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Gandogar schlug auf den Tisch. »Endlich haben wir einen Schwachpunkt entdeckt«, rief er freudig. »Magister Furgas, wo befindet sich die Quelle?«

Furgas zuckte mit den Achseln. »Ich weiß es nicht. Irgendwo auf dem Grund des Weyurnschen Sees.« »Ihr habt nicht einmal einen Anhaltspunkt? Irgendeine Insel oder etwas in der Nähe?«, ächzte Isika bestürzt. »Bei Palandiell, erinnert Euch, Mann! Euch haben wir die Plage schließlich zu verdanken.« »Die meisten meiner Inseln schwimmen, Königin Isika«, kam ihm Königin Wey zur Hilfe. »Selbst wenn er eine gesehen hätte, es würde kaum helfen.«

»Dann«, sagte Tungdil betont langsam, »heben wir eben die Insel mitsamt den beiden Dritten und fragen sie selbst.«

»Und wir werden dabei sein«, sagte Gandogar grimmig. »Für diesen Anlass gehen Zwerge sogar aufs Wasser und trotzen dem Fluch Elrias.« Er schaute zu Königin Wey. »Das ist eine Angelegenheit meines Volkes, Königin. Ich sende Euch ein Kontingent meiner besten Krieger, die von untadligem Ruf sind und nicht einmal in der Nähe des Verdachts stehen, zu den Dritten zu gehören. Sie werden die Lücken in Eurem Heer, die Ihr nach dem Massaker in Paland zu erleiden hattet, mit Freuden schließen und die Insel der Dritten im Sturm erobern. Und sie werden die Quelle beschützen.«

Königin Wey neigte das Haupt als Zustimmung.

»Ich schlage vor, dass wir uns zurückziehen und morgen ein letztes Mal beraten, danach werden die Gruppen aufbrechen und tun, was getan werden muss«, meinte König Bruron. »Endlich sehen wir eine Gelegenheit, etwas gegen die Bedrohung zu unternehmen, die unsere Heimat schreckt. Palandiell wird uns schützen.« »Oh, lasst mich zuvor einen Beitrag dazu leisten, den Schrecken ein wenig vergessen zu machen«, meldete sich Rodario und verneigte sie wieder tief. »Ich bitte die Mächtigen heute Abend ins Curiosum, um bei einer Erstaufführung von größter Klasse dabei zu sein. Es ist eine exquisite Komödie, welche etwas Gelächter in die ernste Zeit bringen möchte. Denn wenn uns das Lachen vergangen ist, gibt es keine Rettung mehr.«

Tungdil neigte sich zu Ingrimmsch. »Er ist dein Bruder im Geiste. Noch einer, der zu Scherzen aufgelegt ist.« »Keiner erzählt Witze so gut wie ich«, antwortete der Krieger leise.

Rodario grinste. »Natürlich wird die Vorstellung kostenlos und ausschließlich von Euren Augen zu sehen sein. Ich werde Euch jedoch nicht von einer kleinen Spende abhalten, um die Künste der Truppe zu entlohnen.« Zu seinem großen Erstaunen versprachen die Mächtigen ihr Kommen. Es würde die wichtigste Aufführung seines Lebens werden.

Tungdil, Ingrimmsch und Goda hatten sich ein riesiges Zimmer in der Nähe des Platzes gesucht, auf dem Brurons Palast wuchs und die Versammlungszelte standen. Im gleichen Haus fanden die Untergründigen, die dem Wirt noch merkwürdiger vorkamen als die inzwischen bekannten Zwerge, eine Bleibe. Man brachte ihnen ein anständiges Mahl und eine große Kanne Bier.

Goda erhielt von dem Zwilling eine Lektion in Standfestigkeit während eines Kampfes und die verschiedenen Möglichkeiten aufgezeigt, den Gegner mit der Schildkante von den Beinen zu fegen.

»Du musst dich schwer machen«, erklärte er ihr und rannte mit seinem Schild gegen den ihren. Es krachte laut, und die Zwergin wich zwei Schritte zurück. »Schwer machen, habe ich gesagt«, schimpfte er. »Ich habe mich doch gegen die Dielen gestemmt!«, verteidigte sie sich.

»Ein guter Stand ist eine Sache.« Er bedeutete ihr, sich wieder an ihren Platz zu begeben. »Aber es gehört mehr dazu, als breite Füße und kräftige Schenkel zu haben. Stell dich so hin, dass deine Körpermitte zwischen deinen beiden Füßen ist, dann gehst du ein wenig in die Knie und senkst den Kopf.« Er machte es ihr vor. »Versuche, mich umzurennen.«

Goda hob den Schild, nahm Anlauf und prallte mit ihrem ganzen Gewicht gegen ihren Meister; es krachte Ohren betäubend laut.

Boindil wankte nicht einmal. »Das habe ich damit gemeint, als ich davon sprach, sich schwer zu machen. Es ist wichtig, um dem Druck des Gegners Stand zu halten, auch einem wütenden Schweinchen, wenn es sein muss.« Er rieb sich über den Bauch. »Und die sind mindestens doppelt so schwer wie ich.« Er klopfte gegen ihren Schild. »Los. Das üben wir. Wenn es sein muss, die ganze Nacht.«

»Ho, halt«, rief Tungdil, der einige Dinge, die er in der Versammlung und in den letzten Umläufen vernommen hatte, in ein kleines Büchlein schrieb. Immer noch gab es einige Rätselhaftigkeiten. Die Unterredung mit Balba Metzhammer, die als einzige Überlebende aus Paland entkommen war, hatte nichts ergeben. Sie konnte sich an keine Elbenrune auf dem Scheusal mit den Rädern erinnern. Sogar Furgas entsann sich nicht, eines der verschnörkelten Zeichen gesehen zu haben. Tungdil aber wusste, dass die Rune da war. An jedem der Wesen befand sich eine. Jetzt ärgerte er sich darüber, dass er nicht ungestört an dem Rätsel tüfteln konnte. »Ich versuche zu arbeiten, und das kann ich nicht, wenn ihr euch benehmt wie kämpfende Vangas.«

»Was gibt es da zusammenzureimen? Es wird gefochten, Gelehrter!« Ingrimmschs Augen leuchteten. »Zwar haben wir noch keine Schweinchen gefunden, aber diese Maschinen sind auch nicht zu verachten.« Er wirbelte den Schild umher. »Hach, ich würde zu gern meine Kräfte mit einem dieser Untergründigen messen.« »Hast du das nicht schon?«, bemerkte Tungdil. »Du hast doch verloren, oder?«

»Das? Das war doch kein Kampf, bei Vraccas! Das war Aalfangen.« Er schüttelte sich. »Mit Kampf meine ich Klingen, Beile, schwere Waffen, es muss krachen und scheppern. Ich denke nicht, dass sie mit uns verwandt sind.«

So, wie er es sagte, klang es endgültig und eine Spur abweisend. Tungdil schaute auf. »Es sind Zwerge. Was gibt es daran zu rütteln?«

»Einiges. Sie sehen sich als Brüder der Orks«, antwortete Goda zu rasch. Anscheinend hatten sich die beiden bereits ausgiebig bei ihren Waffengängen unterhalten. »Ihr Gott hat sie gemeinsam erschaffen. Wie nannten sie ihn gleich?«

»Ubar«, half ihr Tungdil und legte einen Arm auf die Lehne des Stuhls, sein Blick wurde vorwurfsvoll. »Es freut mich, dass ihr beiden euch in etwas einig seid. Ihr wisst dennoch, dass ihr klingt wie die Elbenfürstin?« Ingrimmsch verzog den Mund. »Gelehrter, es kann keine Übereinstimmung zwischen den Untergründigen und uns geben. Sie sind größer als wir, sie kämpfen anders und gebrauchen nicht einmal Äxte. Nur diese«, seine Hände formten den Stab nach, »Zahnstocher oder was immer es sein soll. Nein, wir wurden niemals aus dem gleichen Gestein geschlagen.« Er nickte Goda zu, die erneut gegen ihn rannte. Wieder lärmte es gewaltig. »Du bist ungerecht«, sagte Tungdil Kopf schüttelnd.

»Und du bist fasziniert«, gab der Zwerg zurück. »Ich habe genau gesehen, dass du sie unterwegs immer wieder betrachtet hast. Man spürt, dass du dich gern mit ihnen unterhalten hättest, um mehr zu erfahren. Dadurch wird deine Urteilskraft getrübt. Das macht der Gelehrte in dir.«

»Meine Urteilskraft ist gewiss nicht getrübt. Ganz im Gegenteil!«, rebellierte Tungdil gegen den Vorwurf. »Ich bin vermutlich der Einzige aus den fünf Stämmen, der ihnen gegenüber sachlich bleibt. Man hört an dir, wie eingeschränkt deine Sichtweise von den Dingen ist. Und dabei gehörst du noch zu denjenigen, die Neuerungen gegenüber offener sind.«

»Und dir gebührt das Recht, andere deswegen zu verurteilen?« Er rannte gegen Goda, die seinem Ansturm dieses Mal standhafter begegnete, was er mit "einem lobenden Nicken bedachte. Und einem langen, vielleicht zu langen Blick in ihre Augen.

Sie hob den Schild und unterbrach die Sicht.

»Ich urteile über niemanden.« Tungdil schaute seufzend auf seine Notizen. Ihm wurde die Unterhaltung lästig, zumal er wusste, dass sie bei dem Dickschädel Ingrimmsch zu nichts führte und er jedes weitere Wort missverstehen würde. »Ich werde nachher mit Furgas reden, um weitere Schwachstellen an diesen Monstren in Erfahrung zu bringen. Denn ohne dieses Wissen werden wir nicht gut gegen diese Wesen aussehen. Auch du nicht.«