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»Ich verstehe.« Trotz des Bartes war gut zu sehen, wie sich Jamies Mund zu einem Lächeln verzog. »Sagt mir, Maitland – was glaubt Ihr, wie viel die Männer trinken können, ohne dass ihre Seetüchtigkeit darunter leidet?«

»Oh, eine Menge, Sir«, sagte Maitland ernst und runzelte nachdenklich die Stirn. »Vielleicht – eine doppelte Sonderration für alle?«

Jamie zog eine Augenbraue hoch. »Brandy?«

»Oh nein, Sir!« Maitland schien schockiert. »Grog. Wenn es Brandy sein soll, nur eine halbe Sonderration, sonst können sie sich nicht mehr auf den Beinen halten.«

»Doppelten Grog für alle also.« Jamie verneigte sich formell vor Maitland, ohne sich daran zu stören, dass er nach wie vor vollkommen unbekleidet war. »Macht es so, Mr. Maitland. Und das Schiff wird nicht den Anker lichten, ehe ich fertig gespeist habe.«

»Ja, Sir!« Maitland erwiderte die Verbeugung, Jamies Manieren waren ansteckend. »Und soll ich den Chinesen bitten, Euch aufzusuchen, sobald der Anker gelichtet ist?«

»Lieber eher, Mr. Maitland, danke sehr.«

Maitland wandte sich mit einem letzten, bewundernden Blick auf Jamies Narben zum Gehen, doch ich hielt ihn zurück.

»Noch etwas, Maitland«, sagte ich.

»Oh, ja, Ma’am?«

»Würdet Ihr in die Kombüse gehen und Mr. Murphy bitten, uns eine Flasche seines kräftigsten Essigs zu schicken? Und dann herausfinden, wo die Männer meine restlichen Arzneien untergebracht haben, und sie mir ebenfalls bringen?«

Verwundert runzelte er die schmale Stirn, doch er nickte bereitwillig. »Ja. Ma’am. Sofort, Ma’am.«

»Was hast du denn mit dem Essig vor, Sassenach?« Jamie betrachtete mich argwöhnisch, als Maitland im Gang verschwand.

»Dich darin zu tränken, um die Läuse umzubringen«, sagte ich. »Ich habe nicht vor, in einem wimmelnden Ungeziefernest zu schlafen.«

»Oh«, sagte er. Er kratzte sich nachdenklich am Hals. »Du hast also vor, mit mir zu schlafen, ja?« Er warf einen Blick auf die Koje, ein wenig einladendes Loch in der Wand.

»Ich weiß zwar nicht genau, wo, aber ja, das habe ich vor«, sagte ich entschlossen. »Und ich wünschte, du würdest den Bart noch nicht abrasieren«, fügte ich hinzu, als er sich vorbeugte, um das Tablett hinzustellen.

»Warum denn nicht?« Er blickte sich neugierig zu mir um, und ich spürte, wie mir die Hitze in die Wangen stieg.

»Äh … nun ja. Er ist ein bisschen … anders.«

»Oh, aye?« Er richtete sich auf und kam einen Schritt auf mich zu. In der Enge der Kajüte kam er mir noch größer – und um einiges nackter – vor als jemals an Deck.

Seine dunkelblauen Augen hatten sich zu Dreiecken voller Belustigung zusammengekniffen.

»Inwiefern anders?«, fragte er.

»Nun, es … ähm …« Ich strich mir vage mit den Fingern über die brennenden Wangen. »Es fühlt sich anders an. Wenn du mich küsst. Auf meiner … Haut.«

Seine Augen hefteten sich fest auf die meinen. Er hatte sich nicht mehr bewegt, doch er schien mir plötzlich viel näher zu sein.

»Du hast sehr feine Haut, Sassenach«, sagte er leise. »Wie Perlen und Opale.« Er streckte einen Finger aus und zeichnete ganz sanft den Umriss meines Kiefers nach. Und dann meinen Hals, und den weiten Bogen von Schlüsselbein und Nacken und dann in langsamen Serpentinen abwärts, bis er die Oberseiten meiner Brüste streifte, die im tiefen Kapuzenausschnitt der Priesterrobe verborgen waren. »Du hast eine Menge sehr feine Haut, Sassenach«, fügte er hinzu. Seine Augenbraue hob sich. »War es das, woran du dachtest?«

Ich schluckte und leckte mir die Lippen, doch ich wandte den Blick nicht ab.

»Das war es mehr oder weniger, woran ich dachte, ja.«

Er zog seinen Finger fort und richtete den Blick auf die Schüssel mit dem dampfenden Wasser.

»Aye, nun ja. Eine Schande, das Wasser zu verschwenden. Soll ich es Murphy zurückschicken, damit er Suppe damit kocht, oder soll ich es trinken?«

Ich lachte, und die Spannung löste sich gleichzeitig mit dem Gefühl der Fremdheit.

»Du sollst dich hinsetzen«, sagte ich, »und dich damit waschen. Du riechst wie ein Bordell.«

»Das kann ich mir vorstellen«, sagte er und kratzte sich. »Es befindet sich ein Bordell im oberen Stock des Wirtshauses, das die Soldaten zum Trinken und Spielen besuchen.« Er griff nach der Seife und ließ sie in das heiße Wasser fallen.

»Im oberen Stock, wie?«, sagte ich.

»Nun, zwischendurch kommen die Mädchen auch nach unten«, erklärte er. »Es wäre schließlich unhöflich, sie dann nicht auf den Schoß zu nehmen.«

»Und deine Mutter hat dir vermutlich gute Manieren beigebracht«, sagte ich sehr trocken.

»Wenn ich es recht bedenke, bleiben wir, glaube ich, über Nacht hier vor Anker liegen«, sagte er nachdenklich und sah mich an.

»Ach ja?«

»Und schlafen an Land, wo wir Platz haben.«

»Platz wozu?«, fragte ich und betrachtete ihn voller Argwohn.

»Nun, ich habe alles geplant, aye?«, sagte er und spritzte sich mit beiden Händen Wasser ins Gesicht.

»Du hast was geplant?«, fragte ich. Er prustete und schüttelte sich das überschüssige Wasser aus dem Bart, ehe er antwortete.

»Ich denke jetzt seit Monaten darüber nach«, sagte er in freudiger Erwartung. »Jede Nacht, wenn ich zusammengefaltet in dieser gottverdammten Nussschale von einer Koje gelegen und Fergus beim Grunzen und Schnarchen zugehört habe. Ich habe mir alles zurechtgelegt, was ich tun würde, wenn ich dich nackt und willig bei mir hätte, außer Hörweite der anderen und mit genug Platz, um mich dir angemessen zu widmen.« Er seifte sich energisch die Hände ein und schäumte sich das Gesicht ein.

»Nun, willig bin ich«, sagte ich fasziniert. »Und Platz haben wir gewiss. Was das ›nackt‹ angeht …«

»Darum kümmere ich mich schon«, versicherte er mir. »Das gehört alles zu meinem Plan, aye? Ich bringe dich an einen Ort, an dem wir unter uns sind, breite eine Decke aus, auf die wir uns legen können, und beginne, indem ich mich neben dich setze.«

»Nun, das ist auf jeden Fall ein Anfang«, sagte ich. »Und dann?« Ich setzte mich neben ihn auf die Koje. Er beugte sich zu mir herüber und biss ganz sanft in mein Ohrläppchen.

»Und dann, dann setze ich dich auf mein Knie und küsse dich.« Er hielt inne, um es mir zu demonstrieren, und hielt meine Arme fest, so dass ich mich nicht bewegen konnte. Eine Minute später ließ er mich los, und meine leicht geschwollenen Lippen schmeckten nach Ale, Seife und Jamie.

»So viel zu Teil eins«, sagte ich und wischte mir den Seifenschaum vom Mund. »Und dann?«

»Dann lege ich dich auf die Decke, schlinge dir die Hand in das Haar und koste dein Gesicht, deinen Hals, deine Ohren und deinen Busen mit meinen Lippen«, sagte er. »Ich dachte, das mache ich so lange, bis du anfängst, kleine Quietschgeräusche von dir zu geben.«

»Ich gebe keine Quietschgeräusche von mir!«

»Aye, das tust du. Reich mir das Handtuch, aye?«, sagte er. »Dann«, fuhr er fröhlich fort, »dachte ich, ich fange am anderen Ende an. Ich werde deinen Rock hochschieben und …« Sein Gesicht verschwand in den Falten des Leinenhandtuchs.

»Und was?«, fragte ich durch und durch fasziniert.

»Und die Innenseiten deiner Oberschenkel küssen, wo deine Haut so zart ist. Dort könnte der Bart helfen, aye?« Er strich sich nachdenklich über das Kinn.

»Das könnte er«, sagte ich ein wenig schwach. »Und was soll ich unterdessen tun?«

»Nun, du könntest ein bisschen stöhnen, wenn du möchtest, um mich anzufeuern, aber ansonsten liegst du einfach still.«

Es hörte sich nicht so an, als müsste man ihn anfeuern. Eine seiner Hände lag auf meinem Oberschenkel, während er die andere benutzte, um sich mit dem feuchten Handtuch über die Brust zu wischen. Als er fertig war, fuhr mir die Hand unter das Gesäß und drückte zu.

»Seine Linke liegt unter meinem Haupte« zitierte ich, »und seine Rechte herzt mich. Er erquickt mich mit Blumen und labt mich mit Äpfeln, denn ich bin krank vor Liebe.«