In seinem Bart blitzten weiße Zähne auf.
»Wohl eher Pampelmusen«, sagte er, und seine Hand umfasste mein Gesäß. »Oder vielleicht Kürbisse. Pampelmusen sind zu klein.«
»Kürbisse?«, sagte ich entrüstet.
»Nun, wilde Kürbisse haben manchmal diese Größe«, sagte er. »Aber aye, das kommt als Nächstes.« Er drückte noch einmal zu, dann zog er die Hand fort, um sich unter der Achsel zu waschen. »Ich lege mich auf den Rücken und strecke dich der Länge nach auf mir aus, damit ich deine Gesäßbacken fassen und sie anständig liebkosen kann.« Er hielt beim Waschen inne, um mir hastig zu demonstrieren, was er unter »anständig« verstand, und ich keuchte unwillkürlich auf.
»Also«, fuhr er fort und setzte seine Katzenwäsche fort, »solltest du an diesem Punkt den Wunsch haben, mit den Beinen zu zucken oder deine Hüften anzüglich zu bewegen und mir ins Ohr zu keuchen, hätte ich nichts dagegen.«
»Ich keuche nicht!«
»Aye, das tust du. Nun, was deine Brüste betrifft …«
»Oh, ich dachte schon, du hättest sie vergessen.«
»Im Leben nicht«, versicherte er mir. »Nein«, fuhr er in aller Seelenruhe fort, »das ist der Moment, in dem ich dir das Kleid ausziehe und du nur noch im Hemd bist.«
»Ich trage aber gar kein Hemd.«
»Oh? Nun, das macht nichts«, sagte er schulterzuckend. »Ich hatte vor, durch die dünne Baumwolle daran zu saugen, bis ich deine Brustwarzen fest im Mund habe, und es dir dann auszuziehen, aber es ist nicht so wichtig; ich komme auch so zurecht. In Abwesenheit eines Hemdes widme ich mich also deinen Brüsten, bis du diesen kleinen Jammerlaut ausstößt …«
»Ich würde nie …«
»Und dann«, unterbrach er mich, »da du dem Plan nach nackt sein wirst und – vorausgesetzt, ich habe es bis dahin richtig gemacht – vielleicht auch willig …«
»Oh, aber nur vielleicht«, sagte ich. Meine Lippen kribbelten noch vom ersten Teil.
»… dann spreize ich deine Oberschenkel, ziehe mir die Hose aus und …« Er hielt inne und wartete.
»Und?«, sagte ich gehorsamst.
Sein Grinsen verbreiterte sich beträchtlich.
»Dann werden wir sehen, welches Geräusch du dann nicht machst, Sassenach.«
Es hüstelte leise hinter mir in der Tür.
»Oh, Verzeihung, Mr. Willoughby«, sagte Jamie entschuldigend. »Ich hatte Euch noch gar nicht erwartet. Möchtet Ihr vielleicht erst etwas essen gehen? Und falls Ihr so freundlich wärt, würdet Ihr das hier mitnehmen und Mr. Murphy bitten, es im Kombüsenfeuer zu verbrennen?« Er warf Mr. Willoughby die Überreste seiner Uniform zu und bückte sich, um in einer Seemannskiste nach frischer Kleidung zu suchen.
»Ich hätte nie gedacht, dass ich Lawrence Stern noch einmal begegnen würde«, stellte er fest, während er sich durch die verknotete Wäsche wühlte. »Wie kommt es denn, dass er hier ist?«
»Oh, er ist also der jüdische Naturphilosoph, von dem du mir erzählt hast?«
»Ja. Obwohl ich nicht glaube, dass es so viele jüdische Philosophen gibt, dass man sie verwechseln könnte.«
Ich erzählte ihm, wie ich Stern in den Mangroven begegnet war. »… und dann hat er mich zum Haus des Priesters mitgenommen«, sagte ich und hielt inne, weil mir plötzlich etwas einfiel. »Oh, fast hätte ich es vergessen. Du schuldest dem Priester zwei Pfund Sterling für Arabella.«
»Ach ja?« Jamie sah mich verblüfft an, ein Hemd in der Hand.
»Ja. Vielleicht fragst du besser Lawrence, ob er als Unterhändler fungieren würde; der Priester scheint sich gut mit ihm zu verstehen.«
»Schön. Aber was ist denn mit dieser Arabella passiert? Hat sich einer der Männer an ihr vergriffen?«
»So könnte man es vermutlich ausdrücken.« Ich holte Luft, um es ihm zu erklären, doch ehe ich etwas sagen konnte, klopfte es abermals an der Tür.
»Kann man sich denn hier nicht in Frieden anziehen?«, wollte Jamie gereizt wissen. »Herein!«
Die Tür öffnete sich und gab Marsali preis, die beim Anblick ihres nackten Stiefvaters blinzeln musste. Jamie hüllte seine Taille hastig in das Hemd, das er in der Hand hatte, und nickte ihr mit beinahe unverminderter Kaltblütigkeit zu.
»Marsali, Kleine. Ich bin so froh, dich unversehrt zu sehen. Brauchst du etwas?«
Sie schob sich in das Zimmer, bis sie zwischen dem Tisch und der Seemannskiste stand.
»Aye, so ist es«, sagte sie. Sie hatte Sonnenbrand, und ihre Nase pellte sich, doch ich hatte trotzdem den Eindruck, dass sie blass war. Sie hatte die Fäuste an den Seiten geballt und schob das Kinn vor, als sei sie zum Kampf bereit.
»Ich will, dass du dein Versprechen hältst«, sagte sie.
»Aye?« Jamie sah sie argwöhnisch an.
»Dein Versprechen, dass ich Fergus heiraten darf, sobald wir die Westindischen Inseln erreichen.« Zwischen ihren blonden Augenbrauen tauchte eine kleine Falte auf. »Hispaniola gehört doch zu den Westindischen Inseln, oder? Das hat der Jude gesagt.«
Jamie kratzte sich den Bart und sah sie zögernd an.
»Das stimmt«, sagte er. »Und aye, ich denke, wenn ich … aye. Ich habe es euch versprochen. Aber – seid ihr euch immer noch sicher, ihr beide?« Entschlossen hob sie das Kinn noch höher.
»Ja.«
Jamie zog eine Augenbraue hoch.
»Wo ist Fergus?«
»Hilft beim Verladen der Fracht. Ich wusste, dass wir bald ablegen, deshalb dachte ich, am besten komme ich jetzt und frage.«
»Aye. Nun ja.« Jamie runzelte die Stirn, dann seufzte er resigniert. »Aye, das habe ich gesagt. Aber ich habe auch gesagt, dass eure Ehe von einem Priester gesegnet werden muss, nicht wahr? Der nächste Priester ist in Bayamo, das ist drei Tagesritte von hier. Aber vielleicht in Jamaica …«
»Nein, du vergisst etwas«, sagte Marsali triumphierend. »Wir haben einen Priester hier. Vater Fogden kann uns trauen.«
Ich spürte, wie mir der Mund aufklappte, und ich schloss ihn hastig wieder. Jamie sah sie finster an.
»Wir legen morgen in aller Frühe ab.«
»Es dauert nicht lange«, sagte sie. »Es sind schließlich nur ein paar Worte. Nach dem Gesetz sind wir ja schon verheiratet; es geht nur um den Segen der Kirche, aye?« Sie legte die flache Hand auf ihren Bauch, wo sie vermutlich ihren Ehekontrakt unter dem Korsett bei sich trug.
»Aber deine Mutter …« Jamie bat mich mit einem hilflosen Blick um Verstärkung. Ich zuckte nicht minder hilflos mit den Schultern. Ich war weder in der Lage, Jamie zu erklären, was es mit Vater Fogden auf sich hatte, noch, Marsali von ihrem Vorhaben abzubringen.
»Wahrscheinlich wird er es gar nicht tun.« Jamie brachte seinen Einwand mit spürbarer Erleichterung vor. »Die Männer haben sich an einer seiner Schutzbefohlenen namens Arabella vergriffen. Ich fürchte, er möchte nichts mit uns zu tun haben.«
»Doch! Für mich wird er es tun – er mag mich!« Marsali tanzte beinahe auf den Zehenspitzen vor Ungeduld.
Jamie heftete den Blick auf sie und betrachtete ihr Gesicht. Sie war schließlich sehr jung.
»Bist du dir wirklich sicher, Kleine«, sagte er schließlich mit großer Zärtlichkeit. »Du willst es so?«
»Ja, Pa. Ich bin mir sicher. Ich will Fergus! Ich liebe ihn!«
Jamie zögerte einen Moment, dann fuhr er sich mit der Hand durch das Haar und nickte.
»Also schön. Schicke mir Mr. Stern, dann hol Fergus und sag ihm, er soll sich bereitmachen.«
»Oh Pa! Danke, danke!« Marsali warf sich in seine Arme und küsste ihn. Mit einem Arm hielt er sie fest, während er mit dem anderen das Hemd an seiner Taille fixierte. Dann küsste er sie auf die Stirn und schob sie sacht von sich.
»Sei vorsichtig«, sagte er lächelnd. »Du willst ja nicht verlaust bei deiner Hochzeit erscheinen.«
»Oh!« Das schien sie an etwas zu erinnern. Sie blickte mich an und hob errötend die Hand an ihre blonden Locken, die ihr verschwitzt aus dem achtlos gedrehten Knoten hingen.
»Mutter Claire«, sagte sie schüchtern, »ich frage mich … würdest du … könntest du mir etwas von deiner Kamillenseife leihen? Wenn … wenn die Zeit reicht«, fügte sie mit einem hastigen Blick auf Jamie hinzu, »würde ich mir gern das Haar waschen.«