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»Colonel Rogero?« Selten war er so froh darüber gewesen, Bradamonts Stimme zu hören.

»Hier.«

»Der Zerstörer Bandolier wird uns als Eskorte geschickt. Admiral Timbale ist in größter Sorge, dass irgendjemand versuchen könnte, die Übergabe der Gefangenen zu stören oder sogar an Bord der Frachter zu gelangen. Er wird uns auch noch den Leichten Kreuzer Coupe schicken. Beide haben den Befehl uns zu begleiten, bis wir zum Sprung nach Atalia ansetzen können.«

»Danke, Captain«, sagte Rogero und versuchte so sachlich wie möglich zu klingen, als sei diese Frau nur eine beliebige Offizierin. Jemand könnte uns stören wollen? Vielleicht die Bodenstreitkräfte der Allianz. Oder ihr Geheimdienst. Oder irgendeine Gruppe, von deren Existenz ich noch nie gehört habe. Ich hoffe, Admiral Timbale kann sie uns lange genug vom Hals halten. »Das ist also die Antwort«, sagte er zu Lieutenant Foster. »Wir erhalten eine Eskorte.«

»Eine Eskorte?«, wiederholte Foster verblüfft. »Die mobilen Streitkräfte der Allianz werden uns eskortieren?«

»Ich weiß, das ist ein seltsames Gefühl. Aber überlegen Sie mal, wie seltsam das erst für die anderen sein muss.«

»Die kommen wohl eher mit«, warf Executive Barchi missmutig ein, »um uns sofort in Stücke zu schießen, wenn wir nur eine falsche Bewegung machen.«

»Dann werden wir keine falschen Bewegungen machen. Und jetzt schaffen Sie all diese Leute an Bord unserer Schiffe, damit wir aus dem System verschwinden können.«

»Jawohl, Sir«, stimmte Foster ihm zu.

Es war nicht erforderlich, jeden Einzelnen zu motivieren, damit er zügig weiterarbeitete. Niemand wollte in einem System bleiben, in dem die Allianz das Sagen hatte und in dem man auf allen Seiten mit der tödlichen Militärmacht der Allianz konfrontiert wurde.

»Ähm … Colonel«, meldete sich der Frachter-Executive in einem Tonfall zu Wort, als hätte er schlechte Nachrichten zu überbringen. »Meine Manager sagen, dass es Probleme mit der internen Kommunikation gibt. Einige von den neuen Geräten, die Sie haben installieren lassen, scheinen zu stören. Solange wir das nicht gelöst haben, werden Sie wohl einen Boten losschicken müssen, wenn Sie mit irgendwem auf diesem Schiff reden wollen.«

Rogeros besorgte Miene machte den anderen Mann nur noch umso nervöser. »Betrifft das auch irgendwie die externe Kommunikation?«

Lieutenant Foster schüttelte bereits den Kopf, während der Executive antwortete: »Nein, nein, da gibt es kein Problem. Aber es ist Ihre Ausrüstung für die externe Kommunikation, die irgendwie unsere interne stört. Wir könnten das Problem mit der internen Kommunikation schnell lösen, wenn wir die externe abschalten. In ein paar …«

»Nein, wir können es uns nicht leisten, den Draht nach draußen abzuschalten«, fiel Rogero ihm ins Wort. »Nicht mal für ein paar Minuten.« Der vorübergehende Ausfall der internen Kommunikation war zwar ärgerlich, aber nicht gravierend. Ein viel größeres Problem wäre es, keinen Kontakt mehr zu den Allianz-Shuttles oder den anderen Frachtern zu haben. »Lassen Sie es mich wissen, wenn die interne Kommunikation wieder arbeitet.«

Der Executive nickte sichtlich erleichtert darüber, dass Rogeros Reaktion nicht schlimmer ausgefallen war.

»Lieutenant Foster, solange die interne Kommunikation nicht funktioniert, möchte ich, dass Sie sich persönlich von der Situation an Bord ein Bild machen und mir anschließend Bericht erstatten.«

Foster salutierte und eilte davon.

Ein weiteres Shuttle dockte an und legte kurz darauf schon wieder ab, um dem nächsten Platz zu machen.

»Wie sieht es aus, Lieutenant?«, fragte Rogero einige Zeit später, als Foster zu ihm zurückkehrte. Er war außer Atem, als hätte er ein Wettrennen hinter sich.

»Es wird eng, aber wir haben noch immer Platz und können weitere Gefangene an Bord nehmen. Keine Probleme mit der Disziplin.«

»Wir sind fast fertig«, warf Executive Barchi ein. »Noch zwei bis drei Shuttle-Ladungen pro Frachter, dann sind wir durch. Also noch etwa dreißig bis fünfundvierzig Minuten, dann können wir von hier verschwinden.«

Rogero hatte eben erst begonnen, die erfreuliche Nachricht zu begreifen, da kam Bradamont auf die Brücke gestürmt. »Was zum Teufel ist auf einmal mit der internen Kommunikation auf diesem Schiff los? Von Ambaru sind Kommandosoldaten in Shuttles gestartet und auf dem Weg hierher! Wir müssen sofort von hier weg!«

Vierzehn

»Kommandosoldaten?« Rogeros Blick kehrte zurück zum Display, während er spürte, wie das Adrenalin ausgeschüttet wurde. Ohne Vorwarnung wechselte sein Körper in den Gefechtsmodus. »Ich sehe keine …«

Bradamont schüttelte den Kopf. »Sie benutzen getarnte Shuttles. Das Beste, was die Allianz zu bieten hat. Die Sensoren dieses Frachters würden es nicht mal bemerken, wenn diese Shuttles im Kreis um uns herumfliegen würden.«

»Admiral Timbale …«

»… verliert die Kontrolle über die Lage! Ihm gehorchen immer noch die Flotteneinheiten und die Marines, aber die Bodenstreitkräfte und deren Flugunterstützung durch die Luftwaffe dieses Sternensystems reagieren nur auf das, was die befehlshabenden Generäle ihnen auftragen. Bei den Vorfahren, setzen Sie diese Frachter in Bewegung!«

»Wir müssen noch einige Shuttleladungen an Bord holen«, erwiderte Rogero frustriert und zeigte auf das Display. »Wollen Sie etwa sagen, wir sollen sie einfach zurücklassen?«

»Wie viele?« Bradamont schob alle aus dem Weg, bis sie die Steuerkontrollen des Frachters erreicht hatte. »Das dauert nur eine Minute.« Ihre Finger huschten über Kontrollen und Display.

»Sie erstellt einen Flugplan«, sagte Ito, wodurch Rogero erst darauf aufmerksam wurde, dass sie und Garadun offenbar Bradamont auf die Brücke gefolgt waren, auf der es nun noch beengter zuging. »Sie wollte auf die Brücke, aber unsere Arbeiter in den Korridoren versperrten ihr den Weg. Also sind wir dazugekommen und haben die Leute aufgefordert, die Gänge für Ihren Captain freizumachen. Was wissen Sie über sie? Kennt sie sich mit den mobilen Streitkräften aus?«

»Sie hat einen Schlachtkreuzer befehligt.«

»Einen Schlachtkreuzer der Allianz«, murmelte Ito. »Welchen?«

»Die Dragon

Bradamont drehte sich zu Rogero um. »Sie können das hinkriegen. Diese Frachter beschleunigen so schnell wie ein Gletscher an einem sonnigen Tag, und da können die Allianz-Passagiershuttles noch über eine halbe Stunde lang mithalten. Sie begleiten uns einfach weiter und laden die Gefangenen ab, bevor wir für die Shuttles zu schnell werden. Viel Spielraum für irgendwelche Fehler ist zwar nicht drin, aber wir kriegen das hin.«

Dennoch zögerte Rogero, da er an die Gefangenen auf den letzten Shuttles denken musste, die auf einmal mitansehen würden, wie die Freiheit vor ihnen davonzufliegen begann, die eben noch zum Greifen nah gewesen war.

Ito schob sich zu Bradamont durch und betrachtete mit zusammengekniffenen Augen das Display. »Sie hat recht. Ich bin zwar etwas eingerostet, aber wenn die Leistung der Shuttles von ihr korrekt eingegeben wurde, dann funktioniert das.«

»Wir müssen jetzt sofort damit beginnen«, beharrte Bradamont. »Das heißt natürlich nicht, dass wir sie auch abhängen werden. Ich weiß nicht genau, wo die Shuttles mit den Kommandos derzeit sind. Möglicherweise ist alles längst zu spät. Aber wenn wir nicht augenblicklich starten, haben wir definitiv keine Chance mehr, diesen Kommandosoldaten in ihren Shuttles zu entkommen. Und wenn sie uns einholen, dann können Ihre Soldaten auf all diesen Frachtern nichts gegen sie ausrichten.«