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Rione sah Geary überrascht an, nickte dann aber und lächelte zufrieden — so wie ein Lehrer, der erkannte, dass sein Schüler ihm wider Erwarten doch zugehört und von ihm gelernt hatte.

»Dann glauben Sie tatsächlich, er steht nicht mit den Leuten in Verbindung, die diese Würmer eingeschleust haben?«, hakte der Captain der Warspite nach.

»Ich glaube, diese Leute wären womöglich bereit gewesen, Numos zu benutzen«, erläuterte Geary. »Aber sie hätten ihm nicht über den Weg getraut.« Wieder ließ er seinen Blick über den virtuellen Konferenztisch wandern. »Jedes Schiff säubert derzeit weiter seine Systeme, bis wir sicher sein können, dass nicht noch mehr Gefährliches dort verborgen ist. Wenn auf allen Schiften grünes Licht gegeben wird, springen wir nach Wendig. Bis dahin empfehle ich noch einmal eindringlich jedem, der irgendetwas weiß, sich mit mir in Verbindung zu setzen oder sich an einen Vorgesetzten zu wenden, dem er vertrauen kann. Die Syndiks sind unsere Feinde, nicht wir selbst.

Einige Leute in dieser Flotte haben das offenbar vergessen und stehen damit auf der gleichen Seite wie die Syndiks.«

Captain Badaya nickte nachdrücklich. »Captain Geary wird bei jeder Entscheidung den Rückhalt dieser Flotte haben.«

Auf Duellos' Gesicht zeichnete sich ein betrübter Ausdruck ab, er sagte jedoch nichts.

Geary wiederum wusste, dass er die mächtige Gruppe hinter Badaya nicht vor den Kopf stoßen konnte, solange ihm aus der Flotte heraus eine derartige Gefahr drohte. »Mögen wir so handeln, dass unsere Vorfahren uns ihre Gunst schenken«, erklärte er ausweichend. »Wenn wir uns dem Zeitpunkt für den Sprung nach Wendig nähern, werde ich alle Schiffe da-rüber informieren, ob der Sprung wie geplant stattfindet.«

In rascher Folge lösten sich die Bilder der Offiziere in Luft auf. Lieutenant Iger zog sich hastig zurück, gefolgt von Co-Präsidentin Rione, die hoch erhobenen Hauptes den Raum verließ. Auch Captain Desjani ging nach draußen, wobei ihr Blick an Riones Rücken klebte.

Eine Person blieb jedoch zurück, die ihm so wenig vertraut war, dass er erst einen Blick auf die Daten werfen musste. Lieutenant Commander Moltri, befehlshabender Offizier des Zerstörers Taru. »Ja, Commander?«, fragte Geary.

Moltri schluckte und wandte den Blick ab. »Sir, ich glaube, ich weiß, wie die Würmer über die Flotte verteilt wurden und wie es ihnen möglich war, die Sicherheitssysteme zu umgehen.«

»Hatten Sie etwas damit zu tun?« Es kostete Geary Mühe, Ruhe zu bewahren. Moltri wirkte nicht nur verängstigt, sondern auch auf das Äußerste peinlich berührt, was erst einmal keinen Sinn ergab.

Lieutenant Commander Moltri schüttelte hastig den Kopf.

»Nein, Sir. Nicht… nicht wissentlich.« Er kniff die Augen zu, um sich zu beruhigen, dann richtete er den Blick auf Geary und erklärte mit fester Stimme: »Es existieren… gewisse Programme, die jenen Leuten geschickt werden, die… die daran interessiert sind. Wegen der Art dieser Programme müssen sie über Wege verschickt werden, auf denen sie die Sicherheitsüberprüfungen der Flotte umgehen. Es gibt innerhalb der Flotte ein ganzes Subnetzwerk, das solche Programme unbe-merkt verteilt.«

Moltri zog seine Datentafel heraus, tippte mit zitternden Fingern einige Befehle ein und machte eine grimmige Miene.

»Ich habe Ihnen soeben ein Muster geschickt, Sir. Ihr Sicherheitspersonal wird dadurch in die Lage versetzt werden, die Übertragungsmethode zu identifizieren. Ich schwöre Ihnen, Sir, ich hatte keine Ahnung, dass sich jemand dieser Methode bedienen würde, um einen gefährlichen Wurm zu verbreiten, allerdings glaube ich, dass es genau so gelaufen ist.«

»Vielen Dank, Commander Moltri«, erklärte Geary. »Ich werde mir das ansehen. Es könnte sein, dass Sie der Flotte einen großen Dienst erwiesen haben.«

Der Mann biss die Zähne zusammen, als hätte er Schmerzen. »Sir, ich möchte Sie bitten, nicht zu enthüllen, dass ich etwas mit dem zu tun habe, was ich Ihnen geschickt habe. Ich bin darauf nicht stolz, ganz und gar nicht. Ich habe nie irgend-jemandem wehgetan, das schwöre ich.«

»Ich verstehe.«

»Ich weiß, das wird disziplinarische Folgen haben, Sir. Aber lassen Sie bitte nicht alle Details in meine Akte einfließen.«

Geary, der sich zunehmend über Moltris Unbehagen und Aussagen wunderte, erwiderte mit ruhiger Stimme: »Wenn es nicht angemessen ist, dann wird das auch nicht der Fall sein.

Vielen Dank, Commander.«

Moltris Abbild verschwand, als ob der Mann auf der Flucht wäre. Geary warf einen Blick auf seine eingegangenen Nachrichten und fand, was Moltri ihm geschickt hatte. Er rief das Programm auf, und als die Bilder angezeigt wurden, drehte sich ihm fast der Magen um. Kein Wunder, dass Moltri und die anderen, die sich für so etwas interessierten, diese Dinge im Verborgenen verschickten. Hastig beendete er das Programm und rief Captain Desjani und ihren Sicherheitsoffizier zu sich.

Desjani war noch nicht weit gekommen und kehrte nach wenigen Augenblicken in den Konferenzraum zurück. Der Offizier benötigte dagegen ein paar Minuten, und als er zu ihnen stieß, drückte Geary ihm seine Dateneinheit in die Hand. »Sehen Sie sich das an.«

Der Mann war zuerst entsetzt, dann angewidert, und erklärte schließlich resigniert: »Die finden immer neue Wege, um das Zeug zu verbreiten, Sir. Kann ich das an meine Adresse weiterleiten?« Geary nickte. »Ich sollte in der Lage sein, an-hand dieser Nachricht das Subnetz ausfindig zu machen und zu überwachen, über das sie ursprünglich verschickt wurde.«

»Werden Sie auch herausfinden können, ob so die Würmer verbreitet worden sind?«

»Wir werden das wohl nicht beweisen können, Sir, wenn das ein Subnetz von der Art ist, wie ich es schon früher gesehen habe. Aber ich würde darauf wetten, dass die Würmer darüber verteilt wurden. Dieses Subnetz dürfte so aufgebaut sein, dass es mit jedem Schiff der Flotte verbunden ist.«

»Auf jedem Schiff der Flotte gibt es jemanden, dem so was gefällt?«, fragte Geary verdutzt.

»Nein, Sir«, korrigierte der Sicherheitsoffizier ihn hastig.

»Subnetze, die für die Übertragung von solchem Material gedacht sind, werden so entworfen, dass man keine Fingerab-drücke hinterlässt, wenn man diese Dinge hoch- oder runter-lädt. Sie verbreiten sich von selbst zu jedem Kommunikations-knotenpunkt im Netz, also zu jedem Schiff. Wer auf einem Schiff davon weiß, der kann darauf zugreifen, aber es ist so gut wie unmöglich, jemanden zu identifizieren, der darauf zu-gegriffen hat. Und noch unmöglicher ist es, das betreffende Schiff zu bestimmen.«

Ihm war klar, was das bedeutete. »Also bestehen höchstens minimale Chancen, herauszufinden, wer den Wurm in dieses Subnetz geschleust hat.«

Der Sicherheitsoffizier zuckte hilflos mit den Schultern.

»»Minimal« ist in diesem Fall schon eine sehr optimistische Wortwahl, Sir. Wir können dieses Subnetz ab sofort überwachen, da wir seine Charakteristika identifiziert haben, und das heißt wiederum, für diesen Zweck kann es nicht noch einmal benutzt werden.«

»Es überwachen? Schalten Sie es ab. Können wir davon ausgehen, dass nicht noch andere Subnetze aktiv sind?«, wollte Desjani wissen.

Diese Frage schien den Sicherheitsoffizier zu verblüffen.

»Wir wissen, dass andere Netze existieren, Captain. Das Netz, das die Flotte untereinander verbindet, ist von inoffiziellen Subnetzen durchzogen, die alles regeln, was nicht offiziell genehmigt ist, beispielsweise Glücksspiele.«

»Warum wurden die nicht alle abgeschaltet?«, hakte Desjani nach.

»Weil meine Leute für die Sicherheit zuständig sind, aber nicht zur Durchsetzung von Gesetzen, Captain. Solange wir wissen, wo sich die Subnetze befinden, können wir sie überwachen und wissen dadurch, was die Leute damit anfangen.