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Auf die Frage, welches Schicksal der ältere Corcoran-Junge ihrer Meinung nach erlitten habe, sagte Mrs. Dumont: »Nun, wir wissen, was mit seinem kleinen Bruder passiert ist, nicht wahr? Ich knie abends nieder und bete zu Gott, daß Eddie weggelaufen ist, und daß er jetzt, nachdem dieses Ungeheuer von Stiefvater verhaftet wurde, nach Hause zurückkommen wird.«

In einem kurzen Telefoninterview wies Monica Macklin Mrs. Dumonts Beschuldigungen energisch zurück. »Rich hat Eddie nie geschlagen, und auch Dorsey nicht«, erklärte sie. »Das werde ich bei Gott beschwören.«

Aus >Derry News<, 28. Juni 1958, Seite 2:

»DADDY SAGT, ICH BIN BÖSE«, ERZÄHLTE DER Kl .EINE. JUNGE SEINER VOR-

SCHULLEHRERIN WENIGE TAGE VOR SEINEM TOD.

EINE VORSCHULLEHRERIN AUS NEWPORT, DIENICHT GENANNT WERDEN MÖCHTE, ERZÄHLTE GESTERN EINEM UNSERER REPORTER, DASS DERKLEINE DORSEY CORCORAN KNAPP EINE WOCHE VOR SEINEM TOD DURCH EINEN ANGEBLICHEN UNFALL IN DERGARAGE MIT SCHLIMMEN VERSTAUCHUNGEN VON DAUMEN UND DREI FINGERN DERRECHTENHAND IN DEN ZWEIMAL WÖCHENTLICH STATTFINDENDEN VORSCHULUNTERRICHT GEKOMMEN SEI. »ES WAR SO SCHLIMM, DASS DER ARME KLEINE KERL NICHT EINMAL SEIN BLLD AUSMALEN KONNTE«, ERZÄHLTE DIE LEHRERIN. »DLE FLNGER WAREN FURCHTBAR GESCHWOLLEN - SIE SAHEN WIE WÜRSTCHEN AUS. ALS ICH DORSEY FRAGTE, WAS DENN PASSIERT SEI, ERZÄHLTE ER, SEIN VATER (STIEFVATER RICHARD P. MACKLIN) HABE IHM DIE FINGER NACH HINTEN GEBOGEN, WEIL ER - DORSEY - ÜBER DIE FRISCH BEPFLANZTEN BLUMENBEETE SEINER MUTTER GELAUFEN SEI. >DADDY SAGT, ICH BIN BÖSE<, ERKLÄRTE DER KLEINE. ICH HÄTTE AM LIEBSTEN GEWINT, ALS ICH SEINE ARMEN FINGERCHEN SAH, ER KONNTE SIE KAUM BEWEGEN, UND ES WAR IHM ANZUSEHEN, DASS ER SCHMERZEN HATTE. ICH GAB IHM ZWEI KINDER-ASPIRIN. ALS ER STARB, IST ES MIR ÜBERHAUPT NICHT IN DEN SLNN GEKOMMEN, DASS DIESES MONSTER VON STIEFVATER DAFÜR VERANT WÖRTLICH SEIN KÖNNTE. ICH HÄTTE NIE GEGLAUBT, DASS EIN ERWACHSENER EINEM KLEINEN KLND ETWAS SO SCHRECKLICHES ANTUN KANN. JETZT WEISS ICH ES BESSER. ICH WÜNSCHTE BEI GOTT, ICH WÜSSTE ES NICHT.«

DORSEY CORCORANS ÄLTERER BRUDER EDWARD, 10 JAHRE ALT, IST IMMER

NOCH VERMISST.

Aus >DerryNews<, 30. Juni 1958, Seite 5: MACKLIN ÜBERTODESFÄLLE GROGAN UND CLEMENTS VERHÖRT Laut Informationsquelle unerschütterliche Alibis für die Mordzeiten.

Aus >Derry News<, 6. Juli 1958, Seite 1:

BORTON: MACKLINNUR WEGEN TOTSCHLAGS AN STIEFSOHN DORSEY ANGEKLAGT. EDWARD CORCOR AN IMMER NOCH VERMISST.

Aus >Derry News<, 24. Juli 1958, Seite 1:

»ICH HABE ES GETAN, GOTT VERZEIH MIR«, GESTEHT MACKLIN WEINEND BEI

VERHANDLUNG

In einer dramatischen Entwicklung bei der Gerichtsverhandlung gegen Richard P. Macklin, angeklagt des Totschlags an seinem Stiefsohn Dorsey Corcoran, brach Macklin beim Kreuzverhör von Bezirksstaatsanwalt Brad-ley Whitsun zusammen und gestand, den damals vierjährigen Dorsey wiederholt mit einem kugellagergefüllten Gummihammer mißhandelt zu haben, den er später am Rande des Gemüsegartens seiner Frau vergrub. »Ich weiß nicht, was über mich gekommen ist«, schluchzte Macklin. Er hatte zuvor schon zugegeben, beide Jungen, Kinder seiner Frau aus einer früheren Ehe, häufig geschlagen zu haben. Er sagte weiterhin, daß seine Frau - die seine Geschichte vom Unfall in der Garage bestätigt hatte, der angeblich zu Dorseys Tod führte - Kenntnis von den Prügeln hatte. »Ich habe den Hammer gepackt, der auf der Bank lag«, berichtete Macklin im totenstillen Gerichtssaal, »und damit immer wieder auf ihn eingeschlagen. Ich wollte ihn nicht töten.«

»Sagte er irgend etwas?« fragte Whitsun. »Er schrie: >Hör auf, Daddy, es tut mir leid, ich habe dich lieb<«, sagte

Macklin.

»Und haben Sie aufgehört?« »Schließlich ja«, sagte Macklin. Der Angeklagte begann dann wieder so hysterisch zu weinen, daß Richter Erhardt Moulson die Fortsetzung des

Verhörs für den nächsten Tag ansetzte.

Aus >Derry News<, 18. September 1958, Seite 16:

Wo IST EDWARD CORCORAN? Sein Stiefvater, der wegen Totschlags an Edwards vierjährigem Bruder Dorsey zu einer Haftstrafe zwischen zwei und zehn Jahren verurteilt wurde, ist zur Zeit im Staatsgefängnis von Thomaston inhaftiert, wo er als Autoschlosser arbeitet. Seine Frau Monica hat gegen ihn die Scheidungsklage eingereicht. Der Gefängnisdirektor von Thomaston sagt, Macklin sei ein vorbildlicher Gefangener. Der katholische Priester, der das Staatsgefängnis von Maine betreut, sagt, daß Macklin sich im katholischen Glauben unterweisen lasse und >seine Tat aufrichtig bereue<. Inzwischen ist eindeutig erwiesen, daß er an einer Reihe unaufgeklärter Morde in Derry

unschul

dig ist, einerseits, weil er felsenfeste Alibis für die Zeit dreier Morde hatte, andererseits, weil in Derry in den Monaten Juni, Juli und August sieben weitere Morde geschehen sind - alle unaufgeklärt, alle nach seiner Verhaftung verübt.

Offen ist allerdings noch die Frage, ob Macklin auch seinen zweiten Stiefsohn getötet hat, Dorseys Bruder Edward, der am 19. Juni, dem letzten Schultag, in Derry verschwand... vor nunmehr 91 Tagen.

Macklin schwört, diese Tat nicht begangen zu haben. »Ich habe sie beide geschlagen«, erklärte er letzte Woche in einem Exklusivinterview mit den >News<. »Ich habe sie geliebt, aber ich habe sie geschlagen. Ich weiß nicht warum, und noch weniger verstehe ich, warum Monica das zuließ oder warum sie mich nach Dorseys Tod im Krankenhaus deckte. Vermutlich hätte ich Eddie ebenso leicht töten können wie Dorsey, aber ich habe es nicht getan, Gott ist mein Zeuge. Ich glaube, er ist einfach weggelaufen. Ich danke Gott, daß Eddie das getan hat.« Auf die Frage, ob er sich irgendwelcher Gedächtnislücken bewußt sei -ob er Edward Corcoran getötet und die Sache dann verdrängt haben könnte -, sagte Macklin: »Ich bin mir keiner Gedächtnislücken bewußt. Ich weiß nur zu gut, was ich getan habe. Ich habe mein Leben Christus übergeben, und ich beabsichtige, den Rest meines Lebens für meine Tat zu büßen.«

Aus >Derry News<, 27. Januar 1960, Seite 1:

BORTON. LEICHENICHT DIE DES CORCORAN-JUNGEN Polizeichef Richard Borton erklärte heute morgen Reportern gegenüber, daß die sehr stark verweste Leiche eines Jungen etwa des gleichen Alters wie Edward Corcoran, der am 19. Juni 1958 verschwand, definitiv nicht die des Corcoran-Jungen ist. Die Leiche war am Sonntag in einer Kiesgrube in Massachussetts in einem flachen Grab gefunden worden. Die Staatspolizei sowohl von Maine als auch von Massachussetts glaubte zunächst, es könnte sich um die Leiche von Edward Corcoran handeln; man ging dabei von der Annahme aus, daß der Junge zu einem Kindsmörder ins Auto stieg, nachdem er von zu Hause ausgerissen war, wo der Stiefvater seinen jüngeren Bruder mißhandelt und getötet hatte. Zahnärztliche Untersuchungen erwiesen nun eindeutig, daß es sich bei der Leiche nicht um Edward Corcoran handelt, der nun seit über anderthalb Jahren verschwunden ist.

Aus dem Portlander >Press Herald<, 19. Juli 1967, Seite 3:

ENTLASSENER STRÄFLINGBEGINGSELBSTMORD IN FALMOUTH Richard Macklin, der vor neun Jahren wegen Totschlags, verübt an seinem Stiefsohn, verurteilt worden war, und der seit seiner Entlassung aus dem Staatsgefängnis in Thomaston im Jahre 1964 ruhig in Falmouth gelebt und gearbeitet hatte, wurde gestern am späten Abend in seinem kleinen Apartment im dritten Stock eines Hauses in der Foreside Street tot aufgefunden. Nach Aussage von Polizeichef Bardan K. Röche beging Macklin, der seit seiner Entlassung als Mechaniker bei >Route One Fill - EM Quick<