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»Es hat immense Auswirkungen auf unsere gegenwärtige Situation. Und wenn Sie nicht einen Großteil der Verantwortung für das Ende allen Lebens auf dem Raumschiff Erde tragen wollen - von jeder Menge interstellarem Kudzu natürlich mal abgesehen -, dann rate ich Ihnen, den Mund zu halten und zuzuhören.«

Eine Pause. Dann: »Ich höre.«

»Saprophyten sind nützliche Parasiten. Viele davon leben in unseren Eingeweiden, und wir nehmen sie bereitwillig mit manchen Molkereiprodukten zu uns. Mit Buttermilch zum Beispiel und mit Jogurt. Wir bieten diesen Bakterien einen

Ort zum Leben, und sie revanchieren sich mit etwas. Bei den Milchbakterien ist es die Verdauungsförderung. Die Wiesel werden unter normalen Umständen - normal in irgendeiner anderen Welt, schätze ich mal, in der die ökologischen Bedingungen so anders sind, dass ich es nicht mal erraten kann -nicht größer als ein Daumennagel. Ich glaube, bei weiblichen Wesen wirken sie irgendwie auf die Fortpflanzung ein, bringen sie aber nicht um. Normalerweise nicht. Sie leben einfach nur im Darm. Wir geben ihnen Nahrung, und sie verleihen uns telepathische Kräfte. Das ist normalerweise der Deal. Nur dass sie uns auch in Fernsehgeräte verwandeln. Wir sind das TV für die Grauen.«

»Und Sie wissen das alles, weil auch in Ihnen so eines lebt?« Underhills Stimme war kein Ekel anzuhören, aber Henry nahm es deutlich in den Gedanken des Mannes wahr, es schreckte zurück wie der Fühler einer Schnecke. »Ein so genanntes normales Wiesel?«

»Nein.« Glaube ich zumindest nicht, dachte er.

»Woher wissen Sie dann, was Sie wissen? Oder denken Sie sich das alles einfach nur aus? Wollen Sie sich hier rausschwindeln?«

»Woher ich das weiß, spielt noch die geringste Rolle, Owen. Und Sie wissen doch, dass ich nicht lüge. Sie können meine Gedanken lesen.«

»Daher weiß ich, dass Sie glauben, dass Sie nicht lügen. Wie schlimm wird das denn noch mit dieser Gedankenlese-rei bei mir?«

»Keine Ahnung. Wahrscheinlich nimmt es noch zu, wenn sich der Byrus ausbreitet, aber nicht so wie bei mir.«

»Weil Sie anders sind.« Skepsis, sowohl in Underhills Ton als auch in Underhills Gedanken.

»Mann, bis heute wusste ich nicht, wie anders ich bin. Aber lassen wir das doch mal für eine Minute beiseite. Vorläufig möchte ich nur, dass Sie verstehen, dass die Grauen hier die Arschkarte gezogen haben. Vielleicht zum ersten

Mal in ihrer Geschichte gerät ihnen das alles außer Kontrolle. Erstens, weil sich die Wiesel, wenn sie sich in Menschen einnisten, nicht wie Saprophyten verhalten, sondern gewaltsam parasitär. Sie hören nicht auf zu fressen, und sie hören nicht auf zu wachsen. Sie sind wie ein Tumor, Underhill.

Zweitens: der Byrus. Er gedeiht in anderen Welten gut, in unserer aber, zumindest vorläufig, nicht. Die Wissenschaftler und medizinischen Experten, die dieses Rodeo hier betreiben, sind der Ansicht, dass die Kälte ihn eindämmt, aber ich glaube nicht, dass es daran liegt, zumindest nicht allein. Ich kann es nicht mit Sicherheit sagen, denn sie wissen es auch nicht, aber —«

»Brr, brr.« Halb verdeckt leuchtete eine kleine Flamme auf, als sich Underhill eine neue Zigarette ansteckte, die der Wind dann aufrauchen durfte. »Damit meinen Sie nicht die Laborleute, nicht wahr?«

»Nein.«

»Sie glauben, Sie stehen mit den Grauen in Verbindung. In telepathischer Verbindung.«

»Ich glaube ... mit einem von Ihnen. Über einen Mittelsmann.«

»Dieser Jonesy, von dem Sie gesprochen haben?«

» Owen, ich weiß es nicht. Ich kann es nicht mit Bestimmtheit sagen. Entscheidend ist nur: Sie vertieren. Sie und ich und die Männer, die heute mit Ihnen zu Blue Boy rausgeflogen sind, wir alle werden Weihnachten wahrscheinlich nicht mehr erleben. Ich will Ihnen da nichts vormachen. Wir alle haben eine hohe, konzentrierte Dosis abbekommen. Aber -«

»Also gut, ich habe es«, sagte Underhill. »Und Edwards hat es auch. Es ist urplötzlich an ihm aufgetaucht.«

»Aber selbst wenn es sich richtig in Ihnen einnistet, glaube ich nicht, dass Sie es sehr weit verbreiten können. So ansteckend ist es nun auch wieder nicht. Manche von den Leuten da im Stall werden es nie kriegen, da können sie noch so lange mit Byrus-Infizierten zusammenhocken. Und die Leu-te, die es sich wie eine Erkältung holen, erkranken an Sekun-där-Byrus ... oder -Ripley, wenn Ihnen das besser gefällt.« »Bleiben wir doch bei Byrus.«

»Also gut. Sie können eventuell einige wenige andere Menschen damit anstecken, die dann eine sehr schwache Form bekommen, die wir Byrus drei nennen könnten. Es mag sogar noch darüber hinaus ansteckend sein, aber ich glaube, man brauchte schon ein Mikroskop oder einen Bluttest, um Byrus vier nachzuweisen. Und dann ist es futsch.

Jetzt kommt die Zusammenfassung, also passen Sie auf.

Punkt eins: Die Grauen - wahrscheinlich nicht mehr als eine Art Zusteildienst für den Byrus - sind bereits erledigt. Diejenigen, die nicht an den Umweltbedingungen eingegangen sind wie die Marsianer in Krieg der Welten an den Mikroben, wurden von Ihren Kampfhubschraubern vernichtet. Das heißt, alle bis auf einen - ja, so muss es sein -, von dem ich meine Informationen habe. Und im körperlichen Sinne ist auch er tot.

Punkt zwei: Die Wiesel funktionieren nicht. Wie alle Tumore fressen sie sich letztendlich zu Tode. Die aus dem Darm ausbrechen, sterben bald in einer Umgebung, die sie als unwirtlich empfinden.

Punkt drei: Auch der Byrus überlebt nicht besonders gut, aber wenn er eine Chance bekommt, wenn er Zeit hat, im Verborgenen zu wachsen, dann könnte er mutieren und lernen, sich anzupassen.«

»Wir werden das alles vernichten«, sagte Underhill. »Wir werden den gesamten Jefferson Tract in eine Brandnarbe verwandeln.«

Henry hätte vor Frustration schreien mögen, und etwas davon drang anscheinend nach außen. Es gab ein leises, dumpfes Geräusch, als Underhill zusammenzuckte und mit dem Rücken die dünne Schuppenmauer berührte.

»Was Sie hier oben machen, spielt keine Rolle«, sagte Henry. »Die Menschen, die Sie interniert haben, können es nicht verbreiten, die Wiesel können es nicht verbreiten, und der Byrus kann sich auch nicht selbst verbreiten. Wenn Sie jetzt Ihre Zelte abbrechen und abhauen würden, würde sich die Natur selbst darum kümmern und diesen Quatsch einfach auslöschen. Ich glaube, die Grauen sind hier aufgetaucht, weil sie es einfach nicht wahrhaben wollen. Ich glaube, das war ein Selbstmordkommando, angeführt von einer grauen Version Ihres Mista Kurtz. Scheitern ist für sie einfach kein Begriff. Sie denken: >Wir siegen immer.<«

»Woher wissen -«

»Und dann, in letzter Minute, Underhill - vielleicht gar in letzter Sekunde -, hat einer von ihnen einen Menschen gefunden, der auf bemerkenswerte Weise anders war als alle Menschen, mit denen die Grauen, die Wiesel und der Byrus je in Kontakt gekommen waren. Und der ist Ihre Typhoid Mary. Er hat die Quarantänezone bereits verlassen und macht all Ihre Pläne zunichte.«

»Gary Jones.«

»Ja, Jonesy.«

»Und was macht ihn so anders?«

So ungern er darauf eingehen wollte, sah Henry doch ein, dass er Underhill eine Erklärung schuldig war.

»Er und ich und unsere beiden Freunde - die beiden, die jetzt tot sind - kannten einmal jemanden, der sehr eigen war. Er war von Natur aus Telepath, brauchte keinen Byrus dazu. Und der hat etwas mit uns gemacht. Wenn wir ein bisschen älter gewesen wären, als wir ihn kennen gelernt haben, dann wäre das vermutlich nicht möglich gewesen, aber wir haben ihn kennen gelernt, als wir besonders ... tja, anfällig müsste man wohl sagen ... dafür waren, was er hatte. Und dann, Jahre später, ist mit Jonesy noch etwas passiert, etwas, das nichts zu tun hatte mit... mit diesem bemerkenswerten Jungen.«

Aber das stimmte so nicht, vermutete Henry. Obwohl Jonesy in Cambridge überfahren worden und fast umgekommen war und Duddits, soweit Henry wusste, in seinem ganzen Leben nie südlich von Derry gewesen war, hatte Duds doch irgendwie eine Rolle bei Jonesys endgültiger Verwandlung gespielt. Das wusste er einfach.