Und eine Rauchwolke puffte heraus, und das Auto verschwand.
Die Wachen starrten wie vor den Kopf geschlagen auf die Stelle, wo eben noch das Auto gewesen war.
Die vier aber wirbelten wieder durch Zeit und Raum, und in ihren Ohren dröhnte es.
„Sind wir auf dem Heimweg?" rief die Witwe.
„Wie soll ich das wissen?" rief der Neffe zurück. „So ein Ding habe ich schließlich noch nie gefahren."
Dann gab es einen Plopp, und sie standen.
„Gott sei Dank!" sagte der Anwalt. „Wir sind gerettet."
Aber als er aufblickte, sah er einen riesigen Dinosaurier, dessen Kopf hoch oben in der Luft war, auf sie zukommen.
„Um Himmels willen, seht euch das an!" schrie die Witwe.
„Wir sind in der Steinzeit gelandet!" Und der Neffe bekam ihre Ansicht gleich wieder zu hören: „Du und deine Fahrkünste!"
„Wir machen besser, daß wir fortkommen!" sagte David.
Der Neffe drückte hektisch auf allen möglichen Knöpfen herum, doch es passierte gar nichts. Und der Dinosaurier kam bereits bedrohlich näher.
„Rennt um euer Leben!" schrie der Anwalt.
Alle sprangen aus dem Automobil und flüchteten, so schnell sie konnten, in den Dschungel. Das Gras wuchs höher, als ihre Köpfe waren, die Bäume schienen direkt in den Himmel zu reichen.
„Also so hat die Welt vor Tausenden Jahren ausgesehen", sagte David bewundernd.
Und dann standen ihnen plötzlich ein halbes Dutzend Steinzeithöhlenmenschen gegenüber. Sie stießen böse, bedrohliche Laute aus und trugen schwere Keulen. Und kamen immer näher.
„Wir sind Freunde!" rief ihnen David laut entgegen. Aber die Höhlenmenschen verstanden sie natürlich nicht. Noch war ja die Sprache nicht erfunden. David hob in einer Geste des Ergebens die Hände hoch. Aber einer von den Höhlenmenschen schlug ihm einfach seine Keule auf den Kopf, und den anderen ging es genauso.
Sie kamen erst in einer Höhle wieder zu sich. Lauter Höhlenmenschen, auch Frauen, standen um sie herum und ließen sie nicht aus den Augen. Einer fraß rohes Fleisch von einem Tier, das sie gerade getötet hatten. Sie hörten die seltsamen Geräusche des Dschungels draußen und merkten, wie die Höhlenmenschen begierige, hungrige Blicke auf sie warfen. Einer faßte die Witwe am Arm an, um zu sehen, ob sie auch gut im Fleisch sei. Er leckte sich bereits die Lippen.
„Die wollen uns fressen!" schrie die Witwe und sagte zu David: „Du bist doch immer der große Gescheite! Tu etwas! Sag denen, wer wir sind!" „Wie denn?" antwortete David. „Die haben doch noch gar keine Sprache!"
Es kamen ständig mehr Höhlenmenschen herein und stellten sich um sie herum.
„Sie haben etwas vor!" sagte der Neffe. „Wahrscheinlich wollen sie uns umbringen."
„Das ist gesetzlich verboten!" protestierte der Anwalt.
Der größte Höhlenmensch kam näher und hob drohend seine Keule.
„Jetzt ist es soweit!" schrie die Witwe. „Wir müssen sterben!" Aber genau jetzt hatte David eine Eingebung. Er griff in die Tasche, holte sein Feuerzeug heraus und zündete es an. Die Flamme sprang auf, und die Höhlenmenschen wichen angstvoll zurück. David ließ die Flamme ausgehen und schnippte sie dann wieder an. Die Höhlenmenschen wichen noch weiter zurück und stießen seltsame, kehlige Laute aus. „Wir sind Götter!" sagte David zu ihnen, „und wenn ihr nicht weggeht, vernichten wir euch!"
Die Wörter verstanden sie zwar nicht, aber sie verstanden, daß diese seltsamen Fremden Feuer aus ihrer Hosentasche holen konnten. Und sie waren verängstigt. Sie begannen, sich ehrfürchtig vor ihnen zu verbeugen.
„Schon besser", sagte David und stand auf. „Und jetzt weg von hier."
Sie gingen zurück in den Dschungel. Die Höhlenmenschen und ihre Frauen folgten ihnen.
Sie sahen Riesenvögel. am Himmel, gewaltige Tiere und noch mehr Dinosaurier. Das Gebrüll dieser Kreaturen war ohrenbetäubend. Die vier schafften es durch den Dschungel bis auf die Lichtung zu ihrem Automobil und stiegen ein. „Rasch!" drängte die Witwe. „Nichts wie weg." Der Neffe setzte sich ans Steuer und drückte alle Knöpfe, und wieder passierte nichts.
Eine fast drei Meter hohe Echse kam auf sie zu und züngelte heftig.
„Nun beeile dich doch endlich!" rief die Witwe in Angst. „Ich versuche es ja!" sagte der Neffe. „Ich versuche es." Heftig drückte er weiter die Knöpfe.
Die Echse kam immer näher, sie konnten schon ihren heißen Atem spüren. Und gerade, als sie zu ihnen in den Wagen klettern wollte, fand der Neffe endlich doch noch den richtigen Knopf. Es gab einen Rauchblitz, und sie waren verschwunden.
Auch dieses Mal sahen sie sich durch Raum und Zeit purzeln und hörten das laute Dröhnen um sich herum.
„Sind wir jetzt auf dem Heimweg?" fragte die Witwe.
„Ich weiß es nicht!" antwortete der Neffe.
Just in diesem Augenblick landeten sie mit einem Plumps.
„Zumindest sind wir jetzt in Sicherheit", sagte der Anwalt.
Sie sahen sich um.
Aber da kamen kleine, grüne Männchen auf sie zu. „Großer Gott!" stammelte der Neffe. „Wir sind auf dem Mars!" Sie sahen zum Himmel empor. Dort sauste gerade eine fliegende Untertasse vorüber.
„Ob dies der Mars ist, weiß ich nicht", sagte David. „Aber jedenfalls sind wir auf einem merkwürdigen Planeten. Ich habe stark den Eindruck, wir sind in der Zukunft." „Ganz egal, was es ist" sagte die Witwe, „mir gefällt es jedenfalls nicht. Ich will nach Hause."
Die kleinen, grünen Männchen waren schon ganz nahe. Sie hatten den Mund offen, aber es kam kein Ton heraus. Doch eigenartigerweise konnte man trotzdem verstehen, was sie dachten.
Einer dachte: Aha, wir haben Besuch.
Der zweite: Wir wollen sie heute abend bei unserem Bankett haben.
„Na; ist das etwa nicht nett?" sagte der Anwalt. „Sie laden uns zu einem Bankett ein."
Das dritte der grünen Männchen aber dachte: Sie werden köstlich schmecken.
Die Witwe kreischte auf: „Wieso wollen uns alle überall auffressen?"
David versuchte den grünen Männchen seinerseits etwas zuzudenken. Wir kommen als Freunde. Wir tun euch nichts. Das erste grüne Männchen jedoch dachte: Die Frau hebe ich mir als Nachspeise auf.
Das zweite grüne Männchen dachte: Kommt erst mal aus eurem Gerät da heraus.
„Nicht aussteigen!" warnte David sofort die anderen. Die grünen Männchen waren fast schon über ihnen. „Schnell!" warnte David. Er schob den Neffen beiseite, setzte sich selbst ans Steuer und fing an, die Knöpfe des Armaturenbretts zu drücken.
Eine Rauchwolke und ein Lichtblitz, und sie waren verschwunden.
Mist, dachten die kleinen, grünen Männchen, da geht unser Abendessen hin.
Erneut wirbelten und purzelten sie durch Raum und Zeit mit dem dröhnenden Getöse des Weltalls um sich herum. „Ich halte das nicht mehr aus!" jammerte die Witwe. „Bitte, ich will nach Hause! Es ist mir egal, ob ich jemals noch einen einzigen Dollar vom Erbe Samuel Stones sehe oder nicht. Meinetwegen könnt ihr alles haben!"
„Ich auch!" rief der Neffe. „Meinen Anteil könnt ihr ebenfalls haben!"
„Auch ich will einfach nur nach Hause!" sagte der Anwalt. „Meinen Anteil schenke ich euch!"
Sie rasten immer schneller, bis ihnen allen schon ganz schwindlig war. Und dann riß auf einmal der Himmel auf, und sie landeten mit einem Ruck. Und nun waren sie wieder in der Garage, wo ihre Zeitreise begonnen hatte, und da stand auch Mr. Yamamoto und erwartete sie.
„Geschafft!" rief die Witwe aus. „Wir haben es geschafft! Wir sind wieder da, und wir sind reich, reich!"
„Wir erlösen bestimmt Millionen für diese Maschine!"
„Hunderte Millionen!" verbesserte der Anwalt.