Sie erbebte, und zu ihrer Schande musste sie sich eingestehen, dass es nicht vor Angst oder Wut war. Es war Lust. Ihre Schwäche machte sie krank. Wie konnte sie je hoffen, Königin zu werden, wenn sie nicht einmal zu diesem Mistkerl Nein sagen konnte?
Seine Lippen wurden von seiner Zunge ersetzt, die über ihren Schoß wanderte und dann über ihren Bauch.
»So einfache Worte, Rhiannon. ›Ich gehöre dir, Bercelak.‹ Sag es, dann haben wir es hinter uns.«
Als sie den Kopf drehte, kniff ihr das Halsband ein wenig ins Fleisch. Sie schloss entsetzt die Augen, als ihr bewusst wurde, wie sehr es ihr gefiel.
»Das werde ich nicht«, presste sie heraus, während seine Zunge mit der äußersten Spitze ihres Nippels spielte. »Ich werde es nicht sagen!«
»Na schön. Dann werden wir es wohl auf die harte Tour machen müssen.« Er zog sich von ihr zurück, und sie fragte sich kurz, was die »harte Tour« war. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass Bercelak ihr wehtun würde. Zumindest nicht ohne ein bisschen anständiges Betteln. Er streckte sich neben ihr aus, den Kopf in ihrem Schoß. Sie sah mit zusammengekniffenen Augen zu, wie er sie küsste und seine Zunge vorschob und damit fast unmerklich über ihren Kitzler strich.
Sie stöhnte, schloss die Augen, und ihr ganzer Körper spannte sich. Dann hörte er auf, zog sich zurück und pustete sie an. Ganz sanft.
Ihre Augen sprangen auf, und er schenkte ihr dieses umwerfende Lächeln. Für jemanden, der selten lächelte, tat er das plötzlich ziemlich oft. Ihretwegen?
»Gib mir, was ich will, Rhiannon, und ich gebe dir, was du willst.«
Sie weigerte sich zu sprechen und schüttelte den Kopf. Das Halsband, warm von der Hitze ihres Körpers, fühlte sich wunderbar auf ihrer Haut an.
»Wie du willst.« Er beugte sich nach unten und begann wieder, sie zu erregen. Knurrend wandte sie den Kopf ab, nur um seine geschwollene Männlichkeit direkt vor ihren Augen auf und ab tanzen zu sehen. Bercelak hielt ihn fest in der Hand und streichelte ihn langsam.
Sie konnte ein Knurren des Begehrens nicht unterdrücken, und Bercelaks Mund hörte auf, sich zu bewegen. Er hob den Kopf und sah sie an. Lange sahen sie sich in die Augen, dann leckte sich Rhiannon die Lippen.
Bercelak stöhnte und knurrte gleichzeitig, während er sich auf die Knie hochschob. Er kam auf sie zu. Jetzt sah sie nicht mehr ihn an, sondern sein Glied.
Bercelak kniete sich rittlings über ihre Brust, schob die Hand in ihren Nacken und hob sanft ihren Kopf an. Sie öffnete ihren Mund, und er schob sich in sie. Sie schlossen beide mit einem Aufseufzen die Augen, während Rhiannon ihn lutschte. Sie liebte es, wie sein ganzer Körper bebte, als sie Besitz von ihm ergriff.
»Ihr Götter, Rhiannon«, flüsterte er. »Ihr Götter, fühlt sich das gut an.«
Sie dachte daran, ihn zu quälen, wie er sie gequält hatte, aber sie wollte nicht. Sie hatte ihn gern im Mund. Sie mochte es, ihn auf sich zu spüren. Sie verspürte keine Angst, keine Scheu, und sie fragte sich, wann er beweisen würde, was für ein Mistkerl er war. Also saugte sie und leckte.
Sein Griff in ihrem Haar wurde fester; er hielt ihren Kopf still, und sein Glied bewegte sich in ihrem Mund, während er sich dem Höhepunkt näherte. Schließlich stieß er ein letztes Mal in sie. Sie würgte fast, als sein Samen ihren Mund füllte und bis ans hintere Ende ihrer Kehle explodierte. Doch sie schluckte ihn und saugte weiter, bis er sich von ihr zurückzog und aufs Bett fallen ließ. Selbstzufrieden leckte sie sich noch einmal die Lippen und sah ihm zu, wie er keuchend und mit einem leichten Schweißfilm bedeckt neben ihr lag.
Jetzt würde er ihr nicht mehr widerstehen können. Jetzt würde er ihr diese Ketten vom Leib reißen und sie vögeln, bis sie beide ohnmächtig wurden.
Darauf wartete sie. Und wartete.
Endlich stieß Bercelak einen tiefen, befriedigten Seufzer aus, dann lehnte er sich im Bett zurück, die Hände hinter dem Kopf, die Beine an den Knöcheln verschränkt. Seine Beine ruhten jetzt neben ihrem Kopf.
Er sah zur Decke hinauf. »Also, was hättest du lieber, Rhiannon? Zuerst ein männliches Junges? Oder ein weibliches?«
Sie riss verärgert die Augen auf. »Wa-was?«
»Als dein erstes. Männlich oder weiblich? Mir gefällt der Gedanke an ein Mädchen. Ich habe mir immer eine Tochter gewünscht.« Er lächelte sie an, und es war das wärmste Lächeln, das sie je gesehen hatte. »Und ich will, dass sie aussieht wie du.« Dann kehrte sein Blick an die Decke zurück, als könne er ihre ganze Zukunft sehen – ihre ganze gemeinsame Zukunft–, die sich vor seinem inneren Auge abspielte. »Aber ein männlicher Nachkomme wäre auch nett, meinst du nicht? Er könnte sich um seine jüngeren Geschwister kümmern. Ich glaube nicht, dass wir so viele haben müssen wie meine Eltern. Fünfzehn ist übertrieben, aber … definitiv mehr als zwei oder drei, was meinst du?«
Unfähig, ihn weiter anzusehen, ohne zu schreien, starrte Rhiannon aus dem Fenster und erörterte, was es nützen würde, sich von dem Felsvorsprung zu stürzen – natürlich nachdem er sie losgebunden hatte.
Mit einem mitleidigen Augenrollen seufzte Rhiannon, doch es klang eher wie ein Schluchzen.
7
Am Ende band er ihre Arme und Beine los und gestand ihr genug Kette zu, dass sie den Nachttopf und die Badewanne erreichen konnte. Ansonsten ließ er sie den ganzen restlichen Tag und bis weit in die Nacht hinein am Bett angekettet.
Rhiannon wünschte sich ehrlich, sie könnte sagen, dass sie ihn hasste. Ihn zu hassen hätte alles so einfach gemacht. Sie hätte ihm versprochen, was immer er verlangte, gewartet, bis er sie losband, und dann hätte sie ihm seine momentan menschliche Kehle mit einem gezackten Stück Glas durchgeschnitten – oder sie ganz einfach mit ihren Zähnen zerfetzt. Je nachdem, was sich ergeben hätte.
Doch sie hasste ihn nicht. Und sie hasste sich selbst dafür, dass sie ihn nicht hasste.
Erbärmliches Weibsstück.
Sie riss noch einmal an ihrer Kette. Als Bercelak beschlossen hatte, sie eine Weile allein zu lassen, war ihm schnell klar geworden, dass das Kopfende des Bettes ihrer Kraft und Wut keine zwei Sekunden standhalten würde. Deshalb hatte er die Kette um eine Säule gewickelt und sie abgeschlossen. Mit einem nervtötend glücklichen Lächeln hatte er sie mit dem Versprechen, bald wiederzukommen, auf die Wange geküsst und war gegangen.
Das war jetzt fast eine Stunde her, und er war immer noch nicht zurück. Ein leises Klopfen an der Tür veranlasste sie, ein Tierfell vom Boden aufzuheben und es sich um den Körper zu wickeln, denn diese menschlichen Diener reagierten immer so dramatisch auf jede Art von Nacktheit. Warum sie gegenüber jedem, den sie nicht begehrten, auf diese Art reagierten – sie hatte keine Ahnung.
»Komm rein.« Es war ohnehin egal, denn sie selbst würde sowieso in nächster Zeit nicht kommen.
Die Tür ging auf, und Ghleanna und Shalin traten ein. Ghleanna hatte ein Tablett mit Essen dabei, dessen Duft Rhiannons Magen knurren ließ, und ihre Mutter folgte mit einem Becher und einer Karaffe.
Rhiannon betete, es möge Wein sein, den sie da trug, denn sie brauchte etwas, um ihr Gehirn zu betäuben, bevor sie noch anfing, aus Spaß Dinge um sich herum zu zerstören.
»Wir dachten, du könntest vielleicht hungrig sein.«
»Noch lieber wäre mir der Schlüssel.«
Die beiden Frauen sahen sich an, doch es überraschte nicht, dass es Ghleanna war, die sprach: »Du hast den Verstand verloren, Prinzessin, wenn du glaubst, dass wir uns in dieser Sache zwischen dich und meinen Bruder stellen.«
»Na schön!«
Sie drehte sich um, wobei die Kette sich um ihren Hals wickelte, und stolzierte durch den Raum zurück.