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Im Theater angekommen, fand sie die Bühne verwaist, hörte allerdings irgendwo Sams Stimme. Sie schloß ihren Schirm und legte ihn auf den Souffleurstisch. Der Bühnenmanager kam hinter einer Stellwand hervorgeschossen.

»Nicht dorthin! Nicht dorthin! Wenn er das sieht, läuft er Amok.«

»Richtig, hab' ich vergessen. Keine Schirme auf den Souffleurstisch. Ich kann nicht immer an jeden Aberglauben denken. Was macht er?«

»Er benimmt sich ein bißchen merkwürdig. Erst ist er mit dem Futternapf der Katze rumgerannt, und jetzt probt er im Aufenthaltsraum.«

»Er besteht darauf, den >Hamlet< zu spielen.« Sie und der Bühnenmanager tauschten ein nachsichtiges Lächeln aus; dann folgte sie dem Klang von Trumps volltönender Stimme. Beinahe wäre sie über eine Schale Milch gestolpert. Ganz in der Nähe hatte sich die Katze Prosperity uninteressiert zusammengerollt. Willa runzelte die Stirn. Die Schale roch eigenartig. Sie nahm sie auf und schnüffelte noch einmal.

Mit der Schale in der Hand marschierte sie in den Aufenthaltsraum, wo sie Sam bei seiner Probe vor dem großen Spiel störte. Trotz des Korsetts konnten die engen, schwarzen Hosen seine Korpulenz nicht verbergen. Er wirkte albern in diesem Kostüm, was noch durch die angesteckte gelbe Chrysantheme verstärkt wurde.

»Mein liebes Mädchen«, fing er an, einen Daumen in die Augenhöhle eines Requisitenschädels gehakt. Sein Gesicht verlor an Farbe, als ihm Willa die Schale mit ausgestrecktem Arm entgegenhielt.

»Von nun an füttere ich die Katze, Sam. Du mußt die Schalen verwechselt haben. Das hier wird sie nicht anrühren.« Willa führte die Schale mit einem bühnenreifen Schnüffeln an ihrer Nase vorbei. »Katzen mögen keinen Whisky.«

Trump wäre vor lauter Hast, an die Schale zu kommen, beinahe gestürzt. »Das zählt nicht. Nur ein winziger Schluck, um mich für den Tag zu stärken.«

»Steter Tropfen höhlt den Stein. Ich habe mich schon gewundert, wieso du heute morgen so fröhlich bist.« Sie stellte die Schale auf den Tisch und sagte: »Rühr sie bloß nicht an.«

Trump schlug sich bekümmert gegen die Brust. »Natürlich nicht, meine Liebe.« Er warf ihr einen verstohlenen Blick zu, schob den Schädel beiseite und legte ihr väterlich einen Arm um die Schultern. »Du schaust unglücklich aus. Bin ich der Anlaß?«

»Nein, nicht wirklich.«

»Dann ist also Charles abgereist.«

»Es ist mehr als nur der Abschied, Sam. Er hat wieder ein Offizierspatent in der Armee erhalten.«

»Die Armee ist der richtige Platz für ihn. Da kennt er sich aus.«

»Es ist der richtige Platz, aber aus dem falschen Grund.« Mit wenigen Sätzen beschrieb sie, was mit Holzfuß und Boy geschehen war. Als sie endete, war Trump blaß geworden. »Er will Vergeltung. Wenn er davon spricht, spürt man richtig den brennenden Zorn in ihm.«

Vorsichtig sagte Trump: »Dann ist das also das Ende für euch?«

»Oh nein.« Ein beschämtes Schulterzucken. »Das sollte es sein, aber es ist zu spät. Ich liebe ihn. Ich weiß, daß es mir wahrscheinlich viel Kummer einbringen wird, aber ich kann nichts dagegen tun.«

Sie versuchte zu lächeln, brach aber statt dessen in Tränen aus. Sam Trump nahm sie in die Arme und zog sie an sich; sanft tätschelte er ihr mit beiden Händen den Rücken, während sie schluchzte.

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26

»Lieutenant August? Kommen Sie schnell.«

Charles schoß hinter seinem Schreibtisch hoch. »Hat sich jemand verletzt?«

»Nein, Sir«, keuchte der Rekrut. »Sie reißen diese Zelte ab; vor einer Stunde haben Sie uns gesagt, wir sollen sie aufbauen. Man hat es ihnen befohlen.«

»Welcher dämliche Unteroffizier ...?«

»Es ist irgendein General. Krig?«

»Krug. Verdammt.« Er schnappte sich seinen Hut. Ein wunderbarer Start für seinen dritten Tag in Uniform.

»Bei allem nötigen Respekt, Captain, was geht hier vor?«

Krugs graue Augen durchbohrten ihn. »Sie haben mich mit General anzusprechen.«

In einem unkrautüberwucherten Feld, eine halbe Meile vor dem Haupttor, mühten sich fünf schwarze Rekruten, noch keiner von ihnen in Uniform, damit ab, zwei große Zelte abzubrechen. Zeltbahnen verdeckten die umgestürzten Pfosten. Mit rotem Gesicht deutete Charles auf die Männer. »Warum bauen sie die Zelte ab?«

»Weil ich es ihnen befohlen habe. Sie haben unverzüglich auf den Grund westlich der Dampfpumpe überzuwechseln.«

»Auf diesem Feld steht das Wasser.«

Krug schob das Kinn vor. »Mäßigen Sie Ihren Ton, Mister, oder ich bringe Sie zur Meldung. Drei Viertel der Männer in diesem Posten würden Sie nur zu gerne gehen sehen.«

Die meisten meiner Männer eingeschlossen, dachte Charles. Die fünf Rekruten beobachteten ihn, als wäre er der alte Salem Jones, Mont Royals Aufseher vor dem Krieg. Mit knirschenden Zähnen sagte er: »Die uns zugewiesenen Baracken General -sind mit Ratten, Fledermäusen, Schaben verseucht; ein einziger verdammter Zoo. Während wir das Ungeziefer ausräuchern, benötigen diese Männer vorübergehend Unterkünfte. Weshalb sollen sie umziehen?«

»Weil General Hoffman heute morgen vorbeigeritten ist, August. Er schaut nicht gerne auf Niggersoldaten. Er möchte sie außer Sichtweite haben, wenn er nach Leavenworth City reitet oder von dort zurückkehrt. Ist das klar?«

Charles erinnerte sich an Griersons Warnung, was die Engstirnigkeit in der Armee anbelangte. »Sir, wenn Sie darauf bestehen, dann werden wir Bretter als Zeltböden verlegen müssen. Wir werden Gehsteige bauen.«

»Keine Bretter. Sie schlafen auf der Erde. Das sind doch Soldaten, zumindest hat man uns das weisgemacht.«

»Warum zum Teufel sind Sie so wütend auf mich, Krug?«

»Zwei Gründe, Mister. Zum einen halte ich Sie immer noch für einen Verräter. Zum anderen hat der Norden für die Erhaltung der Union gekämpft, nicht für die Glorifizierung der Schwarzen. General Hoffman teilt diese Ansicht. Und jetzt bringen Sie diese Männer in Bewegung.«

Charles näherte sich den Rekruten. Schieferfarbene Wolken ballten sich am Himmel zusammen. Die Zeltbahnen schlugen und flatterten.

Die fünf schwarzen Männer starrten ihn an; ihr Ausdruck reichte von stoisch bis mürrisch.

»Tut mir leid, Männer. Schätze, ihr werdet vorübergehend umziehen müssen. Ich versuche irgendwo ein bißchen Holz aufzutreiben.«

Ein großer, walnußbrauner Mann trat vor. Potiphar Williams, ehemaliger Koch in einem Hotel in Pittsburgh. Er hatte als Erwachsener lesen und schreiben gelernt, um Rezepte zu verstehen und Speisekarten schreiben zu können. Charles hatte ihn als vielversprechend eingestuft.

Williams sagte: »Wir besorgen das Holz, Sir.«

»Es ist meine Aufgabe.«

»Wir brauchen keine Gefälligkeiten von einem weißen Mann, der für die Rebellen geritten ist.«