kammer. Als Korialstrasz’ Schwanzspitze im Gang verschwand, wurde dem Magier plötzlich schwindelig. Die Schwäche kehrte mit einem Ruck zurück und ließ ihn taumeln.

Er wäre gefallen, hätte sich nicht etwas Schuppiges sanft um ihn geschlungen – Alexstraszas eigener Schwanz hatte ihn vor einem Sturz bewahrt.

»Die beiden Teile wurden zusammengefügt … zumindest für eine Weile.«

»Ich weiß nicht …« Seine Gedanken verschwammen.

»Du hast dich in seiner Gegenwart viel besser gefühlt, nicht wahr?«

»J-Ja.«

»Ich wünschte, ich wäre jetzt Nozdormu. Er würde mehr begreifen als ich. Ich denke … dass in der irdischen Welt kein Wesen neben sich selbst existieren kann. Ich glaube, dass du und er, die ja eins sind, auf die gleiche Lebenskraft zugreifen. Wenn ihr weit voneinander entfernt seid, werdet ihr halbiert, aber wenn ihr einander nah seid, so wie eben, ist der Effekt nicht so stark. Ihr helft einander.«

In ihrer sicheren Umarmung erholte sich Krasus so weit, dass er über ihre Worte nachsinnen konnte. »Deshalb hast du ihn gebeten mitzukommen.«

»Deine Geschichte muss erzählt werden und sie wird besser erzählt, wenn er nahe ist. Was deine unausgesprochene Frage angeht – weshalb ich ihm die Wahrheit verschwiegen habe –, nun, das liegt an dem, was vielleicht getan werden muss, um die Angelegenheit zu bereinigen.«

Ihr Tonfall wurde in diesem letzten Satz grimmiger, was Krasus’ eigenen Verdacht bestätigte. »Du glaubst, dass es zu einer Situation kommen könnte, in der einer von uns aus dieser Zeitperiode entfernt werden muss … auch wenn es den Tod bedeutet.«