Schlug noch einmal zu, wieder und wieder, und die Panik verlieh ihm Kraft. Als er schließlich innehielt, keuchte er wie der Blasebalg in einer Schmiede, und der Schweiß lief ihm über den ganzen Körper. Schluckend hob er die Pfanne vorsichtig hoch und erwartete, die Schlange als blutigen Brei auf dem zerwühlten Boden vorzufinden.
Nichts. Er konnte das Reptil riechen – ein schwacher Gestank wie nach verfaulten Gurken –, konnte aber nichts sehen. Blinzelnd versuchte er, sich einen Reim auf die Verwüstung zu seinen Füßen zu machen, dann blickte er zu den Indianern auf.
Einer von ihnen zuckte mit den Achseln. Der andere wies zum See und sagte etwas. Offensichtlich hatte die Schlange klugerweise beschlossen, dass sie in der Unterzahl war, und war ihrer Wege gezogen.
William richtete sich verlegen auf, die Bratpfanne in der Hand. Alle drei wechselten nervös lächelnde Blicke.
Im Allgemeinen kam er gut mit Indianern zurecht; häufig überquerten Indianer sein Land, und sein Vater hieß sie stets willkommen, rauchte mit ihnen auf der Veranda und aß mit ihnen zu Abend. Er konnte nicht sagen, welchem Volk diese beiden angehörten – den kühnen Gesichtern und den hohen Wangenknochen nach einem der Algonquinstämme, doch befanden sie sich dann nicht sehr weit südlich ihrer üblichen Jagdgründe?
Die Indianer betrachteten ihn ebenfalls und wechselten einen Blick, bei dem es ihm kalt über den Rücken lief. Einer von ihnen sagte etwas zu dem anderen und beobachtete William verstohlen, um zu sehen, ob er sie verstand. Der andere lächelte ihn breit an und zeigte ihm seine braun gefleckten Zähne.
»Tabak?«, fragte der Indianer und hielt ihm die offene Hand entgegen.
William nickte. Er bemühte sich, langsamer zu atmen, und griff vorsichtig in seinen Rock – mit der rechten Hand, um die Bratpfanne in der linken nicht abstellen zu müssen.
Wahrscheinlich kannten diese beiden den Weg aus dem Sumpf; er sollte freundschaftliche Beziehungen zu ihnen knüpfen, um dann … Er versuchte, logisch zu denken, doch sein Bauch stellte sich quer. Sein Bauch war der Meinung, er sollte zusehen, dass er von hier verschwand, und zwar sofort.
Er brachte das gewachste Tabakspäckchen zum Vorschein, warf damit nach dem ersten Indianer, der sich auf ihn zubewegte, und rannte davon.
Ein verblüffter Ausruf hinter ihm, dann Grunzlaute und rennende Füße. Sein Bauch, dessen Misstrauen absolut gerechtfertigt gewesen war, trieb ihn zwar vorwärts, doch er wusste, dass er nicht lange durchhalten konnte; die Verfolgungsjagd mit der Schlange hatte den Großteil seiner Kraft verbraucht – und die Tatsache, dass er gezwungen war, mit einer eisernen Bratpfanne in der Hand zu laufen, war auch nicht besonders hilfreich.
Seine Chancen standen am besten, wenn es ihm gelang, sie so weit abzuhängen, dass er sich ein Versteck suchen konnte. Mit diesem Ziel vor Augen verausgabte er sich noch mehr, hastete über den freien Boden unter einer Gruppe von Gummibäumen hinweg, scherte in ein Wacholderdickicht ein und verließ es beinahe sofort wieder. Er kam auf einem Wildwechsel heraus. Er zögerte einen Moment – sollte er sich vielleicht in diesem Dickicht verstecken? –, doch das Bedürfnis weiterzulaufen war überwältigend, und er jagte über den schmalen Pfad, während sich Äste und Ranken in seinen Kleidern verfingen.
Gott sei Dank hörte er die Schweine gerade noch rechtzeitig. Verblüffte Prust- und Grunzlaute, heftiges Geraschel im Unterholz und Schmatzgeräusche, als sich eine ganze Reihe schwerer Körper zum Stehen erhob. Er roch warmen Schlamm und Schweineausdünstungen; hinter der Wegbiegung musste sich eine Suhle befinden.
»Mist«, schnaufte er leise und sprang vom Pfad ins Unterholz. Beim Jupiter, was jetzt? Auf einen Baum klettern? Er atmete schwer, und der Schweiß lief ihm in die Augen.
Sämtliche Bäume in seiner Nähe waren Wacholdergewächse. Einige davon waren zwar hoch, aber so dicht verzweigt und krumm, dass sie nicht zu besteigen waren. Er hockte sich hinter eines dieser Gehölze, um wieder zu Atem zu kommen.
Das Herz hämmerte ihm in den Ohren; er würde es niemals hören, wenn er verfolgt wurde. Etwas berührte seine Hand, und er schwang instinktiv seine Bratpfanne und sprang auf.
Der Hund jaulte überrascht auf, als die Pfanne seine Schulter traf, dann fletschte er die Zähne und knurrte ihn an.
»Was zum Teufel machst du denn hier?«, zischte William ihn an. Verdammt, das Tier war ja so groß wie ein kleines Pferd!
Der Hund stellte die Nackenhaare auf, sodass er exakt wie ein Wolf aussah – Himmel, es konnte doch wohl kein Wolf sein? –, und begann zu bellen.
»Sei doch still, zum Kuckuck!« Doch es war zu spät; ganz in seiner Nähe konnte er aufgeregte Indianerstimmen hören. »Bleib«, flüsterte er und streckte die Handfläche nach dem Hund aus, während er zurückwich. »Bleib. Braver Hund.«
Der Hund befolgte sein Kommando nicht, sondern folgte ihm unter fortwährendem Knurren und Bellen. Diese Laute störten wiederum die Schweine noch weiter auf; Hufe donnerten über den Pfad, und einer der Indianer heulte überrascht auf.
Aus dem Augenwinkel fing William den Hauch einer Bewegung auf und fuhr herum, die Waffe bereit. Diesmal blinzelte ihm ein sehr hochgewachsener Indianer entgegen. Teufel, noch mehr davon.
»Lass das, Hund«, sagte der Indianer gelassen und mit deutlichem schottischem Akzent. Jetzt war es an William zu blinzeln.
Der Hund hörte zwar auf zu bellen, umkreiste ihn jedoch weiter in beängstigend geringem Abstand und knurrte.
»Wer –«, begann William, wurde aber durch das Auftauchen der beiden ersten Indianer unterbrochen, die an diesem Punkt plötzlich aus dem Unterholz traten. Beim Anblick des Neuankömmlings kamen sie abrupt zum Stehen – und betrachteten den Hund, der seine Aufmerksamkeit jetzt auf sie richtete, mit argwöhnischen Blicken. Er zog die Oberlippe hoch und entblößte eine beeindruckende Ansammlung glänzender Zähne.
Einer der beiden richtete sich mit einer scharfen Bemerkung an den Neuankömmling – Gott sei Dank, sie gehörten nicht zusammen. Der hochgewachsene Indianer antwortete in hörbar unfreundlichem Ton. William hatte zwar keine Ahnung, was er gesagt hatte, doch es kam nicht besonders gut bei den beiden anderen an. Ihre Gesichter verfinsterten sich, und einer von ihnen legte impulsiv die Hand an seinen Knüppel. Der Hund stieß eine Art gurgelndes Geräusch aus, und sofort senkte sich die Hand wieder.
Die beiden schienen protestieren zu wollen, doch der hochgewachsene Indianer schnitt ihnen das Wort ab, sagte etwas Endgültiges und vollführte eine Handbewegung, die unverkennbar »Fort mit euch« sagte. Die beiden anderen wechselten einen Blick, und William richtete sich auf, trat an die Seite des hochgewachsenen Indianers und sah sie finster an. Einer von ihnen sah ihn nicht minder böse an, doch sein Freund ließ den Blick nachdenklich von dem hochgewachsenen Indianer zu dem Hund wandern und schüttelte kaum merklich den Kopf. Ohne ein weiteres Wort wandten sich die beiden ab und verschwanden.
Williams Beine zitterten, und das Fieber überlief ihn jetzt in Hitzewellen. Obwohl er sich nur ungern auf Augenhöhe mit dem Hund begab, setzte er sich auf den Boden. Seine Finger waren steif geworden, so fest hielten sie den Griff der Bratpfanne umklammert. Nachdem er sie unter Schwierigkeiten gelöst hatte, stellte er die Pfanne neben sich.
»Danke«, sagte er und wischte sich mit dem Ärmel über das verschwitzte Kinn. »Ihr – sprecht Englisch?«
»Ich bin durchaus schon Engländern begegnet, die Nein sagen würden, aber ich denke, Ihr werdet mich zumindest verstehen.« Der Indianer setzte sich neben ihn und musterte ihn neugierig.
»Himmel«, sagte William, »Ihr seid ja gar kein Indianer.« Das war auf jeden Fall kein Algonquingesicht. Aus der Nähe betrachtet, war der Mann viel jünger, als er gedacht hatte, vermutlich nur etwas älter als er selbst, und er war eindeutig weiß, auch wenn seine Haut von der Sonne gebräunt war und Tätowierungen trug, eine doppelte Linie von Punkten, die sich über seine Wangenknochen schwang. Er trug ein Lederhemd und Leggings und hatte sich ein schwarz-rotes Schottenplaid über die Schulter gelegt, das so gar nicht dazu passen wollte.