»Aye, nun ja«, unterbrach er sie hastig, ehe sie weitere unschmeichelhafte Beobachtungen über sein Verhalten formulieren konnte. »Ich wollte nicht … ich meine … so verhalten sich Männer nun einmal, wenn sie … das tun«, schloss er lahm.
Ihr Schreck verwandelte sich allmählich in Neugier. »Sind alle Männer so, wenn sie … das tun?«
»Woher soll ich …?«, begann er gereizt, doch dann unterbrach er sich und erschauerte, denn er begriff, dass er die Antwort auf diese Frage kannte.
»Aye, das sind sie«, sagte er knapp. Er richtete sich zum Sitzen auf und strich sich das Haar aus der Stirn. »Männer sind widerliche, grauenvolle Bestien, genau wie es Eure Gouvernante gesagt hat. Habe ich Euch sehr weh getan?«
»Ich glaube nicht«, sagte sie skeptisch. Sie bewegte prüfend die Beine. »Es hat zwar kurz weh getan, wie Ihr es gesagt habt, aber jetzt ist es nicht mehr schlimm.«
Er atmete erleichtert auf, als er sah, dass sie zwar geblutet hatte, der Fleck auf dem Handtuch jedoch nur schwach war und sie keine Schmerzen zu haben schien. Sie fasste sich zögernd zwischen die Beine und verzog angewidert das Gesicht.
»Ooh!«, sagte sie. »Es ist ganz verschmiert und klebrig!«
Eine Mischung aus Entrüstung und Verlegenheit trieb ihm die Röte ins Gesicht.
»Hier«, murmelte er und griff nach einem Lappen vom Waschtisch. Sie nahm ihn nicht, sondern öffnete die Beine und hob das Becken ein wenig an. Offenbar erwartete sie, dass er sich um den Schlamassel kümmerte. Er empfand ein starkes Bedürfnis, ihr den Lappen stattdessen in den Hals zu schieben, doch ein Blick auf den Tisch mit seinem Brief ließ ihn innehalten. Sie hatten schließlich eine Abmachung, und Geneva hatte sich daran gehalten.
Grimmig feuchtete er das Tuch an und begann, sie zu waschen, doch das Vertrauen, mit dem sie sich ihm darbot, erschien ihm seltsam rührend. Er erfüllte seine Aufgabe mit großer Sanftheit, und am Ende ertappte er sich dabei, dass er ihr einen Kuss auf den flachen Bauch drückte.
»So.«
»Danke«, sagte sie. Sie bewegte versuchsweise die Hüften und streckte die Hand aus, um ihn zu berühren. Er bewegte sich nicht und ließ es geschehen, dass ihre Finger über seine Brust wanderten und mit der tiefen Einkerbung seines Nabels spielten. Die leichte Berührung wanderte zögernd tiefer.
»Ihr habt gesagt … beim nächsten Mal würde es besser sein«, flüsterte sie.
Er schloss die Augen und holte tief Luft. Es war noch lange bis zum Morgengrauen.
»Ich gehe jedenfalls davon aus«, sagte er und legte sich wieder an ihre Seite.
»Jm… äh, Alex?«
Er fühlte sich wie betäubt, und es kostete ihn Mühe, ihr zu antworten. »Mylady?«
Ihre Arme legten sich um seinen Hals, und sie schmiegte den Kopf in die Rundung seiner Schulter, so dass ihr warmer Atem seine Brust berührte.
»Ich liebe Euch, Alex.«
Unter Schwierigkeiten rappelte er sich so weit auf, dass er sie von sich schieben konnte. Er hielt sie an den Schultern fest und blickte ihr in die grauen Augen, sanft wie die eines Rehs.
»Nein«, sagte er, wenn auch behutsam, und schüttelte den Kopf. »Das ist die dritte Spielregel. Ihr bekommt nicht mehr als die eine Nacht. Ihr dürft mich nicht bei meinem Namen nennen. Und Ihr dürft mich nicht lieben.«
Ihre grauen Augen wurden ein wenig feucht. »Aber wenn ich doch nicht anders kann?«
»Was Ihr jetzt empfindet, ist keine Liebe.« Er hoffte, dass er recht hatte, um seinet- wie um ihretwillen. »Es ist nur das Gefühl, das ich in Eurem Körper ausgelöst habe. Es ist machtvoll, und es ist schön, aber es ist nicht dasselbe wie Liebe.«
»Was ist denn der Unterschied?«
Er rieb sich fest mit den Händen über das Gesicht. Was für eine kleine Philosophin, dachte er ironisch. Er holte tief Luft und atmete wieder aus, ehe er ihr antwortete.
»Nun, Liebe empfindet man nur für einen Menschen. Das, was Ihr mit mir empfindet – das könnt Ihr mit jedem Mann erleben, es ist nicht persönlich.«
Nur für einen Menschen. Er schob den Gedanken an Claire entschlossen von sich und machte sich erschöpft noch einmal ans Werk.
Er landete schwerfällig auf der Erde des Blumenbeets, ohne sich daran zu stören, dass er mehrere zarte Pflänzchen zerdrückte. Er erschauerte. Diese Stunde vor dem Morgengrauen war nicht nur die dunkelste, sondern auch die kälteste, und sein Körper protestierte heftig dagegen, sich aus einem warmen, weichen Nest zu erheben und sich in die frostige Schwärze zu begeben, nur durch ein dünnes Hemd und eine Kniehose von der eisigen Luft abgeschirmt.
Er erinnerte sich an die erhitzte, rosige Wange, über die er sich vor dem Abschied zum Kuss gebeugt hatte. Noch spürte er ihre Konturen warm in den Händen und krümmte erinnernd die Finger, während er in der Dunkelheit nach der noch dunkleren Linie der steinernen Stallmauer tastete. Er war so erschöpft, dass es ihn furchtbare Anstrengung kostete, sich daran hochzuziehen und hinüberzuklettern, doch er konnte es nicht riskieren, dass das Quietschen der Pforte Hughes, den Hauptknecht, weckte.
Er tastete sich über den Innenhof vor, der voller Wagen und Ballen stand, die schon für Lady Genevas Reise zum Anwesen ihres neuen Herrn vorbereitet waren, nach der Hochzeit am nächsten Donnerstag. Schließlich schob er die Stalltür auf und stieg über die Leiter zum Heuboden hinauf. Er legte sich im eisigen Stroh nieder, zog die Wolldecke über sich und fühlte sich vollkommen leer.
Kapitel 15
Durch ein Missgeschick
Helwater, Januar 1758
Das Wetter war angemessen finster und stürmisch, als die Nachricht in Helwater eintraf. Dank des heftigen Wolkenbruchs hatten sie an diesem Nachmittag darauf verzichtet, die Pferde zu bewegen, die unten warm in ihren Ställen standen. Ihr heimeliges, friedliches Kauen und Schnauben stieg zum Heuboden auf, wo Jamie Fraser in einem gemütlichen Nest aus Halmen lehnte, ein offenes Buch auf der Brust.
Es war eins von mehreren Büchern, die er sich vom Faktor des Anwesens, Mr. Grieves, ausgeborgt hatte, und er fand es faszinierend, trotz der Schwierigkeit, im schwachen Licht der Eulenschlitze unter den Traufen zu lesen.
Meine Lippen, die ich ihm in den Weg stellte, so dass Küsse unvermeidlich waren, setzten ihn in Flammen und machten ihn kühn, und indem ich jetzt einen Blick nach dem Teil seiner Kleidung warf, der den wesentlichsten Gegenstand meiner Freuden bedeckte, entdeckte ich deutlich das Aufschwellen und die Bewegung, und nun war ich zu weit vorgegangen, um auf dem Weg stehen zu bleiben; ich war nicht mehr imstande, mich zu halten oder auf den Fortgang seiner mädchenhaften Schüchternheit zu warten, ich stahl meine Hand an seine Lenden, an denen hinunter ich einen steifen, harten Körper spüren konnte, den die Beinkleider einsperrten, so dass meine Finger kein Ende fühlten.
»Oh, aye?«, murmelte Jamie skeptisch. Er zog die Augenbrauen hoch und wechselte im Heu die Lage. Ihm war natürlich bewusst gewesen, dass solche Bücher existierten, doch da Jenny in Lallybroch das Lesematerial bestellte, hatte er persönlich noch keines gesehen. Es forderte seinen Verstand zwar deutlich anders als die Werke der Herren Defoe und Fielding, doch er hatte nichts gegen Abwechslung.
Seine außerordentliche Gestalt setzte mich ordentlich in Erschrecken. Doch konnte ich nicht ohne Vergnügen sehen noch befühlen ein Ding von solch außerordentlicher Länge! Eine solche Breite beseelten Elfenbeins, vollkommen schön gedreht und geformt, dessen strotzende Steife seine Haut anspannte, deren sanfte Politur und samtene Weichheit es mit der feinsten Haut unseres Geschlechts aufnehmen konnte und dessen außerordentliche Weiße nicht unvorteilhaft durch ein Buschwerk von schwarzem Haar um die Wurzel herum gehoben wurde; dann das tiefe, ins Bläuliche spielende Inkarnat des Kopfes und die blauen, sich schlängelnden Adern. Die zusammen die schönste Mischung der Figur und der Farben aus der Natur selbst zusammensetzten, kurz, es zum Gegenstand des Schreckens und des Vergnügens zugleich machten!