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»Australien stimmt für die Teilung«, sagte Evatt.

Durch den Raum ging ein Summen. Überall wurden geflüsterte Vermutungen ausgetauscht. Weizmann beugte sich zu Barak und sagte ihm leise ins Ohr: »Halten Sie es für möglich, daß das die allgemeine Haltung der Commonwealth-Staaten sein könnte?« »Schwer zu sagen — wir werden es erleben.«

»Belgien.« »Belgien stimmt für die Teilung.«

Erneut erhob sich aufgeregtes Stimmengewirr in dem großen Sitzungssaal. Bei der Testabstimmung vor einigen Tagen hatte sich Belgien der Stimme enthalten. Doch Spaak hatte sich in letzter Minute über den Druck hinweggesetzt, den England auf Belgien auszuüben versucht hatte.

»Bolivien.«

»Bolivien stimmt für die Teilung.«

»Brasilien.«

»Brasilien befürwortet die Teilung.«

Die südamerikanischen Länder hielten zusammen. Der nächste Aufruf mußte eine Entscheidung von grundsätzlicher Bedeutung erbringen. Hatte die Sowjetunion ein doppeltes Spiel gespielt, so würde die Welt es jetzt erfahren, denn als nächster Staat war ein Satellitenstaat an der Reihe, Weißrußland.

»Belorußland.«

»Weißrußland stimmt für die Teilung.«

Alle Mitglieder der jüdischen Nation atmeten gleichzeitig erleichtert auf. Der slawische Block war auf ihrer Seite. Die Aussichten waren gut.

»Kanada.«

Lester Pearson erhob sich und verkündete mit fester Stimme: »Kanada stimmt für die Teilung.«

Das zweite Land des Commonwealth hatte sich in Gegensatz zu Großbritannien gestellt.

»Chile.«

Anstelle des Leiters der chilenischen Delegation, der aus Protest von seinem Posten zurückgetreten war, erhob sich einer der anderen Delegierten. »Chile wurde angewiesen, sich der Stimme zu enthalten«, sagte er langsam.

»China.«

China, das darauf ausging, die herrschende Macht in Asien zu werden, scheute sich, die Mohammedaner in Indien und in Pakistan zu brüskieren.

»China enthält sich der Stimme.«

Das war ein Rückschlag für den Jischuw.

»Costarica.«

Mit dem Delegierten von Costarica hatten sich die Araber in Verbindung gesetzt und versucht, ihm seine Stimme durch das Versprechen abzukaufen, ihm einen einflußreichen Posten bei der UNO zu verschaffen. Er erhob sich und richtete seinen Blick auf die ägyptische Delegation.

»Costarica stimmt für die Teilung«, sagte er.

Der Mann, der sich nicht kaufen lassen wollte, nahm lächelnd wieder Platz.

»Kuba.«

»Kuba stimmt gegen die Teilung.«

Das war für den Jischuw ein Schock, der völlig unerwartet kam. »Tschechoslowakei.«

»Die Tschechoslowakei stimmt für die Teilung«, sagte Jan Masaryk. »Dänemark.«

»Dafür.«

»Dominikanische Republik.«

»Die Republica Dominicana stimmt zugunsten der Teilung.« »Ägypten.«

»Ägypten ist dagegen, und wird sich an diese schandbare Verletzung seiner Rechte nicht gebunden fühlen!«

Der Vorsitzende klopfte mit dem Hammer, und nach dem wütenden Protest Ägyptens wurde es langsam wieder ruhig.

»Ekuador.«

»Ekuador stimmt für die Teilung.«

»Äthiopien.«

»Äthiopien — enthält sich der Stimme.«

Die Erklärung schlug wie eine Bombe ein! Die Gesichter sämtlicher arabischer Delegierten wandten sich voller Verblüffung dem Äthiopier zu. Der syrische Delegierte drohte ihm wütend mit der Faust.

»Frankreich.«

Die erste der vier Großmächte, das zögernde Frankreich, war an der Reihe. Parodi erhob sich langsam von seinem Sitz. Wenn sich Frankreich der Stimme enthielt, konnte sich das für den Jischuw verheerend auswirken. War es Leon Blum und der öffentlichen Meinung in Frankreich gelungen, sich durchzusetzen?

»Die Französische Republik stimmt für die Teilung«, sagte Parodi rnit einer Stimme, der Genugtuung anzuhören war.

Durch den Saal ging erwartungsvolles Gemurmel. Zum erstenmal wurden sich die Versammelten voller Erregung bewußt, daß sich tatsächlich ein Wunder ereignete.

»Guatemala.«

Granados, der entschiedenste Verfechter der Teilung, erhob sich.

»Dafür«, sagte er.

»Griechenland.«

»Griechenland stimmt gegen die Teilung.«

Im letzten Augenblick hatten die Griechen den Erpressungen Ägyptens nachgegeben.

»Haiti.«

Der Delegierte von Haiti, dessen Stimme von entscheidender Bedeutung war, war in den letzten beiden Tagen von seiner Regierung plötzlich ohne Instruktionen gelassen worden. »Die Regierung von Haiti hat ihrer Delegation soeben die Anweisung erteilt, ihre Stimme zugunsten der Teilung abzugeben.«

»Honduras.«

»Honduras möchte sich der Stimme enthalten.«

»Island.«

»Island stimmt für die Teilung.« Die älteste Republik der Welt hatte ihren Beitrag geleistet, um die jüngste Republik der Welt entstehen zu lassen.

»Indien.«

»Indien stimmt gegen die Teilung.«

»Iran.«

»Dagegen.«

»Irak.«

»Irak stimmt gegen die Teilung Palästinas; wir werden die Juden nie und nimmer anerkennen! Sollte die Vollversammlung der Teilung zustimmen, so wird der heutige Tag blutige Folgen haben. Wir stimmen dagegen!«

»Libanon.«

»Libanon stimmt gegen die Teilung«, sagte Malik.

»Wie steht es?« fragte Dr. Weizmann.

»Fünfzehn Stimmen dafür«, sagte Barak, »acht dagegen, und sieben Stimmenthaltungen.«

Es war nicht sonderlich ermutigend. Bisher fehlte den Juden eine Stimme zu der Zweidrittelmehrheit, und die verheerenden Stimmenthaltungen nahmen weiter zu.

»Wie beurteilen Sie die Lage, Barak?«

»Das werden wir wissen, wenn die nächsten drei südamerikanischen Länder ihre Stimme abgegeben haben.«

»Ich finde, wir müßten langsam einen Vorsprung gewinnen. Annähernd die Hälfte der vertretenen Nationen hat bereits ihre Stimme abgegeben, und wir liegen noch keineswegs entschieden vorn im Rennen«, sagte Weizmann.

»Liberia.«

»Liberia stimmt für die Teilung.«

»Luxemburg.«

Ein anderes kleines Land, das wirtschaftliche Schwierigkeiten hatte und in der britischen Einflußsphäre lag.

»Luxemburg stimmt für die Teilung.«

Wieder einmal bekamen die Engländer eine offene Abfuhr erteilt. Der Jischuw hatte jetzt eine Stimme über die erforderliche Zweidrittelmehrheit hinaus erreicht.

»Mexiko.«

»Mexiko enthält sich der Stimme.«

Alle Angehörigen der Jischuw-Delegation zuckten zusammen. »Niederlande.«

»Die Niederlande stimmen für die Teilung.«

»Neuseeland.«

»Dafür.«

»Nikaragua.«

»Dafür.«

»Norwegen.«

»Dafür.«

»Pakistan.«

»Pakistan stimmt gegen die Teilung.«

Die nächsten Stimmen mußten die Entscheidung bringen.

»Wenn wir die nächsten vier Stimmen für uns bekommer, dann glaube ich, daß wir es geschafft haben«, sagte Barak mit einer Stimme, die vor Aufregung unsicher war.

»Panama.«

»Dafür.«

»Paraguay.«

»Paraguay hat soeben Anweisung erhalten, sich nicht der Stimme zu enthalten — Paraguay stimmt für die Teilung.«

»Peru.«

»Peru befürwortet die Teilung.«

»Philippinen.«

Für einen atemlosen Augenblick stand die Welt still. Romulo war von Flushing Meadow abberufen worden. Der Delegierte, der an seiner Stelle die Philippinen vertrat, erhob sich.

»Die Philippinen stimmen für die Teilung.«

Lautes, aufgeregtes Stimmengewirr! Die Mitglieder der jüdischen Delegation sahen sich fassungslos an.

»Mein Gott«, sagte Barak. »Ich glaube, wir haben es geschafft.« »Polen.«

»Polen stimmt für die Teilung.«

Die Juden begannen, Vorsprung zu gewinnen. Polen hatte für die Jahre der Verfolgung hilfloser Juden eine kleine Entschädigung geleistet.