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Er stand auf.

»Komm wieder her und knie nieder«, befahl er, »wo du vorher warst.«

Er zeigte mit der Peitsche auf die Stelle neben dem Ring, wo ich gekniet hatte. Er schüttelte die Peitsche, bis der Riemen frei hing. Ich beeilte mich, zu der Stelle zu kriechen und dort wie zuvor niederzuknien. Es sah auf mich herunter.

»Lassen Sie mich dafür bezahlen.« flüsterte ich.

»Was?« fragte er.

»Ich bin bereit.« flüsterte ich.

Er lächelte.

»Ich knie nackt vor dir«, sagte ich, »ich bin angekettet. Du hast mich erweckt. Du hast mich dazu gebracht, mich zu öffnen. Du hast mir allen Stolz genommen. Du verachtest mich. Du hasst mich. Ich erwarte, hier für meine Verbrechen zu bezahlen. Männer werden mich dafür zahlen lassen, dafür, dass ich eine moderne Frau bin. Ich bin bereit zu bezahlen. Lass mich bezahlen.«

»Auf deinen Rücken«, befahl er, »nimm die Beine auseinander.«

Mit Tränen in den Augen gehorchte ich.

»Die moderne Frau«, lächelte er, »auf ihrem Rücken.«

»Wo ich hingehöre.« sagte ich.

»Oder auf deinen Bauch«, lächelte er, »oder kniend, vornüber gebeugt oder in einer der tausenden anderen Stellungen der Unterwerfung und des Dienens.«

Ich schauderte, erkannte, was für Dinge auf dieser Welt als völlig normal von mir verlangt werden würden. Ich schloss meine Augen. Ich fürchtete, dass ich bei seiner kleinsten Berührung in Ohnmacht fallen würde. Ich hatte noch nie jemanden getroffen, der ihm auch nur im Entferntesten glich. Ich hatte nicht einmal geahnt, dass solche Männer existieren könnten. Für solch einen Mann, das wusste ich jetzt, würde ich mit all meiner Kultiviertheit, Bildung und Intelligenz niemals mehr als eine Hündin sein, eine hechelnde Hündin zu seinen Füßen. Er hatte vorhin von einem »Kragen« gesprochen. Was könnte er damit gemeint haben? Ich öffnete die Augen.

»Bittest du darum?« fragte er.

»Würdest du mich dazu bringen, darum zu bitten?« rief ich.

»Ja.«

»Gut«, weinte ich, »ich bitte darum.«

»Die moderne Frau bettelt darum.« lächelte er.

»Ich bettle darum«, sagte ich, »ich bin nicht länger eine moderne Frau.«

»Oh doch«, lächelte er, » bis jetzt bist du immer noch eine moderne Frau. Aber bald wirst du keine mehr sein. Bald wird dir das genommen werden.«

»Ich bettle«, sagte ich, »ich flehe darum.«

»Du hast dabei aber etwas vergessen.« sagte er.

»Was.« fragte ich jammernd.

»Du bist noch Jungfrau.« sagte er.

Ich sah ihn wild an, Tränen in den Augen.

»Knie wieder nieder wie vorhin, Schlampe.« befahl er.

»Bestie!« weinte ich. »Bestie!«

Aber ich kroch auf meine Knie und kniete, wie mir befohlen worden war, vor ihm. Ich zitterte. Tränen quollen aus meinen Augen. Er hatte mich nicht haben wollen. Meine Jungfräulichkeit schien damit irgend etwas zu tun zu haben. Ich fragte mich, ob das wirklich stimmte. Wenn es nicht daran liegen würde, hätte mich solch ein Mann sicher schon in der Bibliothek ausgiebig benutzt. Ich denke, dann wäre ich gezwungen worden, ihm und zweifellos auch Taurog und Hercon zu dienen.

»Bestie!« schluchzte ich. »Bestie!«

»Ich gehe jetzt.« sagte er.

Ich sah erschrocken hoch.

»Ich wollte dich nur noch einmal sehen, bevor ich gehe, und wie du aussiehst, hier im Warteraum, eine Kette am Hals, du abscheuliche, reizvolle Schlampe.«

»Im Warteraum?« fragte ich.

»Ja«, sagte er, »sie werden dich gleich holen. Du wirst einen ausgefüllten Morgen haben. Andere werden schon bearbeitet.«

»Bearbeitet?«

»Ja.« sagte er nur.

Dann drehte er sich um.

»Warte!« schluchzte ich.

Er drehte sich um und betrachtete mich. Ich war verzweifelt. Ich wollte, dass er bei mir blieb.

»Sind alle Frauen«, fragte ich, »hier mit der Peitsche geweckt worden?«

Mein Körper tat noch immer weh von den Schlägen.

»Nein«, sagte er, »natürlich nicht. Es war nur so, dass ich dachte, es wäre informativ und heilsam für dich, so geweckt zu werden. So bekamst du von Anfang an eine Ahnung, was das für eine Welt ist und was das für dich bedeutet.«

Ich sah ihn bestürzt an.

»Keine Angst«, fuhr er fort, »so etwas wird eher selten passieren, wenn überhaupt. Wie du dir sicher vorstellen kannst, würde das den Schlaf einer Frau stören.«

»Ihren Schönheitsschlaf?« sagte ich ironisch.

»Das stimmt auf eine Art«, sagte er, »guter Schlaf ist wichtig für eine Frau, für ihre Schönheit, ihre Aufmerksamkeit und ihren Dienst. Das ist das gleiche wie bei anderen Haustieren.«

Ich sah ihn wütend an.

»Ich versichere ich dir, die meisten Prügel wirst du bekommen, wenn du völlig wach bist.«

»Prügel?« fragte ich.

»In deiner Stellung besteht diese Gefahr.« sagte er.

»Eine berufliche Gefahr?« erkundigte ich mich.

»Diese Stellung ist kein Beruf.« stellte er fest. »Ein Beruf ist nicht etwas, was du bist, sondern etwas, was du tust. Einen Beruf kann man wechseln. Deine Stellung dagegen, in dem Sinn, wie ich es gemeint habe, ist nicht etwas, was du tust, sondern etwas, was du bist. Deshalb wirst du völlig außerstande sein, deine Stellung zu wechseln. Du hast keinerlei Macht, sie in irgendeiner Weise zu ändern, zu beeinflussen oder zu wechseln oder was auch immer. Sobald diese Stellung dir auferlegt ist, wirst du sie einfach sein. Du kannst sicher sein, Prügel zu empfangen als berufliche Gefahr ist eine unvermeidliche Begleiterscheinung deiner Stellung. Häufigkeit und Art der Prügel hängt wahrscheinlich viel von dir selbst ab. Wenn du kein Vergnügen bereitest, wirst du zweifellos geschlagen werden. Wenn du Vergnügen bereitest, wirst du nicht geschlagen, oder vielleicht trotzdem.«

Ich sah ihn an und versuchte zu begreifen, was mir gesagt wurde. Ich wusste natürlich, dass ich geschlagen werden konnte. Ich hatte die Peitsche schon gespürt. Ich war nicht begierig darauf, sie wieder zu spüren.

»Was ist falsch daran?« fragte er.

»Ich verstehe nicht, was du sagst.« antwortete ich.

»Oh?« machte er fragend.

Ich legte meine Hände an die Kette, die von meinem Hals zu dem Ring am Boden führte.

»Ich verstehe nicht, was ich hier tue« sagte ich. »Was wird mit mir gemacht?«

»Du meinst, jetzt, sofort?« fragte er. »Du wirst gebrandmarkt und in einen Kragen gesteckt werden.«

Ich sah ihn ungläubig an.

»Aber das passiert mit allen Mädchen«, fuhr er fort, »ihr werdet eure Brandzeichen und Kragen bekommen.«

Ich konnte nichts sagen.

»Solche Dinge schreibt das Handelsgesetz vor.« erklärte er.

»Dies«, sagte ich erschrocken, »ist also wirklich eine Welt, von der du gesprochen hast, eine Welt, in der Frauen wie ich als Sklavinnen verkauft und gekauft werden?«

»Grundstellung.« befahl er.

Sofort ließ ich die Kette los und kniete mich wie zuvor nieder, mit geradem Rücken, auf meinen Fersen hockend, meine Hände auf meinen Schenkeln, meine Knie gespreizt.

»Ja.« sagte er.

»Und ist das das Schicksal, das du mir bestimmt hast«, fragte ich, »eine Sklavin zu sein?«

»Ja.« sagte er.

Ich schwieg.

»Es wird amüsant sein, manchmal an dich zu denken, wie du in bedrückender und vollkommener Sklaverei gehalten werden wirst und dich aus Angst um dein Leben verzweifelt bemühst, deine Herren zufrieden zu stellen, meine köstliche, abscheuliche Schlampe.«

»Deswegen nahmst du mir meine Jungfräulichkeit nicht«, sagte ich, »weil du mir dieses Schicksal bestimmt hast?«

»Genau.« sagte er.

»Meine Jungfräulichkeit könnte meinen Preis beeinflussen?«

»Ja.«

»Das ist, als wäre ich ein Tier.«

»Bald«, sagte er, »wirst du völlig rechtmäßig ein Tier sein.«

»Du hast mich gefangen«, sagte ich resigniert, »meine Jungfräulichkeit gehört dir. Sie ist dein, wirklich.«