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Jack Jolly richtete sich im Sattel auf, sackte dann nach vorn. Blut färbte die Front seiner glänzenden Robe dunkel und lief dann an den Flanken seines Pferdes herab. Die anderen Klansmänner befanden sich nun in totaler Auflösung; Neger konnte man rennen und rufen hören.

Des LaMotte sah fuchsteufelswild aus, als er sein Pferd herumriß und davonsprengte. Bei dem Versuch, ihm zu folgen, behinderten sich die anderen Klansmänner gegenseitig. Jollys Pferd galoppierte ganz am Schluß; sein toter Reiter drohte jeden Moment herunterzufallen.

Madeline hatte Beine wie Pudding. Sie stemmte die Hände gegen die weißgetünchte Wand, um sich zu stützen. Bitterer Pulverdampf würgte sie. Der Fackelschein der Klansmänner verblaßte.

»Alles in Ordnung? Wer hat geschossen?« Das war Andy, der von den alten Sklavenhütten her angerast kam.

Madelines Nerven gaben plötzlich nach; sie fing an zu zittern. Die Haare fielen ihr in die Augen, als sie in die Dunkelheit unter den Baum rannte. »Foote. Oh, Foote!«

Bevor sie ihn erreichte, mußte sie sich abwenden und sich heftig übergeben.

Am Rande des dunklen Sumpfes beschwerten sie im Fackelschein Jack Jollys Leiche mit Steinen und ließen sie ins Wasser gleiten.

»Sie haben ihn erschossen, und er fiel direkt beim Haus vom Pferd. Das ist die Geschichte«, sagte LaMotte heiser. »Wir konnten ihn nicht mitnehmen, weil sie von allen Seiten über uns herfielen. Keine Sorge, seine Verwandtschaft wird niemals nach Mont Royal gehen, um seine Leiche abzuholen.«

»Und wir gehen auch nicht mehr hin«, sagte Vater Lovewell.

»Und ob wir das tun «, sagte LaMotte. »Ich übernehme die Verantwortung für das, was geschehen ist. Ich hätte nie gedacht, daß sie einen Wachposten hinstellt. Aber ich lasse mich nicht von einer Frau unterkriegen. Noch dazu von einer Niggerfrau. Sie hat meine Cousine gedemütigt, hat sie vernichtet.«

»Des, gib auf. Vater Lovewell hat recht.« Zum erstenmal machte Randall Gettys den Mund auf.

»Wenn ihr solche Südstaatler seid, in Ordnung«, sagte LaMotte. Sein Gesicht war fast so rot wie sein Haar. Er war wütend, weil Monate des Wartens wegen dieser einzigen verpfuschten Nacht umsonst gewesen waren. Doch er würde nicht aufgeben. »Sie wird nicht am Ashley bleiben und überall herumstolzieren. Sie wird sterben. Ich verstecke mich für eine Weile, dann komme ich allein zurück, wenn ihr anderen zu feige seid.«

Niemand sagte etwas. Sie warfen ihre zischenden Fackeln in das Brackwasser und gingen auseinander; Jack Jolly blieb unter Wasser zurück, mit ein paar Fischen und Fröschen und einem drei Fuß langen kleinen Alligator als Gesellschaft. Der Alligator schwamm dicht an ihn heran, öffnete seinen Rachen und begann mit nadelscharfen Zähnen an dem Gesicht herumzunagen.

Wir haben Foote beerdigt. Cassandra untröstlich. Sie verlor Nemo, als Foote zurückkehrte. Und jetzt das. Nichts, was ich sagte, half. Am späten Nachmittag war sie verschwunden ...

... Nach C'ston - nicht gerade mit Begeisterung. Mit kaltem Gesicht lauschte Cooper meiner Geschichte und meiner Versicherung, daß Prudence und seine eigene Tochter sie bestätigen könnten. Er war sichtlich verärgert, daß M.-L. der Gefahr so nahe gewesen war, beherrschte sich aber - noch. Was den Besuch des Klans anbelangte, so gab er mir den knappen Rat, die Sache zu vergessen, da kein Gericht in California sie verurteilen würde. Außerdem würde Des' Familie ganz sicher Zeugen auftreiben, die bekundeten, daß er zu dem Zeitpunkt ganz woanders war. Vater Lovewells Anwesenheit würde ohnehin keiner glauben, Zeugen hin und her.

Cooper sagte, er sei sicher, daß es nicht zu weiteren Zwischenfällen kommen würde. Ich weiß nicht, woher er diese Sicherheit nimmt. Plötzlich begann er mich dann heftig wegen Marie-Louise zu bedrängen. Ich gab nicht nach und meinte, sie könne, solange sie wollte, auf Mont Royal bleiben. Das löste eine Flut wüster Beschuldigungen aus. Bevor es so schlimm wie beim letztenmal werden konnte, floh ich.

Orry, ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich habe es so satt, Furcht zu haben und diese Furcht ständig unterdrücken zu müssen ...

»Ja, das verstehe ich«, sagte Jane, als Madeline ihr gegenüber ihre Gefühle zum Ausdruck brachte. »Mein Volk hat seit Generationen mit dieser Art von Furcht gelebt. Aber ich weiß nicht, ob Mr. Cooper recht damit hat, daß der Klan aufgegeben hätte. Erinnern Sie sich, als Mr. Hazard gleich nach dem Krieg zu Besuch hier war? Ich sagte, bis zum letzten Sieg würde es noch jahrelange Schlachten geben. Ich glaube das immer noch.«

»Ich könnte zu General Hampton gehen. Er hat mir Hilfe versprochen.«

»Wie könnte er helfen? Er hat doch keine Truppen mehr, oder?«

Madeline schüttelte den Kopf.

»Ich glaube, wir bleiben besser auf dem Posten«, sagte Jane. »Ein Mann wie LaMotte, der nimmt vielleicht eine Niederlage von einem Mann hin, der seiner Klasse angehört, aber von einer Frau? Einer Farbigen? Ich möchte wetten, eher verliert er den Verstand, bevor er das geschehen läßt.«

»Ich glaube, er hat ihn bereits verloren.«

Jane zuckte die Achseln. »Das war nicht die letzte Schlacht. Er wird zurückkommen.«

Fünftes Buch

Washita

Gib uns den Frieden.

General Ulysses S. Grant Wahlkampagne 1868

Als tapfere Männer und Soldaten einer Regierung, deren Friedensbemühungen sich erschöpft haben, nehmen wir den Krieg an, den unsere Feinde begonnen haben, und sind entschlossen, diese unerfreuliche Pflicht einem endgültigen Ende zuzuführen.

General Sherman zu General Sheridan 1868

Wir stoßen in den Süden vor, auf die Antelope Hills zu, dann weiter zum Washita River, dem vermutlichen Winterlager der feindlichen Stämme; wir zerstören ihre Dörfer und töten ihre Ponys; wir töten und hängen alle Krieger und nehmen sämtliche Frauen und Kinder mit ...

General Sheridan zu General Custer 1868

48

Von vier kläffenden Hunden gejagt, ritten die Scouts ein; Griffenstein, die Brüder Corbin und ein stämmiger junger mexikanischer Dolmetscher, der bei den Cheyenne aufgewachsen war und die Sprache fließend sprach. Sein Name lautete Ro-mero, also nannte ihn jeder selbstverständlich Romeo.

California Joe ritt ein Maultier. Charles, der seine Ankunft beobachtete, sah ihn von einer Seite zur anderen schwanken und fröhlich ins Leere lächeln. »Besoffen wie ein Matrose«, sagte er später zu Dutch Henry. »Wieso findet sich Custer mit einem solchen Clown ab?«

Dutch Henry streichelte den Kopf eines Terriers mit wedelndem Stummelschwänzchen. Im Camp gab es jetzt mindestens ein Dutzend streunender Hunde. »Ich habe so den Eindruck, daß der einzige starke Mann, den Custer schätzt, Custer selbst ist. Macht wohl keinen Unterschied, oder? Du wolltest Cheyenne umbringen. Custer ist auf dem besten Weg dazu.«

Der November kam mit einem Himmel wie dunkle Schieferplatten und bitterkalten Winden. In dem Camp am Nordufer des Arkansas ordnete Custer eine Verdoppelung der Schießübungen an. Zweimal täglich feuerten die Männer des Siebten Regiments auf Ziele, die in einer Entfernung von hundert, zwei-hundert und dreihundert Metern aufgebaut worden waren. Cookes Scharfschützen schauten häufig vorbei, um sich lustig zu machen und überlegene Kommentare abzugeben.

Die Generäle Sully und Custer riefen die Offiziere und Scouts zusammen, um die Strategie durchzusprechen, die Sheridan entwickelt und von Uncle Billy in der Division genehmigt bekommen hatte. Charles erkundigte sich flüsternd bei Griffenstein, weshalb Harry Venable nicht anwesend war. Griffenstein meinte, Venable sei gerade im Begriff, eine schwere Grippe zu überwinden.