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»Da hat sie Recht«, sprang ihr Tiwalün bei. »Die Kinder des Schmieds sollten zunächst ihre eigenen Angelegenheiten regeln. Sendet ein Heer ins Jenseitige Land, um das Lager der Dritten, die Euch die Todesmaschinen senden, zu finden und zu zerschlagen. Siebt die Verräter aus den eigenen Reihen und schützt die Tore des Geborgenen Landes.« Er verneigte sich vor Gandogar. »Die Zwerge haben zweimal den entscheidenden Beitrag zur Rettung unserer Heimat geleistet. Nun ist die Reihe an uns, den Elben. Wir kommen mit allen Kriegern, die wir haben, nach Paland. Das war Fürst Liütasils Wunsch, bevor er starb.« Isika klatschte als Erste, und alle fielen in den Beifall ein. Das kleine Pflänzchen Hoffnung, das von den Zwergen gesät worden war, erhielt sein Wasser von den Elben. Gandogar willigte ein.

Danach begann das große Planen, bis wann die Diamanten auf geheimen Routen und unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen nach Immengau und in die Festung geschafft werden sollten. Erst spät in der Nacht schienen alle Unsicherheiten beseitigt zu sein.

»Verlieren wir keine weitere Zeit.« König Bruron gab das Zeichen zum Aufbruch. »Gibt es noch eine Sache zu bereden?«

»Was bei aller Sorge um die Steine nicht vergessen werden solclass="underline" Ich entbiete Euch meine Anteilnahme am Verlust Eures Fürsten, Tiwalün und Vilanoil«, erhob Mallen die Stimme. »Sein Tod wird wie der aller, die für die Diamanten gestorben sind, nicht umsonst gewesen sein. Aber bevor wir auseinander gehen, um uns in Paland zu treffen, sagt uns: Wer tritt die Nachfolge Liütasils an?«

Vilanoil lächelte. »Meinen Dank an Euch und alle, die mit dem Volk der Elben trauern. In zehn Umläufen kann ich Eure Frage beantworten, Prinz Mallen von Idoslän. Wir beraten derzeit, denn Liütasil hat uns keinen Nachfolger benannt. So werden wir die Reiche der Menschen und Zwerge wissen lassen, wann nach dem Leid die Freude in die Herzen meines Volkes zieht.«

Die Elben verließen das Zelt, und die Mächtigen kehrten in ihre Unterkünfte zurück.

Mallen und die Zwerge verweilten unter den Stoffbahnen, tranken ihre Becher leer und dachten über die Pläne und Ereignisse nach.

Tungdil ging derweil zur Karte, schaute auf die Stellen, an denen sich die vernichtete Stadt und das zerstörte Dorf befunden hatten. »Das ergibt keinen Sinn«, murmelte er. »Sie liegen viel zu weit auseinander, um in dieser kurzen Zeit von der gleichen Gruppe Orks angegriffen worden zu sein. Und es gab keinen Grund, sie anzugreifen und die Ortschaften oder Gehöfte um sie herum in Frieden zu lassen.« Er strich über die Karte. »Orks greifen alles an, was auf ihrem Weg liegt.«

»Vielleicht sind diese Orks anders?«, warf Mallen ein. »Gandogar, hattet Ihr nicht berichtet, dass es nicht einen einzigen Toten unter den Zwergen gab, als die Orks den Stein von den Vierten stahlen? Das ist doch merkwürdig, oder?«

In dem Augenblick, wo der blonde Ido es aussprach, erinnerte sich Tungdil an den Umstand in den Beschreibungen der Überfälle, der ihm seltsam erschienen war. Weder die Untergründigen noch diese merkwürdigen Orks mit den rosafarbenen Augen hatten getötet. Erst die Maschine im Aufzug begann mit dem gnadenlosen Vernichtungswerk unter den Vierten, ehe sie sich in einen Stollen zurückzog und verschwand.

»Keulen«, sagte er leise. »Die Orks haben mit Keulen angegriffen. Und die Untergründigen, die in Xamtys' Rotem Gebirge für die Ablenkung sorgten, hinterließen Verletzte, keine Toten.« Und das, obwohl keiner von ihnen den Überfall überlebt hatte. Zwei waren den Soldaten der Königin entkommen und streiften durch den Bergesleib. Sie hatten sich im wahrsten Sinn des Wortes für den gelungenen Diebstahl geopfert. Er sprach aus, was er dachte. »Gandogar, wir müssen unbedingt einen der Untergründigen lebend in die Finger bekommen, um ihn zu befragen.«

Ingrimmsch sah es ähnlich. »Sie geben ihr Leben, um ihr Eigentum wiederzuerlangen.«

»Eigentum?«, sagten Gandogar und Mallen gleichzeitig.

»Meine Güte, Ingrimmsch!« Tungdil lief zu seinem Freund und packte ihn bei den Schultern. »Aber sicher! Wie konnte ich das übersehen?« Er schlug sich gegen die Stirn. »Und ich werde Gelehrter genannt!«, rief er. »Dich, Boindil, müsste man so heißen.«

»Jetzt bin ich gespannt«, sagte Ingrimmsch stolz und wollte sich durch den schwarzen Bart streichen, griff auf seiner Brust jedoch ins Leere. Er hatte verdrängt, dass ihm ein immenses Stück verloren gegangen war. »Sie suchen den Diamanten, weil er ihrer ist!« Tungdil wandte sich an den Prinzen und den Großkönig. »Erinnert ihr euch, dass wir immer annahmen, dass ein Diamant mit diesem meisterlichen Schliff nur von Zwergen geschaffen worden sein könnte?«

»Bei Vraccas, wir waren mit Blindheit geschlagen«, entfuhr es Gandogar, der sich genau an das Aussehen der Steine entsann. Sein Stamm hatte die Imitate hergestellt und dabei alle Meisterlichkeit anwenden müssen, um die Täuschung möglich zu machen. »Die Eoil hat ihn von den Untergründigen gestohlen.«

»Und weil sie erfahren haben, dass der Stein inzwischen ein machtvolles Artefakt geworden ist, fragen sie nicht lange, sondern trachten danach, ihn heimlich an sich zu bringen. Sie wissen genau, dass wir ihn nicht ohne weiteres zurückgeben könnten«, schloss Tungdil.

»Aber was haben die Orks dann mit den Diamanten zu schaffen? Wieso helfen sie den Untergründigen?« »Das frage ich mich auch«, knurrte Boindil. »Es kann keinen Pakt zwischen diesen Bestien und unserem Volk geben.«

»Die Untergründigen denken da wohl anders als wir«, erinnerte ihn Tungdil. Das Wort Pakt brachte ihn auf einen Einfall. »Diese Stadt und der Ort, die vernichtet wurden, hatten sie eine Gemeinsamkeit?« »Außer, dass sie jeweils in der Nähe der Königreiche von Ungeheuern lagen?« Mallen betrachtete die Karte. »König Ortger erwähnte nichts von einem Bündnis. Ich glaube, die Stadt wollte vor vielen Zyklen, als die Trolle in Borwöl herrschten, einen Trupp aussenden, der mit den Scheusalen reden sollte. Es ging darum, in der Nähe nach Schätzen graben zu dürfen.«

Tungdil betrachtete die Linien, welche das Gebiet Toboribors umfassten. »Dieses Dorf leistete früher sicherlich Abgaben an die Orks, oder?«

»Ich vermute, dass es so war.« Mallen unterdrückte ein Gähnen. »Entschuldigt mich. Ich bin sehr müde und würde mich gern in mein Bett begeben.«

»Eine Frage noch«, bat Tungdil. »Als Ihr dem Monstrum in Güldengarb gegenüber standet, ist Euch da eine Elbenrune auf seiner Rüstung aufgefallen?«

»Also bin ich nicht der Einzige, der gute Augen hat.« Mallen nickte. »Ich wollte es niemandem sagen, bevor ich nicht mit Liütasil darüber gesprochen habe.«

»Beschreibt sie mir.« Mallen tat Tungdil den Gefallen und zeichnete sie auf ein Stück Papier. »Das bedeutet, so glaube ich, Eure«, sagte er nach einer längeren Betrachtung. »Unser Angreifer hatte haben auf dem Unterarmschoner stehen.«

»Eine Botschaft, die erst einen Sinn ergibt, wenn sich alle Monstren gezeigt haben?«, vermutete der Ido. »An die Elben«, präzisierte Tungdil. »Die Monstren tragen eine Botschaft an die Elben mit sich herum. Was immer sie bezwecken, sie wollen, dass es die Elben nach und nach herausfinden.«

»Sie sehen sich als unaufhaltbar an.« Mallen deutete auf den Ausgang. »Ich werde Ortger fragen, ob er etwas gesehen hat. Vielleicht können wir das Rätsel lösen, auch wenn es nicht für uns bestimmt ist.« Er reichte den Zwergen die Hände, wünschte ihnen eine gute Nacht und verließ das Zelt. »Auch für mich wird es Zeit«, sagte Gandogar. »Du, Tungdil, wirst den Stein der Fünften bei seinem Weg aus dem Grauen Gebirge nach Paland bewachen. Ich will nichts mehr riskieren, und die Feuerklinge wird schließlich mit allem fertig, was sich ihr entgegenstellt. Einen besseren Wächter als dich gibt es nicht.« Der Großkönig zog sich zurück.

Die beiden Zwerge und Goda marschierten weg von dem großen Platz und wurden von einem Bediensteten Brurons zu einer Unterkunft gebracht. Ingrimmsch weihte Goda in das Notwendigste ein und befahl ihr, die erste Wache zu übernehmen.