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Ihr Lächeln wurde breiter. »Sag du ihr, was ich dir aufgetragen habe, Neville, dann wirst du ihr eine Menge mehr unter den Rock stecken können als nur deine Hand. Wahrscheinlich hat sie die Beine um dich geschlungen, bevor du ausgeredet hast.«

Er nickte dumpf. »Also gut.«

Sie betrachtete ihn von Kopf bis Fuß. »Es freut mich, daß du der Aufgabe … ganz offensichtlich gewachsen bist.« Sie blickte ihm abermals in die Augen. »Bring ihr alles bei, was dir einfällt, um einem Mann zu gefallen. Zumindest, was dir bis zum Morgengrauen einfällt. Unterrichte sie gut. Ich will, daß sie weiß, wie man einen Mann so glücklich macht, daß er wiederkommt und noch mehr will.«

Er grinste. »Ja, Schwester.«

Sie legte ihm die Spitze des Stabes unters Kinn und hob es ein Stück an. »Und sei zärtlich zu ihr, Neville. Ich will nicht, daß du ihr weh tust. Es soll für sie eine sehr angenehme Erfahrung sein. Ich möchte, daß es ihr gefällt.« Sie sah erneut an ihm herab. »Mache das Beste aus dem, was du hast.«

»Bis jetzt hat sich noch keine beschwert«, protestierte er.

»Idiot. Frauen sagen einem Mann die Beschwerden nicht ins Gesicht. Das tun sie hinter seinem Rücken. Wage es nicht, sie zu bespringen, dich zu befriedigen und dann einzuschlafen. Du hast Zeit bis zum Morgengrauen. Ich will nicht, daß du heute nacht schläfst. Sie soll dieses Erlebnis in bester Erinnerung behalten. Unterrichte sie gut. Zeige ihr alles, was du weißt.«

Sie drückte sein Kinn noch ein wenig höher. »Die Aufgabe mag angenehm sein, trotzdem handelt es sich um eine Aufgabe im Dienste des Hüters. Scheiterst du hierbei oder bei irgendeiner anderen, dann enden deine Dienste augenblicklich. Doch deine Qual wird ewig sein. Bleib wachsam, wenn du mit ihr zusammen bist. Ich erwarte am Morgen einen ausführlichen Bericht über alles, was du ihr beigebracht hast. Du wirst mir alles ganz genau berichten. Ich muß wissen, was sie weiß, damit ich sie führen kann.«

»Ja, Schwester.«

Sie sah an ihm vorbei zu dem an der Wand kauernden Mann. »Je eher du hier fertig bist, desto eher kannst du bei Pasha sein, und desto mehr Zeit hast du, sie zu unterrichten.«

Er nickte grinsend. »Ja, Schwester.«

Sie zog den Stab zurück, und er atmete erleichtert auf. Mit einer Handbewegung befahl sie seinem Gewand, in ihre Hand zu schweben. Sie drückte es ihm in die Arme.

»Zieh das an. Du bringst dich in Verlegenheit.« Sie sah zu, wie er den Stoff an sich raffte und ihn sich über den Kopf stülpte. »Morgen beginnt die eigentliche Arbeit, die eigentliche Aufgabe.«

Sein Kopf lugte aus dem Gewand hervor, gefolgt von erst dem einen, dann dem anderen Arm. »Was für eine Arbeit? Was für eine Aufgabe?«

»Nach deiner Freilassung mußt du sofort aufbrechen und in die Dienste deines Heimatlandes treten. Du weißt doch noch, wo deine Heimat ist, oder? Du gehst nach Aydindril, als Berater des Hohen Prinzen Fyren. Dort hast du etwas zu erledigen. Etwas Wichtiges.«

»Das wäre?«

»Darüber werden wir uns morgen früh unterhalten. Jetzt jedoch, bevor du dich an die erste, die zweite und all die übrigen Aufgaben machen kannst, hast du noch einen Eid zu leisten. Entspricht das deinem freien Willen, Neville?«

Sie beobachtete seine Augen. Sein Blick huschte kurz zu seinem Freund, der zusammengesunken an der Wand hockte. Dann drehte er sich um und musterte das Messer und den Quillion. Sie sah, wie sich der Blick seiner dunklen Augen trübte, und wußte, daß er an Pasha dachte. Er antwortete im Flüsterton.

»Ja, Schwester.«

Sie nickte. »Sehr gut, Neville. Auf die Knie. Die Zeit des Eides ist gekommen.«

Als er auf die Knie sank, hob sie die Hand. Die Fackel erlosch mit einem Puffen und tauchte den Raum in völlige Dunkelheit.

»Der Eid an den Hüter«, sagte sie leise, »wird in jener Dunkelheit geleistet, die seine Heimat ist.«

14

Sacht zog Kahlan die Tür auf. Er war wach und hockte vor dem Feuer. Als die Tür zufiel, rückten die unheimlichen Geräusche von Boldas und Trommeln aus der Mitte des Dorfes ein wenig in die Ferne. Sie stellte sich neben ihn, bückte sich und strich ihm mit den Fingern durchs Haar.

»Was machen deine Kopfschmerzen?«

»Es geht. Die Ruhe und der letzte Trank, den Nissel mir gegeben hat, haben etwas geholfen.« Er sah nicht auf. »Sie wollen, daß ich nach draußen komme, stimmt’s?«

Kahlan ließ sich nieder und setzte sich neben ihm auf den Boden. »Ja. Es wird Zeit.« Sie strich ihm über die Schulter. »Bist du sicher, daß du das Fleisch essen willst, jetzt, wo du weißt, was es ist?«

»Ich muß.«

»Trotzdem ist es Fleisch. Wirst du es essen können?«

»Wenn ich eine Versammlung will, muß ich es essen. So ist das nun mal. Ich werde es essen.«

»Richard, ich mache mir Sorgen wegen dieser Versammlung. Ich bin nicht sicher, ob du sie unbedingt mitmachen solltest. Vielleicht gibt es eine andere Möglichkeit. Der Vogelmann hat ebenfalls Angst um dich. Vielleicht solltest du es wirklich nicht tun.«

»Ich muß.«

»Warum?«

Er starrte ins Feuer. »Weil das alles meine Schuld ist. Ich bin verantwortlich. Durch meinen Fehler hat der Schleier einen Riß bekommen. Das hat Shota jedenfalls gesagt. Meine Schuld. Ich habe ihn verursacht.«

»Darken Rahl hat den Riß verursacht … irgendwie.«

»Und ich bin ein Rahl.«

Kahlan sah zu ihm hinüber, doch er wich ihrem Blick aus. »Die Schuld des Vaters, weitergegeben an den Sohn?«

Er lächelte dünn. »Ich glaube nicht an dieses alte Geschwätz. Aber vielleicht ist doch ein Fünkchen Wahrheit dran.« Er sah sie an. »Weißt du noch, was Shota gesagt hat? Daß nur ich den Schleier flicken kann? Vielleicht muß ich ihn deswegen flicken, weil Darken Rahl ihn mit Hilfe der Magie der Ordnung zerrissen hat — und weil ich mich eingemischt habe.«

Sie sah den Widerschein des Feuers in seinen Augen flackern. »Und deshalb glaubst du … was? Daß ihn auch ein Rahl flicken muß, weil ein Rahl ihn zerrissen hat?«

Er zuckte mit den Achseln. »Kann sein. Das würde erklären, warum nur ich ihn schließen kann. Vielleicht ist es nicht der wahre Grund, aber es ist der einzige, der mir einfällt.« Er mußte lächeln. »Ich bin froh, eine kluge Frau zu bekommen.«

Sie schmunzelte. Es machte sie glücklich, ihn lächeln zu sehen. »Diese kluge Frau sieht jedenfalls nicht ganz ein, wieso das der Grund sein sollte.«

»Vielleicht ist er es auch nicht, aber es ist eine Möglichkeit, die ich in Betracht ziehen muß.«

»Und warum dann die Versammlung?«

Seine Augen leuchteten aufgeregt, als er sie mit seinem jungenhaften Lächeln anstrahlte. »Weil ich mir alles überlegt habe. Ich habe mir überlegt, was wir tun werden.«

Er veränderte seine Stellung, drehte sich zu ihr und schlug die Beine übereinander. »Morgen abend halten wir die Versammlung ab und finden heraus, was uns helfen könnte. Dann, am nächsten Morgen, wenn alles vorbei ist…« Er umschloß den Drachenzahn mit seiner Faust und hielt ihn ihr hin. Sein Grinsen wurde breiter. »Dann rufe ich Scarlet — hiermit. Auf diese Weise gelangen wir zu Zedd. So kommen wir nach Aydindril, ohne daß mich meine Kopfschmerzen auf der langen Reise über Land behindern. Scarlet fliegt mit Hilfe von Magie, dadurch kann sie große Entfernungen in kurzer Zeit zurückzulegen.

Wir werden fort sein, bevor uns die Schwestern daran hindern können; wenn sie uns folgen wollen, werden sie sehr viel Zeit brauchen. So muß ich ihr Angebot erst einmal gar nicht ablehnen. Ich kann mich zuerst mit Zedd treffen. Er wird wissen, was zu tun ist. Was die Kopfschmerzen betrifft, meine ich. Gleich nach der Versammlung werde ich Scarlet rufen. Sie wird wahrscheinlich fast einen ganzen Tag brauchen, um hierherzukommen.« Er beugte sich vor und gab ihr einen Kuß. »Und in der Zwischenzeit heiraten wir.«

Ihr Herz machte einen Sprung. »Heiraten?«

»Ja, heiraten. Alles an einem Tag. Übermorgen. Wir werden das alles erledigen und abreisen, bevor der Tag vorüber ist.«