Juli ging zur Pritsche hinüber und beobachtete dabei, wie der Mann sich an seiner eigenen Hose zu schaffen machte. Als sie die Pritsche erreicht hatte und sich auf die kalte Gummimatte setzte, griff er gerade in seinen geöffneten Hosenschlitz und holte seinen bereits erigierten Penis heraus, der sich prall und rosa glänzend von der dunklen Uniform abhob.
Julis Gedanken rasten.
Lazaro steckte die Waffe erneut weg und kam breitschultrig und mit ausgestreckten Armen auf sie zu. Er würde sie mit eisernem Griff festhalten, sie wie eine Strohpuppe niederdrücken und sich an ihr vergehen, brutal und massiv wie ein dampfender Stier.
Dann trat er in Julis auf dem Boden liegende Jeans, und als sein Fuß den Stoff unwirsch beiseiteschob, hörte Juli ein schabendes Geräusch.
Augenblicklich erkannte sie ihre Chance.
Sie beugte sich ein Stück von der Pritsche herab und streckte sich nach der Wasserflasche aus, die noch immer am Gürtel ihrer Jeans hing.
»Bitte«, krächzte sie, »ich möchte noch etwas trinken …«
Lazaro blieb stehen und sah sich um. Er hob die Jeans hoch und nahm die Wasserflasche zur Hand.
»Etwas trinken, ja?« Er lachte. »Ich werde dir gleich etwas zu trinken geben.« Bei diesen Worten massierte er seinen Penis und wies mit ihm auf sie. Dann hob er die Flasche an den Mund und riss mit den Zähnen den Verschluss ab. »Aber nicht das hier.« Er lachte noch einmal, dann setzte er sie an und trank in großen, maßlosen Schlucken. Einen Lidschlag später war die Flasche leer, und er warf sie in die Ecke. Er kam auf Juli zu, legte eine Hand auf ihren Brustkorb und drückte sie nach hinten. Er ließ die Hand dort und hielt sie damit fest wie ein Schraubstock. Dann trat er zwischen ihre Beine und drückte sie mit seinen Knien auseinander, bis sich ihm Julis Scham direkt präsentierte. Mit seiner freien Hand ergriff er ihren Oberschenkel und zog sie ein Stück näher. Dann umfasste er seinen Penis, dirigierte ihn ein Stück und stieß ihn dann so heftig in sie hinein, dass sie aufschrie. Er umkrallte wieder Julis Oberschenkel und begann mit zuckenden, brutalen Stößen.
Kapitel 14 Labor M2 – Brasilien, 31. Juli
In Julis Kopf stieben rote und gleißend weiße Fun ken durcheinander, sie wusste, dass sie schrie, aber sie konnte sich nicht hören. Und dann hörten die Stöße plötzlich auf. Sie spürte ein Ziehen, als die Hände des Mannes von ihrer Brust und ihrem Schenkel rutschten, und dann hörte sie, wie der Brasilianer dumpf auf dem Boden zusammensackte.
Sie rollte sich mit schmerzhaft verkrampftem Unterleib zur Seite und sah über den Rand der Pritsche. Dort lag der Mann, zuckte spastisch und spuckte Schaum. Er trat und hieb unkontrolliert um sich, seine Augen zeigten nur noch das Weiße. Innerhalb weniger Sekunden ebbte sein Anfall ab, noch einmal zuckte sein Arm unkontrolliert, dann war der Mann tot.
Juli setzte sich auf und keuchte. Sie spürte, wie ihr Tränen über das Gesicht rannen. Es war nicht nur der körperliche Schmerz, sondern das Gefühl ihrer unfassbaren Ohnmacht gegenüber dieser bösartigen, alles verachtenden Gewalt, die in ihr innerstes Selbst eingedrungen war und alle Sicherheiten und Grenzen gesprengt hatte. Sie fühlte sich schutzlos. Ihr Körper hatte jede Funktion als Festung ihres Geistes verloren, ganz so, als läge ihr kümmerliches Ich nun offenbar und könnte jederzeit von allen Seiten angegriffen und verschlungen werden.
Als sie Tom am Boden stöhnen hörte, fand sie wieder zu sich. Sie wischte sich mit dem Handrücken das Gesicht ab, stand mit wackeligen Beinen von der Pritsche auf und suchte ihre Kleidungsstücke zusammen. Sie hatte den unbändigen Drang, sich zu waschen, aber es gab keine Möglichkeit, sich hier zu reinigen. Angewidert zog sie ihren Slip an, der Slip, der ihr zuvor noch vertraut gewesen war, aber nun das Brennen in ihrem Inneren festhalten würde. Sie versuchte, sich an dem Gedanken festzuhalten, dass der Mann wenigstens nicht in ihr ejakuliert hatte, aber statt sie zu beruhigen, verstärkte die bloße Vorstellung davon nur den grenzenlosen Ekel in ihr.
Sie zog sich an und bemühte sich dabei, ihre Augen nicht zu lange auf der verkrampften Leiche des Mannes ruhen zu lassen. Als sie fertig war, kniete sie sich zu Tom herunter und half ihm, während er versuchte, sich langsam in eine sitzende Position zu bringen. Toms linke Gesichtshälfte war angeschwollen, das untere Lid war dick und verengte sein Auge zu einem bloßen Schlitz. Sein Mund war voller Blut. Er beugte sich ein wenig zur Seite, spuckte aus und ließ Blutfäden auf den Boden laufen.
»Was«, brachte er mühsam hervor, »hat er dir angetan?«
»Es ist schon gut«, antwortete Juli, die Toms furchtbarer Anblick für einen Augenblick ablenkte. »Er ist tot.«
»Was ist passiert?«
»Er hat die Wasserflasche des Schamanen leer getrunken.«
»Geschieht … ihm recht.«
Juli strich Tom über den Rücken.
»Kannst du aufstehen?«
Tom stützte sich ab und erhob sich langsam. Sein Schädel dröhnte, und er spürte, dass sein Gesicht angeschwollen war. Seine Lippe war aufgeplatzt, er schmeckte Blut und wagte nicht, mit seiner Zunge die Festigkeit seiner Zähne abzutasten, vor Angst, was er vorfinden würde. Sein Bauch fühlte sich an, als hätte man ihm einen Baumstamm in den Magen gerammt. Nur mühsam konnte er sich gerade hinstellen. Juli hielt ihn fest. Tom wusste, dass der Mann auch sie angegangen hatte, aber er war einige Zeit vom Schmerz so betäubt gewesen, dass er nichts mitbekommen hatte, und sie schien nicht darüber reden zu wollen. Und vielleicht war es auch gut so. Sie mussten sich jetzt konzentrieren. Julis Schwester hatten sie nicht gefunden, und nun lief ihnen die Zeit davon. Sie mussten fliehen.
Tom ging an den Körper des Mannes heran und stieß ihn mit dem Fuß an. Er starrte ins Leere, zuckte nicht, der Schaum vor seinem Mund bewegte sich nicht. Er war tatsächlich tot.
Tom überwand sich, sich auf den Boden zu knien. Der Schmerz in seinem Bauch brannte auf, und er stöhnte leise auf, doch er musste die Leiche untersuchen. Er tastete den Mann ab und fand schließlich, was er gesucht hatte: den Schlüsselbund des Toten. Dann rollte er den Leichnam auf den Bauch und zog die Pistole des Mannes aus dessen Hosenbund.
»Kannst du denn damit umgehen?«, fragte Juli.
»Ich hab’s noch nie gemacht, aber wie schwierig kann es schon sein?«, antwortete er und streckte den Arm aus, sodass Juli ihm noch einmal hochhelfen konnte.
»Jetzt nichts wie weg«, sagte er, »bevor die merken, dass er nicht zurückkommt.«
Tom öffnete die Tür und sah vorsichtig auf den Gang. Er konnte keine Überwachungskameras entdecken. Vermutlich gab es hier unten keine, sondern nur in den Labors, sonst hätte Luc gewusst, dass sie aus dem Keller gekommen waren. Sie verließen den Raum, schlossen ihn hinter sich ab und gingen den Gang entlang, so schnell es ihr Zustand ermöglichte.
»Was machen wir jetzt?«, fragte Juli.
»Wir müssen die Gefangenen freilassen. Und ich will noch irgendetwas kaputt machen. Am liebsten eine Bombe in das Rechenzentrum schmeißen oder so was.«
»Was ist mit den Menschen in den Labors?«
»Ich glaube nicht, dass wir etwas für sie tun können.«
Sie folgten dem Gang und erreichten bald eine Kreuzung, die sie wiedererkannten.
»Da«, sagte Tom und wies auf die Tür mit dem gelben Starkstrom-Symbol, die sie schon zuvor bemerkt hatten. Er ging heran, probierte einige Schlüssel vom gestohlenen Bund aus, und kurze Zeit später hatte er sie geöffnet.
Ein schwacher Geruch aus Maschinenöl und Diesel drang ihnen entgegen. Tom legte einen Schalter neben der Tür um, und die Deckenbeleuchtung flammte auf. An der Wand stand ein großes Pult mit zahlreichen leuchtenden Lämpchen, Knöpfen und Displays. Sie schritten das Pult entlang. Dahinter befand sich eine gewaltige unförmige Maschine, die ein tiefes Brummen von sich gab.