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»Frag mich später. Hilf mir beim Tragen.« Chmeee hob sein Fluggeschirr auf, seinen Schutzanzug, seine Spule mit Superleiter-Draht und eine gehörige Portion Superleiter-Tuch. Obenauf legte er noch den Zerstäuber, auch Slaver-Doppelflinte genannt. Dann lief er zurück zur Treppe, die zum Flugdeck führte. Louis folgte ihm, schwankend unter seiner Last von Prills Fluggeschirr, dem Handscheinwerfer-Laser, den beiden Druckanzügen und dem Schutzpanzer. Seine Haut war krebsrot. Er hatte das Gefühl, als begänne sein Fleisch zu kochen.

Chmeee hielt vor der Instrumentenkonsole auf dem Flugdeck an. Blasiges dunkelgrünes Wasser zeigte sich vor den Bullaugen. Kleine Fische suchten sich ihren Weg in einem Wald aus Seetang. Der Kzin keuchte: »Da, die Instrumentenskalen. geben dir Antwort. Teela überschüttete mich mit Hitze in Gestalt von Mikrowellen. Das Not-Rettungssystem versagte. Die Scrith-Repulsionsdüsen versagten. Das Landungsboot versank im Meer. Das Wasser hielt. die Mikrowellen auf. Das Landungsboot blieb heiß, weil die Hitzepumpen zuerst ausbrannten und die Isolierung zu gut ist. Wir können das Landungsboot nicht mehr verwenden.«

»Zum Teufel damit.« Louis stellte sich auf die Transportscheibe.

Er ließ seine Last fallen. Der Schweiß lief ihm in die Augen und den Mund. Er zog den heißen Schutzhelm aus und schnappte gierig nach kalter Luft. Harkabeeparolyn stemmte ihre Schulter unter seine Achsel und half ihm, sich zum Bett zu schleppen, murmelte etwas Beruhigendes in der Sprache der Städtebauer.

Chmeee war nicht ins Raumschiff zurückgekehrt.

Louis riß sich von Harkabeeparolyn los. Er stülpte den Schutzhelm wieder über den Kopf und ging schwankend zurück zur Transportscheibe.

Chmeee bediente ein paar Instrumente im Leitstand. Er warf Louis seine Ausrüstung zu. »Nimm das so lange. Ich komme gleich nach.«

»Aye, aye.«

Louis hatte seinen Druckanzug zur Hälfte angelegt, als der Kzin in die Heiße Nadel zurückkam. Der Kzin zog seinen Druckanzug aus. »Es eilt nicht. Louis. Hinterster, das Landungsboot ist nicht mehr zu gebrauchen. Ich habe den Leitstand so programmiert, daß es mit seinen Fusionsmotoren startet und zum Mons Olympus fliegt. Das soll ein Ablenkungsmanöver für Teela werden. Vielleicht verliert sie ein paar wertvolle Sekunden damit, das Landungsboot zu vernichten.«

Das Mikrophon antwortete: »Gut. Ich bin auch nicht ganz faul gewesen, aber ich kann euch das Ergebnis nicht mitteilen. Wir wissen bereits, daß Teela auf allen Leitungen mithören kann.«

»Und?«

Der Hinterste setzte mit der Transportscheibe in die Kabine über. Nun konnte er auch ohne mechanische Hilfsmittel sprechen: »Die meisten meiner Instrumente sind natürlich in dieser Lage nicht zu verwenden. Aber ich weiß unseren relativen Standort. Ungefähr zweihundert Meilen backbord von spinnwärts befindet sich eine sehr starke Neutrino-Emissionsquelle, vermutlich ein Fusions-Kraftwerk. Die Tiefenradar-Bilder zeigen, daß wir von Höhlen umgeben sind. Die meisten davon sind nicht größer als ein Zimmer. Manche haben jedoch gewaltige Ausmaße, und darin stehen schwere Maschinen. Ich glaube, daß ich auch die Höhle orten konnte, wo die Hebewerkzeuge und Gerüste aufbewahrt wurden, mit deren Hilfe die Reparaturmannschaft die Steuerdüsen an der Ringweltmauer einhängte. Zudem entdeckte ich eine massive konkave Tür in der Außenwand des Mars, die vom Wasserfall verdeckt wird. Ich entdeckte Lagerräume, in denen Scrith-Ersatzstücke aufbewahrt werden. Vermutlich dienen sie zur Reparatur von größeren Meteoreinschlägen. Zu diesen Lagerräumen gehört wieder eine Luke in der Außenwand. Daneben entdeckte ich kleine Raumschiffe, vermutlich Raum-Abfangjäger — und wieder ein Schott. Alles in allem befinden sich sechs Luken unter dem Wasserfall. Es gelang mir.«

»Hinterster, du solltest Teela Brown für uns suchen!«

»Hattest du nicht vor einiger Zeit Louis gebeten, Geduld zu haben?«

»Louis Wu ist ein Mensch. Er weiß, was Geduld ist. Aber du, du blätterfressendes Untier, besitzt zuviel von dieser Eigenschaft. Bei dir ist Geduld ein Laster.«

»Du machtest den Vorschlag, die menschliche Variante eines Pak-Protektors zu ermorden? Ich hoffe, du stellst dir das nicht wie ein Duell vor, indem du dich mit einem Schrei auf Teela stürzt und sie mit bloßen Händen angreifst! Wir müssen Teela mit unserem Verstand bekämpfen. Das verlangt Geduld, Kzin! Bedenke, was auf dem Spiel steht!«

»Berichte weiter.«

»Es gelang mir, auch die Lage von Mons Olympus zu orten. Er befindet sich achthundert Meilen antispinnwärts von Backbord. Ich vermute, daß Teela mit einem schweren Laser oder einem ähnlichen Gerät die Heiße Nadel unter Feuer nahm, damit wir im Stasisfeld blieben, während sie uns achthundert Meilen weit schleppte. Ich habe keine Ahnung, warum sie sich diese Mühe machte.«

Louis sagte: »Sie schleppte uns bis zu einer Stelle, wo sie geschmolzenes Gestein für uns bereithielt. Dieser Ort wird sich als Stätte des hypothetischen Massenmordes entpuppen. Wir müssen nur noch dahinterkommen, wieso hier die richtige Stelle ist. Tanj, vielleicht hat sie unsere Intelligenz sogar überschätzt!«

»Da kannst du nur für dich selbst sprechen, Louis. Vielleicht befindet sich die Stelle unter uns.« Ein Puppetier-Kopf wölbte sich nach oben. »Vielleicht auch über uns. Dort befindet sich ein Komplex von Räumen mit sehr starker elektrischer Aktivität, ganz zu schweigen von einer Reihe von pulsierenden Neutrino-Quellen. Vermutlich handelt es sich dabei um Tiefenradar-Geräte.

Ich fand auch einen halbkugelförmigen Raum mit einer weiteren Neutrino-Quelle in halber Höhe der Wand. Eine bewegliche Quelle. Der Neutrino-Ausstoß ist unregelmäßig wie in einem Fusions-Kraftwerk. In den fünf Minuten, die ihr von Bord gewesen seid, hat sich die Quelle nicht weit bewegt; aber meiner Berechnung nach wird sie einen halben Kreisbogen von einhundertachtzig Grad in fünfzehn Stunden plus oder minus drei Minuten durchwandert haben. Fleischfresser, Kzin-Krieger, sagt dir das etwas?«

»Es könnte sich um eine künstliche Sonne handeln. Für eine Ackerkultur. Wo befindet sie sich?«

»Zweitausendfünfhundert Meilen in Richtung Steuerbordseite der Weltkarte. Aber da ihr vermutlich durch den Mons Olympus in die Unterwelt eindringt, müßt ihr die Sonne zwölf Grad antispinnwärts von Steuerbord suchen. Vermutlich müßt ihr ein paar Wände durchbrechen, um zu dieser künstlichen Sonne vorzudringen. Habt ihr denn den Zerstäuber mitgebracht?«

»Da ich nicht ganz aufs Hirn gefallen bin, habe ich ihn mitgebracht. Hinterster, sobald das Landungsboot den Mons Olympus erreicht, können wir die Transportscheiben benützen und dann durch die Ladebucht das Landungsboot verlassen. Aber Teela wird uns zuvorkommen, sie wird es abschießen.«

»Warum sollte sie das tun? Wir befinden uns doch nicht an Bord. Sie verfügt über Tiefenradar. Sie wird wissen, daß das Landungsboot nicht besetzt ist.« »Mag sein. Aber dann wird sie das Landungsboot mit dem Zielradar verfolgen und warten, bis wir dort erscheinen. Dann wird sie uns mit dem Landungsboot vernichten. Ist das die Weisheit, die deiner Rasse helfen soll, die Ringwelt zu retten?«

»Ja. Denn du wirst den Mons Olympus ein paar Stunden vor dem Landungsboot betreten. Ich habe den Autopiloten der Sonde so programmiert, daß sie uns folgte. In der Sonde befindet sich ein Transportscheiben-Empfänger. Selbstverständlich könnt ihr von der Sonde nicht auf die Heiße Nadel überwechseln.«

»Hmm. Das könnte gehen.«

»Was für Ausrüstungsgegenstände wollt ihr mitnehmen?«

»Druckanzüge, Fluggeschirre, Handscheinwerfer-Laser und die Slaver-Doppelflinte. Auch das habe ich mitgebracht.« Chmeee deutete auf das Superleiter-Tuch. »Teela weiß davon nichts. Das könnte uns helfen. Wir werden es in die Kleider einnähen, mit denen wir unsere Druckanzüge bedecken. Harkabeeparolyn, kannst du nähen?«