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»Wer mit dem Feuer spielt, darf sich nicht wundern, wenn er sich verbrennt, Sassenach«, flüsterte er mir ins Ohr. Ich steckte fest wie ein Schmetterling, und indem er meine Handgelenke fest umklammert hielt, hinderte er mich daran, mich zu bewegen, obwohl ich mich schlüpfrig und verzweifelt unter ihm wand. Ganz langsam ließ er sich mit seinem vollen Gewicht auf mich sinken.

»Willst du wirklich wissen, woran ich gerade gedacht habe?«, murmelte er mir ins Ohr.

»Mmp!«

»Nun, ich sage es dir, a nighean, aber …« Er hielt inne, um an meinem Ohrläppchen zu lecken.

»NNG!«

Die Hand auf meinem Mund drückte warnend zu. Inzwischen waren die Stimmen so nah, dass wir Worte ausmachen konnten: eine kleine Gruppe junger Milizionäre, halb betrunken auf der Suche nach Huren. Jamies Zähne schlossen sich sacht um mein Ohr, und er begann, daran zu knabbern, sodass mich sein warmer Atem kitzelte. Ich wand mich wie verrückt, doch er gab nicht nach.

Bis die Männer außer Hörweite waren, ließ er dem anderen Ohr dieselbe Behandlung angedeihen, dann küsste er mich auf die Nasenspitze und nahm mir endlich die Hand vom Mund.

»Ah. Also, wo war ich? Oh, aye – du wolltest hören, woran ich vorhin gedacht habe.«

»Ich habe es mir anders überlegt.« Ich hechelte flach, sowohl durch das Gewicht auf meiner Brust als auch vor Verlangen. Beides war beachtlich.

Er stieß einen schottischen Laut aus, der tiefe Belustigung ausdrückte, und umklammerte meine Handgelenke noch fester.

»Du hast es angefangen, Sassenach – aber ich bringe es zu Ende.« Woraufhin er mir die Lippen an das feuchte Ohr legte und mir mit bedächtig geflüsterten Worten genau erzählte, woran er gedacht hatte. Ohne sich dabei auch nur mit einer Faser zu bewegen, außer, um mir die Hand wieder auf den Mund zu legen, als ich ihn zu beschimpfen begann.

Jeder Muskel meines Körpers erbebte wie ein zerrissenes Gummiband, als er sich schließlich bewegte. In einem einzigen plötzlichen Zug erhob er sich und glitt zurück, dann fest nach vorn.

Als ich wieder sehen und hören konnte, begriff ich, dass er lachte. Er stützte sich immer noch über mir auf.

»Das war eine Erlösung, wie, Sassenach?«

»Du …«, krächzte ich. Ich fand keine Worte, doch dieses Spiel hatte zwei Mitspieler. Zum einen Teil hatte er sich deshalb nicht bewegt, um mich zu foltern – zum anderen Teil aber auch, weil er es nicht konnte, nicht, ohne es augenblicklich zu beenden. Ich spannte die glatten, feuchten Muskeln rings um ihn an, langsam, sanft – und dann dreimal schnell nacheinander. Er stieß ein äußerst zufriedenstellendes Geräusch aus und verlor sich zuckend und stöhnend, bis sein Puls auch bei mir ein Echo auslöste. Ganz behutsam ließ er sich auf mich sinken, seufzte wie ein Blasebalg, aus dem die Luft entweicht, und legte sich langsam atmend mit geschlossenen Augen neben mich.

»Jetzt kannst du schlafen«, sagte ich und strich ihm über das Haar. Er lächelte, ohne die Augen zu öffnen, holte tief Luft, und sein Körper entspannte sich und schmiegte sich an die Erde.

»Und nächstes Mal, du verflixter Schotte«, flüsterte ich ihm ins Ohr, »erzähle ich dir, woran ich gedacht habe.«

»O Gott«, sagte er und lachte geräuschlos. »Weißt du noch, wie ich dich zum ersten Mal geküsst habe, Sassenach?«

Eine Zeit lang lag ich da, spürte den Schweiß auf meiner Haut aufsteigen, spürte das beruhigende Gewicht seiner im Schlaf zusammengerollten Gestalt neben mir im Gras, bevor es mir schließlich wieder einfiel.

»Ich habe gesagt, ich bin noch Jungfrau, nicht, ich bin ein Mönch. Wenn ich glaube, dass ich Hilfe brauche, bitte ich darum.«

Ein Signalhorn riss Ian Murray aus seinem tiefen, traumlosen Schlaf. Rollo, der dicht neben ihm lag, fuhr mit einem erschrockenen WUFF! auf und sah sich mit gesträubten Nackenhaaren nach der Bedrohung um.

Ian rappelte sich ebenfalls auf, eine Hand an seinem Messer, die andere auf seinem Hund.

»Pssst«, sagte er leise, und die Anspannung des Hundes ließ kaum merklich nach, obwohl er weiterhin knurrte, ein tiefer Ton just jenseits des menschlichen Hörvermögens – Ian spürte die konstante Vibration des kräftigen Körpers unter seiner Hand.

Jetzt, da er wach war, hörte er sie problemlos. Ein Beben durchlief den ganzen Wald, genauso unterdrückt – doch auch genauso deutlich – wie Rollos Knurren. Eine sehr große Menschenansammlung, ein ganzes Lager, begann in geringer Entfernung zu erwachen. Er schnüffelte, doch der Wind stand falsch, er fing keinen Rauchgeruch auf – obwohl er den Rauch jetzt sah, der sich in dünnen Fäden in den blassen Dämmerhimmel erhob. Eine Menge Lagerfeuer. Ein sehr großes Lager.

Noch während er lauschte, hatte er seine Decke zusammengerollt. Aus mehr bestand sein eigenes Lager nicht, und in Sekunden war er im Unterholz verschwunden, die Decke auf den Rücken gebunden und die Büchse in der Hand, den Hund groß und schweigend an der Seite.

Kapitel 51

Die Briten kommen

Three Mile Point, Kolonie New York

3. Juli 1777

Der dunkle Schweißfleck zwischen Brigadier Frasers breiten Schultern hatte den Umriss der Isle of Man auf der Landkarte in ihrem alten Klassenzimmer daheim. Leutnant Greenleafs Rock war vollständig mit Schweiß durchtränkt, sodass der Rumpf fast schwarz war und nur die verblichenen Ärmel noch rot leuchteten.

Williams Rock dagegen war sehr viel weniger verblichen – er war geradezu beschämend neu –, klebte ihm aber nicht minder an Rücken und Schultern, schwer von den feuchten Ausdünstungen seines Körpers. Sein Hemd war zum Auswringen nass; als er es vor ein paar Stunden angezogen hatte, war es starr vor Salz gewesen, weil der Schweiß der anstrengenden letzten Tage auf dem Leinenstoff kristallisiert war. Doch die Starre war zerflossen, als die Sonne höher stieg, davongetragen von einer Flut aus frischem Schweiß.

Als er den Hügel hinaufspähte, dessen Ersteigung der Brigadier angeordnet hatte, hatte er noch auf einen Hauch von Kühle auf dem Gipfel gehofft, doch die Anstrengung des Aufstiegs hatte die Segnungen der erhöhten Lage zunichtegemacht. Sie waren unmittelbar nach der Morgendämmerung aus dem Lager aufgebrochen, und die Luft war so köstlich und frisch gewesen, dass er am liebsten nackt durch die Wälder gelaufen wäre wie ein Indianer, um sich Fische aus dem See zu fangen und ein Dutzend davon zum Frühstück zu essen, in Maismehl gebacken, frisch und heiß.

Dies war Three Mile Point, so genannt, weil sich die Stelle drei Meilen südlich von Fort Ticonderoga befand. Der Brigadier, der die Vorhut anführte, hatte seine Truppen hier angehalten und vorgeschlagen, gemeinsam mit Leutnant Greenleaf, einem Ingenieur, ein Stück zu klettern, um sich einen Überblick über das Terrain zu verschaffen, bevor sie weiterzogen.

William war dem Brigadier vor einer Woche zugeteilt worden, zu seiner großen Freude. Der Brigadier war ein freundlicher, geselliger Kommandeur, doch auf andere Weise als General Burgoyne. Obwohl es William auch gleichgültig gewesen wäre, wenn der Mann ein Tartar gewesen wäre – er würde an vorderster Front dabei sein; das war alles, was zählte.

Er trug einen Teil der Ausrüstung des Ingenieurs sowie mehrere Wasserflaschen und die Schreibutensilien des Brigadiers. Er half mit, das Stativ für die Landvermessung aufzubauen, und hielt dienstbeflissen in Abständen die Messstäbe hoch. Schließlich war alles zu Papier gebracht, und nachdem der Brigadier ausgiebig mit dem Ingenieur konferiert hatte, schickte er den Mann zurück ins Lager.